Fed Cup Europa/Afrika-Zone I 2020

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EA-Zone I (Event B) - 1. Serbien, 1. Polen, 3. Schweden, 3. Slowenien, 5. Türkei, 6. Luxemburg

Nur Schweden und Polen hatten wir letztes Jahr in Zielona Gora bereits gesehen. Serbien, Slowenien und die Türkei hatten in Bath gespielt. Luxemburg stieg in Esch-sur-Alzette in die Zone I auf.

 Platzierungsspiele Esch-sur-Alzette
Pl.  Begegnungen  Einzel #2-Spielerinnen  Einzel #1-Spielerinnen  Doppel
1
 
.
 Serbien (1) - Slowenien
 2:1
 Danilovic - Juvan
 2:6 2:6
 Stojanovic - Zidansek
 6:4 7:5
 Krunic/Stojanovic - Zidansek/Juvan
 6:4 6:4
1
 
.
 Polen (2) - Schweden
 2:0
 Swiatek - Björklund
 7:6 4:6 6:3
 Linette - Larsson
 7:5 6:4
 not played
 
5
 .
 Türkei - Luxemburg
 2:0
 Cengiz - Cornelius
 6:2 6:2
 Özgen - Molinaro
 6:3 6:4
 not played
 

Serbien und Polen sind für die Play-Offs qualifiziert und dürfen bei einem Sieg im nächsten Jahr die Qualifiers für die Finals bestreiten.
Dänemark steigt in die Europa/Afrika-Zone II ab.

 

 Vorrunde Esch-sur-Alzette Gruppe A
 Begegnungen  Einzel #2-Spielerinnen  Einzel #1-Spielerinnen  Doppel
 Schweden - Luxemburg
 2:1
 Björklund - Cornelius
 6:1 6:3
 Larsson - Molinaro
 6:0 3:6 1:6
 Larsson/Lister - Molinaro/Cornelius
 6:4 6:1
 Serbien (1) - Luxemburg
 2:1
 Danilovic - Correia
 6:1 6:2
 Stojanovic - Molinaro
 3:6 3:6
 Krunic/Stojanovic - Molinaro/Cornelius
 6:2 6:2
 Serbien (1) - Schweden
 2:1
 Krunic - Björklund
 6:2 3:6 6:3
 Stojanovic - Larsson
 1:6 0:6
 Krunic/Stojanovic - Larsson/Lister
 6:2 6:1

Tabelle:   1. Serbien 2/2,   2. Schweden 1/2,   3. Luxemburg 0/2.
 

 Vorrunde Esch-sur-Alzette Gruppe B
 Begegnungen  Einzel #2-Spielerinnen  Einzel #1-Spielerinnen  Doppel
 Türkei - Slowenien
 1:2
 Eraydin - Juvan
 4:6 5:7
 Özgen - Zidansek
 6:3 5:7 6:2
 Öz/Aksu - Jakupovic/Zidansek
 0:6 4:6
 Polen (2) - Slowenien
 2:1
 Swiatek - Radisic
 6:2 6:1
 Linette - Zidansek
 7:5 6:4
 Rosolska/Chwalinska - Lovric/Juvan
 5:7 0:6
 Polen (2) - Türkei
 3:0
 Swiatek - Cengiz
 6:3 6:0
 Linette - Özgen
 6:0 6:3
 Chwalinska/Frech - Öz/Aksu
 6:3 6:4

Tabelle:   1. Polen 2/2,   2. Slowenien 1/2   3. Türkei 0/2.

 

Alicja Rosolska, Iga Swiatek, Magda Linette, Maja Chwalinska, Dawid CeltTatjana Jecmenica, Nina Stojanovic, Aleksandra Krunic, Olga Danilovic, Fatma IdrizovicTatjana Jecmenica, Nina Stojanovic, Aleksandra Krunic, Olga Danilovic, Fatma IdrizovicMaja Chwalinska, Magda Linette, Iga Swiatek, Alicja Rosolska, Dawid CeltMaja Chwalinska, Magda Linette, Iga Swiatek, Alicja Rosolska, Dawid CeltAleksandra Krunic, Tatjana Jecmenica, Olga Danilovic, Nina Stojanovic, Fatma IdrizovicTatjana Jecmenica, Aleksandra Krunic, Nina Stojanovic, Olga Danilovic, Fatma IdrizovicTatjana Jecmenica, Aleksandra Krunic, Nina Stojanovic, Olga Danilovic, Fatma Idrizovic
Gewënnerinnen
Mit dem neuen Fed Cup-Format könnte die EA-Zone I in Zukunft kleiner und vom Niveau her etwas schwächer werden. Denn neu sind nicht mehr nur 16 Nationen (8 in der Weltgruppe I und 8 in der Weltgruppe II) oberhalb der Kontinentalzonen I angesiedelt, sondern 20 Nationen (2 Vorjahresfinalisten, 1 Finals-Wild Card, 1 Finals-Gastgeber und 16 an den Qualifiers teilnehmende Nationen). Für 2020 sind so bereits die Niederlande am grünen Tisch als bestklassierte Nation aus der Zone I in die Qualifiers nachgerückt und die Ungarinnen treten anstatt in der Zone I direkt in den Finals an als Gastgeber. So reduzierte sich die Anzahl Nationen in der EA-Zone I auf 13 Mannschaften. Grundsätzlich war die EA-Zone I immer auf 16 Nationen ausgelegt gewesen.
Die Europäerinnen zeigten in den Qualifiers an diesem Wochenende starke Resultate und so spielen an den Finals in Budapest neben Australien und den USA noch zehn europäische Nationen im Turnier der besten 12 Nationen. Und von den im April in den Play-Offs engagierten Nationen (Verliererinnen der Qualifiers und Siegerinnen der Zonen I) wurden nur zwei europäische Nationen direkt gegeneinander gelost. Die anderen sechs Europäerinnen treten gegen Nationen aus anderen Kontinenten an und sind dabei zumeist zu favorisieren. So dürften sich auf die Siegerinnen aus Esch-sur-Alzette berechtigte Hoffnungen machen im nächsten Jahr in den Qualifiers zu spielen. Polen muss dafür zu Hause Brasilien schlagen. Serbien wird Kanada empfangen. Es deutet somit einiges darauf hin, dass sich die EA-Zone I für 2020 ausdünnt weil mehr europäische Nationen in der Kategorie darüber - den Qualifiers - spielen werden.

Nika Radisic, Pia Lovric, Dalila Jakupovic, Kaja Juvan, Tamara Zidansek
2:0   POL-SLO   Magda Linette (WTA 42) - Tamara Zidansek (WTA 75)   7:5 6:4
       weitere Teammitglieder: Dalila Jakupovic, Nika Radisic, Magdalena Frech.
Als wir die Begegnung zu Beginn und gegen Ende mitverfolgten (dazwischen waren wir bei Stojanovic-Molinaro auf dem Hauptplatz), hatte Zidansek jeweils die Oberhand. Doch in der Zeit dazwischen schwang Linette oben auf. Die Aufholjagd von Zidansek im zweiten Satz ab 2:5 wurde beim Stand von 4:5 und drei Breakbällen bei Linettes Aufschlag und 0:40 mit einer Vollbremsung abrupt beendet. Zidansek war am Drücken und ihr longline Rückhandschlag wohl zum Punktgewinn blieb an der Netzunterkante hängen. Ich sagte zu Roland noch das könnte teuer werden, denn im Tennis kann es schnell gehen. Eigentlich habe ich nichts für negative Prophezeiungen übrig, aber vier Punkte später war die Partie mit der Niederlage der Slowenin auch für mich völlig überraschend beendet.

Kaja Juvan, Pia LovricKaja JuvanMaja ChwalinskaAlicja RosolskaAlicja Rosolska
2:1   POL-SLO   Alicja Rosolska/Maja Chwalinska (WTA Doppel 38/363) - Pia Lovric/Kaja Juvan (WTA Doppel 1054/-)   5:7 0:6
Jeweils mit 2:0 nach den Einzeln konnten die Polinnen ihre Begegnungen in dieser Woche gewinnen. So kam Rosolska gar nie zu einem entscheidenden Einsatz. Für die Sloweninnen war es Mittwoch gegen die Türkinnen im Doppel um den entscheidenden Punkt gegangen und am Samstag im Spiel um den Turniersieg gegen Serbien. Gegen die Türkinnen siegten Jakupovic/Zidansek. Gegen die Serbinnen unterlagen Zidansek/Juvan. Ausser in diesem einen Doppel am ersten Tag bestritt Dalila Jakupovic kein einziges Spiel in dieser Woche. Die 28-jährige hatte vor drei Wochen an den Australian Open für Schlagzeilen gesorgt, als sie ihre Erstrundenpartie in der Qualifikation wegen Atembeschwerden aufgrund des Rauchs durch die im Umfeld von Melbourne wütenden Buschfeuer bei sehr knappem Spielstand gegen Vögele hatte aufgeben müssen. Ob diese Beschwerden auch ein Grund für die Nichteinsätze in Luxemburg waren, entzieht sich meinem Wissen.

Eleonora MolinaroEleonora MolinaroNina StojanovicNina StojanovicMarie Weckerle, Eleonora Molinaro, Tiffany Cornelius, Laura Correia, Anne KremerEleonora Molinaro
1:1   SRB-LUX   Nina Stojanovic (WTA 82) - Eleonora Molinaro (WTA 254)   3:6 3:6
       weitere Teammitglieder: Laura Correia, Claudine Schaul, Marie Weckerle, Kapitän Anne Kremer.
Seit September gehört die 23-jährige Stojanovic zu den besten hundert Spielerinnen der Welt. Für eine Top 100-Spielerin hatte sie für meine Begriffe aber zu viele fehlerhafte Bälle zu denen sie sich nicht richtig bewegte und trotzdem voll durchzog. So konnte sich die 19-jährige Molinaro mit engagiertem Spiel den Sieg sichern. Der Sieg über Larsson am Mittwoch und nun Stojanovic am Donnerstag wird ihr Auftrieb geben um den Weg von einer starken Juniorin über die ITF-Tour bis zur WTA-Tour zu gehen.

Marie Weckerle, Tiffany CorneliusNina Stojanovic, Aleksandra Krunic
2:1   SRB-LUX   Aleksandra Krunic/Nina Stojanovic (WTA Doppel 66/94) - Eleonora Molinaro/Tiffany Cornelius (WTA Doppel 473/-)   6:4 6:2
Im Doppel taten sich die Serbinnen im ersten Satz noch schwer, doch die Partie lief aufgrund der Stärkeverhältnisse klar in ihre Richtung. Stojanovic spielte die Bälle von der Grundlinie und auch am Netz sehr häufig direkt auf die Spielerin am Netz. Das konnten die Luxemburgerinnen nicht parieren. Und wie es dann so häufig ist, versucht man Gleiches mit Gleichem zu bekämpfen. So zogen die Luxemburgerinnen auf die Serbinnen ab, aber diese standen bereit und nahmen die Einladung zum Punkten an.

Magnus Ennerberg, Maria Strandlund-Tomsvik, Mirjam Björklund, Fanny Östlund, Johanna Larsson, Anne WeibullMirjam BjörklundAleksandra Krunic
1:0   SRB-SWE   Aleksandra Krunic (WTA 193) - Mirjam Björklund (WTA 325)   6:2 3:6 6:3
Im Interview nach dem Match war die Aussage von Krunic sehr treffend. Sie habe da letzte Jahr viel öfters in der Defensive gespielt als ihr das lieb sei und sie versuche das zu ändern. Das ist sicherlich die richtige Erkenntnis, denn mir sind noch die Erinnerungen aus Palermo präsent, wo sie sich gegen eine zu kitzelnde Bertens einfach der Niederlage hingab und sich von ihrer Körpersprache und Mimik her nicht dagegenstemmte. Mangelnde Überzeugungskraft und mangelnde Aggressivität kann sich eine nur 163cm grosse Spielerin nicht leisten. Das hatte einen beachtlich schnellen Absturz weit aus den Top 100 zur Folge, nachdem die 26-jährige Serbin diese zuvor zwei Jahre lang belegt hatte und sogar eine Bestklassierung von Rang 39 erreichte.
Die 21-jährige Björklund spielte noch nie in diesen Ranglistenpositionen. Eine Top 200-Spielerin konnte sie noch nie schlagen. Ihr erstes Match dieser Saison in der Qualifikation des WTA-Turniers in Adelaide (3:6 1:6) mag aber darauf hindeuten, dass sie nunmehr auch die Herausforderung WTA angehen will und sich bereit fühlt um dort aufzuschlagen. Das Potential konnte man in ihrem beherzten Auftritt gegen Krunic erkennen, in dem sie sich nicht unterkriegen liess. Da ist ihr zügiger Aufschlag, ihre wunderschöne Rückhand und vor allem auch eine Agilität und sehr verbesserte Konstanz in den Schlägen auf hohem Niveau, um nicht nur Akzente setzen zu können sondern auch richtig dagegenhalten zu können. Zum Sieg reichte es der Freundin von Denis Shapovalov nicht, aber das Gezeigte war für uns doch sehr erbauend.

Cornelia Lister, Johanna LarssonNina Stojanovic
1:1   SRB-SWE   Nina Stojanovic (WTA 82) - Johanna Larsson (WTA 232)   1:6 0:6
       weitere Teammitglieder: Fatma Idrizovic.
Einen ähnlichen Fall wie Krunic hat auch Larsson hinter sich. Seit dem Turniersieg in Nürnberg im Juni 2018 fehlen die Resultate. Zum Saisonende 2019 hin versuchte sie an ITF-Turnieren in den USA zu punkten, was zu noch enttäuschenderen Erstrundenniederlagen führte wie die schlechte Gemütslage und Weltranglistenposition ohnehin schon verhiessen. In Australien schaffte sie es aufgrund der Klassierung nicht mehr in die Qualifikationsfelder für die WTA-Turniere, durfte dann aber immerhin an der Australian Open-Qualifikation teilnehmen, in der sie sich mit drei Siegen und durchaus robustem Spiel für das Hauptfeld qualifizierte. Der Aufwärtstrend wurde am Mittwoch nach einem 6:0 gegen Molinaro mit einer Niederlage in drei Sätzen gebremst. Aber am Freitag überfuhr sie die Neo-Top 100-Spielerin Stojanovic gleich mit 6:1 6:0. Ich stellte genugtuend fest: Fed Cup macht noch viel mehr Spass wenn man gewinnt!

Anne Weibull, Magnus Ennerberg, Mattias Arvidsson, Johanna LarssonOlga DanilovicJulia Lövqvist
2:1   SRB-SWE   Aleksandra Krunic/Nina Stojanovic (WTA Doppel 66/94) - Johanna Larsson/Cornelia Lister (WTA Doppel 55/72)   6:2 6:1
       weitere Teammitglieder: Olga Danilovic, Julia Lövqvist.
Cornelia Lister war während den Einzeln gegen Serbien nicht bei der Mannschaft gesessen und sonderte sich auch am nächsten Tag gegen Polen ab. Dass sie auf der anderen Seite des Platzes sass obwohl nicht im Geringsten Streit vorherrschte, hatte Quarantäne-Gründe. Sie fühlte sich unwohl und da die Gesundheit die Basis für die Ausübung des Berufs einer Tennisspielerin ist, wollte sie möglichst verhindern dass sich eine Mannschaftskollegin anstecken könnte. Für fit genug um ein entscheidendes Doppel zu spielen und auch angeschlagen die beste Wahl für die Aufstellung zu sein, fühlte sich sie dann aber und war sie dann auch in der Einschätzung von Kapitän Mathias Arvidsson.
Die Leistung auf dem Feld war dann allerdings enttäuschend. Immer etwas zu spät in der Reaktion konnte sie die Bälle am Netz nicht versenken. Gerade gegen die beiden Serbinnen, die es auf die Spielerin am Netz abgesehen haben, ist das natürlich Gift. So lange man nicht punkten kann, machen sie weiter und das nagt dann mehr und mehr am Selbstbewusstsein. Auch wenn Larsson versuchte die Verantwortung zu übernehmen, so fehlte der Angriffspunkt gegen die beiden Gegnerinnen das ganze Spiel hinüber. Weder Krunic noch Stojanovic zeigte eine Schwäche, die das serbische Doppelgefüge hätten ins Ungleichgewicht bringen können. Bitter waren die Konter von Krunic als Larsson Netzangriffe startete um zu Lister nach vorne aufzurücken. Etwa viermal überlobte Krunic sogleich die nach vorne laufende Larsson zum Punktgewinn. Bitter waren auch die Longlinepassierbälle vor allem von Krunic, die gegen die Schwedinnen einschlugen, sobald eine von ihnen einen Fuss in Richtung Platzmitte zu setzen schien.

Johanna Larsson, Fanny ÖstlundIga Swiatek, Claudine Schaul, Mandy MinellaMirjam Björklund, Mattias ArvidssonMirjam BjörklundIga Swiatek
1:0   POL-SWE   Iga Swiatek (WTA 48) - Mirjam Björklund (WTA 325)   7:5 4:6 6:3
       weitere Teammitglieder: Fanny Östlund.
Aufgrund der Niederlage in der Gruppenphase gegen Serbien musste Schweden nun gegen Polen antreten, das stärkste Team am Turnier mit den meisten angereisten Fans. Wie schon in Tallinn 2018 und natürlich auch im letzten Jahr im heimischen Zielona Gora war eine Fangruppe mit dabei mit mittlerweile einigen bekannten Gesichtern. Es handelt sich um Mitglieder des Agnieszka Radwanska-Fanclubs, die auch nach deren Rücktritt ihrer Liebe zum polnischen Tennis frönen.
Gegen die 18-jährige Swiatek, die sowohl in Roland Garros wie auch an den Australian Open in die 4. Runde vorstiess und nun zu den besten fünfzig Tennisspielerinnen der Welt gehört, hatte ich grosse Bedenken was unsere Mirjam betraf. Doch sie spielte das mit ihren 21 Jahren bislang wohl beste Match ihres Lebens. Ich kann mich erinnern das Laura Robson in einem Interview im Juni 2012 auf die Frage nach ihrem besten Match antwortete, dass es die Niederlage im Fed Cup gegen Arvidsson gewesen sei. Kurz darauf gewann sie dann Olympiasilber im gemischten Doppel mit Murray und erreichte die vierte Runde an den US Open. Man kann sich also durchaus an eine Niederlage als bestes Match erinnern und dann bald darauf hoffentlich ein noch besseres Match zeigen und dies mit einem Sieg überbieten.
Im engen ersten Satz hätte Mirjam die Chance auf einen Satzgewinn gehabt auch durchaus verdient. Diesen knapp zu verlieren ist in dieser Konstellation meistens schon der Todesstoss. Denn es benötigt einen so grossen Energieaufwand auf einem Spielniveau, welches man nicht gewohnt ist, dass im nächsten Satz dann zwangsläufig die Energie abfällt. Als Swiatek nach dem ersten Satz den Platz kurz verliess, liess sich Björklund aber eine Cola bringen und das Zeug bewirkt manchmal halt schon Wunder. Fragt mich, was ich gegen Ende eines Laufes am liebsten als Kick brauche. Und auch in meiner Tennistasche habe ich für ein Spiel Wasser, Gatorade und Coca Cola mit dabei.
Aber ich bin ja auch nur Hobbysportler. Dass es aber von Profisportlern angewendet wird, die ihren Lebensunterhalt mit ihrem Körper verdienen, ist doch sehr ungewöhnlich. Nicht nur einen Schluck sondern immer wieder über die nächsten zwei Sätze holte sich Mirjam den Koffein- und Zuckerschub.
Der Aufschlag von der Vorteilseite nach aussen bewahrte Swiatek vor dem Schlimmsten. Die Abwehr von einigen Breakbällen wurde nötig, da sie die Schwedin aus dem Spiel heraus nicht in die Schranken verweisen konnte. Swiatek stellte ihr Spiel nach einigen Games der Partie von flachen harten auf etwa zwei Meter über das Netz mit viel Spin fliegende und lange an die Grundlinie gespielte und immer noch harte Bälle um, um dann erst voll auf den Punkt zu gehen, wenn sich die Gelegenheit dazu bot weil Björklund etwas kürzer würde. Für das Spiel von Björklund ist ein langer Ball an die Grundlinie mit viel Topspin sehr unangenehm, da sie nicht so einfach das Tempo für ihren Schlag mitnehmen kann wie bei einem flach ankommenden Ball. Bei Björklunds Schlägen selber finde ich faszinierend wie eng über das Netz diese immer schiessen. Was Peterson gegen Puig an den US Open gelang, so dass diese in eine Fehlerorgie verfiel, das gelang Swiatek mit Björklund nur bedingt, da die 21-jährige Schwedin ihre Fehlerquote trotzdem tief und ihren Willen hoch halten konnte. Zum Ende hin ging es leider sehr schnell. Bei 3:4 verlor Mirjam ihren Aufschlag und kurz darauf war die Niederlage besiegelt.
Im Interview nach dem Match argumentierte die junge Polin zwar ehrlich, aber wohl etwas ungestüm, dass die Unterlage in Esch-sur-Alzette ganz anders sei als zuletzt an den Australian Open und dass sie damit Mühe bekundete. Ja, sie steht jetzt in den Top 50. Ja, sie hatte sich an den Australian Open unter die letzten 16 gespielt. Man könnte interpretieren, dass es ihr schwer fiel sich auf diese deutlich kleinere Veranstaltung und eine deutlich schwächer klassierte Gegnerin einzustellen.

Johanna LarssonJohanna LarssonMagda Linette
2:0   POL-SWE   Magda Linette (WTA 42) - Johanna Larsson (WTA 232)   7:5 6:4
Es war für Larsson etwas wie im letzten Jahr in Zielona Gora gegen eine Vikhlyantseva. Wenn du in der EA-Zone I den Turniersieg holen willst, dann musst du eine Linette schlagen. Wobei die 28-jährige Polin über ein unauffälliges aber starkes Spiel verfügt und mit Rang 42 momentan so gut klassiert ist wie nie zuvor. Die Aufgabe am Samstag gegen Polen war zu schwierig. Entscheidend in dieser Woche war wohl die Niederlage der Schwedinnen gegen Serbien am Freitag. Denn mit einem Sieg hätte man am Samstag gegen die Sloweninnen antreten können. Wir sehen es am Resultat der Serbinnen, die am Samstag gegen Slowenien zu einen umkämpften Sieg und somit zum Co-Turniersieg mit den Polinnen kamen.

Nachtrag Februar 2020: Linette gewann gleich in der nächsten Woche das WTA-Turnier im thailändischen Hua Hin und verbesserte sich auf Rang 33 der Weltrangliste.

Nachtrag Februar 2020: Johanna Larsson verkündete drei Wochen nach dem Fed Cup ihren Rücktritt vom professionellen Tennissport. Somit war dieses Spiel gegen Linette ihr letztes im Profizirkus gewesen. Mit dem Sieg über Stojanovic haben wir ihren letzten Matchgewinn im Profitennis miterlebt.
Auf den Fed Cup hatte Larsson in den Jahren 2018 (EA-Zone I in Tallinn) und 2016 (EA-Zone I in Eilat) verzichtet. 2015 hatte sie im Abstiegspiel aus der Weltgruppe II in der Slowakei verletzungsbedingt nicht teilnehmen können. Insgesamt aber teilt sie sich mit Sofia Arvidsson die Rekorde in Schweden was den Fed Cup anbelangt: Jahre gespielt Soffan 15, Jola 14. Matchbilanz total Jola 52:33, Soffan 50:38. Matchbilanz Einzel Soffan 36:24, Jola 33:22. Matchbilanz Doppel Jola 19:11, Soffan 14:14. Einen Tag nachdem die 31-jährige Johanna ihren Rücktritt bekannt gab, verkündete die bereits 2015 zurückgetretene und fünf Jahre ältere Sofia dass sie erstmals schwanger sei. Es geht tatsächlich eine Ära zu Ende.
Auf Grand Slam-Ebene hat Johanna im Einzel leider an allen vier Turnieren eine Negativbilanz: Roland Garros 8:10, US Open 5:10, Australian Open 3:9 und sogar sieglos in Wimbledon 0:8. Wobei der Rasen immer Gift für ihr Spiel war. Das höchste der Gefühle war dreimal das Erreichen der dritten Runde an Grand Slam-Turnieren mit tollen Siegen: Roland Garros 2014, US Open 2014 und US Open 2016.
Auf der WTA Tour schaffte sie es bis auf Rang 45 und gewann im Einzel zwei Turniere beim Heimturnier in Bastad 2015 und in Nürnberg 2018. Ausserdem war sie dreimal Finalistin in Portoroz 2010 und zweimal beim Heimturnier in Bastad 2011 und 2013.
Im Doppel feierte sie mehr Erfolge und schaffte es bis auf Weltranglistenposition 20. Ein einziges Mal qualifizierte sich für die WTA Finals und erreichte dort in Singapur 2017 mit Bertens sogar das Endspiel. Von ihren 14 WTA-Turniersiegen (alle in der Kategorie International) gewann sie 9 Titel mit
Kiki Bertens, 3 Titel mit Kirsten Flipkens und je einen Titel zu Beginn ihrer Karriere mit Jasmin Wöhr 2011 und den ersten Titel mit Sofia Arvidsson 2010.
An den Grand Slam-Turnieren spielte sie sich mit ihrer guten Freundin Bertens in das Halbfinal in Roland Garros 2019 sowie in die Viertelfinals in Roland Garros 2016 und an den Australian Open 2015.

Tiffany Cornelius, Eleonora MolinaroMarie WeckerleIpek ÖzBerfu CengizBerfu CengizBerfu CengizTiffany CorneliusTiffany CorneliusTiffany Cornelius, Anne Kremer, Mandy Minella, Laura Correia, Claudine Schaul, Marie Weckerle, Eleonora Molinaro
0:1   TUR-LUX   Berfu Cengiz (WTA 450) - Tiffany Cornelius (WTA -)   6:2 6:2
Vor zwei Jahren reichte es in einem unbedeutenden Doppel gegen Norwegen zum einzigen Fed Cup-Matchgewinn für Cornelius. Insgesamt steht die Bilanz nun bei 1:13 und für die 31-jährige ohne WTA-Klassierung lag auch heute gegen die 20-jährige Cengiz nicht mehr als einige Spielgewinne drin. Bei Cengiz bezweifle ich das WTA-Potential, da sie zu fehlerhaft agiert und mir von der Statur her nicht den stärksten Eindruck macht um sich noch deutlich stärker zu entwickeln.

Pemra ÖzgenIpek Öz, Basak Eraydin, Berfu CengizIpek Öz, Basak Eraydin, Berfu CengizLaura Correia, Claudine Schaul, Mandy Minella, Tiffany Cornelius, Marie WeckerleEleonora MolinaroEleonora MolinaroAyla Aksu, Ipek Öz, Berfu Cengiz, Zeynep Sönmez, Basak EraydinEleonora MolinaroMandy MinellaIpek ÖzIpek ÖzZeynep Sönmez, Ipek Öz
0:2   TUR-LUX   Pemra Özgen (WTA 209) - Eleonora Molinaro (WTA 254)   6:3 6:4
       weitere Teammitglieder: Basak Eraydin, Ipek Öz, Ayla Aksu, Zeynep Sönmez, Mandy Minella.
Mit Abstiegsspielen aus der EA-Zone I kennen wir uns aus und auch mit den hier involvierten Mannschaften, die damals jeweils als Siegerinnen jubeln konnten in den Abstiegskrimis Luxemburg-Griechenland 2012 sowie Türkei-Schweden 2016. Beide Partien fanden in Eilat auf dem genau gleichen Nebenplatz statt. Das Abstiegspiel in Esch-sur-Alzette mit der Heimmannschaft wurde für Samstagnachmittag auf dem Hauptplatz angesetzt.
Die 19-jährige Eleonora scheiterte am Druck der jungen Teamleaderin wie es unserer damals 20-jährigen Becca in 2016 ebenfalls im Abstiegsspiel gegen die Türkinnen passiert war. Mit einem Sieg am Mittwoch über Larsson nach einem mit 0:6 verlorenen ersten Satz und einem klaren Zweisatzsieg über Stojanovic am Donnerstag hatte Eleonora Molinaro in der Gruppenphase zwei besser eingestufte Gegnerinnen besiegen können. Auf ihr lagen die Hoffnungen Luxemburgs, da Minella in dieser Woche zwar zugegen war, aber nicht mittun konnte. Im Doppel verlor Luxemburg in den Gruppenspielen gegen Schweden und Serbien dann jeweils recht deutlich und unterlag insgesamt jeweils mit 1:2. Nach dem erneuten 0:1 im Abstiegspiel wusste Molinaro: Ein Sieg im Einzel war Pflicht und im Doppel musste anschliessend ein Wunder her. Doch in ihrem Einzel konnte sie heute ihre Leistung nicht abrufen. Erst bei jeweils 2:5 in beiden Sätzen befreite sie sich von den belastenden Erwartungen. Doch da war es zu spät. Nach dem Aufstieg vor Heimpublikum folgte in diesem Jahr der Abstieg vor stimmungsvoller Kulisse. Es war durchaus ein starkes Turnier der Luxemburgerinnen, aber in der EA-Zone II dürften sie wieder eher Erfolge feiern können.

 

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