French Open 2014, Paris

zurück zur Übersicht         Last updated: 18.10.2015

Siege über gesetzte Spielerinnnen - Larsson-Pennetta, Glushko-Vekic, Glushko-Flipkens, Errani

Auf Court 6 und 17 durften wir schöne Siege "unserer" Aussenseiterinnen miterleben.

Johanna LarssonFlavia PennettaJohanna LarssonJohanna Larsson
Johanna Larsson (WTA 99) - Flavia Pennetta (WTA 13)   5:7 6:4 6:2
Bei den Australian Open, den US Open und in Wimbledon hat Larsson in elf Versuchen noch nie die zweite Runde erreicht. In Roland Garros hingegen gelang ihr das gleich dreimal in vier Jahren. Diesmal ging es sogar erstmals bis in die dritte Runde. Es geschah auf Court 6, dem selben Platz wo ich Johanna vor acht Jahren erstmals spielen sah und wo mit Arvidsson vor zwei Jahren ebenfalls eine Schwedin eine gesetzte Italienerin vor unseren Augen schlug.
Dabei hatte ich noch die Niederlage von Miami 2013 im Kopf, bei der Larsson gut gestartet war, aber Pennetta ab Mitte des ersten Satzes die Begegnung klar im Griff hatte. Diesmal konnte sich sie leicht länger im Satz halten und bei 5:4 zum Satzgewinn servieren. Bei 30:30 spielten sie einen umkämpften Ballwechsel, der über den Satz entschied. Larsson war am Drücker, aber sie musste sich von Pennetta übel auskontern lassen und zusehen wie der Ball an ihr vorbei ins leere Feld flog. Ab diesem Punkt ging es mit sechs Games in Folge direkt zum 5:7 0:3 und ich hätte nie mehr mit einem schwedischen Comeback gerechnet. Vor allem weil Larsson bei 0:2 wieder etwas besser ins Spiel gefunden hatte, Pennetta das Game aber trotzdem gewinnen konnte. Das ist normalerweise der vorentscheidende Spielgewinn und das wussten auch beide Akteurinnen. Pennetta hakte den Sieg innerlich wohl bereits ab und Larsson konnte wieder frei aufspielen. Anders sind die nächsten vier Games zu Gunsten von Larsson nicht zu erklären. Diesmal schaffte es die 25-jährige den Satz bei 5:4 auszuservieren und legte im dritten Satz gleich wieder auf 4:0 vor. Gestohlen hat sie den Sieg gegen die 32-jährige aus Brindisi - die einen Pflaster- oder Verbandsmaterialhersteller als Sponsor haben könnte - aber keinesfalls.

Julia GlushkoJulia GlushkoDonna VekicJulia GlushkoDonna Vekic
Julia Glushko (WTA 98) - Donna Vekic (WTA 67)   7:5 2:6 6:4
Seit dem Doppel von Julia Glushko und Keren Shlomo im Fed Cup in Eilat 2012 ist der Anfeuerungsruf „let’s go Julllia let’s go, let’s go Keechen let’s go“ ein Klassiker für Roland und mich. Das nahmen wir zum Anlass, um die seit dem letzten Jahr stark verbesserte 24-jährige Israelin mit ukrainischen Wurzeln erstmals zu unterstützen. Im letzten Jahr hatte sie mit der dritten Runden an den US Open zum ersten Mal Begegnungen in einem Grand Slam-Hauptfeld gewonnen. Auf Court 17 trat sie gegen die knapp 18-jährige, aufstrebende Vekic an. Die Kroatin überzeugt mit ihrem Aufschlag und der Vorhand. Sand ist aber nicht ihre bevorzugte Unterlage. Sie tritt auf dem Platz sehr fokussiert und ambitioniert auf, wie man das von den Stars auf dem Center Court gewohnt ist. Auf einem Aussenplatz wirkt das eher unnahbar. Court 17 scheint in der Karriere von Vekic nur eine Zwischenstation zu sein. Erst muss man aber auch die Partien auf den Aussenplätzen gewinnen und da startete sie sehr fehlerhaft. Glushko hingegen zeigte von Beginn weg eine couragierte Leistung und prüfte Vekic im Match der beiden Spielerinnen, die hin und wieder ihre Zunge heraushängen lassen. Vekic scheiterte sowohl im ersten als auch im dritten Satz an ihren unzulänglichen Aufschlagspielen, die sie zur Unzeit einstreute und die in kompletten Kontrast zu ihren sonstigen Aufschlagleistungen standen. Der blonde Teenager war wohl auch etwas von der Situation überrascht, dass das Publikum nicht wie gewohnt mehrheitlich hinter ihr stand.

Julia GlushkoKirsten FlipkensJulia Glushko
Julia Glushko (WTA 98) - Kirsten Flipkens (WTA 22)   6:4 3:6 6:4
Ohne die Fähigkeit anständige Netzangriffe und Volleys zu spielen, hätte Glushko diese Partie nicht gewonnnen. Denn Flipkens mit ihrem Vorhand-Topspin und Rückhand-Slice macht es ihrer Gegnerin schwer um von der Grundlinie aus direkt zu punkten. Wird die Gegnerin zu passiv, dann ist die Belgierin sofort am Netz. Deshalb musste die Israelin vor einer Übermacht belgischer Fans auf Court 6 selber den im Damentennis zumeist ungewohnten Weg ans Netz suchen, um nach druckvollen Grundlinienschlägen den Punkt zu beenden. Mit 24 Punkten aus 37 Netzangriffen schloss Glushko die Partie sogar etwas erfolgreicher ab als Flipkens (24 aus 41).
Der eigentliche Schlüsselmoment ereignete sich im dritten Satz, als die belgische Wimbledonhalbfinalistin vom letzten Jahr mit 4:3 und bei eigenem Aufschlag mit 40:0 führte. Sie liess sich die Butter vom Brot nehmen und gewann ab diesem Zeitpunkt kein einziges Game mehr.

Lourdes Dominguez Lino
Sara Errani (WTA 11) - Dinah Pfizenmaier (WTA 90)   6:2 6:4
Court 2 und 3 sind seit diesem Jahr in der ersten Turnierwoche mit einem Chatrier-, Lenglen- oder Court 1-Ticket nicht mehr zugänglich. Nur noch mit Aussenplatztickets. Einen Notnagel gibt es, falls man über ein Chatrier-Ticket auf der Brugnon-Seite verfügt. Damit hat man von einiger Entfernung aus Einblick auf den Court 2 wie auf den Bildern 6 und 7 zu sehen ist. In der dritten Runde liess Errani Glushko nur gerade ein Game übrig. Das Training auf Court 8 (Bilder 1-4) absolvierte sie zusammen mit der Spanierin
Lourdes Dominguez Lino.

Kristina Barrois, Annika BeckRaluca OlaruAnnika BeckAnnika BeckAnnika Beck
Kristina Barrois/Annika Beck (WTA Doppel 73/244) - Raluca Olaru/Donna Vekic (WTA Doppel 66/990)   6:1 1:6 6:1
Vekic wurde den Erwartungen auch im Doppel nicht gerecht. Auf Sand hatte sie in der Vorbereitung nur gerade ein Turnier gespielt. Dass im Doppel oft etwas hölzern und fehl am Platz da stand, dass sie auf der WTA Tour noch nie eine Doppelpartie gewonnen hat. In 2,5 Jahren trat sie erst zum vierten Mal in einer Doppelkonkurrenz an und gewann immerhin ihren ersten Satz.

Maria KirilenkoKaia Kanepi, Alexandra Panova
Alexandra Panova/Kaia Kanepi (WTA Doppel 110/385) - Sorana Cirstea/Maria Kirilenko (WTA Doppel 164/453)   4:6 7:5 6:4
Von ihrer Karrierebestplatzierung von Rang 5 im Doppel ist Kirilenko mit ihrer aktuellen Position 453 weit entfernt. Die seit April von einer Knieverletzung zurückgekehrte 27-jährige Russin hatte in der ersten Runde im Einzel gegen Larsson verloren. Es bedeutete für die Schwedin wohl ein gutes Omen als sie sah, dass ihre Zweitrundengegnerin Pennetta genau mit der selben grün-orange-weiss-farbigen Bekleidung zur Partie antrat.

 

 Damen Einzel
 1. Runde  2. Runde  3. Runde  4. Runde  Viertelfinal
 Flavia Pennetta (12) -
 Patricia Mayr-Achleitner
 6:2 6:2
 Johanna Larsson -
 Flavia Pennetta (12)
 5:7 6:4 6:2
 Eugenie Bouchard (18) -
 Johanna Larsson
 7:5 6:4
 
 Johanna Larsson -
 Maria Kirilenko
 6:1 6:2
 Casey Dellacqua -
 Lourdes Dominguez Lino
 7:5 6:3
 
 Kirsten Flipkens (21) -
 Danka Kovinic (Q)
 7:6 6:2
 Julia Glushko -
 Kirsten Flipkens (21)
 6:4 3:6 6:4
 Sara Errani (10) -
 Julia Glushko
 6:0 6:1
 Sara Errani (10) -
 Jelena Jankovic (6)
 7:6 6:2
 Andrea Petkovic (28) -
 Sara Errani (10)
 6:2 6:2
 Julia Glushko -
 Donna Vekic
 7:5 2:6 6:4
 Sara Errani (10) -
 Madison Keys
 7:5 3:6 6:1
 Sara Errani (10) -
 Dinah Pfizenmaier
 6:2 6:4

 

 Damen Doppel
 1. Runde  2. Runde  3. Runde
 Panova/Kanepi -
 Cirstea/Kirilenko
 4:6 7:5 6:4
 Panova/Kanepi -
 Svitolina/Maria
 6:2 6:3
 Srebotnik/Peschke (4) -
 Panova/Kanepi
 6:3 6:1
 Barrois/Beck -
 Olaru/Vekic
 6:1 1:6 6:1
 Parra Santonja/Erakovic (16) -
 Barrois/Beck
 7:5 6:1
 

 

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