US Open 2014, New York City

zurück zur Übersicht          Last updated: 18.10.2015

Ein Tag auf Ashe - Larsson-Stephens, Berdych-Hewitt, Sharapova, Jankovic, Azarenka, V. Williams

Ein Tag im Arthur Ashe Stadium ist nur dann sinnvoll, falls man sich nicht auf den oberen Rängen einquartiert hat. Ich stand vor der grossen Entscheidung, als ich bei meiner Ankunft in New York am Dienstagabend von der Spielansetzung Larsson-Stephens um 11 Uhr auf Ashe erfuhr. Ich hatte die Schwedinnen auch schon von ganz oben beobachtet, wie Larsson 2011 gegen Azarenka oder Arvidsson 2013 gegen Li. Doch die Begegnung Larsson-Stephens war es meiner Meinung nach weit aussichtsreicher. Gross war die Entscheidung deshalb, weil ein Platz "Courtside" an diesem Mittwoch erst ab 310 USD bis maximal 485 USD zu kriegen war. Ein einziges Mal hatte ich mich bisher runtergekauft. Das war eine Evening Session am Freitag der ersten Turnierwoche im Jahr 2005 für 180 USD mit Federer-Santoro und Williams-Hantuchova gewesen. Etwas billiger, da die Evening Session nur zwei Matches beinhaltet und die Day Session drei Matches mit Zugang zur gesamten Anlage. Ich entschied mich für die "schlechtesten" Plätze Courtside für 310 USD, was sich als lohnende Investition herausstellen sollte. Keine zehn Minuten im Stadion sah ich Johannas Trainer Mattias Arvidsson und ging zu ihm hin um ihn zu begrüssen. Kurz darauf hielt ich ein Ticket für die Players Box in den Händen und durfte hinter ihm Platz nehmen. Für die nächste Partie am Freitag wiederum im Arthur Ashe durfte ich nochmals in die Players Box, diesmal ohne vorher ein teures Ticket zu kaufen.

Johanna LarssonSloane StephensSloane StephensJohanna Larsson
Johanna Larsson (WTA 96) - Sloane Stephens (WTA 24)   5:7 6:4 6:2
Diese Begegnung war die Revanche für ein Match in Delray Beach, das es nie gab. Statt dessen traf Larsson damals im vierten Match auf Venus Williams und verlor die Begegnung wegen zu wenig Abgeklärtheit. Nach der heutigen Partie im Arthur Ashe darf man innerlich doch etwas hadern, da die Schwedinnen dort tatsächlich den grossen Coup hätten landen können im Fed Cup bei US & A.
Für diese US Open hatte Larsson nur dank einer einzigen Woche direkt für das Hauptfeld qualifizieren können. Der Schnitt für die Hauptfeldteilnahme im Einzel wird sechs Wochen vor Turnierbeginn gezogen. Das war somit am 14. Juli, als die noch 25-jährige Schwedin auf Rang 78 klassiert und somit deutlich qualifiziert war. Die Erstrundenniederlage beim Heimturnier in Bastad, wo sie im Vorjahr im Final gestanden war, warf sie in der Weltrangliste vom 21. Juli auf den 109. Rang zurück. Das markierte die erste Woche seit Einführung der Tennisweltrangliste im Jahr 1973, in der weder ein Schwede noch eine Schwedin einen Platz unter den besten 100 Einzelspieler/innen der Welt inne hatte. Hätte der Cut zu den US Open eine Woche später stattgefunden, wäre Larsson ins Qualifikationsturnier der US Open verbannt worden. Die Phase ohne schwedische Partizipation an den Top 100 der Weltrangliste dauerte übrigens vier Wochen an, bis Larsson dank einem Final beim 100'000$ ITF in Bogota in Kolumbien die Rückkehr schaffte.
Es erinnerte sehr viel an Roland Garros 2014. Dort verpassten Roland und ich die erste Runde, welche Larsson gleich mit 6:1 6:2 gegen Kirilenko gewann. An den US Open verpasste ich ebenfalls die erste Runde, in welcher Larsson mit 6:0 6:0 überzeugte. Es war der erste Matchgewinn an einem Grand Slam-Turnier ausserhalb von Paris im vierzehnten Versuch. Auch innerhalb des Jahres 2014 stechen die beiden Höhepunkte heraus. In Paris gewann Larsson mit der dritten Runde 130 Punkte und 94'902$, gefolgt von einer Finalteilnahme am 100'00$ ITF in Marseille wofür sie 85 Punkte und 8'108$ erhielt. Der geringe Unterschied in WTA-Punkten und der riesige Unterschied im Preisgeld ist deutlich zu erkennen. Zwei Wochen vor New York spielte sich die Schwedin wiederum in einen Final eines 100'000$ ITF. Dafür gab es in Bogota 90 Punkte und 8'108$, gefolgt von der dritten Runde an den US Open mit 130 Punkte und 103'442$ Preisgeld. In den restlichen 17 Turnierteilnahmen zwischen Januar und Juli 2014 kamen für sie lediglich 213 weitere WTA-Punkte hinzu. Also jeweils ein Drittel, wenn man das bisherige Jahr so aufteilen will.
Die grosse Parallele zu Roland Garros bilden allerdings die Zweirundensiege über die gesetzten Spielerinnen Pennetta respektive Stephens. In beiden Fällen schlug Larsson bei 5:4 im ersten Satz auf. Sie verlor den Satz 5:7 und lag danach erneut mit 0:3 weit zurück. Völlig identisch in beiden Spielen gewann Larsson die nächsten vier Games zum 4:3 und konnte danach bei 5:4 zum Satzausgleich ausservieren. Ebenfalls identisch war das Resultat im Schlusssatz mit 6:2. Zum Ende des ersten Satzes schoss mir dies bereits in den Kopf und anfangs des zweiten Satzes meine ich Coach Arvidsson etwas von Pennetta gesagt zu haben zu Larsson. Ich meinte zu ihm zum Ende des zweiten Satzes, dass es sich vom Spielverlauf her genau wie gegen Pennetta anfühle, was er sofort bestätigte. Auch Johanna erzählte im Siegerinterview auf dem Platz, dass sie bei den French Open gegen Pennetta ein Match gehabt habe, das gleich verlief und dass sie deshalb daran glaubte, die Partie nach verlorenem ersten Satz noch drehen zu können.
Im Platzinterview gab Larsson bei der Standardfrage nach dem Publikum nicht die Standardantwort, die gelautet hätte, dass das Publikum und die Stimmung grossartig gewesen seien selbst wenn sie gegen eine US-amerikanische Spielerin angetreten sei. Ihre Antwort war, dass sie ja ihre little (Players) Box gehabt habe und sich das Match hindurch darauf konzentriert habe. Einige weitere Zuschauer hätten sie auch unterstützt. Alle anderen natürlich nicht, aber sie hoffe dass das Publikum in der nächsten Partie trotzdem auf ihrer Seite sein werde, auch wenn sie heute gegen eine Einheimische gewonnen habe. Da hat sie das Pferd etwas von hinten aufgezäumt, aber das Publikum hat es wohlwollend zur Kenntnis genommen und applaudierte. Ausserdem waren von ihr im Interview ganz neue und erfreuliche Töne zu hören: Sie habe gelernt, dass sie von weit hinter der Grundlinie nichts gewinnen könne.
Sehr positiv beurteile ich den Umstand, dass Larsson gegen Stephens zum 11 Uhr Match antreten konnte als noch nicht so viele Fans im Stadion anwesend waren wie in der Folge bei Berdych-Hewitt und Sharapova-Dulgheru, was natürlich nicht nur an der Anspielzeit sondern auch an den Affichen lag. Im dritten Satz trafen mit der sich anbahnenden Überraschung plötzlich weitere Personen in der schwedischen Players Box auf, darunter auch Doppelspieler Frederik Nielsen. Mein legendäres Ticket für die Players Box liess ich von Johanna einige Wochen später in Linz unterschreiben (Bild 11). Um einen grossen Sieg einzufahren, muss eine gute Aufschlagleistung her, damit die eigenen Servicegames gehalten werden können. Das zeigt sich bei Larsson immer wieder und gilt natürlich auch für viele andere Spieler/innen. Einen einzigen Tipp vom Coach an die Spielerin habe ich mitbekommen. Es war ein "Upp, upp" als Larsson bei 4:2 im dritten Satz in ihren Schlägen plötzlich zu flach wurde. Denn ihr Erfolgsrezept war auf lange Ballwechsel ausgelegt. Vor allem zu Beginn der Begegnung visierten beide Kontrahentinnen fast ausschliesslich die Rückhand ihrer Gegnerin an. Zum Ende des ersten Satzes war Larsson unter dem steigenden Druck etwas zu ungeduldig geworden.

Tomas BerdychTomas BerdychTomas Berdych
Tomas Berdych (ATP 7) - Lleyton Hewitt (ATP 41)   6:3 6:4 6:3
Das teure Ticket musste ausgenutzt werden. Daher blieb ich für die nächste Partie zwischen Berdych und dem mittlerweile 33-jährigen Hewitt. Die US Open sind zwar tagtäglich ausverkauft oder nahezu ausverkauft, aber im Arthur Ashe Stadium ist es in der Day Session nie voll. Auf den oberen Plätzen ist das verständlich, da die Zuschauer gerne auf die Aussenplätze ausweichen. Aber selbst die teuren Plätze blieben oft komplett leer. Natürlich spielte an diesem Tag kein Djokovic oder Federer, aber da haben wohl viele der Gäste ihren Sitzplatz nicht selber bezahlen müssen. Ich reiste erst auf den Mittwoch an und wären an allen anderen Grand Slam-Turnieren mit Ausnahme von Regenverschiebungen die Erstrundenpartien bereits abgeschlossen. Bei den US Open wird die erste Runde der Herren aber über drei Tage gespielt. So handelte es sich bei dieser Partie noch um ein Spiel der ersten Runde.
Gerade in einer früheren Runde an einem Grand Slam-Turnier ist Hewitt stets sehr gefährlich. Doch Berdych bekundete kaum Mühe. Das hätte man nach dessen durchschnittlichen Resultaten an den Vorbereitungsturnieren in Washington, Toronto und Cincinnati mit nur zwei Siegen bei drei Niederlagen nicht unbedingt erwarten können. H&M als Bekleidungssponsor des Tschechen ist mittlerweile nicht nur im Tennis sondern auch Mitten am Times Square stark vertreten.

Maria SharapovaAlexandra DulgheruAlexandra Dulgheru
Maria Sharapova (WTA 6) - Alexandra Dulgheru (WTA 95)   4:6 6:3 6:2
An den US Open hat es zumeist ordentlichen Wind und in der Schüssel von Ashe und es weht tatsächlich ein ordentliches Lüftchen. Das kann ich nach meinem Tag Courtside bestätigen. Hier gebe ich Heinz Günthardt also recht. Ansonsten geht mir seine Windanalyse oder das Ausfindigmachen der bevorteilten Seite ordentlich auf den Zeiger.
Dulgheru verwickelte Sharapova dank guten langen und hohen Bällen in längere Ballwechsel als es die Russin sonst gewohnt ist. Sharapova zeigte zwar die gleichen Gesten wie immer und ballte zwischen den Ballwechseln die Faust (Bild 2), aber ihrem Gesichtsausdruck war eine gewisse Leere und Unzufriedenheit über den Spielfortgang anzumerken.
Beim Text auf Bild 4 handelt es sich übrigens um den Untertitel der Geschehnisse. Während des Seitenwechsels wurde das Lied von The Doors gespielt.


Venus Williams (WTA 20) - Timea Bacsinszky (WTA 78)   6:1 6:4
Die schweizerische Evening Session mit Bacsinszky und Wawrinka wollte ich unbedingt sehen. Aber da sass ich dann wieder in ganz oberen Rängen, wo man sich kaum auf das Spiel konzentrieren kann, weil im eigenen Sichtfeld eine konstante Bewegung durch die Zuschauer auf den Sitzplätzen und auf den Treppen ist. Es ist einfach zu schwierig, um dem Match intensiv zu verfolgen. Man kriegt die Gefühlslage der Spielerinnen und den Stand im Spiel aus dieser Distanz selbst bei freier Sicht nur sehr schwer mit. Die Müdigkeit meldete sich an meinem ersten Tag in Amerika langsam an und so ging ich nach Bacsinszkys Niederlage und verpasste Wawrinka. Ich bin mittlerweile zum Schluss gekommen, dass wenn mich ein Spiel der Evening Session wirklich interessiert, ich dieses lieber im Hotel am TV verfolge als im Stadion. Am TV kriege ich mehr mit und bin erst noch früher im Bett. Die Aussicht vom Arthur Ashe Stadium für Panoramabilder ist dafür eindrücklich.

Jelena JankovicJohanna LarssonJohanna LarssonJohanna Larsson
Jelena Jankovic (WTA 10) - Johanna Larsson (WTA 96)   6:1 6:0
Im kurzen Interview vor dem Heraustreten auf den Tennisplatz wurde Larsson auf die schlechte Bilanz gegen Jankovic angesprochen und was sie ändern müsse. Sie müsste einfach besser spielen als bei den letzten beiden Aufeinandertreffen, meinte die Schwedin. Nach einem 2:6 2:6 (Australian Open 2013) und 2:6 0:6 (Nürnberg 2013) setzte es nun ein 1:6 0:6 ab. So einfach ist es dann halt doch nicht. Denn gegen eine Gegnerin mit starker Rückhand muss Larsson unten durch. Larsson spielt ihre Rückhand fast immer cross - ihr Rückhandlongline ist praktisch inexistent - womit ihr Schlag auf der gegnerischen Rückhand landet und von dort aus kommt er gleich wieder zurück auf Larssons Rückhand. So kommt sie nie aus dieser Mühle heraus. Mit dem vermehrten Wechsel auf den Slice lief es gegen Jankovic etwas besser, doch Larsson blieb in Rücklage. Zudem packte Jankovic immer wieder ihren Paradeschlag - die Rückhandlongline - aus und kam damit auf Johannas verlassene Vorhandseite und dadurch oft zum direkten Punktgewinn.
Das grösste Problem aber war, dass Jankovic so wie es scheint den Ball tausendmal über das Netz spielen konnte ohne einen Fehler zu machen. Dank der guten Beinarbeit der Serbin gibt es da nicht viele Angriffspunkte. Mit dieser soliden Spielart hat Jankovic gegen schwächere Gegnerinnen einen klaren Vorteil. Gegen stärkere Gegnerinnen fehlen ihr hingegen die Gewinnschläge.
In der Players Box tauchte im zweiten Satz wiederum der Däne
Frederik Nielsen auf, der zwei Tage zuvor bereits bei der sich anbahnenden Überraschung gegen Stephens im dritten Satz hinzustiess. Bei mir herrschte weiterhin Zurückhaltung in der Box. Auf einem Zuschauerplatz sieht das anders aus, aber in der Players Box könnte ja selbst ein Handzeichen bereits als Coaching gewertet werden. Bei einem knapp Aus gegebenen Ball an unserer Grundlinie streckte ich aber trotzdem meine Hand flach nach vorne, was heisst dass ich den Ball gut sah. Johanna schaute von der anderen Seite zu uns und nahm die Challenge. Ihr Ball war tatsächlich gut gewesen und der Punkt wurde wiederholt. Auch fantechnisch hielt ich mich in der Players Box etwas zurück. Der Lead lag bei Coach Mattias. Da ist man dann froh um die „kom igen Johanna kom igen“-Rufe von zwei Schweden im Publikum und ich klatschte dann mit, um das zu unterstützen. Gut zu wissen, dass man in der Players Box froh ist um Fans, die sich von den Rängen aus melden. Denn üblicherweise ist das die Seite auf der ich mich befinde. J

Eric ButoracRobert LindstedtRobert LindstedtJürgen MelzerRaven Klaasen, Eric Butorac
Raven Klaasen/Eric Butorac (ATP Doppel 23/28) - Robert Lindstedt/Jürgen Melzer (ATP Doppel 15/61)   6:7 6:2 1:0 ret.
Die schnelle Niederlage von Larsson am Freitag liess ein Vorbeischauen bei Eric zu. Einige Schweden aus der Larsson-Box gingen ebenfalls zu diesem Match, natürlich aber wegen Lindstedt. Der hatte allerdings starke körperliche Probleme. Die Behandlung an der Hüfte schien richtig zu schmerzen (Bild 1). Der Physiotherapeut riss auf ordentlich am 37-jährigen herum. Schlagen konnte der Schwede zwar noch, aber mit bewegen war nicht mehr viel. Als Lindstedt/Melzer im dritten Satz das Break kassierten, gaben sie die Partie auf.

Abigail Spears, Santiago GonzalezEric ButoracTimea BabosAbigail SpearsEric Butorac
Abigail Spears/Santiago Gonzalez (WTA Doppel/ATP Doppel 14/39) - Timea Babos/Eric Butorac (WTA Doppel/ATP Doppel 16/28   7:6 1:6 10-5
Schlechte Tage sollte man an einem Grand Slam-Turnier keine einziehen, sonst ist alles schnell vorbei. So erging es Babos/Butorac, die mit einer passenden Leistung den Sieg eingefahren hätten. Es lief aber einfach nicht so richtig zusammen. Einzig beim ersten mit Doppelfehlern garnierten Aufschlagspiel von Spears erzielten sie das schnelle Break. In den weiteren Aufschlagspielen servierte die US-Amerikanerin stark inklusive einigen Assen. So hatte das Team Spears/Gonzalez aus den USA und Mexiko keine offensichtlichen Schwachpunkte und sie haben den Sieg sicherlich nicht gestohlen. Der anschliessend erfolgreich absolvierte Weg bis ins Final unterstreicht dies.


Victoria Azarenka (WTA 17) - Christina McHale (WTA 44)   6:3 6:2
Nach einem 1:3 Rückstand spielte sich Azarenka ohne weiteren Spielverlust zum Satzgewinn. Nach ihrer langwierigen Fussverletzung in der ersten Jahreshälfte hat die Weissrussin aber noch nicht an früheres Niveau anknüpfen können.

Stefan KozlovJulia Görges, Nenad ZimonjicJulia GörgesStefan KozlovStefan Kozlov, Christina McHaleStefan Kozlov, Christina McHaleChristina McHale, Stefan KozlovChristina McHale, Stefan KozlovChristina McHale, Stefan Kozlov
Christina McHale/Stefan Kozlov (WTA Doppel/ATP Doppel 196/997) - Julia Görges/Nenad Zimonjic (WTA Doppel/ATP Doppel 35/7)   7:5 2:6 12-10
Die mit einer Wild Card gestarteten US-Amerikaner waren recht unterschiedlich, verstanden sich aber trotzdem sehr gut. Mit ihren 22 Jahren war McHale bereits der Oldie im Team. An ihrer Seite spielte der 16-jährige Kozlov, der an den Junioren-Grand Slam-Turnieren in Australien und Wimbledon jeweils den Final erreicht hatte. Gerade im Herrentennis kann man in diesem Alter kaum mithalten. Doch Kozlov lieferte voll ab und forderte das Publikum zuweilen um noch mehr Unterstützung. Er benötigte die laute Atmosphäre wohl weit mehr als seine Doppelpartnerin, die eher eine ruhig harte und etwas introvertierte Arbeiterin ist. So wie ich McHale einschätze würde sie zwar nicht danach fragen, aber sie genoss den Support ebenfalls und fühlte sich wohl damit. Das Publikum liess sich bei dieser Erstrundenpartie im gemischten Doppel auf Court 4 sogar zu "U-S-A"-Rufen und und der Laola-Welle hinreissen, was bei den US Open beides absoluten Seltenheitswert hat. Die Differenz im Alter und im Temperament waren wohl auch der Grund für die Abklatschunterschiede (Bild 11).
Herausragend bei Kozlov war, dass er fast keine Bälle ins Aus spielte. Gerade in einem gemischten Doppel gegen einen erfahrenen Spezialisten wie Zimonjic erhöht sich der Druck, weil kaum Zeit bleibt, um sich für den richtigen Ball zu entscheiden. Dennoch stieg dadurch die Fehleranzahl bei der Ausführung der Schläge beim jungen Amerikaner nicht an. Einige taktische Fehlentscheidungen wurden dadurch natürlich erzwungen, aber auch diese hielt Kozlov gemessen an seiner Erfahrung in sehr engen Grenzen. Im Match Tie Break wehrten McHale/Kozlov zwei Matchbälle ab.
Bei McHale hat der Sonnenschutz immer eine sehr hohe Priorität. Ihre dunklen Haare lassen den hellen Teint nicht unbedingt vermuten. Bei genauerem Hinsehen erkennt man aber ihre Sommersprossen auf sehr heller Haut (Bild 10). Ihr Gesicht ist zu Spielbeginn oft noch weiss vor dick aufgetragener Sonnencreme. In der Hitze von New York behielt sie im Einzel gegen Azarenka kurz vor Mittag während den ersten fünf Games ihr Langarmshirt an. Im gemischten Doppel am frühen Nachmittag zog sie es überhaupt nicht aus.

 

 Herren Einzel
 1. Runde  2. Runde  3. Runde  4. Runde  Viertelfinal
 Tomas Berdych (6) -
 Lleyton Hewitt
 6:3 6:4 6:3
 Tomas Berdych (6) -
 Martin Klizan
 6:3 4:6 6:2 3:6 6:3
 Tomas Berdych (6) -
 Teymuraz Gabashvili
 6:3 6:2 6:4
 Tomas Berdych (6) -
 Dominik Thiem
 6:1 6:2 6:4
 Marin Cilic (14) -
 Tomas Berdych (6)
 6:2 6:4 7:6

 

 Damen Einzel
 1. Runde  2. Runde  3. Runde  4. Runde  Viertelfinal
 Christina McHale -
 Chanelle Scheepers
 6:2 1:6 7:6
 Victoria Azarenka (16) -
 Christina McHale
 6:3 6:2
 Victoria Azarenka (16) -
 Elena Vesnina
 6:1 6:1
 Victoria Azarenka (16) -
 Aleksandra Krunic (Q)
 4:6 6:4 6:4
 Ekaterina Makarova (17) -
 Victoria Azarenka (16)
 6:4 6:2
 Victoria Azarenka (16) -
 Misaki Doi
 6:7 6:4 6:1
 Sloane Stephens (21) -
 Annika Beck
 6:0 6:3
 Johanna Larsson -
 Sloane Stephens (21)
 5:7 6:4 6:2
 Jelena Jankovic (9) -
 Johanna Larsson
 6:1 6:0
 Belinda Bencic -
 Jelena Jankovic (9)
 7:6 6:3
 
 Johanna Larsson -
 Virginie Razzano
 6:0 6:0
 Jelena Jankovic (9) -
 Bojana Jovanovski
 6:2 6:3
 Jelena Jankovic (9) -
 Tsvetana Pironkova
 7:5 6:4
 Maria Sharapova (5) -
 Maria Kirilenko
 6:4 6:0
 Maria Sharapova (5) -
 Alexandra Dulgheru
 4:6 6:3 6:2
 Maria Sharapova (5) -
 Sabine Lisicki (26)
 6:2 6:4
 Caroline Wozniacki (10) -
 Maria Sharapova (5)
 6:4 2:6 6:2
 
 Alexandra Dulgheru -
 Kristyna Pliskova
 6:3 6:4
 Timea Bacsinszky -
 Kiki Bertens
 6:7 4:3 ret.
 Venus Williams (19) -
 Timea Bacsinszky
 6:1 6:4
 Sara Errani (13) -
 Venus Williams (19)
 6:0 0:6 7:6
 
 Venus Williams (19) -
 Kimiko Date-Krumm
 2:6 6:3 6:3

 

 Herren Doppel
 1. Runde  2. Runde  3. Runde  Viertelfinal
 Klaasen/Butorac (12) -
 Brunström/Bednarek
 
6:3 6:1
 Klaasen/Butorac (12) -
 Lindstedt/Melzer
 
6:7 6:2 1:0 ret.
 Klaasen/Butorac (12) -
 Oswald/Garcia-Lopez
 
6:2 6:4
 Lipsky/Ram -
 Klaasen/Butorac (12)
 
6:3 7:6
 Lindstedt/Melzer -
 Delbonis/Falla
 
6:3 6:4

 

 Mixed Doppel
 1. Runde  2. Runde  Viertelfinal  Halbfinal  Final
 McHale/Kozlov (W) -
 Görges/Zimonjic (7)
 7:5 2:6 12-10
 Peschke/Matkowski -
 McHale/Kozlov (W)
 5:7 6:2 10-8
 
 Spears/S. Gonzalez -
 Babos/Butorac
 7:6 1:6 10-5
 Spears/S. Gonzalez -
 Rodionova/Farah
 5:7 6:3 11-9
 Spears/S. Gonzalez -
 Black/Paes (3)
 6:4 4:6 10-8
 Spears/S. Gonzalez -
 Townsend/Young (W)
 6:3 6:4
 Mirza/Soares (1) -
 Spears/S. Gonzalez
 6:1 2:6 11-9

 

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