US Open 2013, New York City

zurück zur Übersicht          Last updated: 01.01.2014

2018: WTA Top 10 - Robson #4, Li, Arvidsson, Bouchard, Kerber

 

Die aktuelle WTA-Weltrangliste führt mit Serena Williams (WTA 1, 26.9.1981), Na Li (WTA 6, 26.2.1982) und der mittlerweile zurückgetretenen Wimbledonsiegerin Marion Bartoli (WTA 7, 2.10.1984) drei Veteraninnen in den besten Zehn. Das Durchschnittsalter liegt bei etwas über 26,5 Jahre. Bei meiner Vorhersage liegt der Durchschnitt nur bei etwas über 25 Jahren.

Die aktuelle ATP-Weltrangliste führt David Ferrer (ATP 4, 2.4.1982) und Roger Federer (ATP 7, 8.8.1981) als älteste Spieler unter den besten Zehn. Das Durchschnittsalter liegt bei genau 28,0 Jahren. Bei der L’Equipe-Vorhersage liegt der Durchschnitt etwas höher, nämlich bei 28 Jahren und 3 Monate.

Meine Vorhersage auf Rabble.ch
zur Top 10 der WTA Weltrangliste in fünf Jahren (d.h. in der Woche nach Wimbledon 2018)
WTA Entry List (09.07.2018)
eine Woche nach Wimbledon 2018
Spielerin Nationalität Geburtsdatum WTA Entry List (29.07.2013)
drei Wochen nach Wimbledon 2013
1 KEYS Madison USA 17.02.1995 40
2 MLADENOVIC Kristina Frankreich 14.05.1993 38
3 LISICKI Sabine Deutschland 22.09.1989 18
4 ROBSON Laura Grossbritannien 21.01.1994 32
5 STEPHENS Sloane USA 20.03.1993 15
6 KVITOVA Petra Tschechien 08.03.1990 7
7 BENCIC Belinda Schweiz 10.03.1997 330
8 AZARENKA Victoria Weissrussland 31.07.1989 3
9 BARTY Ashleigh Australien 24.04.1996 168
10 VEKIC Donna Kroatien 28.06.1996 62

 

Sofia ArvidssonPetra CetkovskaPetra CetkovskaPetra CetkovskaSofia ArvidssonSofia Arvidsson
Sofia Arvidsson (WTA 100) - Petra Cetkovska (WTA 146)   1:6 6:4 6:1
Die Situation in der Weltrangliste ist für Arvidsson sehr prekär. Sie kommt nur auf Rang 177 des WTA Race 2013 mit 249 Punkten nach New York. Im WTA Ranking steht sie mit 672 Punkten noch auf Rang 100. Die Top 100 sind im Tennis die Schallgrenze, die zu Teilnahmen an Grand Slam-Turnieren berechtigt und die Eintrittskarte für viele WTA-Turniere ist. Liegt man darunter, muss man sich durch die Qualifikationen mühen oder gar ITF-Turniere spielen. Dank ihrem guten Herbst im letzten Jahr (US Open 100, Linz 70, Moskau 200, Sofia 60 Punkte) fallen bis Saisonende noch 423 Punkte weg, die sie decken muss, wenn sie sich in den Top 100 halten will. Da sind die 100 Punkte für einen Erstrundensieg an den US Open Pflicht. Ausser auf Grand Slam-Stufe kann man nirgends sonst so viele Punkte mit nur einem Matchgewinn einheimsen.
Die überlebenswichtigen 100 Punkte waren nach dem mit 1:6 verlorenen ersten Satz aber fast schon in unerreichbare Ferne gerückt. Auch ihre Körpersprache war nicht da. Konnte sie auch nicht sein mitten in dieser Negativspirale... Am liebsten würde man ihr da sagen, dass sie das Tennis geniessen und mit Freude herangehen soll. Denn das ist der Schlüssel. Aber wer will das nach einem 1:6 schon hören. Im ersten Satz war voll allem problematisch gewesen, dass Arvidssons Schläge nur die Hälfte der Geschwindigkeit von Cetkovskas Schlägen hatten. Dadurch war sie regelrecht abgefertigt worden. Cetkovska machte so lange Druck bis ihre Gegnerin zu kurz wurde und dann schloss die Tschechin den Punktgewinn mit einem Ball in die freie Ecke mühelos ab.
Ich weiss nicht wie es die 29-jährige aus Halmstadt geschafft hat. Vermutlich wandelte sich die Anspannung etwas in eine "ich kann nichts mehr verlieren"-Einstellung. Den zweiten Satz jedenfalls startete sie mit einem Aufschlaggewinn und einem Break zum 2:0. Die Geschwindigkeit in den Schlägen war zwischen den Beiden nun ausgeglichen. Das Break musste Arvidsson allerdings umgehend abgeben und ab 2:2 legte sie jeweils mit ihrem Aufschlag vor. Spielentscheidend war Arvidssons Aufschlagspiel bei 4:4 im zweiten Satz. Mit wenig Siegen aus den letzten Monaten ausgestattet begann sie zu verkrampfen. Im zweiten Satz half aber auch Cetkovska etwas mit, die zuvor schlichtweg alles getroffen hatte. Dass Arvidsson dieses wacklige Aufschlagspiel dennoch zum 5:4 halten konnte, ebnete den Weg zum 1:6 6:4 6:1.


Na Li (WTA 6) - Sofia Arvidsson (WTA 100)   6:2 6:2
Da wurde die Li-Robson-Revanche in der dritten Runde wohl so sehr herbeigesehnt, dass die Organisatoren statt einem Bild von Sofia Arvidsson eines von Laura Robson verwendeten!? Man beachte, es handelt sich um eine Linkshänderin auf Bild 1... Sehr peinlich. Wenn auch nicht ganz so brisant wie der Fauxpas in London 2012, als die nordkoreanischen Fussballspielerinnen bei der Vorstellung der Mannschaftsaufstellung auf der Digitalwand mit südkoreanischen Flaggen hinterlegt wurden.
Das 22'500 Zuschauern Platz bietende Arthur Ashe Stadium war zur ersten Partie am Dienstag zu etwa 10% gefüllt. Unter anderem mit zahlreichen chinesischen Fans. Von der Vogelperspektive aus ist es schwierig dem Spiel wirklich zu folgen. Immer wieder wird die eigene Aufmerksamkeit vom kleinen Tennisplatz weggezogen. Die an vier Seilen über den Platz schwebende Kamerainstallation kann sich da näher zum Geschehen begeben. Diese Installation ist gemäss dem Bedienpersonal 800'000 USD bzw. 600'000 EUR wert, wie sie Zuschauern erzählten. Das erscheint mir dann doch sehr hoch.
Arvidsson war bereits im letzten Jahr in der zweiten Runde auf dem Arthur Ashe angetreten. Damals unterlag sie Ivanovic mit 2:6 2:6. In diesem Jahr gelangen ihr wieder je zwei Games pro Satz gegen Li. Trotz der Niederlage sind diese US Open erfolgreich für sie verlaufen, da sie mit den hundert gewonnen WTA-Punkten die höchste Punktanzahl im (schwachen) laufenden Jahr erzielte.


Na Li (WTA 6) - Laura Robson (WTA 32)   6:2 7:5
Li ging hochkonzentriert in die Revanche gegen Robson und beging kaum Fehler. Im letzten Jahr hatte die damals 18-jährige Londonerin in der zweiten Runde die Karriere von Clijsters beendet und in der dritten Runde mit einem Sieg über Li nachgedoppelt. Bei diesen US Open war Robson erstmals an einem Grand Slam-Turnier gesetzt.
Die Statistik dieser Partie offenbart glasklare Verhältnisse: Asse: Li 11, Robson 0; Doppelfehler: Li 5, Robson 6; Erste Aufschläge im Feld: Li 65%, Robson 52%; Gewinnschläge: Li 23, Robson 7; Unerzwungene Fehler: Li 21, Robson 30. Robson war vor allem mit ihrer Beinarbeit nicht zufrieden. Einzig im zweiten Satz hatte sie bis zur 3:0-Führung mit einem Break Vorsprung eine gute Phase erlebt.

Eugenie BouchardLaura Robson, Eugenie BouchardEugenie Bouchard, Laura Robson
Laura Robson (WTA 32), Eugenie Bouchard (WTA 59)
Laura und Genie sind beste Freundinnen wie Bild 7 belegt. Ohne den Throwback Thursday auf Twitter wären wir nicht zu diesem Auszug aus dem privaten Robson'schen Fotoalbum gekommen. So ist es naheliegend, dass sich die beiden auch bei einem Grand Slam-Turnier ab und zu zusammen einspielen wie hier am Mittwochmorgen. Den langen Regenunterbruch an diesem Tag verbrachten Spielerinnen (Bild 6) und Fans mit ihresgleichen.
Bouchard hat eine 2:0-Siegesbilanz (ITF Osprey 2012 und WTA Charleston 2013) gegen Robson und wird daher durch die Erfolge ihrer um einen Monat älteren Freundin angespornt sein.
Beide haben die Juniorinnenkonkurrenz in Wimbledon gewonnen. Robson gelang dies als 14-jährige in 2008 und Bouchard als 18-jährige in 2012. Zudem siegte Bouchard im Doppel 2011 und 2012.

Eugenie BouchardEugenie BouchardKarolina PliskovaKarolina Pliskova
Eugenie Bouchard (WTA 59) - Karolina Pliskova (WTA 72)   4:6 6:4 7:5
Beim Vorbeigehen an dieser Partie fiel mir auf, dass Bouchard ihre Vorhandbewegung extrem schnell ausführt da sie nicht zu den kräftigsten Spielerinnen gehört. Beim Racketkauf muss sie also auf die Beschreibung "swing speed: fast" achten. Ich habe mir auf tenniswarehouse.com schnell die Spezifikationen zu ihrem Babolat AeroPro Drive Plus angesehen, der mit "power level: medium", "stroke style: full" und "swing speed: fast" die Anforderungen eindeutig erfüllt.

Angelique KerberEugenie BouchardAngelique KerberAngelique Kerber
Angelique Kerber (WTA 9) - Eugenie Bouchard (WTA 59)   6:4 2:6 6:3
Die ersten neun Games der Partie wurden alle auf der gleichen Seite des Platzes gewonnen. SRF-Kommentator Heinz Günthardt würde einmal mehr etwas von Windeinfluss erzählen und einmal mehr wäre es nicht richtig. Nach dem verlorenen ersten Satz konnte Bouchard den zweiten Durchgang gewinnen, obwohl sie dort die schlechtesten Aufschlagwerte der Partie hatte. Nur 34% erste Aufschläge im Feld und fünf Doppelfehler reichten zum Satzgewinn, wo hingegen die jeweils 53% Aufschlagquote und jeweils zwei Doppelfehler in den Sätzen eins und drei nicht genügten. Kerber servierte in allen Sätzen nahezu identisch mit ihrer gesamthaften Aufschlagquote von 68% und insgesamt nur drei Doppelfehlern. Trotz dieser Konstanz blickte die 25-jährige Kielerin immer sehr engagiert und meist recht verärgert drein wenn sie mit ihrem Betreuerteam Blicke austauschte. Ein Grund dafür war wohl, dass sie mit 28 Gewinnschlägen bei 27 unerzwungenen Fehlern das Spiel nicht so sehr bestimmen konnte wie ihre jüngere Gegnerin mit 41 Gewinnschlägen bei 43 unerzwungenen Fehlern. Die deutsche Linkshänderin und die kanadische Rechtshänderin boten viele harte Grundlinienduelle. Bouchard spielt ihre Volleys sehr sauber. Sie wirkte im Gegensatz zu ihrer Gegnerin immer sehr konzentriert zwischen den Punkten. Das Publikum hielt sich darum eher zurück mit Anfeuern, weil man die 19-jährige Aussenseiterin nicht stören wollte. Bei anderen Matches mit kanadischer Beteiligung war die Stimmung am Kochen gewesen, da das Grand Slam-Turnier in New York City für viele kanadische Zuschauer eine Reise wert ist.
In jedem Satz verlor Bouchard ihr erstes Aufschlagspiel zum 0:1. Diesen Rückstand konnte sie im dritten Satz nie mehr aufholen. Ganz zum Schluss der Partie ging der Rechtshänderin aus Montreal auch noch die Luft aus und sie gab zum zweiten Mal im Schlussdurchgang ihren Aufschlag ab und verlor damit das Match. Doch mit der zweiten Runde in Roland Garros und an den US Open sowie der dritten Runde in Wimbledon hat sie bei ihren ersten drei Grand Slam-Teilnahmen immer mindestens eine Runde gewonnen. Eine erfreuliche Bilanz im Premierenjahr.

Varvara LepchenkoKaia KanepiKaia KanepiSaisai ZhengSaisai Zheng
Saisai Zheng/Varvara Lepchenko (WTA Doppel 38/47) - Sofia Arvidsson/Kaia Kanepi (WTA Doppel 220/-)   6:3 6:3
Nach nur zwei Matchgewinnen in sieben gemeinsamen Grand Slam-Auftritten in Folge haben es die Schwedinnen Arvidsson und Larsson an den US Open in neuen Formationen versucht. Arvidsson tat sich mit Kanepi zusammen, mit der sie im letzten Jahr das WTA-Turnier in Kopenhagen gewonnen hatte. Vom Spielstil, dem Alter und der geographischen Lage her haben die Schwedin und die Estin viele Gemeinsamkeiten. Beide sind stark von der Grundlinie aus, aber können bei den Volleys nicht überzeugen und patzen in dieser Disziplin teilweise böse. Arvidsson kann nur Volleystopps spielen wie dies früher auch eine Schnyder tat.
Zheng hingegen war am Netz sehr aktiv und die Nordeuropäerinnen hatten dem eingeschränkt auf ihre Grundlinienschläge nichts entgegen zu setzen. Die einzig clevere - wenn auch sehr defensive - Taktik der beiden war, wenn sie bei Aufschlag Zheng beide hinten blieben und die erst 19-jährige Chinesin so lange an der Grundlinie hielten bis sie den Punkt gewinnen konnten. In den anderen Situationen mit Zheng am Netz hätten sie aber hin und wieder mehr Risiko nehmen müssen um den Longline-Passierball zu versuchen, weil Zheng die Crossbälle regelmässig abfing. Kanepi versuchte es ab und zu longline, aber sie war damit nicht sehr erfolgreich. Arvidsson hingegen versuchte es nie longline und ihre Bälle wurden dadurch um so mehr cross abgefangen.

 

Damen Einzel
 1. Runde  2. Runde  3. Runde  4. Runde  Viertelfinal  Halbfinal
 Eugenie Bouchard -
 Karolina Pliskova
 4:6 6:4 7:5
 Angelique Kerber (8) -
 Eugenie Bouchard
 6:4 2:6 6:3
 Angelique Kerber (8) -
 Kaia Kanepi (25)
 6:0 6:4
 Carla Suarez Navarro (18) -
 Angelique Kerber (8)
 4:6 6:3 7:6
 Serena Williams (1) -
 Carla Suarez Navarro (18)
 6:0 6:0
 Serena Williams (1) -
 Na Li (5)
 6:0 6:3
 Angelique Kerber (8) -
 Lucie Hradecka
 6:1 6:1
 Laura Robson (30) -
 Lourdes Dominguez Lino
 7:5 6:0
 Laura Robson (30) -
 Caroline Garcia
 6:4 7:6
 Na Li (5) -
 Laura Robson (30)
 6:2 7:5
 Na Li (5) -
 Jelena Jankovic (9)
 6:3 6:0
 Na Li (5) -
 Ekaterina Makarova (24)
 6:4 6:7 6:2
 Sofia Arvidsson -
 Petra Cetkovska
 1:6 6:4 6:1
 Na Li (5) -
 Sofia Arvidsson
 6:2 6:2
 Na Li (5) -
 Olga Govortsova
 6:2 6:2

 

Damen Doppel
 1. Runde  2. Runde
 S. Zheng/Lepchenko -
 Arvidsson/Kanepi
 6:3 6:3
 Black/Erakovic (13) -
 S. Zheng/Lepchenko
 6:1 7:6

 

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