US Open 2011, New York City

zurück zur Übersicht          Last updated: 08.09.2014

Schwedinnen - Larsson, Arvidsson   (Stosur, Azarenka, S. Williams)

 

Das wichtigste an diesem Bericht sind eigentlich nicht die Schwedinnen, sondern das ist der erste Grand Slam-Titelgewinn von Samantha Stosur. Da die Nordländerinnen gleich in der ersten Runde auf Favoritinnen getroffen sind, war ihr Turnier früh beendet. Deren Bezwingerinnen aber spielten sich weit durch das Turnier hindurch.

Damen Einzel
 1. Runde  2. Runde  3. Runde  4. Runde  Viertelfinale  Halbfinale  Finale
 Victoria Azarenka (4) -
 Johanna Larsson
 6:1 6:3
 Victoria Azarenka (4) -
 Gisela Dulko
 6:4 6:3
 Serena Williams (28) -
 Victoria Azarenka (4)
 6:1 7:6
 Serena Williams (28) -
 Ana Ivanovic (16)
 6:3 6:4
 Serena Williams (28) -
 Anastasia Pavlyuchenkova (17)
 7:5 6:1
 Serena Williams (28) -
 Caroline Wozniacki (1)
 6:2 6:4
 Samantha Stosur (9) -
 Serena Williams (28)
 6:2 6:3
 Serena Williams (28) -
 Bojana Jovanovski
 6:1 6:1
 Serena Williams (28) -
 Michaella Krajicek (Q)
 6:0 6:1
 Samantha Stosur (9) -
 Sofia Arvidsson
 6:2 6:3
 Samantha Stosur (9) -
 Coco Vandeweghe
 6:3 6:4
 Samantha Stosur (9) -
 Nadia Petrova (24)
 7:6 6:7 7:5
 Samantha Stosur (9) -
 Maria Kirilenko (25)
 6:2 6:7 6:3
 Samantha Stosur (9) -
 Vera Zvonareva (2)
 6:3 6:3
 Samantha Stosur (9) -
 Angelique Kerber
 6:3 2:6 6:2

Sofia ArvidssonSamantha StosurSofia Arvidsson
Samantha Stosur - Sofia Arvidsson
Eine sehr beeindruckende Leistung zeigte Stosur. Hier wurde die 27-jährige Australierin zu meiner Geheimfavoritin. Auf die Frage, wer das Turnier gewinnen würde, antwortete ich jeweils ganz klar mit Serena Williams. Dahinter nannte ich dann noch Sharapova als Finalgegnerin und wies auf Stosur als meinen Aussenseitertipp hin.

Samantha StosurCoco Vandeweghe
Samantha Stosur - Coco Vandeweghe
Gegen Vandeweghe war die Vorstellung von Stosur bei weitem nicht mehr so unwiderstehlich wie in der ersten Runde.


Samantha Stosur - Nadia Petrova
Eine erfahrene Petrova in Form ist immer eine heikle Aufgabe. Den Ausschlag zu Gunsten von Stosur gab letztendlich vielleicht deren bessere Beinarbeit. Denn diejenige von Petrova war nicht immer schnell genug.


Samantha Stosur - Maria Kirilenko
Mein letzter Tag am Sonntag war etwas ernüchternd. Trotz zwei (langweiligen) Dreisatzsiegen im Ashe Stadium von Nadal gegen Nalbandian und Roddick gegen Benneteau wurde das dritte Match Stosur-Kirilenko verschoben. Warum setzen sie denn überhaupt ein drittes Match an, wenn es ohnehin nicht dort ausgetragen werden soll? Alles nur, damit die Night Session auch garantiert um 19 Uhr beginnen kann. Dabei wären noch eineinhalb Stunden Zeit gewesen bis dahin. Da im Ashe kein Match mehr stattfand drängten sich alle Zuschauer auf die Aussenplätze und die Zuschauer der Night Session taten ab ihrer Türöffnung das selbe. Ein Chaos. Ich spekulierte darauf, dass das Damenmatch auf den Grandstand verlegt würde und stellte mich in der langen Schlage an (Bild 1). Nach zwanzig Minuten Stillstand ging es plötzlich los. Das Problem war aber, dass nicht Stosur und Kirilenko auf den Platz kamen, sondern wie ursprünglich angesetzt ein Damendoppel. Deshalb löste sich auch die Schlange so schnell auf. Ich muss allerdings eingestehen, dass das nach dem Damendoppel auf dem Grandstand ausgetragene Match zwischen Stosur und Kirilenko letztendlich volle 2h 37min dauerte und damit den Zeitrahmen auf dem Ashe total gesprengt hätte.


Victoria Azarenka - Johanna Larsson
Der Druck, den eine Azarenka ausübt, ist natürlich riesengross. Larsson erwischte einen schwachen Start. Sie wusste, dass sie lange Bälle spielen muss, aber ihre Bälle gerieten etwas zu lang und flogen ins Aus. Im ersten Satz versuchte sich die 23-jährige Schwedin mit Stoppbällen. Das war nicht erfolgreich, gefällt mir aber langfristig als neue Variante in ihrem Spiel. Im zweiten Satz gelang es ihr mit öfter eingesetzten Slicebällen und den hoch abspringenden Topspinbällen etwas Druck aus Azarenkas Spiel zu nehmen.

Victoria AzarenkaGisela Dulko
Victoria Azarenka - Gisela Dulko
Azarenkas Gestöhne wurde mal wieder von einem Zuschauer auf die Schippe genommen und zwischen den Ballwechseln lautstark imitiert. Das findet sie gar nicht lustig. Andere Nachahmer tun sich dann jeweils sofort auch hervor. Dulko stöhnt nicht. Zumindest nicht auf dem Platz. Geheiratet hat sie aber vor einem Monat. Nämlich ihren Landsmann und Sportkollegen, den Fussballer Fernando Gago von Real Madrid.


Serena Williams - Victoria Azarenka
Nach dem frühen Aus von Sharapova standen sich hier wohl die beiden besten noch im Turnier verbliebenen Spielerinnen bereits in der dritten Runde gegenüber. Williams' schwache Klassierung nach der langen Verletzungspause war der Grund, dass es überhaupt so früh zu diesem Aufeinandertreffen kommen konnte. Nach zwei Turniersiegen während der US Open Series und zwölf Siegen auf Hartplatz ohne Niederlage kam Williams als klare Favoritin an die US Open, die sie vor drei Jahren letztmals gewonnen hatte.
Im ersten Satz markierte die US-Amerikanerin mit 13 Gewinnschlägen (davon 6 Assen) gegenüber 2 von Azarenka bei 0 Assen gleich mal ihr Hoheitsgebiet. Im zweiten Satz hielt Azarenka mit bestem Tennis dagegen. Es reichte aber trotzdem nicht zum Satzgewinn.
Das mit Williams' Statur ist so eine Sache. Bei diesem Turnier zeigte sie sich allerdings sehr fit und austrainiert. Von der Flexibilität her hat sie gegenüber einer Azarenka überraschenderweise grosse Vorteile. Lässig lässt sie sich aus einem Schlag heraus mit einem Rutscher in den Spagat fallen. Azarenka kriegte den Spagat nicht im Ansatz hin (Bild 4).
Nach dem Match hielt Williams noch ein Schwätzchen mit ihrer Gegnerin (Bild 5). Da gibt sie sich jeweils zahm wie ein Mäuschen. Selbst nach dem verlorenen Finale hatte sie sich zu einer zuvor völlig überraschend überlegen aufspielenden Stosur gesetzt und sich mit ihr über den Titelgewinn gefreut. Während des Finals hatte sie auf dem Platz allerdings einen Ausraster zu verzeichnen und Schiedsrichterin Asderaki nach einem korrekten Entscheid von der Seite her angemacht. Sie war nach der langen Absenz heiss auf diesen Titel. Es ist ihr Heim-Grand Slam. Das Finale fand am 10-jährigen 9/11-Jubiläum statt und Williams war die Überfavoritin. Trotzdem ist das kein Benehmen.

Damen Doppel
 1. Runde  2. Runde
 Schiavone/Cibulkova -
 Wöhr/Larsson
 6:1 7:5
 Kudryavtseva/Makarova -
 Schiavone/Cibulkova
 w.o.
 Dushevina/Arvidsson -
 Rolle/Oudin (W)
 6:2 6:1
 Pennetta/Dulko (2) -
 Dushevina/Arvidsson
 6:4 6:1

Dominika CibulkovaDominika CibulkovaFrancesca SchiavoneJohanna LarssonJohanna Larsson
Francesca Schiavone/Dominika Cibulkova - Jasmin Wöhr/Johanna Larsson
Da war der Klassenunterschied der zwei starken Einzelspielerinnen nicht wegzudiskutieren. Auch wenn sie sich momentan nicht auf das Doppel konzentrieren, was an den Klassierungen von Cibulkova (153) und Schiavone (164) zu sehen ist, waren sie die Favoritinnen. Schiavone war früher bereits US Open-Finalistin 2008 und die Nummer 4 der Doppelweltrangliste gewesen. Für den Wettbewerb war aber doch sehr schade, dass Cibulkova/Schiavone in der zweiten Runde gar nicht mehr antraten und sich auf ihre Einzel konzentrierten.
Mehr als der knapp verlorene zweite Satz scheint für Wöhr/Larsson in dieser Kombination nicht drin zu liegen trotz ihrer Klassierungen 54 (Wöhr) und 61 (Larsson) in der Doppelweltrangliste. So gut sich Johanna mit Jasmin versteht und so viel man von einer Doppelspielerin taktisch lernen kann, langfristig könnte Johanna mit ihrer Klassierung und ihren Schlägen mit einer hochkarätigeren Doppelpartnerin zusammenzuspannen. Denn die Deutsche hatte Probleme mit den Aufschlägen der beiden Topspielerinnen. Ihr eigener Aufschlag begann zu wackeln und der Weg nach vorne wird dann natürlich sehr steinig. Vor allem wenn beide Gegnerinnen zudem noch hinten bleiben. Larsson ist nicht die bessere Doppelspielerin als Wöhr. Aber sie ihre Schläge haben mehr Power. Es ist die selbe Frage, die sich Larsson auch im Einzel stellen muss. Um einen guten Rhythmus zu bekommen, spielt sie viele kleine Turniere, bei denen sie jeweils einige Runden übersteht. Das funktioniert gut hatte sie im Einzel sogar kurzfristig unter die Top 50 gebracht. Um einen weiteren Schritt nach vorne zu machen, müsste sie während des Jahres vermehrt höherdotierte Turniere spielen. Die Gefahr nach nur einem Match draussen zu sein und sich eine Negativserie einzufangen ist dabei jedoch gross.


Vera Dushevina/Sofia Arvidsson - Ahsha Rolle/Melanie Oudin
Bei Ahsha Rolle (Bild 4) ist es die berühmte Frage mit dem Ei und dem Huhn. Waren zuerst die Kniebeschwerden da oder war zu erst das hohe Gewicht da? Früher hoffnungsvoll und mit dem Erreichen der dritten Runde im Einzel der US Open im Jahr 2007 ein einzelnes Karrierehighlight erreicht, ist Rolle mittlerweile von der Bildfläche verschwunden. Nur dank einer Wild Card konnte sie an den US Open aufspielen. Sie tat das aber schwach.

 

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