WTA Linz 2014

zurück zur Hauptseite         Last updated: 15.07.2017

4.-5. Oktober 2014


WTA Linz
Die Gelegenheit war zu gut für den erstmaligen Besuch des WTA-Turniers in Linz. Allerdings entscheiden sich Roland und ich erst am späten Freitagnachmittag nach der Auslosung definitiv, dass wir am nächsten Morgen früh für das Qualifikations-Wochenende nach Oberösterreich fahren. Neben Larsson schaffte es auch Arvidsson als letzte aufgenommene Spielerin kurzfristig ins Qualifikationstableau. Mit zehn Spielerinnen innerhalb der Top 100 wies das Feld ein anständiges Niveau auf. Auch das Hauptfeld mit den Top 10-Spielerinnen Bouchard und Ivanovic, den Top 20-Spielerinnen Cibulkova und Petkovic sowie drei weiteren Spielerinnen der Top 30 konnte sich sehen lassen. Linz und Luxemburg sind die einzigen verbliebenen Turniere von August bis Januar in Westeuropa, nachdem grössere Turniere wie Zürich von der Asien-Tour im Herbst verdrängt wurden oder wie Stuttgart noch rechtzeitig in den Frühling wechseln konnten. Doch fünf Stunden Hinfahrt via München und fünfeinhalb Stunden Rückfahrt via Innsbruck waren hart an der Grenze und wir teilten Billie Jean King's Aussage zur WTA auf Bild 3.
Mit diesen klingenden Namen im Hauptfeld hätten sich die Veranstalter sicherlich namhaftere Halbfinalspiele als Pliskova-Friedsam und Giorgi-Knapp gewünscht.

Katerina Siniakova
Katerina Siniakova (WTA 118) - Johanna Larsson (WTA 86)   6:4 6:4
Am Samstagabend hatten Roland und ich die Frage, ob wir heute eine aufsehenerregende Spielerin mit viel Potential gesehen hätten, verneint. Am Sonntag gingen wir mit Katerina Siniakova als Antwort auf diese Frage aus der Halle. Mir war nach Miami 2013 natürlich bewusst wie fesselnd ihr Spiel sein kann. Doch ich war überzeugt davon, dass Larsson die nötigen Schläge und die Erfahrung hat, um die 18-jährige Tschechin in die Schranken zu weisen. Notfalls wäre ja auch noch Trainer Mattias Arvidsson mit dabei, der beim On Court-Coaching notfalls Korrekturen anbringen könnte. Doch es nützte Nichts. Siniakova war am Drücker und gewann in zwei Sätzen. Es war übrigens ihr einziges Match in Linz, welches nicht über die volle Distanz ging. In der ersten Runde im Hauptfeld verlor Siniakova dann gegen Koukalova im Tie-Break des dritten Satzes, ihrem elften Satz in vier Tagen.

Johanna Larsson, Mattias ArvidssonKristyna Pliskova, Anna Maria Heil, Naomi BroadyKaterina Siniakova
Johanna Larsson (WTA 86) - Naomi Broady (WTA 138)   6:4 7:5
Gegen Broady war Larsson oft in der Lage ihre eigene Rückhand zu umlaufen. Die Schwedin war konsequent mit ihrer Vorhand am Ball. Einzig beim Return war das nicht möglich, da die 189cm grosse Britin stark servierte, unter anderem mit vier Assen. Nach der Partie liess ich mir noch das Ticket für die Players Box im Arthur Ashe-Stadium von Larssons Sieg über Stephens signieren (Bild 6).
Im Publikum sassen die Doppelspielerinnen
Anna Smith und Jocelyn Rae (Bild 5), wobei Smith als sehr gute Freundin von Johanna gegen die Britin Broady wohl etwas in der Zwickmühle war. Die beiden sahen dann auch beim Zweitrundenmatch von Larsson gegen Siniakova zu. Nach meinem Besuch in Glasgow 2014 ist es hier sicherlich eine Information wert, dass Jocelyn Rae zusammen mit Colin Fleming die amtierende Commonwealth Games-Siegerin im gemischten Doppel ist. Die Schotten gewannen diesen Titel in Delhi 2010, konnten ihn im heimischen Glasgow allerdings nicht verteidigen, da Tennis nicht für die diesjährige Austragung ausgewählt wurde.

Maryna Zanevska
Katerina Siniakova (WTA 118) - Maryna Zanevska (WTA 123)   7:6 5:7 6:3
Die erste Runde zwischen Siniakova und Zanevska war eine zähe Angelegenheit über 2h 45min, welche wir uns nur zum Ende des zweiten Umgangs kurz ansahen. Ein dritter Satz würde für Gegnerin Larsson im morgigen Match sicherlich kein Nachteil sein, so dachten wir uns. Beide Spielerinnen agierten recht fehlerhaft.
Es war die längste der sechzehn Begegnungen am Samstag, welche ab 9:30 Uhr auf zwei Plätzen parallel ausgetragen wurden. Wir verabschiedeten uns etwas vor acht Uhr abends. Wenn ich die Matchdauer der Begegnungen zusammenrechne und die sehr kurz Wechselzeit von fünf bis zehn Minuten bis zum Beginn der nächsten Partie (inklusive Einspielzeit) addiere, so endeten die Spiele auf dem Centre Court um 23 Uhr und das letzte Spiel auf Court 1 erst um kurz nach Mitternacht.


Tereza Smitkova (WTA 84) - Sofia Arvidsson (WTA 166)   6:3 6:4
In der aktuellen Verfassung hat Arvidsson gegen eine Smitkova kaum Chancen. Seit Februar hat die Schwedin keine Top 100-Spielerin mehr geschlagen. Leider hat sie bis zum nahenden Saisonende noch viele Punkte zu verteidigen und könnte nochmals um hundert Ranglistenplätze nach hinten durchgereicht werden. Ich vergass beinahe einige Schnappschüsse zu machen.

Sofia ArvidssonPia König
Sofia Arvidsson (WTA 166) - Pia König (WTA 459)   6:4 7:5
Da kommt eine Wild Card-Spielerin für Arvidsson gerade richtig, um wenigstens die zehn WTA-Punkte für den Erstrundensieg in der Qualifikation einzufahren. Für den Sieg in der zweiten und dritten Qualifikationsrunde gibt es jeweils nur vier weitere WTA-Punkte. An den vier Grand Slam-Turnieren wo es mehr Punkte zu gewinnen gäbe, ist die 30-jährige aus Halmstad in diesem Jahr immer sofort in der ersten Runde der Qualifikation gescheitert. In einem WTA-Hauptfeld ist sie in diesem Jahr nur mit einer Wild Card beim Heimturnier in Bastad gestanden, wo sie in der Startrunde unterlag. Dazu versuchte sie sich inklusive Linz und Moskau (in der Woche nach Linz) an vier Qualifikationen zu WTA-Turnieren, die sie allesamt nicht überstand. Abgesehen von den Fed Cup-Auftritten in Boras und Lidköping war es eine völlig verkorkste Saison für Arvidsson.

Tamira Paszek
Kiki Bertens (WTA 77) - Tamira Paszek (WTA 115)   5:7 6:2 7:5
Seit der Qualifikation für das Hauptfeld von Wimbledon ist Paszek in sieben aufeinanderfolgenden Versuchen von Bukarest über die US Open bis nach Linz immer in der Qualifikation hängen geblieben. Pech hatte sie in Linz, da sie erst am letzten Tag den Zuschlag für die Wild Card ins Hauptfeld nicht erhielt. Lisicki meldete kurzfristig ihre Ansprüche an und die Turnierverantwortlichen berücksichtigten die deutsche Aufschlag-Weltrekordhalterin. Mit Bertens erhielt die 23-jährige Dornbirnerin in der Qualifikation dann auch noch eine starke Gegnerin zugelost. Man sah der intensiven Partie an, dass beide Spielerinnen in ihrer Karriere bereits WTA-Turniersieg(e) erringen konnten. Die Niederländerin hatte das glückliche Ende auf ihrer Seite und rutschte später gar als Lucky Loser ins Hauptfeld nach.
Im dritten Satz zeigte ich Roland kurzerhand wie inoffizielles Coaching geht. Nämlich teilte ich ihm in genügend hoher Lautstärke mit, dass die Stoppbälle nichts bringen und wiederholte dies gleich nochmals. Tamira stand dabei beim ersten Wechsel im dritten Satz mit dem Körper zu uns und konnte das aufschnappen. Die zuletzt inflationär und aus allen Lagen angewandten und nicht erfolgreichen Stoppballversuche beendete sie sofort. Nur ein einziges Mal später im Satz spielte sie noch einen Stoppball. Diesen aus aussichtsreicher Position, sehr schön platziert und gewann damit den Punkt. So etwas merkt ein
italienischer Schiedsrichter wie Gianluca Moscarella natürlich nicht oder würde zumindest Nichts sagen. Er hatte in der Partie etwas Mühe, da er zwar bestimmt agierte, aber gegen die Spielerinnen ab und zu etwas überheblich wirkte, was diese gar nicht leiden konnten. Platztechnisch hätte nach der Hälfte des Tages kurz der Staubsauger aufgefahren werden sollen (Bild 3).


Anna-Lena Friedsam (WTA 90) - Dinah Pfizenmaier (WTA 126)   6:1 6:0
Dank dem Exploit in Linz hat Friedsam ihren Platz unter den besten hundert Spielerinnen der Welt gefestigt. Mit sechs Siegen aus sieben Spielen innert acht Tagen in Linz verbesserte sich die 20-jährige Deutsche auf Rang 76 und ist damit so gut klassiert wie nie zuvor.

Richel Hogenkamp, Kristina KucovaKristina KucovaKiki Bertens
Kristina Kucova (WTA 135) - Richel Hogenkamp (WTA 165)   7:6 7:6
Diese Partie hatte uns nicht überzeugt. Als Kucova am nächsten Tag gegen Friedsam unterlag, fühlten wir uns bestätigt. Das ist ein Niveau, wo der Anschluss an die WTA-Tour schwierig wird.


Linz
Früh morgens beim Jogging war ich von Beginn an der Meinung, dass ich nicht auf den Freinberg (Bilder 6 und 10) rennen würde. Kurze Zeit später war ich doch oben und blickte auf die nebelbedeckte Donau und Linz.


Linz
Keine halbe Minute war ich unterwegs, als ich mit meinem Laufschuh unabsichtlich ein Glas berührte und dieses in tausend Splitter zerbarst. Als ich von meiner Laufrunde wieder zurückkam, säuberte die Strassenreinigung ohnehin die Überbleibsel der Samstagnacht.

Alexandra PanovaMandy Minella
Alexandra Panova (WTA 152) - Mandy Minella (WTA 146)   7:6 6:4
Im Doppel nimmt Panova seit dreieinhalb Jahren an Grand Slam-Turnieren teil. Im Einzel hat sie bislang in fünf Teilnahmen auf Grand Slam-Ebene noch keinen Sieg feiern können. Mit 179cm und einem guten Aufschlag hätte die 25-jährige aus Krasnodar grundsätzlich die Statur dazu.

Monica Niculescu
Alexandra Panova (WTA 152) - Monica Niculescu (WTA 41)   6:3 3:6 6:4
Nachdem sie die Nummer 1 des Qualifikationstableaus ausgeschaltet hatte, verlängerte Panova gegen Niculescu das Händeschütteln am Netz, um der Rumänin zu zeigen wie das richtig gehandhabt werden sollte. Das ist eine neue Unsitte, die Zahlavova Strycova vor drei Wochen in Tokio gegen Svitolina erstmals gezeigt hatte, um damit eine andere Unsitte - nämlich das nur beiläufige Handschütteln am Netz - zu unterbinden.

Mandy Minella
Mandy Minella (WTA 146) - Aleksandra Krunic (WTA 105)   5:7 7:5 3:0 ret.
In der Klappstuhlarena (Bild 4) auf dem Nebenplatz in Linz wurde mir in Erinnerung gerufen, dass man immer gleich einige Schnappschüsse von der Partie machen sollte, da man nie weiss was als Nächstes passieren wird. In diesem Fall war es so, dass Krunic aufgrund von Problemen im unteren Rückenbereich bei zu gross gewordenem Rückstand im dritten Satz überraschend aufgab.

Ons JabeurOns Jabeur
Ons Jabeur (WTA 161) - Antonia Lottner (WTA 473)   6:4 6:4
Mit 20 Jahren ist Jabeur an dem Punkt angelangt, wo sie vermehrt an ihrer Fitness arbeiten muss. Die vier Matchgewinne in Linz zeigen das Potential der Tunesierin.

Kristyna Pliskova, Anna Maria Heil, Naomi Broady
Kristyna Pliskova (WTA 92) - Anna Maria Heil (WTA 881)   6:2 6:3
Mittlerweile ist die leistungsmässige Kluft zwischen den Zwillingsschwestern grösser geworden. Karolina feierte in Linz ihren dritten WTA-Turniersieg und verbesserte sich auf Weltranglistenposition 27. Kristyna hingegen hat seit Wimbledon in 13 Turnieren nur gerade drei Siege feiern können. Karolina hat an den selben Turnieren 26 Matchgewinne totalisiert.

Julia GrabherKatarzyna Piter
Katarzyna Piter (WTA 130) - Julia Grabher (WTA 1082)   6:2 6:2
Bei der Durchsicht des Spielplans am Samstags der ersten Turnierwoche in Wimbledon in diesem Jahr erklärte ich Michael, dass ich gerne zu Juniorenmatches gehe, wo die Spielerinnen aussergewöhnliche Namen hätten. So war ich in früheren Jahren bei Kalashnikova, Allertova oder Razafimahatratra. Da meinte der der deutschen Sprache nicht mächtige Engländer Michael, dass er dann das Spiel von "grab her" auswählen würde. Sehr lustiger Einwand. Diese Bedeutung ihres Namens war mir zuvor nicht in den Sinn gekommen.

Gioia BarbieriGioia BarbieriGioia Barbieri
Gioia Barbieri (WTA 181), Carina Witthöft (WTA 119)
Barbieri rückte durch eine Absage nach der Auslosung als Alternate in das Qualifikationsfeld nach. Quasi ein Lucky Loser. Wobei man beim Nachrücken in die Qualifikation kein Lucky Loser sein kann, da zuvor ja noch gar keine Matches gespielt wurden und es somit auch keine Verliererinnen gab. Deswegen heisst es Alternate.

 

 Einzel Qualifikation
 1. Runde  2. Runde  Finalrunde
 Alexandra Panova -
 Monica Niculescu (1)
 6:3 3:6 6:4
 Alexandra Panova -
 Mandy Minella
 7:6 6:4
 Anna-Lena Friedsam (6) -
 Alexandra Panova
 4:6 6:4 6:2
 Mandy Minella -
 Aleksandra Krunic
 5:7 7:5 3:0 ret.
 Kristina Kucova -
 Richel Hogenkamp
 7:6 7:6
 Anna-Lena Friedsam (6) -
 Kristina Kucova
 7:5 6:0
 Anna-Lena Friedsam (6) -
 Dinah Pfizenmaier
 6:1 6:0
 Lucie Hradecka -
 Polona Hercog (2)
 6:3 4:6 7:6
 Madison Brengle -
 Lucie Hradecka
 7:6 6:7 6:3
 Madison Brengle -
 Aliaksandra Sasnovich (8)
 4:6 6:4 6:2
 Madison Brengle -
 Gioia Barbieri (A)
 6:2 6:3
 Carina Witthöft -
 Denisa Allertova
 6:4 6:4
 Aliaksandra Sasnovich (8) -
 Carina Witthöft
 6:1 6:4
 Aliaksandra Sasnovich (8) -
 Paula Kania
 6:3 6:4
 Kiki Bertens (3) -
 Tamira Paszek
 5:7 6:2 7:5
 Kiki Bertens (3) -
 Katarzyna Piter
 6:1 6:3
 Ons Jabeur -
 Kiki Bertens (3)
 6:3 6:3
 Katarzyna Piter -
 Julia Grabher (W)
 6:2 6:2
 Ons Jabeur -
 Antonia Lottner (W)
 6:4 6:4
 Ons Jabeur -
 Kristyna Pliskova (7)
 6:2 6:2
 Kristyna Pliskova (7) -
 Anna Maria Heil (W)
 6:2 6:3
 Tereza Smitkova (4) -
 Anna Tatishvili
 6:2 5:7 6:0
 Tereza Smitkova (4) -
 Sofia Arvidsson
 6:3 6:4
 Katerina Siniakova -
 Tereza Smitkova (4)
 5:7 7:5 6:1
 Sofia Arvidsson -
 Pia König (W)
 6:4 7:5
 Katerina Siniakova -
 Maryna Zanevska
 7:6 5:7 6:3
 Katerina Siniakova -
 Johanna Larsson (5)
 6:4 6:4
 Johanna Larsson (5) -
 Naomi Broady
 6:4 7:5

 

 Einzel Hauptfeld
 1. Runde   2. Runde  Viertelfinal  Halbfinal  Final
 Ons Jabeur (Q) -
 Donna Vekic
 7:5 6:1
 Camila Giorgi -
 Ons Jabeur (Q)
 7:5 6:1
 Camila Giorgi -
 Marina Erakovic
 6:3 7:5
 Camila Giorgi -
 Karin Knapp
 6:4 6:2
 Karolina Pliskova (7) -
 Camila Giorgi
 6:7 6:3 7:6
 Klara Koukalova -
 Katerina Siniakova (Q)
 7:5 3:6 7:6
 Marina Erakovic -
 Klara Koukalova
 6:0 6:2
 Anna-Lena Friedsam (Q) -
 Dominika Cibulkova (3)
 2:6 6:3 6:4
 Anna-Lena Friedsam (Q) -
 Jana Cepelova
 6:0 6:4
 Anna-Lena Friedsam (Q) -
 Stefanie Vögele
 4:6 6:2 6:3
 Karolina Pliskova (7) -
 Anna-Lena Friedsam (Q)
 2:6 6:3 6:3
 Mona Barthel -
 Kiki Bertens (L)
 6:3 6:1
 Karolina Pliskova (7) -
 Mona Barthel
 6:4 6:2
 Karolina Pliskova (7) -
 Madison Brengle (Q)
 6:4 6:4
 Madison Brengle (Q) -
 Irina-Camelia Begu
 7:5 3:1 ret.
 Madison Brengle (Q) -
 Ana Ivanovic
 w.o.

 

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