Porsche Tennis Grand Prix 2008, Stuttgart

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Stuttgart 2007

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4. Oktober 2008

Anke Huber
Porsche Tennis Grand Prix
Tickets für den Halbfinalsamstag gibt es für 75 oder 65 Euro. Schnäppchenjäger sind hier am falschen Ort. Aber ich finde das Turnier in Stuttgart echt cool. Ein Bijou.
Beim Porsche Tennis Grand Prix gibt es übrigens keine Balljungen. Nur Mädels. Zu gewinnen gibt es natürlich einen Flitzer vom Hauptsponsor. Wobei die Frage ist, ob auf Bild 4 der Sportwagen oder die Geschwindigkeit von Venus Williams' Aufschlag beeindruckender ist.
Als Turnierbotschafterin ist Anke Huber (Bild 5) natürlich auch mit dabei. Da erinnere ich mich doch an die Zeiten zurück, als die öffentlich/rechtlichen Fernsehanstalten in Deutschland noch Tennis übertrugen. Anke Huber im Australian Open-Finale 1996... Neben Ihr sass Ex-Fussballprofi Mario Basler. Ich weiss jetzt auch, warum Eurosport-Kommentator Matthias Stach anfangs der Woche beim Spiel von Anna-Lena Grönefeld etwas aus dem Nähkästchen plaudern konnte. Während dem Aufwärmen holte er sich bei deren Coach Dirk Dier (Bild 6) die neuesten Infos ab.

WTA Roadmap 2009
Wie Zürich muss auch Stuttgart seinen Platz im Tennisherbst räumen. Dieser gehört neu Asien. Die Süddeutschen haben aber bei der Alternative zugegriffen. Das Turnier findet ab 2009 jeweils Ende April in der Halle auf Sand statt. Denn die Sandplatzsaison gehört Europa. So hat es die WTA vorgesehen. Stuttgart behält seinen Tier II-Status und das Feld wird sogar von 28 auf 56 Spielerinnen aufgestockt.

 

Einzel: Der Weg der Halbfinalistinnen
 1. Runde  2. Runde  Viertelfinale  Halbfinale  Finale
 Nadia Petrova -
 Barbora Zahlavova Strycova (Q)
 6:2 6:2
 Nadia Petrova -
 Patty Schnyder
 6:4 6:1
 Nadia Petrova -
 Na Li
 6:2 6:3
 Nadia Petrova -
 Victoria Azarenka
 6:4 6:4
 Jelena Jankovic (2) -
 Nadia Petrova
 6:4 6:3
 Victoria Azarenka -
 Agnes Szavay
 7:5 6:3
 Victoria Azarenka -
 Agnieszka Radwanska (8)
 6:1 7:5
 Victoria Azarenka -
 Elena Dementieva (4)
 7:6 3:6 6:1
 Venus Williams (6) -
 Anna-Lena Grönefeld (W)
 6:1 6:2
 Venus Williams (6) -
 Kateryna Bondarenko (Q)
 6:4 6:2
 Venus Williams (6) -
 Dinara Safina (3)
 6:4 6:2
 Jelena Jankovic (2) -
 Venus Williams (6)
 6:7 7:5 6:2
 Jelena Jankovic (2) -
 bye
 .
 Jelena Jankovic (2) -
 Alona Bondarenko
 6:2 6:0
 Jelena Jankovic (2) -
 Vera Zvonareva (7)
 7:6 7:6

Victoria Azarenka
Nadia Petrova - Victoria Azarenka
Spätestens seit dem Aufeinandertreffen in Wimbledon weiss Victoria Azarenka, dass sie ihre Aufschlagspiele gegen Nadia Petrova durchbringen muss. Denn ein Break gegen die starke Aufschlägerin ist schwierig zu realisieren. Vor allem weil Azarenka die Aufschläge der widererstarkten Russin nur schwer lesen kann. Auf der Einstandseite hämmerte ihr Petrova durch die Mitte ein Ass nach dem anderen hinein. Nach einem Fehlstart lag Azarenka mit 0:4 hinten, ehe die 19-jährige Weissrussin besser ins Match fand. Ihr Paradeschlag ist die Rückhand cross, die sie dank gutem Winkel wie aus dem Nichts druckvoll auf Höhe der gegnerischen T-Linie schlagen kann. Aber Petrova zeigte eine starke und konzentrierte Vorstellung. Sie spielte druckvoll und präzise und erwischte Vika zu Beginn oft mit einem Ball gegen deren Laufrichtung.
Trotz der Möglichkeit zum Durchschnaufen am Satzende durch eine Verletzungspause mit Behandlung an Rücken und Hüfte verpasste die Minskerin auch den Start in den zweiten Satz. Nach dem 0:2 erhöhte Azarenka die Kadenz und das Risiko nochmals und kürzte dadurch die Punkte ab. Mit diesem Rhythmuswechsel brachte sie Petrova kurzzeitig in Bedrängnis und konnte in Führung gehen. Doch die 26-jährige Russin behielt die Kontrolle und gewann das Match gegen die um einen Rang besser klassierte Weltranglisten-17. verdient.

Venus WilliamsVenus Williams
Jelena Jankovic - Venus Williams
Als Weltranglistenzweite angereist war für Jelena Jankovic nach dem frühen Ausscheiden Serena Willams' klar, dass sie ab Montag wieder die Nummer 1 der Weltrangliste sein würde. Trotzdem ging sie gegen die Weltranglistenachte, Venus Williams, nicht als Favoritin ins Match. Denn die US-Amerikanerin ist aktuelle und fünffache Wimbledonsiegerin. Aber Jankovic scheint sich trotz fehlendem Grand Slam-Titel dank unbändigem Willen die Spitzenposition im Damentennis langsam zu verdienen. Dazu braucht es Siege wie diesen. Im Head-to-Head führt sie nun sogar mit 5:3. Von den vier Halbfinalisten des letzten Jahres (Henin Rücktritt, Kuznetsova Erstrundenniederlage und Golovin langzeitverletzt) ist sie die einzige, welche auch dieses Jahr die Runde der letzten Vier erreichte.
Trotz ihren vielen Wehwehchen präsentierte sich die 23-jährige Serbin fitter als ihre Kontrahentin. Mit Venus Williams traf sie auf eine Gegnerin, welche sich zwischen den Punkten noch mehr Zeit liess, als sie es selbst normalerweise tut. Das reklamierte Jankovic ab Ende des zweiten Satzes dann auch prompt bei der Schiedsrichterin, als sie ihren eigenen Fitnessvorteil erkannt hatte. Venus beeindruckte mit ihrem bis zu 205km/h schnellen Aufschlag. Sie punktete oft mit 1-2-Kombinationen, wobei 1 der Aufschlag ist und 2 der nachfolgende Schlag, mit dem der Punkt dann abgeschlossen wird. Insgesamt war sie gegen die neue Nummer 1 aber zu fehleranfällig und ihr gerieten vor allem im dritten Satz viele Bälle zu lang.
Schiedsrichterin Eva Asderaki (Bild 7) bot eine schwache Vorstellung. Einmal bestätigte sie eine falsche Entscheidung. Einmal überstimmte sie eine korrekte Entscheidung. Beide Male verlangte Jankovic das Hawk Eye zur Aufklärung. Die Bälle waren mindestens 10 Zentimeter im Aus gewesen. Sehr peinlich für die Griechin.

 

Doppel: Der Weg der Halbfinalistinnen
 1. Runde  Viertelfinale  Halbfinale  Finale
 Peschke/Stubbs (1) -
 Rosolska/Jans
 6:1 6:1
 Peschke/Stubbs (1) -
 Wöhr/Petkovic (W)
 6:1 6:4
 Peschke/Stubbs (1) -
 Hradecka/Hlavackova
 6:4 7:5
 Schnyder/Grönefeld (W) -
 Peschke/Stubbs (1)
 6:2 6:4
 Victoria Azarenka -
 Agnes Szavay
 7:5 6:3
 Victoria Azarenka -
 Elena Dementieva (4)
 7:6 3:6 6:1
 Venus Williams (6) -
 Anna-Lena Grönefeld (W)
 6:1 6:2
 Venus Williams (6) -
 Dinara Safina (3)
 6:4 6:2
 Schnyder/Grönefeld (W) -
 Azarenka/A. Radwanska (3)
 2:6 6:4 11-9
 Schnyder/Grönefeld (W) -
 Jugic-Salkic/G. Navratilova
 6:3 6:1
 Schnyder/Grönefeld (W) -
 Kostanic Tosic/Perebiynis
 7:6 6:2


Patty Schnyder/Anna-Lena Grönefeld - Victoria Azarenka/Agnieszka Radwanska
Mit Azarenka, Radwanska, Peer, Szavay oder Krajicek gibt es viele ehemalige Top-Juniorinnen, welche auch im Doppel antreten und erfolgreiches und attraktives Tennis bieten. Ich würde mich freuen, wenn sie dies beibehalten würden. Die 19-jährige Radwanska überzeugte mich dank ihrem Spielverständnis und ihrer Übersicht.
Schnyder/Grönefeld waren eigentlich chancenlos, standen zum Schluss aber als Siegerinnen da. Sie gewannen sogar das Turnier. Der Deutschen unterliefen grässliche Volleyfehler. Die Schweizerin kann am Netz vorne nur Volleystopps spielen. Wie so oft retournierte die Linkshänderin Schnyder auf der Einstandseite, also ihrer Rückhandseite. Das hat sie sich wohl den Bryan-Zwillingen abgeschaut, die das auch so praktizieren.
Im zweiten Satz dominierten Azarenka/Radwanska nicht mehr so deutlich, weil ihnen der eine oder andere unerzwungene Fehler unterlief. Bei 5:4 hatten sie dann plötzlich Satzball gegen sich. Grönefeld schlug den Ball ins vermeintliche Aus, Azarenka setzte den Ball (unabsichtlich) ins Netz. Der Out-Ruf des Linienrichters kam spät. Schiedrichterin Alison Lang überstimmte ihn und gab den Ball gut. Azarenka nahm die Challenge. Sie lag falsch, denn der Ball war noch auf der Linie gewesen. Schnyder und Grönefeld blickten sich bereits etwas enttäuscht an (Bild 7), weil der Satzball wiederholt werden muss, da der Linienrichter ja "Out" gerufen hatte. Alison Lang sah das aber anders. Sie sagte, der Ausruf des Linienrichters wäre ein "Late Call" gewesen, der Azarenka in ihrem Schlag nicht gestört hatte. Azarenka beging anschliessend den Fehler, somit war der Satz weg. Damit waren die Weissrussin und die Polin nun überhaupt nicht einverstanden (Bild 8) und diskutierten mit der Schiedsrichterin, während sich ihre Gegnerinnen bereits auf den Match-Tie-Break vorbereiteten und das Momentum nun auf ihrer Seite hatten.

Lucie Hradecka
Lucie Hradecka/Andrea Hlavackova
Das letzte Match konnte ich mir nicht mehr ansehen. Ich machte mich auf den zweistündigen Heimweg. Denn am nächsten Tag stand für mich der 3-Länder-Marathon von Lindau via St. Margrethen nach Bregenz auf der Programm. Wäre dieser nicht gewesen, hätte ich wie im letzten Jahr den Sonntag in Metz verbracht. Dort spielten in diesem Jahr Dmitry Tursunov und Paul-Henri Mathieu um den Titel. Der Russe bezwang den Franzosen in drei Sätzen. Das Doppel war eine Kopie von 2007. Llodra/Clement besiegten Fystenberg/Matkowski.
Das zweite Halbfinale der Damen hatte mit Peschke/Stubbs klare Favoritinnen. Die Bilder der tschechischen Aussenseiterinnen Hradecka/Hlavackova sind vom Einspielen am Mittag. Diese schlugen sich dann ziemlich gut und konnten mit den erfahrenen Doppelspezialistinnen über weite Strecken mithalten.

 

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