Dubai Women's Tennis Championships 2006

zurück zur Übersicht         Last updated: 17.03.2006

alle Berichte aus der Rabble-Tennisdatenbank zu: Daniela Hantuchová, Ai Sugiyama, Anastasia Myskina, Na Li, Jie Zheng
Daniela Hantuchová - Zurich Open 2005
Ai Sugiyama - Zurich Open 2005
Anastasia Myskina - Australian Open 2005
Das Warten auf einen Turniersieg - Daniela Hantuchová

 

2. Runde:   Daniela Hantuchová (8) - Svetlana Kuznetsova   6:3 1:6 5:7
(Mehr Infos zu dieser Partie gibt es im Bericht zu Svetlana Kuznetsova.)

WTA-Nummer 5 am 27. Januar 2003. Der Fall auf WTA-Position 54 am 7. Juni 2004. Der stetige Aufstieg bis auf den aktuellen Rang 14. Die Erwartungen sind wieder gestiegen. Doch immer noch ist der Gewinn des Titels in Indian Wells 2002 der einzige WTA-Turniersieg von Daniela Hantuchová.

Hantuchová startete sehr konzentriert in das Match und lag gemäss ihrer Taktik voll auf Kurs. Sie bewegte sich in den Returnspielen aber sehr schlecht. Wenn sie aus dem Platz gedrängt wurde, blieb sie oftmals in der Ecke stehen und spekulierte, anstatt wieder in die Ausgangsposition zur Mitte zurückzukommen. Doch dank den starken Aufschlagspielen konnte sie dieses Manko verkraften. Sie war es, der das einzige Break im ersten Satz zum 5:3 gelang.

Im zweiten Satz kam der 22-jährigen Slowakin wohl etwas die Spannung abhanden nach dem erfolgreichen ersten Satz und es machte sich etwas die Zufriedenheit breit. Nun kamen die ersten Aufschläge nicht mehr, was fatale Folgen für Hantuchovás Spiel hatte. Kuznetsova erzielte Break um Break und blieb bei ihrem eigenen Service unantastbar. Nach einem Ass im ersten Satz servierte die in der Sanchez-Casal Akademie in Barcelona trainierende Russin nun bereits deren fünf. Hantuchová bekam die Aufschläge ihrer Gegnerin nicht in den Griff und ihr blieb nur noch der ratlose Blick zu ihrem Trainer Nigel Sears. Das einzige Game, welches ihr im zweiten Satz gelang, war der glückliche Gewinn ihres Aufschlagspiels bei Stand von 0:3 nach einer 0:40-Rücklage.

Im dritten Satz ging die Aufschlagshow der 20-jährigen Russin weiter. Ob nach links oder rechts, die 1.74m grosse Kuznetsova hämmerte ihre Aufschläge an die Linien und schaffte weitere acht Asse. Hantuchová fand mit Glück in den dritten Satz zurück, indem sie einige Breakchancen abzuwehren vermochte und dran blieb. Auch bei 4:4 gelang es der in Monte Carlo wohnhaften Slowakin, ein 15:40 abzuwehren und auf 5:4 vorzulegen. Doch Kuznetsova glich zu Null zum 5:5 aus.
Das Servicegame Hantuchovás zum 5:6, dem einzigen Break im dritten Satz, ging dann sehr schnell weg. Aber siehe da: Hantuchová hatte sich in dieser Partie kaum Breakchancen erarbeiten können, doch als Kuznetsova zum Matchgewinn servieren konnte, war es auf einmal soweit. Vielleicht lag es ja auch daran, dass ich beim Seitenwechsel bei 6:5 mitten auf den Platz hineingeschrieen hatte "It's not over yet, you win three set matches". Und das stimmt ja auch. Hantuchová musste in ihren 16 Matches in diesem Jahr 7 mal über drei Sätze gehen und gewann alle 7 Partien. Ihr bot sich beim ersten Breakball eine wie man so schön sagt, hundertprozentige Chance, um ins Tie-Break zu kommen. Kuznetsovas Ball kam gerade noch über das Netz zurück, sprang einmal auf und Hantuchová musste ihn nur noch versenken. Sie wählte mit Links die richtige Seite aus... und hämmerte den Ball links und hinten je 20 Zentimeter über die Linie hinaus!? Den zweiten Breakball wehrte Sveta mit einem Ass ab und auch der dritte wurde zu Nichte gemacht. So setzte sich die Russin gegen die in der Weltrangliste um einen Rang besser klassierte Hantuchová doch noch verdient durch.

 

 

1. Runde:   Daniela Hantuchová (8) - Na Li   3:6 6:4 7:6

Matches gegen asiatische Spielerinnen werden für Daniela Hantuchová oft zu einer sehr zähen Angelegenheit. Mit sicheren und langen Grundlinienschlägen halten diese dank guter Laufarbeit dagegen. Das ist Gift für das druckvolle, aber auch fehleranfällige Spiel von Hantuchová.

Fast wie schon gewohnt begann das Match mit einer schlechten Beinarbeit von Hantuchová. Im Verlauf einer Partie steigert sie sich in diesem Punkt jeweils, da sie das Spiel der Gegnerin besser antizipieren kann und deshalb auch besser steht. Zu Beginn waren die Probleme aber offensichtlich. Hantuchová deckte die Rückhandseite ab und Li punktete mit Schlägen auf die offene Vorhandseite der Slowakin.

Na Li spielte nicht nur sehr präzise, sondern auch sehr hart. Normalerweise ist es immer Daniela Hantuchová, welche ein Match bestimmt. Ausser gegen Venus Williams und vielleicht noch Lindsay Davenport habe ich sie noch nie live gegen jemanden spielen sehen, die gleich hart schlägt wie sie selbst. Und da kommt nun eine 23-jährige Chinesin und haut ihr die Bälle schneller zurück, als sie von Hantuchová selbst daherkommen.

Entsprechend ratlos wirkte Daniela Hantuchová auch nach dem verlorenen ersten Satz. Sie wurde mit ihren eigenen Waffen geschlagen. Ende des ersten Satzes verliess ihr langjähriger Coach, Nigel Sears, mit dem die Slowakin während eines Spiels jeweils regen Blickkontakt hat, die Zuschauerränge und kehrte nicht mehr zurück. Das hatte ich zuvor noch nie gesehen.

Hantuchová musste ihr Spiel also etwas anpassen. Da erste Mittel, wenn es mit ihrem "normalen" Spiel nicht nach Wunsch läuft, ist bei ihr das Einstreuen von Stoppbällen. Im ersten Satz klappte das zweimal super, in den Sätzen zwei und drei aber überhaupt nicht mehr. Das zweite Mittel ist, einige hohe Bälle ins Spiel einzubauen. Das war in eine gute Variante und auch einigermassen wirkungsvoll.

Doch der eigentliche Grund, warum Daniela Hantuchová in die Partie zurückfand, war ihre Gegnerin. Mit dem Sieg vor Augen beging die 69. der Weltrangliste viele schwere Fehler. Das waren wohl die Nerven, die Na Li da einen Strich durch die Rechnung machten.

Nach einem verlorenem Startsatz ein Match noch in drei Sätzen zu gewinnen, ist nichts Neues für Daniela Hantuchová. In fünf Turnieren im Jahr 2006 gelang ihr dieses Kunststück bereits gegen Beygelzimer, Schnyder, Obata und Jankovic. Wobei man inklusive dem Sieg gegen Li in dieser Partie in mindestens drei Matches davon natürlich bemängeln kann, dass es überhaupt erst zu einem Satzverlust gekommen war.

Dank einem knappen Sieg im Tie-Break des dritten Satzes schaffte es Hantuchová in die zweite Runde.
Eine Woche später beim Turnier in Doha war aber Revanche angesagt. Die Partie nahm einen völlig anderen Verlauf als in Dubai. Hantuchová führte 6:4 5:1 und unterlag Li noch mit 6:4 6:7 1:6.

 

 

1. Runde:   Anastasia Myskina (6) - Jie Zheng   6:3 6:7 6:1

Ebenfalls ein sehr umkämpftes Match gegen eine Chinesin hatte Anastasia Myskina zu bestreiten. Ihre Gegnerin war die 22-jährige Jie Zheng, die aktuelle Australian Open-Siegerin im Doppel.

Eigentlich hatte die 24-jährige Myksina alles im Griff, aber das zweite Game im zweiten Satz gestaltete die Partie ausgeglichener. Zheng hatte unglaubliche Mühe, ihren Service zum 1:1 im zweiten Satz zu halten. Minutenlang quälten sich die Beiden über Einstand, ehe die Chinesin den Ausgleich doch noch bewerkstelligen konnte.

Die russische French Open-Siegerin 2004 beeindruckte mich mit ihrer unglaublich hart geschlagenen Vorhand. Dank ihrer aufsteigenden Form sollte sich die aktuelle Nummer 11 der Weltrangliste nach einem schwierigen Jahr 2005 nun wieder in den Top 10 festsetzen können.

Anastasia Myskina wechselt nach dem ersten Game im Satz oder dem Seitenwechsel im Tie-Break die Seite gerne auf der gegenüberliegenden Seite der Spielerbank (Bild 1). Eine Pause ist in diesen Situationen sowieso nicht erlaubt und dadurch kann sie der Gegnerin aus dem Weg gehen und sich ganz auf ihr Spiel konzentrieren.

Jie Zheng war bei ihren Stoppbällen sehr unkonstant. Ein Drittel fiel vor dem Netz auf den Boden, ein Drittel war sehr gut gespielt und ein Drittel viel zu lang und zu hoch.
Die Chinesin regte sich über einige Schiedsrichterentscheidungen auf (Bild 3). Vor allem, als sie von einem Zuschauer einen Out-Ruf gehört hatte und dachte, dieser sei vom Linienrichter gewesen. Der Punkt wurde aber korrekterweise Myskina zugesprochen.

 

2. Runde:   Anastasia Myskina (6) - Martina Hingis (W)   4:6 3:6

 

 

1. Runde:   Ai Sugiyama - Lucie Safarova   2:6 3:6
(Mehr Infos und Bilder zu dieser Partie gibt es im Bericht zu Lucie Safarova.)

Nach ihrer höchsten Klassierung im Einzel mit Rang 8 im Februar 2004 besetzt Ai Sugiyama mit dem Weltranglistenplatz 26 zur Zeit in etwa wieder die Region, in der sie bereits die letzten 10 Jahre über im Damentennis anzutreffen gewesen ist.

Lucie Safarova beging in ihrem ersten Aufschlagspiel bei 0:1 drei Doppelfehler in Folge. Wenn da nicht die Doppelfehler wären, hätte die Linkshänderin einen sehr guten Aufschlag. Zwischendrin gab es auch das eine oder andere Ass.

Mit ihrem Hop oder Top-Spiel beging die 19-jährige zwar viele Fehler, doch sie dominierte die Partie gegen die 30-jährige Sugiyama. Die Japanerin spielte für ihre Verhältnisse zu fehlerhaft. Nach der schnellen Führung im ersten Satz musste sich Sugiyama auch nach einem 3:0-Vorsprung im zweiten Satz ohne weiteren Gamegewinn geschlagen geben.

Die Saison im Einzel hat für Sugiyama sehr schlecht begonnen. Die Niederlage in Dubai bildete die fünfte Startrundenniederlage in Folge.
Doch in der darauffolgenden Woche in Doha gelang ihr nicht nur der ersten Matchgewinn im laufenden Jahr, sondern sie spielte sich auch gleich bis in das Halbfinale vor.

 

 

Doppel Halbfinale:   Daniela Hantuchová/Ai Sugiyama (3) - Svetlana Kuznetsova/Nadia Petrova   4:6 6:2 4:6
(Mehr Infos zu dieser Partie gibt es im Bericht zu Kuznetsova/Petrova.)

Da galt es für Hantuchová/Sugiyama, die sich bietende Chance zu packen. Während sie im Einzel früh ausgeschieden waren und sich auf die Doppelkonkurrenz konzentrieren konnten, hatten ihre Gegnerinnen ein hartes Programm zu absolvieren. Svetlana Kuznetsova musste sich im Einzel durch den verregneten Donnerstag und Freitag kämpfen. Zusammen mit ihrer im Einzel sang- und klanglos ausgeschiedenen Doppelpartnerin Nadia Petrova musste sie zu ihrer Viertelfinalpartie im Doppel noch am Freitagabend um Mitternacht auf den Platz. Und das Halbfinale begann ja bereits wieder am Samstag um 13 Uhr.

Doch Kuznetsova und Petrova machten das clever und servierten Daniela Hantuchová zum Beispiel immer auf die Rückhand (Bild 1 und 2). Wenn möglich mit etwas Kick, damit der Ball relativ hoch absprang. Auch bei den Volleys beging Hantuchová viele Fehler.

Nadia Petrova hatte wie schon im Einzel einige Mühe beim Timing ihres Aufschlags. Sie musste bereits ihr erstes Aufschlagspiel zum 0:1 abgeben. Doch die beiden Russinnen holten die nächsten Games zur 3:1-Führung im ersten Satz.

Die Entscheidung im Match fiel zu Beginn des dritten Satzes, als Kuznetsova/Petrova mit 3:0 vorlegen konnten. Im letzten Game der Partie unterliefen Hantuchová zwei Volleyfehler und Sugiyama beendete die Partie mit einem Doppelfehler.

Aber auch an dieser Stelle gibt es noch den erfolgreichen Blick an das Turnier nach Doha, das in der Woche nach Dubai statt fand. Daniela Hantuchová und Ai Sugiyama konnten ihren zweiten gemeinsamen Titelgewinn im Doppel feiern. Für die 22-jährige Slowakin war es insgesamt Doppeltitel Nummer 7, für die 30-jährige Sugiyama bereits Nummer 32.

 

 

Doppel 2. Runde:   Daniela Hantuchová/Ai Sugiyama (3) - Maria Vento-Kabchi/Sania Mirza   6:3 6:2
(Mehr Infos und Bilder zu dieser Partie gibt es im Bericht zu Sania Mirza.)

Stil und Taktik von Sania Mirza im Doppel wirken sehr unkonventionell. Ihre Volleys sind technisch nicht sehr sauber, irgendwie "abgehackt". Ihr Lieblingsschlag beim Return ist es, den Ball longline durchzuziehen. Dort steht zwar die gegnerische Spielerin bereit und müsste eigentlich nur gerade auf diesen Ball gewartet haben, doch aus irgend einem Grund versagten die Spielerinnen am Netz überraschend oft. So gelangen der Inderin entweder Passierbälle an der Gegnerin vorbei oder sie spielte direkt auf ihre Kontrahentin, welche den Ball nicht mehr kontrollieren konnte. Man könnte dem auch "die Gegnerin abschiessen" sagen, aber auf dem Niveau müsste die Spielerin am Netz eigentlich im Vorteil sein und den Punkt dank einem guten Volley zu ihren Gunsten entscheiden können.

In der ersten Runde hatte das venezulanisch-indische Doppel überrascht und die russische Paarung Kirilenko/Myskina ausgeschaltet. Gegen Hantuchová/Sugiyama blieben die beiden in der vom Regen unterbrochenen Partie aber chancenlos. 

 

 

Doppel 1. Runde:   Daniela Hantuchová/Ai Sugiyama (3) - Mashona Washington/Henrieta Nagyova   6:4 6:3
(Mehr Infos zu dieser Partie gibt es im Bericht zu Henrieta Nagyova.)

Die Doppelpartie war eine etwas einseitige Angelegenheit für Hantuchová/Sugiyama. Die Favoritinnen mussten nicht mehr tun als notwendig. Nach dem Match diskutierten die beiden Siegerinnen der Spielerbank aber noch intensiv über die Taktik und Spielweise bei einigen Punkten.

In diesem Match gefiel mir Mashona Washington, die 29-jährige US-Amerikanerin, dank ihrer guten Übersicht und Spielverständnis sehr gut.

 

 

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