US Open 2013, New York City

zurück zur Übersicht          Last updated: 19.07.2015

2018: WTA Top 10 - Mladenovic #2, Azarenka #8, Barty #9, Larsson, Duval, Cornet, Nestor (Rudimental, Emeli Sandé)

 

Zwei Spielerinnen kommen unter anderen über vielversprechende Leistungen im Doppel in meine Top 10-Liste in fünf Jahren. Sowohl Mladenovic als auch Barty spielten in diesem Jahr in Grand Slam-Finals. Die Französin in zwei im Mixed Doppel mit Nestor. Die Australierin sogar in drei im Damen Doppel mit Dellacqua. Das offenbart hohes Potential, welche es in das Einzelspiel zu transferieren gilt.

Meine Vorhersage auf Rabble.ch
zur Top 10 der WTA Weltrangliste in fünf Jahren (d.h. in der Woche nach Wimbledon 2018)
WTA Entry List (09.07.2018)
eine Woche nach Wimbledon 2018
Spielerin Nationalität Geburtsdatum WTA Entry List (29.07.2013)
drei Wochen nach Wimbledon 2013
1 KEYS Madison USA 17.02.1995 40
2 MLADENOVIC Kristina Frankreich 14.05.1993 38
3 LISICKI Sabine Deutschland 22.09.1989 18
4 ROBSON Laura Grossbritannien 21.01.1994 32
5 STEPHENS Sloane USA 20.03.1993 15
6 KVITOVA Petra Tschechien 08.03.1990 7
7 BENCIC Belinda Schweiz 10.03.1997 330
8 AZARENKA Victoria Weissrussland 31.07.1989 3
9 BARTY Ashleigh Australien 24.04.1996 168
10 VEKIC Donna Kroatien 28.06.1996 62

 

Mona BarthelMona BarthelMona BarthelJohanna Larsson
Mona Barthel (WTA 34) - Johanna Larsson (WTA 80)   6:1 6:4
Barthel ist mit ihren 185cm eine grosse Spielerin mit guten Hebeln und mag daher auch Bälle auf Schulterhöhe, da sie diese mit entsprechender Geschwindigkeit drücken kann. Das stellt für Larsson ein Problem dar, da sie ihre Gegnerinnen gerne mit einem hoch abspringenden Kickaufschlag beim zweiten Service und hoch abspringenden Top Spin-Bällen aus dem Spiel heraus aus dem Platz drängt. Doch die 23-jährige Deutsche lässt sich davon nicht zurückdrängen sondern nimmt die Bälle gleich auf dem höchsten Punkt und macht Druck damit. Sie holte sich den ersten Satz in nur 21 Minuten.
Ich hatte Johanna zum Satzwechsel ein "full power" mitgegeben, da sie im ersten Satz etwas abwartend gespielt hatte. Hier war nur etwas zu gewinnen, wenn sie voll dagegenhält und Barthel etwas aus der Position bringen kann. Larsson servierte daraufhin ihr Aufschlagspiel aggressiv zum 1:0 durch und wieder auf meiner Seite angekommen fügte ich noch ein "not too high" an. Ich liess mich nicht davon beirren, dass mit Barbara Rittner die deutsche Fed Cup-Chefin gleich einen Platz hinter mir sass. Kurz zuvor war auch noch Anke Huber dort gesessen.
Die Schwedin war nun im Spiel angekommen und legte mit ihren Aufschlagspielen jeweils bis zum 4:3 vor. Bei 4:4 kassierte sie dann doch das Break. Schuld war einerseits ihre Quote erster Aufschläge von nur 52%, was einen immensen Druck auf sie ausübte. Denn die Returns auf die hohen zweiten Kickaufschläge gehören zur Waffe von Barthel. Larsson liess sich erwischen, da Barthel gerade auf der Vorteilseite gerne longline returnierte. Das ist für eine Rechtshänderin zwar nicht üblich, aber ich persönlich finde diese Variante sehr effektiv. Larsson stand bei ihren Aufschlägen zu weit aussen quasi auf der "falschen" Seite, damit sie mit Kick schön nach aussen aufschlagen konnte. So aber wurde ihr Weg zu lang, um den Return abzudecken. Erst kassierte sie diesen Punkt zur Abwehr eines eigenen Spielballs. Einen Punkt später wurde sie wieder so erwischt. Diesmal zum vorentscheidenden Break. Vor allem der zweite gleichartige Punktverlust innert einer Minute war sehr ärgerlich. Beim letzten Aufschlagspiel von Barthel erhielt Larsson noch die Chance zum Break, aber ihr sollte heute kein Servicedurchbruch gelingen.

 


Johanna Larsson/Kiki Bertens (WTA Doppel 217/492) - Maria Sanchez/Shelby Rogers (WTA Doppel 116/244)   7:5 6:4
Auf Bild 3 sind Larssons Coach Jeff Wilson und die niederländische Tenniskollegin
Richel Hogenkamp auf den Zuschauerbänken zu entdecken. Die schwedisch-niederländlische Kombination kam mir etwas nachlässig vor gegen die mit einer Wild Card ausgestatteten jungen US-Amerikanerinnen. Beim Aufschlag von Bertens liessen sie sich zum 2:4 breaken, wobei sie sich bis zur Unwetterunterbrechung wieder mit 5:4 in Front gebracht hatten.
Das war die erste Regenunterbrechung bevor der Regen da war! Ich dachte erst es sei ein Witz, aber die Spielerinnen war wohl zuvor über ein bevorstehendes Unwetter informiert worden und auf allen Plätzen wurden die Tennistaschen recht früh zusammengepackt. Es scheint in den USA wohl irgend einen Vorfall durch einen Blitzeinschlag gegeben zu haben und versicherungstechnisch will man da jetzt kein Risiko mehr eingehen. Denn eine Woche später wurde auch der Auftakt der National Football League in Denver wegen Blitzen um eine Stunde verschoben. Wieder eine Woche später passierte das in der NFL gleich nochmals. Letztendlich erlebten aber sowohl bei den US Open als auch in der NFL die Zuschauer nur leichten Wimbledon-Regen und nicht mehr. Trotzdem wurde das komplette Evakuationsprozedere aufgefahren und selbst unser Sitzplatz im Trockenen auf dem Grandstand war nicht mehr sicher genug. Da hat es zwar überall hohe Masten, die als Blitzableiter taugen würden, aber man forderte uns via Lautsprecher auf, dass wir in ein Gebäude hinein gehen sollten. Glücklicherweise reagierten die New Yorker Zuschauer aber nicht darauf und auch die sonst sehr bestimmten Sicherheitskräfte verliehen diesem mit dem Zusatz "there is lighning everywhere" vorgetragenen Anliegen keinen Nachdruck.
Das Ende des Doppels auf Court 8 konnte ich leider nicht mehr verfolgen, da ich am Mittwochabend zum Konzert von Rudimental und Emeli Sandé in den Central Park ging.


Rudimental, Emeli Sandé
Das war mein erstes Konzert, welches ich wegen der Vorband sehen wollte und nicht wegen dem Hauptact! Niemand kannte hier die Londoner von Rudimental, aber ich war hell begeistert und voll dabei! Rudimental trat am SummerStage Festival im Central Park mit Becky Hill (Bild 4) als Sängerin auf und nicht mehr mit Ella Eyre wie im März in Miami. Auch Emeli Sandé macht ihre Sache gut. Sie kam um 20:45 Uhr wohl sogar extra etwas zu früh auf die Bühne, weil die ungeduldigen New Yorker Zuschauer ohne Gnade ihren Auftritt forderten. Das was sie zu bieten hat ist moderne Popmusik Jahrgang 2013. Sie hat eine unglaublich gute Stimme und schreibt ihre Songs auch selbst. Für mich war es etwas zu amerikanisch angehauchte Popmusik um mich komplett umzuhauen. Obwohl sie eine Engländerin ist klingt ihre Musik extrem nach New York City. Wenn ich ihr Lied "Next to me" höre, dann kommt mir sofort NYC in den Sinn. Wohl weil es auch etwas nach Alicia Keys klingt.
An diesem Mittwochabend jährte sich die "I have a dream"-Rede von Martin Luther King in Washington zum fünfzigsten Mal.
Am Himmel über New York City sieht man die Sterne wohl nie. Selbst wenn man im Central Park nach oben schaut, dann färben die Lichter der Stadt den Himmel hellbraun, gelb oder grau.

Daniela Hantuchova
Daniela Hantuchova (WTA 48) - Maria Sanchez (WTA 111)   7:5 6:2
Neben Jankovic konnten Hantuchova und Azarenka in punkto Zickigkeit mithalten. Bei Hantuchova war es ein vermeintlicher Fehlentscheid bei einem belanglosen Spielstand. Sie meckerte zwei Minuten an einem gut gegebenen Ball an der eigenen Grundlinie herum bei 7:6 5:1 und Matchball. Es ging zurück auf Einstand statt zum Spielende und Jubel. Es war Matchball, aber sie hielt das Spiel ohnehin fest in den eigenen Händen. Da beginnt sie beinahe zu weinen vor Unverständnis. Wie alt bist Du, 17? Ah nein, 29!
Wobei mich Hantuchova für obige negative Berichterstattung doch noch Lügen straft. In der dritten Runde lag sie gegen die israelische Qualifikantin Glushko bei eigenem Aufschlag mit 3:6 2:5 und 0:30 hinten und drehte die Partie zum 3:6 7:5 3:0. Es wäre kein klassisches Damenmatch gewesen, wenn es nicht noch einmal gedreht hätte. Bei 4:5-Rückstand wehrte die Slowakin vier Matchbälle ab um schliesslich im Tie-Break zu triumphieren. Da hätte in der Theorie also auch ihr Ausraster im Match gegen Sanchez noch die Wende einleiten können...
Hantuchova figurierte als Comebackpartnerin von Martina Hingis, mit der sie im nordamerikanischen Sommer die Turniere von Carlsbad, Toronto, Cincinnati, New Haven und den US Open bestritt. Es resultierten drei Siege bei fünf Niederlagen, wobei die 29-jährige Slowakin und die 32-jährige Schweizerin mit slowakischen Wurzeln an kompetitiven Gegnerinnen wie zweimal Errani/Vinci, Kops-Jones/Spears, Görges/Zahlavova Strycova und Black/King gescheitert sind. Die noch mit Thibault Hutin verheiratete Hingis hatten wir am späteren Samstagnachmittag vor Turnierbeginn übrigens Händchenhaltend mit ihrem neuen Freund David Tosas Ros unweit der Grand Central Station gesehen.

Victoria Duval
Victoria Duval (WTA 296)
Die erste Überraschung des Turniers gelang der erst 17-jährigen Duval. Sie besiegte in der ersten Runde die US Open-Siegerin des Jahres 2011 Samantha Stosur nach 2 Stunden und 39 Minuten mit 5:7 6:4 6:4. Beim Aufwärmen vor ihrer Partie gegen Hantuchova (Bild 1) wirkte die Tochter haitischer Eltern auf mich allerdings nicht übermässig beeindruckend. Nett war aber die Szene als ihre Kolleginnen aus dem Juniorinnenturnier zu ihr kamen und ihr zu ihrem grossartigen Erfolg gratulierten.

Kiki Bertens, Johanna LarssonGalina VoskoboevaKristina MladenovicJohanna Larsson, Kiki Bertens
Kristina Mladenovic/Galina Voskoboeva (WTA Doppel 22/39) - Johanna Larsson/Kiki Bertens (WTA Doppel 217/492)   7:5 7:6
Um die Stärken von Kristina Mladenovic zu erläutern kann ich auf ihre Auftritte in Wimbledon verweisen, wo unter anderem Larsson/Arvidsson im Doppel chancenlos geblieben waren. Nach nur zwei Matchgewinnen in sieben gemeinsamen Grand Slam-Auftritten in Folge haben es die Schwedinnen an den US Open in neuen Formationen versucht. Überraschenderweise konnte Larsson an der Seite von Bertens gegen die höher eingestuften Gegnerinnen mithalten. Erst war etwas Lachen und gute Stimmung machen angesagt bei der neuen Kombination, bis sie nach einigem Abtasten merkten dass etwas drin lag. Bei 5:5 gingen dann aber vier Games in die falsche Richtung und so fanden sich Larsson/Bertens mit 5:7 0:2 im Hintertreffen wieder. Das ist genau die Situation, wo man sich dann als Aussenseiter unweigerlich mit seinem Schicksal abfindet. Dem entgegnete ich mit einem "don't be shy, you can win this". Nur hatte das natürlich auch Mladenovic gehört, die mit Bombenaufschlägen dagegenhielt. Dennoch konnten Larsson und Bertens breaken und danach zum 2:2 ausgleichen. Doch bald standen sie bei 2:5 mit dem Rücken zur Wand. Bertens musste ihren Aufschlag halten. Das war die Kombination, in der das schwedisch-niederländische Doppel verwundbar war. Denn Larsson beging die Fehler am Netz und Bertens beging die Fehler beim Aufschlag und von der Grundlinie. Anders herum funktionierte ihre Partnerschaft exzellent wenn Larsson von hinten Druck machte und Bertens vorne die Volleys in Gewinnschläge verwandelte. Allen Unkenrufen zum Trotz wehrten sie bei Aufschlag Bertens einen Matchball ab und verkürzten auf 3:5. Im nächsten Game folgte ein weiterer Matchball, den Larsson mit einem Longlinepassierball auf die Linie abwehrte. Der Linienrichter gab den Ball aus, doch der Stuhlschiedsrichter überstimmte sofort und gab den Ball gut. Dadurch verhinderte er das Spielende und kurz darauf verkürzten Larsson/Bertens auf 4:5. Kurze Zeit später mussten sie bei Aufschlag Bertens und 5:6 erneut einen Matchball abwehren und erreichten das Tie-Break. In der Kurzentscheidung hatten sie einen einzigen Satzball, den sich aber nicht nutzen konnten. Nach so vielen ausgelassenen Chancen verwerteten Mladenovic/Voskoboeva schliesslich doch noch ihren insgesamt sechsten Matchball zum knappen Zweisatzerfolg. Trotz Niederlage war das eine echt coole Aufholjagd von Johanna und Kiki gewesen.

Kristina MladenovicDaniel Nestor, Kristina MladenovicCasey DellacquaScott Lipsky
Kristina Mladenovic/Daniel Nestor (WTA Doppel/ATP Doppel 22/15) - Casey Dellacqua/Scott Lipsky (WTA Doppel/ATP Doppel 15/26)   6:3 6:3
Die Wimbledonsieger und French Open-Finalisten setzten sich in der ersten Runde durch. Die unterlegene Dellacqua ihrerseits sollte im Damen Doppel an der Seite der erst 17-jährigen Ashleigh Barty an den US Open ihr drittes Grand Slam-Finale des Jahres erreichen. Doch auch beim dritten Versuch blieben die Australierinnen ohne Titelgewinn.
Aus ihrem Privatleben hatte die 28-jährige Dellacqua eine erfreuliche Nachricht zu vermelden. Ihre Lebenspartnerin hatte vor wenigen Wochen einen Sohn geboren. Dellacqua wurde also auch Mutter. Für die Öffentlichkeit kam diese Nachricht überraschend, da die Australierin zuvor nie über ihre Homosexualität gesprochen hatte.

Katarina Srebotnik, Nenad ZimonjicKristina MladenovicKristina MladenovicKristina Mladenovic, Daniel Nestor
Kristina Mladenovic/Daniel Nestor (WTA Doppel/ATP Doppel 22/15) - Katarina Srebotnik/Nenad Zimonjic (WTA Doppel/ATP Doppel 6/11)   6:1 7:6
Der 37-jährige Zimonjic steht dann und wann recht angefressen auf dem Platz. Das war auch in diesem Spiel der Fall, weil der Serbe nur kurz zuvor seine Partie im Herren Doppel verloren hatte. Im ersten Satz spielte er sehr schlecht. Im zweiten Satz befreite er sich mit starken Aufschlägen und Assen und baute so seinen Frust ab.


Daniel Nestor/Vasek Pospisil (ATP Doppel 15/150) - Mahesh Bhupathi/Philipp Petzschner (ATP Doppel 10/106)   6:3 7:6
In diesem Jahr ging es für Nestor in der Doppel-Weltrangliste so weit herunter wie seit dem November des Jahres 2000 nicht mehr. Nestor und Bhupathi hatten das Jahr auf der selben Seite des Netzes begonnen. Den einzigen ATP-Titelgewinn des Jahres holte sich Nestor in Winston-Salem in der Woche vor den US Open an der Seite des ebenfalls 40-jährigen Leander Paes. Der Kanadier war nach dem gemeinsamen Auftritt im Londoner Queen's Club im Jahr 1994 erst zum zweiten Mal in seiner Karriere an der Seite des Inders angetreten! An diesen US Open gewann Paes zusammen mit Stepanek den Titel.
Nestor tat sich mit dem ebenfalls auf den Bahamas wohnhaften 23-jährigen Landsmann Pospisil zusammen. Denn der grösste Erfolg Nestors in dieser Saison war der historische Höhenflug des kanadischen Davis Cup-Teams, welches seit Einführung der Weltgruppe im Jahr 1981 in selbiger noch nie einen Sieg hatte feiern können. In diesem Jahr triumphierte man zu Hause über Titelverteidiger Spanien sowie über Italien. Im zweiten Halbfinalspiel der kanadischen Geschichte nach 1913 sollte man in der Woche nach den US Open mit 2:3 in Serbien auf Sand scheitern. Nestor/Pospisil hatten ihr Team gar dank einem 10:8 im fünften Satz über Zimonjic/Bozoljac mit 2:1 in Führung gebracht. Gegen Italien hatten sie sich mit 15:13 im fünften Satz gegen Bracciali/Fognini durchgesetzt. Gegen Lopez/Granollers und Spanien waren sie mit 2:6 im fünften Satz unterlegen. Baumeister des kanadischen Erfolgs ist Raonic, der die Truppe um Nestor, Pospisil und Dancevic anführt.

Antonia Lottner
Antonia Lottner (ITF U18 11)
Von Mexiko City über das italienische Santa Croce, Mailand und dem Grand Slam-Titel auf Sand in Roland Garros, weiter auf Rasen in Roehampton bis zum Wimbledon-Triumph war Belinda Bencic die ungeschlagene Dominatorin bei den Juniorinnen gewesen. Bei den US Open aber konnte sich die im Final der French Open unterlegene Lottner an der Schweizerin revanchieren. Bencic hat es als Jüngste in meine Top 10-Liste des Jahres 2018 geschafft.

Victoria AzarenkaVictoria AzarenkaAlize CornetAlize CornetAlize CornetVictoria Azarenka
Victoria Azarenka (WTA 2) - Alize Cornet (WTA 28)   6:7 6:3 6:2
Wie Jankovic und Hantuchova hat sich Azarenka bei mir auf die Liste der nervtötenden Spielerinnen gespielt. Das Stöhnen und der schlechte Kleidergeschmack oder die etwas grenzwertigen Jubelszenen nach einem Sieg würden mich nicht sonderlich stören. Aber vor einem Breakball zum Return hinstehen und dann noch extra die Hand heben, um die Gegnerin warten zu lassen, das sind dumme Mätzchen, die man sich auf der WTA Tour anscheinend leisten kann. Das würde ich sofort verbieten. Entweder stehst Du zum Return hin und bist bereits oder Du stehst noch nicht hin. Mein Eindruck, dass die Weissrussin neben dem Platz eine recht Coole ist, der zählt auch nicht mehr. Denn wenn Du Dich auf dem Platz so benimmst und die Bälle nur immer von einem Balljungen nimmst, dann zickst Du auch im normalen Leben herum. Auf dem Platz gegen Cornet war sie sichtlich unzufrieden und angefressen. Privat war sie erst lange mit Sergei Bubka Jr. zusammen, der einen steinreichen und berühmten Vater hat. Dieser ist dann Endes des letzten Jahres in dieser abenteuerlichen Story, wo er bei einer Party eines Freundes in Paris im Badezimmer eingeschlossen war, beim Versuch sich aussen an der Fassade zum nächsten Zimmer zu hangeln vom fünften Stock gefallen. Ich könnte mir gut vorstellen, dass das Leben als Sohn eines berühmten Vaters auch nicht gerade leicht ist und der Junior absichtlich aus dem fünften Stock gesprungen ist. Im Krankenhaus besuchte ihn dann wie man vernahm auch Azarenka, die erst frisch seine Ex gewesen war. Etwas später hatte sie mit Red Foo (Stefan Kendal Gordy) einen neuen Partner an ihrer Seite, der einen noch steinreicheren Vater hat als Bubka. Sein Vater ist Berry Gordy Jr., der Gründer des Musiklabels Motown.
Kommen wir aber zur Partie gegen Cornet. Die Französin hatte bereits bei der letzten Begegnung in Roland Garros (Bild 1) den ersten Satz gewonnen und musste danach ihrem intensiven Spiel Tribut zollen. Gerade wenn es gegen eine Nummer 2 der Welt geht, wird jedes kleine Nachlassen bestraft und da konnte Cornet ihr Niveau nicht ganz auf hundert Prozent halten. Trotzdem war der Satzgewinn in New York auf Hartplatz für die 23-jährige beachtlich, da ihr die Bedingungen auf Sand vor dem Heimpublikum in Roland Garros natürlich mehr entgegengekommen waren. Überrascht hatten mich vor allem die neun Asse der 173cm grossen Spielerin aus Nizza. Zehn Doppelfehler relativierten die Aufschlagleistung allerdings wieder etwas.

Alize CornetAlize CornetMaria Joao Koehler
Alize Cornet (WTA 28) - Maria Joao Koehler (WTA 125)   6:3 6:2
Cornet ist vom Verhalten her auch nicht immer über alle Zweifel erhaben. Aber ihr verzeiht man das, weil sie positiv ausgedrückt einfach sehr temperamentvoll französisch ist. Vom Aufeinandertreffen mit Koehler wollte ich mir einige Szenen ansehen, da ich von diesem Spiel eine Schlacht erwartete. Eine amüsante Szene ergab sich nach einem langen Ballwechsel. Koehler nahm sich zu lange Zeit bis sie zu ihrem nächsten Aufschlag bereit war und wurde verwarnt. Sie reklamierte sofort, dass Cornet auf der anderen Seite im Schatten des Zauns gewartet habe und auch noch nicht bereit gewesen sei. Das Argument zählt aber nicht, da Koehler die Aufschlägerin war und das Tempo vorzugeben hatte. Sie wurde also folgerichtig wegen Zeitüberschreitung verwarnt. Cornet hatte akustisch wohl nicht ganz verstanden wer die Verwarnung erhalten hatte und fragte entsetzt: "who? me?". Zum Glück konnte die Schiedsrichterin sie umgehend beruhigen, denn sonst wäre der französische Vulkan explodiert.
Neben dem Platz hatte Cornet die Unterstützung von Mauresmo, Dechy, Benneteau, Parmentier und weiteren Franzosen, die alle dem Spiel beiwohnten. In Frankreich wird der Teamgeist stark gefördert, was im Tennis nicht immer einfach ist. Dies wird einerseits durch die gemeinsame Identität der französischen Sprache gefördert. Andererseits kommt auch die Stellung der Fédération Française de Tennis (FFT) zum Tragen. Durch das eigene Grand Slam-Turnier in Roland Garros, den riesigen Einnahmen, den zu vergebenden Wild Cards und den Trainingsmöglichkeiten kann der Verband einen grossen Einfluss ausüben und es empfiehlt sich, dass man sich mit der FFT gut stellt.

 

Damen Einzel
 1. Runde  2. Runde  3. Runde  4. Runde  Viertelfinal  Halbfinal  Final
 Mona Barthel (28) -
 Johanna Larsson
 6:1 6:4
 Alison Riske (W) -
 Mona Barthel (28)
 6:4 6:2
 Alison Riske (W) -
 Petra Kvitova (7)
 6:3 6:0
 Daniela Hantuchova -
 Alison Riske (W)
 6:3 5:7 6:2
 Victoria Azarenka (2) -
 Daniela Hantuchova
 6:2 6:3
 Victoria Azarenka (2) -
 Flavia Pennetta
 6:4 6:2
 Serena Williams (1) -
 Victoria Azarenka (2)
 7:5 6:7 6:1
 Daniela Hantuchova -
 Maria Sanchez (W)
 7:5 6:2
 Daniela Hantuchova -
 Victoria Duval (Q)
 6:2 6:3
 Daniela Hantuchova -
 Julia Glushko (Q)
 3:6 7:5 7:6
 Victoria Duval (Q) -
 Samantha Stosur (11)
 5:7 6:4 6:4
 Alize Cornet (26) -
 Maria Joao Koehler (Q)
 6:3 6:2
 Alize Cornet (26) -
 Ajla Tomljanovic (Q)
 6:2 6:2
 Victoria Azarenka (2) -
 Alize Cornet (26)
 6:7 6:3 6:2
 Victoria Azarenka (2) -
 Ana Ivanovic (13)
 4:6 6:3 6:4
 Victoria Azarenka (2) -
 Dinah Pfizenmaier
 6:0 6:0
 Victoria Azarenka (2) -
 Aleksandra Wozniak
 6:3 6:1

 

Damen Doppel
 1. Runde  2. Runde  3. Runde
 Larsson/Bertens -
 Sanchez/Rogers (W)
 7:5 6:4
 Mladenovic/Voskoboeva (14) -
 Larsson/Bertens
 7:5 7:6
 Petrova/Srebotnik (3) -
 Mladenovic/Voskoboeva (14)
 4:6 6:2 6:3
 Mladenovic/Voskoboeva (14) -
 Birnerova/Vögele
 6:2 7:5

 

Mixed Doppel
 1. Runde  2. Runde  Viertelfinal  Halbfinal
 Mladenovic/Nestor -
 Dellacqua/Lipsky
 6:3 6:3
 Mladenovic/Nestor -
 Srebotnik/Zimonjic (2)
 6:1 7:6
 Mladenovic/Nestor -
 H.C. Chan/Emmrich
 7:6 6:3
 Hlavackova/Mirnyi (7) -
 Mladenovic/Nestor
 7:5 6:7 12-10

 

Herren Doppel
 1. Runde  2. Runde  3. Runde
 Nestor/Pospisil -
 Bhupathi/Petzschner
 6:3 7:6
 Nestor/Pospisil -
 Robredo/Montanes
 4:6 6:2 6:1
 Bryan/Bryan (1) -
 Nestor/Pospisil
 6:7 7:5 6:2

 

Juniorinnen
 1. Runde  2. Runde  3. Runde  Viertelfinal  Halbfinal
 Antonia Lottner (7) -
 Margot Yerolymos
 7:6 6:1
 Antonia Lottner (7) -
 Katerina Stweart (W)
 6:3 6:4
 Antonia Lottner (7) -
 Camila Giangreco Campiz (12)
 7:6 7:5
 Antonia Lottner (7) -
 Belinda Bencic (1)
 6:4 6:2
 Tornado Alicia Black (W) -
 Antonia Lottner (7)
 7:5 6:3

 

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