Porsche Tennis Grand Prix 2013, Stuttgart

zurück zur Hauptseite         Last updated: 16.03.2014

Stuttgart 2007,   Stuttgart 2008,   Stuttgart 2009,   Stuttgart 2010,   Stuttgart 2011,   Stuttgart 2012
26. April 2013

Julia Görges, Andrea Petkovic, Angelique Kerber, Sabine Lisicki
Tournament of the Year 2007, 2008, 2010, 2011 & 2012
Im abgelaufenen Jahr wurde das Turnier in der Neckarstadt von den WTA-Spielerinnen erneut zum Turnier des Jahres der Premium Kategorie gewählt. Der Cut für die direkte Aufnahme in das Hauptfeld lag in diesem Jahr bei Weltranglistenposition 36 und somit sieben Plätze schwächer als im letzten Jahr. Deutschland war im Einzel gleich mit sieben Spielerinnen vertreten. Erhält man im Fed Cup ein Heimspiel im April zugelost, so wird dieses jeweils in Stuttgart ausgetragen. Der Fed Cup-Termin liegt jeweils genau am Wochenende vor dem Turnier. In diesem Jahr besiegte man in der Porsche Arena die Serbinnen im Kampf um die Zugehörigkeit zur Weltgruppe I. Das deutsche Damentennis kann mit der Stuttgart-Turniersiegerin 2011 Görges, Petkovic, Kerber und Lisicki (Bild 1) momentan einige Aushängeschilder vorweisen.
Die "Strong is Beautiful"-Kampagne der WTA beinhaltet für meinen Geschmack etwas zu viel Bildbearbeitung, so dass die Spielerinnen auf den Bildern teilweise nur schwer auszumachen sind. Auf Bild 2 sind es Ivanovic, Kerber, Wozniacki, Kvitova, Sharapova, Li und auf Bild 3 geht es weiter mit Stosur, Petrova, Petkovic und Safarova spiegelverkehrt, denn sie ist eine Linkshänderin.
Da wir das Viertelfinale am Freitag besuchten, mussten wir nicht allzu sehr hetzen um uns auf den Heimweg zu machen. Die Partien waren spannend und wir blieben bis zum letzten Ballwechsel. Ein kleiner Fahrfehler führte uns kurz vor ein Uhr in der Nacht durch Diessenhofen (Bild 5).
Bitter für den Hauptsponsor, der so viel Geld in das funkelnde Turnier investiert, wenn der Name dann nicht grossflächig im TV präsentiert werden kann. Denn die WTA hat die TV-Rechte auf diese Saison hin nicht mehr gesamteuropäisch vergeben und somit Eurosport die Liebe entzogen. Über den deutschsprachigen Raum ist seither die grosse Tennis-Eiszeit hereingebrochen. In Stuttgart sprangen tagsüber die dritten Programme ein und so war das Weltklassetennis im SWR-Fernsehen zu bestaunen. Nicht gerade die Abdeckung, die man sich als Turnierverantwortlicher wünscht.

Einzel
 1. Runde  2. Runde  Viertelfinal  Halbfinal  Final
 Maria Sharapova (1) -
 bye
 .
 Maria Sharapova (1) -
 Lucie Safarova
 6:4 6:1
 Maria Sharapova (1) -
 Ana Ivanovic
 7:5 4:6 6:4
 Maria Sharapova (1) -
 Angelique Kerber (3)
 6:3 2:6 7:5
 Maria Sharapova (1) -
 Na Li (2)
 6:4 6:3
 Ana Ivanovic -
 Andrea Petkovic (W)
 6:3 6:2
 Ana Ivanovic -
 Nadia Petrova (8)
 6:4 6:3
 Angelique Kerber (3) -
 bye
 .
 Angelique Kerber (3) -
 Anastasia Pavlyuchenkova
 6:0 6:4
 Angelique Kerber (3) -
 Yaroslava Shvedova
 6:3 7:6
 Yaroslava Shvedova -
 Roberta Vinci
 6:4 6:2
 Yaroslava Shvedova -
 Carla Suarez Navarro
 7:5 6:4
 Sabine Lisicki -
 Nastassja Burnett (Q)
 6:3 6:4
 Sabine Lisicki -
 Jelena Jankovic
 7:6 7:5
 Bethanie Mattek-Sands (Q) -
 Sabine Lisicki
 6:4 6:2
 Na Li (2) -
 Bethanie Mattek-Sands (Q)
 6:4 6:3
 Bethanie Mattek-Sands (Q) -
 Yanina Wickmayer
 6:2 6:1
 Bethanie Mattek-Sands (Q) -
 Sara Errani (4)
 6:0 4:6 6:1
 Petra Kvitova (5) -
 Annika Beck (W)
 7:5 6:7 6:3
 Petra Kvitova (5) -
 Julia Görges
 2:6 7:6 6:2
 Na Li (2) -
 Petra Kvitova (5)
 6:3 7:5
 Na Li (2) -
 bye
 .
 Na Li (2) -
 Mirjana Lucic-Baroni (Q)
 6:1 6:2

 

Maria Sharapova
Maria Sharapova (WTA 2) - Ana Ivanovic (WTA 17)
Sharapova verteidigte ihren Turniersieg vom Vorjahr erfolgreich. Die 26-jährige Sibirierin scheint zur Sandplatzspielerin mutiert zu sein. Innert Jahresfrist hat sie in Stuttgart, Rom, in Roland Garros und nun wieder in Stuttgart gewonnen. Insgesamt 22 Siegen steht nur eine Niederlage in Madrid gegen Serena Williams gegenüber. Auch in dieser Saison wurde der Trend untermauert, dass die Weltranglistenzweite gegen praktisch jede Gegnerin gewinnt, aber nicht gegen Williams. In Doha und Miami unterlag sie der Tennisdominatorin. Nur bei den Australian Open verlor sie gegen Li ein weiteres Match. Sie nahm in Stuttgart nun aber Revanche an der Chinesin.
Das Spiel zwischen Sharapova und Ivanovic bot starkes Tennis. Für die üblichen Verhältnisse der beiden lag die Anzahl der Doppelfehler mit sechs bei Sharapova und sieben bei Ivanovic tief. Vor allem wenn man bedenkt, dass die Russin sieben und die Serbien drei Asse servierten. Ivanovic wirkte in ihrem Spiel wieder stabiler und ruhiger als in vergangenen Jahren. Die Entscheidung in den ersten beiden Sätzen fiel jeweils gegen Ende des Durchgangs. Im ersten Satz führte Ivanovic bei eigenem Aufschlag mit 5:5 und 40:15, gab das Game aber noch ab. Im zweiten Satz lag Sharapova bei ihrem Service bei 4:5 mit 30:0 vorne, aber liess sich zum Satzausgleich breaken.
Der entscheidende Satz startete erst nach einer langen Pause Sharapovas, die dann aber mit drei Spielgewinnen in Folge loslegte. Ivanovic war davon so genervt, dass sie gleich selber eine lange Toilettenpause einzog. In den zehn Games des dritten Satzes gab es nur drei Aufschlaggewinne. Sharapova zum 2:0, Ivanovic zum 4:3 und Sharapova erneut zum 6:4. Nicht nur im Viertelfinal gegen Ivanovic sondern auch im Halbfinal gegen Kerber musste Sharapova ordentlich kämpfen.


Na Li (WTA 5) - Petra Kvitova (WTA 8)
Kurios gestaltete sich der Spielverlauf zwischen der chinesischen French Open-Siegerin von 2011 und der tschechischen Wimbledon-Siegerin von 2011. Kvitova führte mit 0:2 ehe Li auf 5:2 davonzog. Der erste Satz ging mit 6:3 an die 31-jährige aus Wuhan. Der zweite Satz begann ebenfalls mit einer 0:2-Führung Kvitovas und Li zog wiederum auf 5:2 weg. Die Tschechin konnte nochmals zum 5:5 ausgleichen, verlor die Partie aber mit 7:5.

Yaroslava ShvedovaYaroslava ShvedovaAngelique KerberAngelique Kerber
Angelique Kerber (WTA 6) - Yaroslava Shvedova (WTA 37)
Der gefährlichste Schlag von Kerber ist die Vorhand cross. Egal wie spät die Linkshänderin den Ball noch erreicht und aus welcher Bedrängnis heraus sie diesen spielen muss: Sie generiert aus dieser Position eine unglaubliche Geschwindigkeit.
Die mit 180cm um sieben Zentimeter grössere Shvedova hatte aber eine noch grössere Reichweite als Kerber. Irgendwie streckte sie sich noch zusätzlich nach den Bällen und spielte diese aus dieser Position sowohl auf der Vorhand- wie auch auf der Rückhandseite mit einem Slice zurück. Als Variante aus dem Spiel heraus tauchte die Kasachin dank ihren guten Doppelfähigkeiten auch erfolgreich am Netz auf. Sie ist zusammen mit Vania King Wimbledon- und US Open-Siegerin des Jahres 2010 im Damen Doppel. Für Aufsehen sorgte sie im letzten Jahr im Einzel in Wimbledon, als sie gegen Errani einen Golden Set gewann. Das ist ein Satzgewinn ohne einen einzigen Punktverlust.
Shvedova zog nicht den super Tag ein, den sie benötigt hätte um eine Kerber zu besiegen. Die Fehlerquote war zu hoch und ihre Bälle flogen oft etwas zu weit.

Bethanie Mattek-SandsSabine LisickiSabine Lisicki
Bethanie Mattek-Sands (WTA 104) - Sabine Lisicki (WTA 47)
Der Arbeitsschluss am Vortag war für Lisicki bei ihrem Sieg über Jankovic um Mitternacht gewesen und für Mattek-Sands beim Erfolg gegen Errani erst um 1:30 Uhr. Das Viertelfinale wurde heute um 18 Uhr angesetzt, da beide Spielerinnen danach noch zum Doppel antreten mussten. Lisicki startete dank einigen Fehlern von Mattek-Sands gut ins Match. Die US-Amerikanerin liess sich bei 1:4 am rechten Bein behandeln (Bild 3). Im weiteren Spielverlauf reduzierte sie ihre Fehleranzahl stark. Obwohl der Stoppball eigentlich ein Paradeschlag von Lisicki ist, streute Mattek-Sands mehr Stopps ein und blieb bei der Ausmarchung dieser Punkte auch dank ihrer Doppelfähigkeiten meist siegreich.


Andrea Petkovic (WTA 131)
Als Top 10-Spielerin in das Jahr 2012 gestartet, fiel Petkovic drei Monate wegen eines Ermüdungsbruchs im unteren Rückenbereich aus. Der Bänderriss bei ihrer Rückkehr in Stuttgart kostete sie erneut vier Monate. Im Januar 2013 musste sie aufgrund einer Meniskusverletzung nochmals zwei Monate pausieren. Die Wadenverletzung, die sie sich unlängst zugezogen hatte, bedeutete dann "nur" noch zwei Wochen Pause. Wieder fit für Stuttgart sah sie sich auf Bild 1 das Doppel zwischen Mirza/Mattek-Sands und Huber/Husarova an, in dem ihre Doppelgegnerinnen für das Halbfinale ausgespielt wurden.

 

Doppel
 1. Runde  Viertelfinale  Halbfinale  Finale
 Lisicki/Barthel (W) -
 Moulton-Levy/Craybas (A)
 6:1 6:1
 Lisicki/Barthel (W) -
 Lucic-Baroni/Jankovic (W)
 6:1 2:6 10-4
 Lisicki/Barthel (W) -
 Marosi/Jurak
 6:3 6:4
 Lisicki/Barthel (W) -
 Mirza/Mattek-Sands
 6:4 7:5
 Lucic-Baroni/Jankovic (W) -
 Shvedova/Barrois
 6:3 7:6
 Marosi/Jurak -
 Safarova/Pavlyuchenkova
 6:4 7:6
 Marosi/Jurak -
 Kops-Jones/Spears (4)
 3:6 6:4 11-9
 Kerber/Petkovic (W) -
 Makarova/Vesnina (3)
 6:1 7:6
 Kerber/Petkovic (W) -
 Peschke/Grönefeld
 7:6 6:2
 Mirza/Mattek-Sands -
 Kerber/Petkovic (W)
 6:4 7:5
 Huber/Husarova -
 Görges/Zahlavova Strycova
 6:4 4:6 10-6
 Mirza/Mattek-Sands -
 Huber/Husarova
 7:5 6:4
 Mirza/Mattek-Sands -
 Petrova/Srebotnik (2)
 7:6 7:5

Sania MirzaSania MirzaSania Mirza, Bethanie Mattek-SandsSania Mirza, Bethanie Mattek-SandsLiezel Huber, Janette HusarovaJanette Husarova, Liezel Huber
Sania Mirza/Bethanie Mattek-Sands (WTA 17/24) - Liezel Huber/Janette Husarova (WTA 12/41)
Beim Training am späteren Nachmittag (Bilder 1-4) spielten sich drei der vier Doppelspielerinnen ein. Mirza wurde ein lokaler Trainingspartner zur Verfügung gestellt, da ihre Doppelpartnerin Mattek-Sands im Einzel im Einsatz stand. Im anschliessenden Match profitierte die Inderin vom guten Lauf Mattek-Sands', die beflügelt vom Sieg im Einzel über Lisicki die beste Spielerin auf dem Platz war. Mirzas Volleys waren weniger zwingend als diejenigen der anderen Akteurinnen auf dem Platz. Das indisch/amerikanische Doppel trat viel eingespielter auf als noch vor Jahresfrist in Roland Garros. Allgemein gab es in diesem Doppel viele Netzaktionen. Dazu trugen auch die klassischen Doppelspielerinnen Huber mit ihren 36 Jahren und 53 WTA-Turniersiegen und Husarova mit ihren 38 Jahren und 25 WTA-Turniersiegen bei.

Sabine Lisicki, Mona Barthel
Sabine Lisicki/Mona Barthel (WTA 66/254) - Mirjana Lucic-Baroni/Jelena Jankovic (WTA 92/111)
Im Gegensatz zum vorher beobachteten Doppel wurden die Ballwechsel in diesem Duell von der Grundlinie aus bestimmt. Daher war es aus Zuschauersicht weniger unterhaltsam. Das Publikum hatte aber natürlich seine Freude am Erfolg des deutschen Doppels. Mit der Wild Card spielten sich Lisicki und Barthel sogar bis zum Turniersieg.

 

zurück zur Hauptseite