US Open 2011, New York City

zurück zur Übersicht          Last updated: 17.11.2011

Top 4 - Djokovic, Nadal, Federer, Murray   (Nalbandian, Cilic, Davydenko)

 

Dieses Jahr haben Djokovic, Nadal, Federer und Murray die Grand Slam-Turniere dominiert. Die Top 4 kassierten nur zwei Viertelfinalniederlagen. Eine zog der verletzte Nadal an den Australian Open gegen Ferrer ein. Die andere leistete sich Federer in Wimbledon gegen Tsonga. Ansonsten wurden die Halbfinalplätze an allen vier Grand Slam-Turnieren des Jahres durch den Serben, den Spanier, den Schweizer und den Briten in Beschlag genommen.

Herren Einzel
 1. Runde  2. Runde  3. Runde  4. Runde  Viertelfinale  Halbfinale  Finale
 Novak Djokovic (1) -
 Conor Niland (Q)
 6:0 5:1 ret.
 Novak Djokovic (1) -
 Carlos Berlocq
 6:0 6:0 6:2
 Novak Djokovic (1) -
 Nikolay Davydenko
 6:3 6:4 6:2
 Novak Djokovic (1) -
 Alexandr Dolgopolov (22)
 6:7 6:2 6:4 6:4
 Novak Djokovic (1) -
 Janko Tipsarevic (20)
 7:6 6:7 6:0 3:0 ret.
 Novak Djokovic (1) -
 Roger Federer (3)
 6:7 4:6 6:3 6:2 7:5
 Novak Djokovic (1) -
 Rafael Nadal (2)
 6:2 6:4 6:7 6:1
 Nikolay Davydenko -
 Ivan Dodig (32)
 6:7 6:3 6:0 2:6 6:2
 Nikolay Davydenko -
 Potito Starace
 6:2 6:4 7:5
 Roger Federer (3) -
 Santiago Giraldo
 6:4 6:3 6:2
 Roger Federer (3) -
 Dudi Sela
 6:3 6:2 6:2
 Roger Federer (3) -
 Marin Cilic (27)
 6:3 4:6 6:4 6:2
 Roger Federer (3) -
 Juan Monaco
 6:1 6:2 6:0
 Roger Federer (3) -
 Jo-Wilfried Tsonga (11)
 6:4 6:3 6:3
 Dudi Sela -
 Thomaz Bellucci
 4:6 2:6 6:4 6:3 6:0
 Marin Cilic (27) -
 Ryan Harrison (W)
 6:2 7:5 7:6
 Marin Cilic (27) -
 Bernard Tomic
 6:1 6:0 6:2
 Robin Haase -
 Rui Machado
 6:0 6:4 6:4
 Andy Murray (4) -
 Robin Haase
 6:7 2:6 6:2 6:0 6:4
 Andy Murray (4) -
 Feliciano Lopez (25)
 6:1 6:4 6:2
 Andy Murray (4) -
 Donald Young (W)
 6:2 6:3 6:3
 Andy Murray (4) -
 John Isner (28)
 7:5 6:4 3:6 7:6
 Rafael Nadal (2) -
 Andy Murray (4)
 6:4 6:2 3:6 6:2
 Andy Murray (4) -
 Somdev Devvarman
 7:6 6:2 6:3
 David Nalbandian -
 Bobby Reynolds (W)
 4:6 6:3 6:4 6:3
 David Nalbandian -
 Ivan Ljubicic (30)
 6:4 1:6 6:3 6:2
 Rafael Nadal (2) -
 David Nalbandian
 7:6 6:1 7:5
 Rafael Nadal (2) -
 Gilles Muller
 7:6 6:1 6:2
 Rafael Nadal (2) -
 Andy Roddick (21)
 6:2 6:1 6:3
 Rafael Nadal (2) -
 Andrey Golubev
 6:3 7:6 7:5
 Rafael Nadal (2) -
 Nicolas Mahut
 6:2 6:2 ret.


Novak Djokovic - Nikolay Davydenko
Von den Top 4-Duellen auf Grand Slam-Ebene hatte Djokovic die beste Bilanz. 2:0 gegen Nadal (Final Wimbledon und US Open), 2:1 gegen Federer (Halbfinalsiege Australian Open und US Open, Halbfinalniederlage Roland Garros) und 1:0 gegen Murray (Final Australian Open).
Das Night Match zwischen Djokovic und Davydenko hat mir sehr gut gefallen. Eigentlich war es das beste Spiel der ganzen Woche, auch wenn es letztendlich bereits nach drei Sätzen entschieden war. Der Samstag in der ersten Woche ist immer ein super Tag. Da füllen sie schon die Day Session mit attraktiven Spielen der Gesetzten, da die dritte Runde bei den Herren endlich beginnt. In diesem Fall waren es unter anderem Federer-Cilic und S. Williams-Azarenka. Abends geniesse ich die Night Session und gehe später ins Bett, da ich am Sonntagabend ja ohnehin zurückfliege. Die ganze Woche über hatte ich bereits Night Sessions in meinen Mini Plan-Dauerkarten inklusive gehabt, aber ich habe sie nie genutzt. Die Spiele haben mich nicht gereizt und bei Spielbeginn um 11 Uhr morgens muss man irgendwann kapitulieren. Zweimal überliefen gar meine Augen und ich konnte nichts mehr sehen. Smog, Blütenstaub, den ganzen Tag draussen, zu wenig Schlaf, das grelle Flutlicht, ich weiss es nicht warum. Schon bei meinem letzten Besuch vor zwei Jahren war der Samstag unglaublich gewesen: Federer-Hewitt, Oudin-Sharapova, Isner-Roddick und Kvitova-Safina. Bis heute immer noch mein bisher bester Tag an den US Open in bereits dreimal einer Woche.
Nun aber zum Match: Davydenko ist ja einer meiner Lieblingsspieler. Djokovic und Davydenko zeigten unglaubliche Rallies, auch wenn der Russe letztendlich chancenlos blieb. Je später der Abend, desto mehr waren die Zuschauer aus dem Häuschen. Während den Seitenwechseln ging die Kamera in die Zuschauer raus und zeigte diese auf dem Grossbildschirm. Als der erste Zuschauer wie in Ekstase eine atemberaubende Tanzeinlage hinlegte, zogen in der Folge alle nach. Ich glaube fast, dass es sich um einen Animator gehandelt hatte, da er gleiches auch an anderen Tagen tat. Aber er hat seinen Job fantastisch gemacht. Nach dem Match bot sogar Djokovic während des On Court-Interviews eine Tanzeinlage.


Rafael Nadal - David Nalbandian
Wenn man auf einen Aussenseitersieg hoffte, dann verlief dieses Match sehr enttäuschend. Nalbandian war im ersten und im dritten Satz jeweils ein Break vorne, war aber einfach nicht gut genug, um einen Satz gegen Nadal gewinnen zu können. Der 29-jährige aus Cordoba muss gegen Nadal die Punkte verkürzen, weil er über eine längere Zeitdauer hinweg gegen den Weltranglistenzweiten keine langen Rallies mitgehen kann. Mit dieser Taktik kann er aber nur punkten, wenn Nadal fehleranfällig ist oder er selbst alles trifft. Dieses Problem hatte Nalbandian auch früher schon als er noch "jünger" war. Die Fitness war beim ihm über die ganze Karriere hinweg immer ein kritischer Faktor. Deshalb fehlte ihm die Konstanz. Aber für Highlights war und ist er immer gut.
Die Statistik des ersten Satzes zeigt für Nalbandian 18 Gewinnschläge und 23 unerzwungene Fehler. Bei Nadal sind es 8 Gewinnschläge und 4 unerzwungene Fehler. Deutlich ist auch die Matchstatistik: 36 Gewinnschläge und 60 unerzwungene Fehler beim Argentinier. 22 Gewinnschläge und 18 unerzwungene Fehler beim Spanier.

David Nalbandian
David Nalbandian - Bobby Reynolds
Das ist ähnlich wie wenn die Schweiz im Fussball zu Hause gegen die Türken spielt. Da ist es mit dem Heimvorteil nicht weit her. So etwa läuft das in New York ab, wenn ein Südamerikaner auf dem Feld steht. Nun muss man Nalbandian aber zugute halten, dass er allgemein berühmter und beliebter ist als Bobby Reynolds.


Roger Federer - Dudi Sela
Nun wissen wir also, dass das Eurosportstudio (Bild 2), in dem "Game, Set and Mats" aufgezeichnet wird, neben den Trainingsplätzen steht. Da füge ich an dieser Stelle gleich mal an, dass ich die Analysen von Mats Wilander nicht ausstehen kann. Es wäre höchste Zeit für einen Personenwechsel und ein neues Format bei Eurosport.
"Federer won the toss and elected the left side of the court. Sela chose to receive.", so die Ansage des Stuhlschiedsrichters. Normalerweise wählt man als Münzwurfgewinner ja Auf- oder Rückschlag. Aber es muss wohl mit dem Wind zu tun gehabt haben, dass sich Federer so entschied. Die Entscheidung war richtig, denn er stellte gegen Sela gleich schon zu Beginn der Partie die Weichen für einen klaren Sieg.
Ich hätte da noch einen Kalauer parat: Nach diesem Match war das Hauptfeld der US Open "Dudi Free".


Roger Federer - Marin Cilic
Eine kritische Angelegenheit und das schlechteste Spiel von Federer an diesen US Open. Er spielte (zu) oft auf Cilics Vorhand. Der einzige Grund warum Federer doch gewonnen hat ist, weil Cilic nicht gut genug war. Dabei attestiert man dem 22-jährigen Kroaten das nötige Potential. Im letzten Jahr stand er im Halbfinale der Australian Open und war bereits auf Weltranglistenposition 9 klassiert. Doch aktuell ist er nur noch die 28.

Andy MurrayRobin Haase
Andy Murray - Robin Haase
Einem 0:2-Satzrückstand rannte Murray gegen Haase nach. Nach Murrays Gewinn des dritten Satzes zeigte sich, dass der Niederländer mehr und mehr mit Rückenproblemen zu kämpfen hatte. Haase schaffte die Überraschung wieder nicht. Bereits in Wimbledon 2010 hatte er gegen Nadal mit 2:1 nach Sätzen geführt und trotzdem verloren.
Michael sass bei diesem Spiel auf dem Armstrong-Court in der ersten Reihe nahe der Box von Murray. So konnte er die Gespräche des Schotten nach draussen mithören und rapportierte mir nachher wie folgt: Murray benutzte das F-Wort sehr häufig. F... hier, f... da. Ausserdem meinte er einmal: "I'm trying my nuts off and it feels awful."

 

zurück zur Übersicht