US Open 2009, New York City

zurück zur Übersicht         Last updated: 24.11.2009

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Grosse Namen in 2009 - Juan Martin Del Potro, Roger Federer, Marat Safin, Jürgen Melzer, Lleyton Hewitt

 

Was bleibt vom Tennisjahr 2009 in Erinnerung? Söderling schlägt Nadal in Paris. Federer entdeckt die Stoppbälle und gewinnt erstmals Roland Garros und gleichzeitig den 14. Grand Slam-Titel. Federer holt sich die Wimbledonkrone zurück mit Titel Nummer 6. Clijsters mit Comeback und US Open-Sieg. Del Potro holt sich 20-jährig seinen ersten Grand Slam-Titel und gehört nun auch zu den grossen Namen. Marat Safin beendet seine Karriere. Doch das wird ein eher stiller Abgang werden. Wenn er es wirklich tut, wird er nicht mehr zurückkehren. Er ist nicht der Typ für ein Comeback. Übrigens beendete auch Fabrice Santoro seine Grand Slam-Karriere nach einem Rekord von 69 Teilnahmen in 21 Jahren!

Mein Lieblingszitat Safin's nach dem Australian Open-Sieg 2005: "Two Grand Slams, it's already something. One Grand Slam, you can win by mistake, like I did in 2000 (US Open). But this one, I worked really hard for." Im Teilnehmerfeld der Herren gibt es kaum mehr Spieler, die zwei Grand Slams oder mehr gewonnen haben seit Federer 15 und Nadal 6. Es sind dies Hewitt 2 und Safin 2. Im Mistake-Bereich liegen im Moment noch Djokovic, Roddick und Ferrero und neu Del Potro mit je einem Titel.

Und was macht Jürgen Melzer auf der Liste der grossen Namen? Er eckt zwar öfters an, bleibt für das gemeine Publikum aber doch eher unscheinbar. Obwohl er in 29 Grand Slams noch nie über die dritte Runde hinaus kam, darf man den Linkshänder aufgrund des ungewohnten Volleyspiels nie abschreiben. Die grösste Bekanntheit erlangt der Österreicher indes allerdings mit seinen Liebschaften. Nach den Berufskolleginnen Myskina, Vaidisova und Cibulkova dated er aktuell Schwimmerin und Landsfrau Mirna Jukic.

Herren Einzel
 1. Runde  2. Runde  3. Runde  4. Runde  Viertelfinale  Halbfinale  Finale
 Roger Federer (1) -
 Devin Britton (W)
 6:1 6:3 7:5
 Roger Federer (1) -
 Simon Greul
 6:3 7:5 7:5
 Roger Federer (1) -
 Lleyton Hewitt (31)
 4:6 6:3 7:5 6:4
 Roger Federer (1) -
 Tommy Robredo (14)
 7:5 6:2 6:2
 Roger Federer (1) -
 Robin Soderling (12)
 6:0 6:3 6:7 7:6
 Roger Federer (1) -
 Novak Djokovic (4)
 7:6 7:5 7:5
 Juan Martin Del Potro (6) -
 Roger Federer (1)
 3:6 7:6 4:6 7:6 6:2
 Simon Greul -
 Giovanni Lapentti (Q)
 6:3 4:6 3:6 6:0 7:6
 Lleyton Hewitt (31) -
 Thiago Alves
 6:0 6:3 6:4
 Lleyton Hewitt (31) -
 Juan Ignacio Chela
 6:3 6:3 6:4
 Juan Martin Del Potro (6) -
 Juan Monaco
 6:3 6:3 6:1
 Juan Martin Del Potro (6) -
 Jürgen Melzer
 7:6 6:3 6:3
 Juan Martin Del Potro (6) -
 Daniel Köllerer
 6:1 3:6 6:3 6:3
 Juan Martin Del Potro (6) -
 Juan Carlos Ferrero (24)
 6:3 6:3 6:3
 Juan Martin Del Potro (6) -
 Marin Cilic (16)
 4:6 6:3 6:2 6:1
 Juan Martin Del Potro (6) -
 Rafael Nadal (3)
 6:2 6:2 6:2
 Jürgen Melzer -
 Marat Safin
 1:6 6:4 6:3 6:4


Roger Federer - Simon Greul   (Bilder 1-2)
Warum spielt Federer jedesmal Longsets? Zur Erklärung: Das sind Sätze, die auf 7 Games gehen. Klar muss man sich in den ersten Runden nicht pausenlos verausgaben. Aber gegen eine Wild Card mit Ranking 1364 und eine unbekannte Nummer 64 der Welt ist das in den ersten beiden Runden doch nicht zu viel verlangt. Federer spielte in jeder seiner sieben Partien mindestens einen Longset oder gab einen Satz ab.

Roger Federer - Lleyton Hewitt   (Bilder 3-5)
Knappes Resultat, aber doch eine klare Sache für Federer. So läuft das meistens. Hewitt verblüffte aber, als er sich unverhofft den ersten Satz sichern konnte. Allerdings hätte der Champion von 2001 auch den Gewinn des umstrittenen dritten Satzes benötigt, damit der Plus so richtig angestiegen wäre. Doch Federer hatte sich in diesem Match kontinuierlich gesteigert. Je länger das Match dauerte, desto weniger Fehler beging der Schweizer.
Hewitt ist auch schon Finalgegner Federers gewesen. Doch im Gegensatz zu Wimbledon, wo sich in den letzten sechs Jahren nur Federer, Nadal und Roddick um die Titel duellierten, gaben sich an den US Open die Gegner richtiggehend die Klinke in die Hand. Bei seinen US Open-Triumphen 2004-2008 besiegte der Weltranglistenerste der Reihe nach Hewitt, Agassi, Roddick, Djokovic und Murray. Gegen Del Potro riss die Serie nun allerdings wie im letzten Jahr in Wimbledon nach fünf Titeln in Folge ab.


Jürgen Melzer - Marat Safin
Mit 10:16 Matches in diesem Jahr ist für den 15-fachen ATP-Turniersieg Safin nicht mehr viel auszurichten. Er startete zwar stark ins Match, beging danach aber zu viele Fehler gegen den besserklassierten Melzer. Dies war der vermeintlich letzte Grand Slam-Auftritt des 29-jährigen Russen, dessen Schwester im Moment die Weltrangliste im Damentennis anführt.

Juan Martin Del Potro
Juan Martin Del Potro - Jürgen Melzer
Für
Del Potro war es schwierig, in das Match zu finden. Melzer betrieb "Vorchecking", wie man es in der Fussballersprache nennen würde. Er rückte wenn möglich ins Feld auf und nahm den Ball früh, wodurch er exzellente Winkel zur Verfügung hatte. So bekam der Argentinier nur wenig Rhythmus. Nach dem Erfolg im ersten Tie-Break gewann Del Potro schliesslich die Oberhand.
Der 20-jährige Del Potro zählt zu denjenigen Spielern, welche lange Pausen machen. Nach jedem Punkt holte er sich das Handtuch. Die Bälle liess er sich sogar sowohl von links als auch von rechts geben, um die komplette Auswahl auszusortieren. Meiner Meinung nach eine Unsitte. Ansonsten mag ich aber sein Spiel. Seine Auftritte, vor allem gegen Ende des Turniers, machten ihn zu einem verdienten neuen Titelträger.

 

Herren Doppel
 1. Runde  2. Runde  Viertelfinale
 Melo/Sa (16) -
 Köllerer/C. Rochus
 2:6 6:3 6:3
 Knowle/Melzer -
 Melo/Sa (16)
 5:7 6:4 6:4
 Dlouhy/Paes (4) -
 Knowle/Melzer
 7:5 6:4

Julian Knowle, Jürgen MelzerMarcelo Melo
Julian Knowle/Jürgen Melzer - Marcelo Melo/Andre Sa
Nur eine Woche nach dem Halbfinale in New Haven setzten sich die Österreicher erneut gegen die Brasilianer durch. Diesmal in drei Sätzen. Im Gegensatz zur ATP-Tour wird der dritte Satz an den Grand Slam-Turnieren ausgespielt. Die "No Ad"-Regel wird ebenfalls nicht eingesetzt. Die Doppelkonkurrenz erfährt so eine Aufwertung. Nur in Wimbledon müssen sich die Doppelspezialisten noch mehr ins Zeug legen. Die Herrenkonkurrenz im Doppel wird dort über Best of Five gespielt.

 

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