Fed Cup Europa/Afrika-Zone I 2018

zurück zur Übersicht         Last updated: 02.03.2018

Gruppe B/C (Abend) - 1. Grossbritannien, 3. Ungarn, 5. Estland, 7. Kroatien, 9. Slowenien, 11. Schweden, 13. Portugal

Mit 14 Mannschaften und je einer Dreiergruppe und einer Viergruppe pro Session war nicht klar gewesen, ob wir Schweden am Freitag und am Samstag spielen sehen würden. Schweden wurde in eine Vierergruppe gelost und begann seine Partien jeweils um 16 Uhr. Nur der dritte Gruppenrang hätte zu einem spielfreien Samstag geführt. Dieser lag aufgrund der Stärkeverhältnisse im Bereich des möglichen. Das Szenario trat aber nicht ein.

 Platzierungsspiele Gruppe B/C
Pl.  Begegnungen  Einzel #2-Spielerinnen  Einzel #1-Spielerinnen  Doppel
1
 
.
 Grossbritannien (1) - Ungarn
 2:0
 Watson - Galfi
 3:6 6:1 6:4
 Konta - Stollar
 6:3 6:1
 not played
 
5
 
.
 Estland - Kroatien (3)
 2:1
 Orav - Biskic
 3:6 6:4 6:2
 Saar - Lukas
 6:2 5:7 1:6
 Malygina/Orav - Lukas/Biskic
 6:2 4:6 7:5
9
 
.
 Slowenien
 spielfrei
 not played
 
 not played
 
 not played
 
11
 .
 Schweden - Portugal
 2:0
 Lister - Jorge
 6:2 6:2
 Peterson - Koehler
 6:4 6:0
 not played
 

Grossbritannien ist für die Aufstiegsspiele in die Weltgruppe II qualifiziert.
Portugal steigt in die Europa/Afrika-Zone II ab.

 

 Vorrunde Gruppe B
 Begegnungen  Einzel #2-Spielerinnen  Einzel #1-Spielerinnen  Doppel
 Grossbritannien (1) - Portugal
 3:0
 Watson - Jorge
 6:4 6:2
 Konta - Koehler
 6:1 6:0
 Smith/Boulter - Jorge/Koehler
 6:0 6:2
 Estland - Portugal
 2:1
 Saar - Jorge
 2:6 3:6
 Kontaveit - Murta
 6:2 1:1 ret.
 Kontaveit/Orav - Jorge/Koehler
 7:6 7:6
 Grossbritannien (1) - Estland
 3:0
 Watson - Saar
 6:1 6:1
 Konta - Kontaveit
 6:7 6:4 6:2
 Smith/Boulter - Malygina/Orav
 6:1 6:1

Tabelle:   1. Grossbritannien 2/2,   2. Estland 1/2,   3. Portugal 0/2.
 

 Vorrunde Gruppe C
 Begegnungen  Einzel #2-Spielerinnen  Einzel #1-Spielerinnen  Doppel
 Kroatien (3) - Slowenien
 2:1
 Boskovic - Juvan
 6:2 4:6 6:2
 Lukas - Zidansek
 3:6 1:6
 Jurak/Lukas - Zidansek/Potocnik
 6:1 6:3
 Ungarn - Schweden
 1:2
 Jani - Lister
 2:6 6:0 6:7
 Galfi - Peterson
 3:6 2:6
 Stollar/Galfi - Lister/Peterson
 7:6 6:3
 Kroatien (3) - Schweden
 2:1
 Boskovic - Lister
 6:4 3:6 7:5
 Lukas - Peterson
 2:6 1:6
 Jurak/Lukas - Lister/Cabaj Awad
 7:5 7:6
 Ungarn - Slowenien
 2:1
 Bondar - Potocnik
 4:6 2:6
 Stollar - Zidansek
 6:4 6:4
 Stollar/Galfi - Zidansek/Juvan
 6:4 6:3
 Kroatien (3) - Ungarn
 0:3
 Boskovic - Galfi
 2:6 6:2 5:7
 Lukas - Stollar
 1:6 6:3 5:7
 Jurak/Lukas - Jani/Bondar
 
2:3 ret.
 Schweden - Slowenien
 0:3
 Cabaj Awad - Juvan
 1:6 3:6
 Peterson - Zidansek
 6:4 4:6 2:6
 Cabaj Awad/Björklund - Radisic/Juvan
 3:6 7:6 2:6

Tabelle:   1. Ungarn 2/3,   2. Kroatien 2/3,   3. Slowenien 1/3,   4. Schweden 1/3.

 

Susanne Celik, Kajsa Rinaldo Persson, Jacqueline Cabaj Awad, Cornelia Lister, Sofia Arvidsson, Sandra Roma, Johanna Larsson, Hilda Melander, Ellen Allgurin, Rebecca Peterson, Mirjam Björklund, Anna BrazhnikovaMattias Arvidsson, Anne Weibull, Jacqueline Cabaj Awad, Mirjam Björklund, Rebecca Peterson, Cornelia Lister, Magnus Ennerberg, Mart PetersonMattias Arvidsson, Anne Weibull, Jacqueline Cabaj Awad, Mirjam Björklund, Rebecca Peterson, Cornelia Lister, Magnus Ennerberg, Mart PetersonAnne Weibull, Jacqueline Cabaj Awad, Mirjam Björklund, Rebecca Peterson, Cornelia Lister, Magnus EnnerbergMattias Arvidsson, Anne Weibull, Jacqueline Cabaj Awad, Mirjam Björklund, Rebecca Peterson, Cornelia Lister, Magnus Ennerberg, Mart PetersonMattias Arvidsson, Anne Weibull, Jacqueline Cabaj Awad, Mirjam Björklund, Rebecca Peterson, Cornelia Lister, Magnus Ennerberg, Mart PetersonMattias Arvidsson, Anne Weibull, Jacqueline Cabaj Awad, Mirjam Björklund, Rebecca Peterson, Cornelia Lister, Magnus Ennerberg, Mart PetersonMattias Arvidsson, Anne Weibull, Rebecca Peterson, Mirjam Björklund, Cornelia Lister, Magnus Ennerberg, Mart PetersonJacqueline Cabaj Awad, Anne Weibull, Rebecca Peterson, Magnus Ennerberg, Mattias ArvidssonJacqueline Cabaj Awad, Rebecca Peterson, Anne Weibull, Mattias ArvidssonMattias Arvidsson, Anne Weibull, Mirjam Björklund, Rebecca Peterson, Cornelia Lister, Jacqueline Cabaj Awad, Magnus Ennerberg
Schweden
Zuerst musste Mirjam Björklund noch auf der Flagge unterschreiben bevor es mit den Fotos nach erfolgreich abgewehrter Relegation losgehen konnte. Sie hatte am Vortag ihr Fed Cup-Debüt gegeben und hat als zwölfte Unterschreiberin das erste Dutzend vollgemacht zum neunjährigen Geburtstag von Flaggan. Dank dem Abstiegsspiel hatten wir immerhin zwei Spieltage mit Schweden miterleben können, auch wenn uns eine bessere Platzierung natürlich noch lieber gewesen wäre. Letztendlich darf man doch zufrieden sein und gute Laune versprühen tut immer gut.

Kaja Juvan
0:1   SWE-SLO   Jacqueline Cabaj Awad (WTA 503) - Kaja Juvan (WTA 489)   1:6 3:6
Es war ein langer Donnerstag gewesen mit Spielbetrieb bis um Mitternacht. Das war Captain Mattias Arvidsson anzusehen als er um die Mittagszeit bereits wieder in der Halle zu sichten war (Bild 1). Ob Gruppensieg oder Schlusslicht, am Freitag lag noch alles drin für Schweden wie auch für die meisten anderen Mannschaften der Gruppe C. Slowenien bot sich die Möglichkeit sich vom letzten Gruppenrang im besten Fall noch bis auf Rang 2 hochzuspielen.
Nach dem nimmer enden wollenden Doppel zwischen Serbien und Georgien hatten wir uns auf den Center Court zu Grossbritannien und Estland verschoben und verpassten doch tatsächlich die ersten drei Games der Begegnung der Schwedinnen. Auf diesem Platz, der sich etwas wie Court 2 in Roland Garros anfühlte, da wir unter einer hervorstehenden Betondecke sassen, gab es kaum Zuschauerplätze und so sassen wir nur wenige Meter von der Spielerbank entfernt.
Lister wurde geschont und so kam Cabaj Awad zu ihrem ersten Einsatz im Einzel in Tallinn. Ihre Rückhand erinnert mich etwas an meine Rückhand, da sie vor dem Schlag auch sehr weit nach hinten schwingt in der Ausholbewegung. Man wähnt sich schon fast eher beim Golf als beim Tennis. Insgesamt blieb sie chancenlos gegen die 17-jährige Gewinnerin der Junioren-EM in Klosters 2017, der Wimbledonsiegerin im Doppel zusammen mit der ebenfalls in Tallinn im Einsatz stehenden Serbin Danilovic, der Finalistin von Roehampton in der Vorwoche von Wimbledon, der Orange Bowl-Siegerin 2016 im Einzel und Finalistin im Doppel zusammen mit der ebenfalls in Tallinn im Einsatz stehenden Kroatin Boskovic, mit der sie in der Woche vor der Orange Bowl die Eddie Herr Trophy gewonnen hatte.

Tamara ZidansekTamara Zidansek, Rebecca Peterson
0:2   SWE-SLO   Rebecca Peterson (WTA 137) - Tamara Zidansek (WTA 178)   6:4 4:6 2:6
Im Gegensatz zum letzten Jahr trat Schweden ohne Larsson an und Slowenien ohne Jakupovic. Dafür war die im letzten Jahr noch langzeitverletzte Peterson mit dabei bei den Skandinavierinnen. Zidansek hatte in Siauliai mit dem Sieg im zweiten Einzel gegen Larsson die Schwedinnen geschockt und den Sack zu Gunsten Sloweniens mit 2:0 zugemacht. Diese Gelegenheit bot sich auch heute wieder. Wenn Zidansek Larsson schlagen konnte, dann kann sie auch die schwächer eingestufte Peterson schlagen, welche ein ähnliches Tennis spielt wie Larsson. Die erfolgreichen Stoppbälle im Spiel gegen Peterson riefen das Déjà-vu hervor bei mir.
Zwei Jahre in Folge hat somit Schweden glatt mit 0:2 gegen Slowenien verloren, obwohl Schweden leicht favorisiert in die Begegnungen ging.

Kaja Juvan, Nika RadisicKaja Juvan, Nika RadisicJacqueline Cabaj Awad, Mirjam BjörklundJacqueline Cabaj AwadMirjam Björklund, Jacqueline Cabaj Awad, Mattias ArvidssonKaja Juvan, Nika Radisic
0:3   SWE-SLO   Jacqueline Cabaj Awad/Mirjam Björklund (WTA Doppel 650/738) - Nika Radisic/Kaja Juvan (WTA Doppel 1077/1314)   3:6 7:6 2:6
Für den Ausgang der Begegnung war dieses Doppel nicht mehr relevant. Doch jahrelang seit unserem Einstieg in 2010 war es in der schwedischen Mannschaft so, dass auch die Nummern 3 und 4 in solchen Spielen abgeliefert haben und schöne Erfolge feiern konnten. Erst seit 2015 hat das gedreht. So hätte dies auch beim Debüt der 19-jährigen Björklund ein Wohlfühlsieg für das Gruppengefüge werden können.

Doch Kaja Juvan, was die mit ihren 17 Jahren für ein Händchen beweist! Selbst am Netz vorne. Sie ist "nur" 170cm gross, aber sie ist unglaublich talentiert. Auch beim Aufschlag zeigte sie sich versiert mit einem Kickaufschlag von der Vorteilsseite nach aussen. Die Rückhand von Björklund gefällt mir aber auch. Sie parierte die Kickaufschläge von Juvan ziemlich problemlos mit ihrer Rückhand.
Die Bilanz von Cabaj Awad gegen Juvan sieht mit 0:3 düster aus. Letztes Jahr im Fed Cup verlor sie im Doppel, dieses Jahr im Einzel und Doppel.

Ines MurtaCornelia ListerFrancisca JorgeFrancisca JorgeCornelia ListerCornelia Lister
1:0   SWE-POR   Cornelia Lister (WTA 418) - Francisca Jorge (WTA 796)   6:2 6:2
Über die Auslosung konnten sich die Schwedinnen nicht beklagen. In der Gruppe gab es keine übermächtigen Gegnerinnen und im Abstiegsspiel traf man mit Portugal auf die nominell schwächste Mannschaft. Zudem rollte
die portugiesische Nummer 1 Ines Murta am Samstag im Rollstuhl mit eingebundenem Fussgelenk in die Halle. Sie hatte am Donnerstag nach verlorenem ersten Satz bei 1:1 gegen Kontaveit aufgeben müssen. Das war eventuell auf das nötige Quäntchen Glück, dass es Estland ermöglichte das folgende entscheidende Doppel gegen die Portugiesinnen ohne Murta mit 7:6 7:6 zu gewinnen. Dadurch musste Schweden im Abstiegsspiel nicht gegen die Heimmannschaft aus Estland antreten, wobei die Schwedinnen gemäss Ausgangslage auch gegen Estland einen Sieg auf der Nummer 2 im Einzel und einen Sieg im Doppel hätten erspielen sollen.
Lister wurde am Freitag geschont, da sie an den ersten beiden Turniertagen jeweils im Einzel und Doppel angetreten war. Das Aufgebot von Lister/Peterson am Mittwoch gegen Ungarn war wohl zu viel des Guten gewesen. Schweden hatte mit 2:0 die Überraschung bereits geschafft gehabt und trotz Bestbesetzung ging das Doppel dann doch verloren und kostete Kraft. Während Schweden nach dem 2:1 am Mittwoch abbaute mit dem 1:2 am Donnerstag und dem 0:3 am Freitag, so setzte Ungarn im Gegenzug zum Steigerungslauf an mit 1:2 am Mittwoch, 2:1 am Donnerstag und 3:0 am Freitag. So holten sich die Ungarinnen tatsächlich noch den Gruppensieg und Schweden landete auf dem letzten Gruppenrang.
Was Mannschaftstennis anbelangt, so hat Lister mit ihren 23 Jahren bereits mehrjährige Siegeserfahrung mit dem Fair Play TK aus Malmö, der regelmässig die schwedische Meisterschaft im Winter wie im Sommer gewinnt. Als Doppelspielerin bringt sie das Teamelement ebenfalls mit. Ihr Wille voranzukommen ist unübersehbar und sie hat sich in den letzten 1,5 Jahren auch wirklich verbessert und ist kurz davor sich im Doppel den Sprung in die Grand Slam-Hauptfelder zu erarbeiten. Um sich den Profitraum zu erfüllen, tritt sie in den sozialen Medien beinahe als wandelnde Litfasssäule auf, aber der Zweck heiligt hier sicherlich die Mittel.
Mit einer engagierten Leistung gegen die erst 17-jährige Jorge gewann Lister beide Sätze mit der identischen Scoreline. Schnell führte sie jeweils mit 3:0, kassierte das Break zum 3:1 und konnte zum 4:1 ihrerseits wieder breaken. Sie gab zum 4:2 ab, bevor sie die Sätze danach mit 6:2 gewinnen konnte. Nur das Durchbringen des eigenen Aufschlags zum 6:2 war im ersten Satz viel mühevoller als im zweiten Satz. Zu Beginn der Partie waren Jorge viele Fehler unterlaufen, doch danach wurde sie sicherer.

Mirjam BjörklundRebecca PetersonRebecca PetersonRebecca PetersonMaria Joao Koehler
2:0   SWE-POR   Rebecca Peterson (WTA 137) - Maria Joao Koehler (WTA 747)   6:4 6:0
Koehler ging als Linkshänderin zumeist über die Rückhand von Peterson und auf dieser Seite unterliefen der 22-jährigen viele Fehler. Peterson konnte mit ihrem Aufschlag jeweils vorlegen, musste bei 3:3 aber das Break hinnehmen. Das war eine sehr kritische Phase. Doch ihr gelang das umgehende Rebreak und insgesamt sogar der Gewinn aller verbleibenden 10 Games bis zum definitiven Klassenerhalt.
Sie hatte die Unterstützung ihrer Familie mit dabei in Tallinn. Ihre Eltern sowie ihre Schwester mit deren Mann und Tochter waren mit dabei. Rebecca hat schwedisch-estnische Wurzeln. Ihr Vater amtet teilweise auch als ihr Trainer.

Johanna KontaFanny StollarFanny StollarAnna Bondar, Dalma Galfi, Reka-Luca JaniAnne KeothavongJohanna Konta, Heather Watson, Katie Boulter, Anna Smith, Jocelyn RaeHeather WatsonJohanna Konta, Katie Boulter, Anne Keothavong, Heather Watson, Anna SmithJohanna Konta, Katie Boulter, Anne Keothavong, Heather Watson, Anna SmithHeather Watson, Anna Smith, Katie Boulter, Johanna Konta
2:0   GBR-HUN   Johanna Konta (WTA 11) - Fanny Stollar (WTA 209)   6:3 6:1
Die Briten sind vom Budget und Aufgebot der Lawn Tennis Association her eine Nummer zu gross für die Kontinentalzone. Die spielerische Klasse der Athletinnen hat sich in den letzten Jahren deutlich verbessert. Dennoch bleibt festzuhalten, dass Grossbritannien letztmals im Jahr 1993 in der Weltgruppe vertreten war, die damals noch 32 Mannschaften umfasste. Das letzte Fed Cup-Spiel auf britischem Boden fand ebenfalls im Jahr 1993 statt. Seither scheiterten sie in den Aufstiegsplayoffs zur Weltgruppe II jeweils auswärts in Schweden 2012, Argentinien 2013 und Rumänien 2017. In diesem Jahr nehmen sie im April in Japan den nächsten Anlauf. Das hat die Auslosung im Nachgang dieses Fed Cup-Wochenendes ergeben. Die ebenfalls siegreichen Lettinnen müssen übrigens in Russland antreten.
Trotz der grossen Erwartungen hatte Captain
Anne Keothavong im Interview korrekterweise rekapituliert: "Our players may have been favourites but we did it in style so I’m very proud right now."
Vor ihrem Einzel gegen Estland wurde Konta auf der Tribüne von einer Betreuerin gefragt: "Did you eat your food?". Sie meinte: "No". Keine Minute später war sie am Essen (Bilder 2-3). So gut durchorganisiert ist das grosse Team GB.
Ebenfalls mit im Team waren
Katie Boulter und Anna Smith sowie die Ende letzten Jahres zurückgetretene Jocelyn Rae, welche zum Betreuerstab zählte.
Eine schöne Geste fand ich, dass die Spielerinnen ihre Blumen an die Fans verschenkt hatten. Das sahen wir beim Verlassen der Halle am Samstagabend als die älteren Damen der britischen Fangruppe mit den Blumen in den Armen auf den Bustransfer warteten.


Estland, Anett Kontaveit (WTA 28)
Kontaveit kam gleich mit dem eigenen Wagen angereist (Bild 1). Sie ist das Zugpferd für die einheimischen Zuschauer und die Resultate der 22-jährigen sind seit einem Jahr erfreulich ansteigend.

Heather WatsonKatriin SaarKatriin SaarKatriin Saar
1:0   GBR-EST   Heather Watson (WTA 74) - Katriin Saar (WTA -)   6:1 6:1
Auf der Nummer 2-Position konnten die Estinnen nach dem Rückzug von Kanepi spielerisch nicht mithalten. Saar konnte aber immerhin ihre Ohrenringe in den estnischen Landesfarben präsentieren (Bilder 3-5).


1:0   EST-CRO   Saara Orav (WTA -) - Ana Biskic (WTA 749)   3:6 6:4 6:2
Am letzten Tag holten die Estinnen ohne Kontaveit noch zum grossen Coup im Kampf um den fünften Schlussrang aus. Orav machte dabei den erfolgreichen Auftakt.

Katriin SaarTena Lukas
1:1   EST-CRO   Katriin Saar (WTA -) - Tena Lukas (WTA 320)   6:2 5:7 1:6
Die 16-jährige Orav und die 15-jährige Saar sind noch nicht sehr geübt im Autogramme geben. Das sieht man Bild 1 eindeutig an, dass es sich hier wohl um die ersten Unterschriften in der Tenniskarriere der Mädchen handelt. Letztendlich zählt aber nicht die Leistung im Autogramme schreiben, sondern im Tennisspielen. Und da gewannen Malygina und Orav tatsächlich das abschliessende Doppel gegen Kroatien um den fünften Schlussrang. Es war der erste Sieg Estlands in diesem Jahrtausend mit einer Aufstellung bei der weder Ani, Kanepi noch Kontaveit auf dem Platz standen!
Die Kroatin Lukas machte zu Beginn des Matches keinen höchstmotivierten Eindruck. So machten wir uns bald auf den Weg in Tallinns Altstadt, wo wir im Olde Hansa speisten während die Estinnen im abschliessenden Doppel kämpften. Für Saar war die Woche insofern unglücklich, weil sie zwar mit einem Satzgewinn aber insgesamt doch mit einer 0:3-Bilanz aus der Woche herausging. Ihre Kolleginnen schlossen besser ab mit Kontaveit 2:1, Orav 3:1 und Malygina 1:1.

Dalma GalfiLea Boskovic
0:1   CRO-HUN   Lea Boskovic (WTA 763) - Dalma Galfi (WTA 265)   2:6 6:2 5:7
Die 18-jährige Boskovic hat ihre Aufgaben gut gemeistert in Abwesenheit des besten halben Dutzend Tennisspielerinnen ihres Landes. Da zeigt sich dann doch auch in der Finanzkraft eines Tennisverbandes, ob er seine Spielerinnen an sich binden kann oder nicht. Ein deutlicher Unterschied zwischen Grossbritannien und Kroatien, welche sich in Bestbesetzung einen harten Kampf um den Turniersieg der Gruppen B und C hätten liefern können.

In ihrer Juniorinnenkarriere hat Boskovic im Doppel das Finale der Orange Bowl 2016 und der US Open 2017 erreicht. Hier im Fed Cup gelangen ihr knappe Erfolge über Lister und Juvan und gegen Galfi gab es eine knappe Niederlage. In der Gruppe C hatte sie alle drei Einzel als Nummer 2 gespielt und alle Spiele gingen jeweils über drei Sätze.


0:2   CRO-HUN   Tena Lukas (WTA 320) - Fanny Stollar (WTA 209)   1:6 6:3 5:7
In der Begegnung zwischen Ungarn und Kroatien war das äusserst dünn der Ungarinnen, wenn beide Einzel erst mit 7:5 im dritten Satz gewonnen wurden obwohl man weit besser klassiert war als die Gegnerinnen. Dank dem Steigerungslauf von 1:2 am Mittwoch, 2:1 am Donnerstag und 3:0 am Freitag konnte Ungarn den Fehlstart aber ausmerzen und den Gruppensieg realisieren.

Reka-Luca Jani, Fanny Stollar, Dalma GalfiDalma Galfi, Reka-Luca Jani
0:3   CRO-HUN   Darija Jurak/Tena Lukas (WTA Doppel 53/369) - Reka-Luca Jani/Anna Bondar (WTA Doppel 440/513)   2:3 ret.
Vor den Spielen am Freitag waren noch sehr viele Szenarien denkbar gewesen. Mit dem 2:0-Sieg Ungarns über Kroatien und dem 2:0-Sieg von Slowenien über Schweden waren die Plätze aber bezogen. Es kam nicht mehr auf die Anzahl gewonnener Matches an, da die direkten Begegnungen bereits den Ausschlag gaben. So gaben die Kroatinnen ihr Doppel bereits in der Anfangsphase auf, sobald Slowenien auf dem Nebenplatz das 2:0 unter Dach und Fach hatte.

 

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