Miami 2016

zurück zur Übersicht         Last updated: 15.07.2017

Die ganze Woche im Einsatz - Bertens, Kerber, Larsson

Einige Matches gewinnen und schon ist die Tenniswoche von Kiki Bertens ausgebucht.

Kiki BertensAna KonjuhKiki Bertens
Kiki Bertens (WTA 108) - Ana Konjuh (WTA 76)   6:2 6:3
Für Bertens begann der gute Lauf in der Qualifikation. Wo andere Spielerinnen unter den langsamen Bedingungen leiden, fühlt sich die 24-jährige aus Wateringen wohl. Selber ist sie immer noch in der Lage um Druck zu machen, Winner zu schlagen und zusätzlich hat sie Zeit um an die Bälle zu kommen. Mit etwas mehr Spin in ihren Bällen hat es Bertens ihrer Gegnerin verunmöglicht, das Spiel zu diktieren. Die 18-jährige Konjuh - Turniersiegerin in Nottingham auf Rasen - mag flache Schläge auf schnellen Belägen.

Kiki BertensDonna VekicKiki Bertens, Donna VekicKiki Bertens
Kiki Bertens (WTA 108) - Donna Vekic (WTA 90)   6:3 7:5
Für mich ist es unverständlich wie ein junge Spielerin wie Vekic auf dem Platz so ausgelaugt, ermüdet und unausgeglichen erscheinen kann. Ähnliches hatte ich bereits in der Wimbledon-Qualifikation im letzen Juni festgestellt. Doch nun ist fast ein Jahr vergangen und keine Besserung in Sicht. Die 19-jährige ruht nicht in sich selbst. Der Dienstag war mit 25 Grad noch kein heisser Tag.

Kiki BertensSaisai Zheng
Kiki Bertens (WTA 108) - Saisai Zheng (WTA 62)   6:3 6:2
In der ersten Hauptrunde musste sich Kiki im zweiten Satz am Fuss behandeln lassen. Es war das dritte Spiel innert drei Tagen und wir machten uns etwas Sorgen um den Doppeleinsatz mit Larsson. Doch nach der Behandlung verlor Bertens kein einziges Game mehr und am darauffolgenden Tag blieb sie sowohl im Einzel als auch im Doppel spielfrei.

Dominika CibulkovaDominika CibulkovaJohanna LarssonJohanna LarssonGarbine Muguruza
Dominika Cibulkova (WTA 54) - Johanna Larsson (WTA 57)   4:6 6:1 6:2
Garbine Muguruza (WTA 4)
Mit Cibulkova hat Larsson eines der schwersten Erstrundenlose erhalten wenn man bedenkt, dass die besten 32 Spielerinnen gesetzt sind und erst in der zweiten Runde eingreifen werden. Doch unschlagbar war die Slovakin nicht im nachgeholten Fed Cup-Duell, das letztes Jahr in Bratislava aufgrund der Verletzung beider Spielerinnen ausgefallen war. Larssons Rückhand ist nun endlich WTA-tauglich, so dass sie im Gesamtpaket um die Top 50 mitspielen kann.
Nach dem Turnier von Miami liegt Larsson in der Weltrangliste auf Rang 69 und hat nun zwei Monate Zeit, um die fehlenden 100 WTA-Punkte bis auf Rang 56 gutzumachen. Dieser Rang berechtigt für die Teilnahme an den Olympischen Spielen, falls niemand ausfällt. Es ist zudem anzunehmen, dass einige wenige Spielerinnen nicht teilnehmen können (überzählige Spielerin da nur vier Spielerinnen pro Land, nicht genügend Fed Cup-Einsätze absolviert oder nicht vom Nationalen Olympischen Komitee nominiert) oder wollen (Turnierplanung). Larsson hat bis und mit Roland Garros keine Punkte zu verteidigen, da sie sich im letzten Jahr bis und mit der dritten Runde in Miami am Ellbogen verletzt hatte. Erfolgsversprechende Aussichten also.
Leider ist unsere schwedische Dreisatzbilanz mittlerweile katastrophal. Mit der Niederlage später im Doppel sind es unterdessen sieben Dreisatzniederlagen in Folge. Der letzte Erfolg liegt über ein Jahr zurück.
Cibulkova scheiterte in der nächsten Runde nur hauchdünn an der spanischen Wimbledonfinalistin Muguruza.

Kiki BertensTimea Babos, Anastasia Pavlyuchenkova
Kiki Bertens (WTA 108) - Anastasia Pavlyuchenkova (WTA 28)   6:1 4:6 6:1
Qualifikantin Bertens setzte ihren guten Lauf mit dem vierten Sieg innert fünf Tagen fort. Für Pavlyuchenkova setzte es eine Niederlage beim allerersten Auftritt ab. So will es der Modus. Bertens kam durch die Qualifikation. Pavlyuchenkova griff wie alle anderen gesetzten Spielerinnen erst in der zweiten Runde des Hauptfeldes ins Turniergeschehen ein. Die Russin war bei der Niederlage ihrer Fed Cup-Mannschaft anfangs Februar zu Hause in Moskau gegen die Niederländerinnen nicht dabei gewesen. Bertens hatte damals sensationell jeweils in zwei deutlichen Sätzen Makarova und Kuznetsova besiegt. Hogenkamp steuerte einen 10:8-Sieg im dritten Satz über Kuznetsova bei, womit die Holländerinnen unerwartet im Halbfinal der Weltgruppe gegen Frankreich stehen. Nun war also die nächste Russin fällig, die sich im dritten Satz am Nacken behandeln lassen musste. Spiele in Miami sind ein Abnützungskampf.

Samantha StosurSamantha StosurKiki BertensJohanna LarssonRennae StubbsSamantha Stosur, Casey Dellacqua
Casey Dellacqua/Samantha Stosur (WTA Doppel 5/107) - Johanna Larsson/Kiki Bertens (WTA Doppel 47/50)   3:6 7:6 10-7
Mit der Unterstützung einiger niederländischer Fans, die bereits im vorangegangenen Einzel von Bertens gegen Pavlyuchenkova Stimmung gemacht hatten, surften Bertens und Larsson am Freitag auf der Erfolgswelle ins Doppel. Obwohl einer von ihnen gar gemeint hatte, dass er sich das Gesicht von Kiki auf den Rücken tätowieren lasse, verschwanden sie nach den ersten fünf Games wieder. Diese Unterstützung hätte sicherlich noch geholfen für den Rest der Partie. So mussten Roland und ich das Zepter auf der Tribüne wieder federführend übernehmen. Nach einigen üblen Rahmentreffern von Stosur zu Beginn der Partie stelle sie diese im Verlauf der Partie ab. Nach beiden Sätzen erhielten die Australierinnen Ratschläge von Rennae Stubbs (Bild 7), die in ihrer Karriere 60 WTA-Titel im Doppel gewonnen hatte, davon 7 Grand Slams. Im zweiten Satz führten Larsson/Bertens 6:5 und besassen somit drei Möglichkeiten, um den Sieg einzufahren: Ein Break gegen den Aufschlag von Dellacqua, einen Sieg im Tie-Break des zweiten Satzes oder einen Sieg im Champions-Tie-Break. Die grösste Chance bestand bei der 5:3-Führung im Tie-Break des zweiten Satzes. Doch mit drei Punkten in Folge wechselte das Momentum nach Down Under und die Australierinnen verwerteten den Satzball. Die Australierinnen nutzten ihr Renommee. Stosur hat in ihrer Karriere sechs Grand Slam-Titel gewonnen: Einen im Einzel, zwei im Doppel und drei im Mixed. Auch Dellacqua hat im Mixed bereits einen Grand Slam-Titel gewonnen. Im Damen Doppel allerdings trat sie bislang erfolglos in sechs Grand Slam-Finals an. Stosur und Dellacqua werden zusammen in Richtung Olympische Spiele in Rio de Janeiro blicken.

Angelique Kerber
Angelique Kerber (WTA 3) - Kiki Bertens (WTA 108)   1:6 6:2 3:0 ret.
Nach den ersten drei Matches von Montag bis Mittwoch kam Bertens in den Zweitagesmodus mit einem weiteren Einzel (und dem Doppeleinsatz) am Freitag und der dritten Runde gegen Kerber am Sonntag. Manchmal ist es gut, wenn man Tag für Tag spielen kann, manchmal hilft ein Tag Pause. Mit hoher Anspannung den Lauf durchziehen mit der Gefahr, sich zu überfordern. Oder eine Pause erhalten und Energie tanken, mit der Gefahr dass der Körper zu weit herunterfährt und nicht mehr aktiviert werden kann. Der Start von Bertens gegen die Australian Open-Siegerin Kerber war nach einem 0:1 mit sechs gewonnen Games in Folge fantastisch. Die Niederländerin spielte ihren Rhythmus und beging kaum Fehler. Die Deutsche hingegen haderte mit der starken Gegenwehr und hatte noch nicht ins Spiel gefunden. Der zweite Satz hätte eine Herzschlagentscheidung herbeiführen können, doch ab 2:2 waren bei Bertens körperliche Probleme zu erkennen. Wie wenn jemand das Licht bei ihr ausgeknipst hätte, wurde ihr immer übler. Während den Ballwechseln können die Profis die Intensität noch auf einem gewissen Niveau halten. Dazwischen erkennt man aber das Leiden und die Probleme. Die Aufgabe im dritten Satz war folgerichtig. Bertens hatte eine starke Woche gespielt.
Kerber spielte sich in der zweiten Turnierwoche bis ins Halbfinal, wo sie der späteren Siegerin Azarenka unterlag. Sehr irritiert war ich jedoch, dass die amtierende Australian Open-Siegerin nach einigen Games gegen Bertens frustriert vom Platz aus zu ihrem Trainer auf der Tribüne sagte: "Die spielt mir alles auf die Rückhand, was soll ich denn nur machen!"

Timea Babos, Anastasia PavlyuchenkovaTimea BabosAnna TatishviliKarolina Pliskova
Timea Babos (WTA 49) - Anna Tatishvili (WTA 117)   7:6 6:2
Karolina Pliskova (WTA 14)
Als letzte Partie am Mittwoch schauten wir bei Babos-Tatishvili rein. Dieses Spiel konnte uns jedoch nicht zum Bleiben bewegen. Beide Spielerinnen wirken ziemlich verbissen und es fehlen die eleganten Ballwechsel. Doch mit dem Erfolg in der nächsten Runde über Karolina Pliskova konnte Babos überzeugen. Im Doppel ist Babos in diesem Jahr mit Shvedova unterwegs, da ihre letztjährige Partnerin Mladenovic mit Landsfrau Garcia auf Rio de Janeiro setzt. Sowohl im Einzel als auch im Doppel spielte die 22-jährige Babos aus dem ungarischen Sopron ein starkes Turnier. Im schönen Städtchen Sopron (zu deutsch: Ödenburg) am Neusiedler See - nur unweit von der österreichischen Grenze - werden Roland und ich übrigens den kommenden Silvester/Neujahr verbringen. Man muss bzw. will ja etwas den Tennisbezug wahren und zugleich Neues entdecken.

 

 Damen Einzel Qualifikation  Damen Einzel Hauptfeld
 1. Runde Qualifikation  Final Qualifikation  1. Runde  2. Runde  3. Runde  4. Runde  Viertelfinal  Halbfinal
   Dominika Cibulkova -
 Johanna Larsson
 4:6 6:1 6:2
 Garbine Muguruza (4) -
 Dominika Cibulkova
 6:7 6:3 7:5
 Garbine Muguruza (4) -
 Nicole Gibbs (W)
 6:1 6:0
 Victoria Azarenka (13) -
 Garbine Muguruza (4)
 7:6 7:6
 Victoria Azarenka (13) -
 Johanna Konta (24)
 6:4 6:2
 Victoria Azarenka (13) -
 Angelique Kerber (2)
 6:2 7:5
 Anna Tatishvili -
 Laura Siegemund (8)
 7:5 6:2
 Anna Tatishvili -
 Sesil Karatantcheva
 6:2 6:2
 Timea Babos -
 Anna Tatishvili (Q)
 7:6 6:2
 Timea Babos -
 Karolina Pliskova (17)
 5:7 6:2 7:6
 Timea Babos -
 Naomi Osaka (W)
 7:5 6:0
 Angelique Kerber (2) -
 Timea Babos
 6:2 3:6 6:4
 Angelique Kerber (2) -
 Madison Keys (22)
 6:3 6:2
   Anastasia Pavlyuchenkova (25) -
 bye
 .
 Kiki Bertens (Q) -
 Anastasia Pavlyuchenkova (25)
 6:1 4:6 6:1
 Angelique Kerber (2) -
 Kiki Bertens (Q)
 1:6 6:2 3:0 ret.
 Kiki Bertens -
 Ana Konjuh (5)
 6:2 6:3
 Kiki Bertens -
 Donna Vekic (15)
 6:3 7:5
 Kiki Bertens (Q) -
 Saisai Zheng
 6:3 6:2
 Donna Vekic (15) -
 Claire Liu (W)
 5:7 6:1 6:0
   Angelique Kerber (2) -
 bye
 .
 Angelique Kerber (2) -
 Barbora Strycova
 6:1 6:1

 

 Damen Doppel
 1. Runde  2. Runde  Viertelfinal  Halbfinal  Final
 Shvedova/Babos (4) -
 Jurak/Jans-Ignacik
 6:3 5:7 10-5
 Shvedova/Babos (4) -
 Dellacqua/Stosur
 7:5 6:4
 Shvedova/Babos (4) -
 Savchuk/Bondarenko
 6:2 6:4
 Shvedova/Babos (4) -
 Niculescu/Gasparyan
 7:5 4:6 10-8
 Mattek-Sands/Safarova (3) -
 Shvedova/Babos (4)
 6:3 6:4
 Dellacqua/Stosur -
 Larsson/Bertens
 3:6 7:6 10-7

 

zurück zur Übersicht