ATP World Tour Finals 2016, London

zurück zur Übersicht         Last updated: 26.11.2016
Doppel Vorschau - ATP Team Race 2016

Weder die Vorjahressieger Tecau/Rojer noch die Vorjahresfinalisten Mergea/Bopanna konnten sich trotz gleicher Mannschaftszusammensetzung für die ATP World Tour Finals qualifizieren. Zusammen hatten die Rumänen an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro Silber gewonnen. Von den Goldmedaillengewinnern hat sich Marc Lopez für London qualifiziert. In Rio hatte er mit Nadal reüssiert.

Der Kampf um die Nummer 1 der Welt wird in London zwischen Mahut/Herbert und Soares/Murray entschieden werden.

 ATP Doppel Team Race 2016
  Nicolas Mahut /
Pierre-Hugues Herbert
(FRA/FRA)
Bruno Soares /
Jamie Murray
(BRA/GBR)
Bob Bryan /
Mike Bryan
(USA/USA)
Marc Lopez /
Feliciano Lopez
(ESP/ESP)
Henri Kontinen /
John Peers
(FIN/AUS)
Marcelo Melo /
Ivan Dodig
(BRA/CRO)
Raven Klaasen /
Rajeev Ram
(RSA/USA)
Max Mirnyi /
Treat Huey
(BLR/PHI)
Horia Tecau /
Jean-Julien Rojer

(ROU/NED)
-> Ersatzspieler
GRAND SLAM
2000
Sieg: Wimbledon
Halbfinal: US Open
Sieg: AusOpen, US Open Final: French Open Sieg: French Open   Halbfinal: French Open Halbfinal: Wimbledon Halbfinal: Wimbledon  
Anz. Turniere
(alle zählen)
4 4 4 3 4 4 4 4 4
Punktemaximum:
8000
2990 4540 2100 2810 630 1080 1260 1260 630
MASTERS SERIES
1000
Sieg: Indian Wells, Miami, Monte Carlo
Final: Paris
Final: Monte Carlo, Toronto Sieg: Rom   Sieg: Paris
Final: Schanghai
Sieg: Toronto, Cincinnati Final: Miami   Sieg: Madrid
Final: Miami
Anz. Turniere
(alle zählen)
6 9 9 7 9 7 9 8 7
Punktemaximum:
9000
3540 1920 2800 810 2140 2810 1050 900 1600
ATP 500 Sieg: London Queen's Sieg: Hamburg Sieg: Barcelona   Sieg: Hamburg   Sieg: Halle Sieg: Acapulco Sieg: Rotterdam
Anz. Turniere
(alle zählen)
1 4 4 4 8 2 5 6 3
Punktemaximum:
...
500 450 1040 570 1040 90 890 770 450
ATP 250   Sieg: Sydney Sieg: Houston Sieg: Doha Sieg: Brisbane, München   Sieg: Chengdu    
Anz. Turniere
(alle zählen)
2 2 5 2 2 1 4 6 3
Punktemaximum:
...
195 340 400 250 500 150 490 225 180
Anz. Turniere
Total
13 19 22 16 23 14 22 24 17
Anz. Turniersiege
Total
5 4 3 2 4 2 2 1 2
Punkte Total 7825 7250 6340 4440 4310 4130 3690 3155 2860
Anz. Teilnahmen
"Masters"
1
2015
2 / 1
2013-2014
2015
13
02-06, 08-15
3 / 0
2012-2014
-
0 / 1
-
2015
3
2013-2015
0
-
14 / 0
95-98, 03-12 /
-
4 / 4
11-12, 14-15 /
2012-2015
Alter 34 / 25 34 / 30 38 / 38 34 / 35 26 / 28 33 / 31 34 / 32 39 / 31 31 / 35

 

 

ATP World Tour Finals 2016, London

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Doppel Gruppe Fleming/McEnroe - Rangliste auf den Kopf gestellt

 

 Doppel Gruppe Fleming/McEnroe
 Spieltag  Mahut/Herbert
 (FRA/FRA, 1)
 Lopez/Lopez
 (ESP/ESP, 4)
 Kontinen/Peers
 (FIN/AUS, 5)
 Klaasen/Ram
 (RSA/USA, 7)
 Montag  Klaasen/Ram
 5:7 4:6
 Kontinen/Peers
 3:6 6:7
 Lopez/Lopez
 6:3 7:6
 Mahut/Herbert
 7:5 6:4
 Mittwoch  Lopez/Lopez
 5:7 7:5 8-10
 Mahut/Herbert
 7:5 5:7 10-8
 Klaasen/Ram
 6:3 6:4
 Kontinen/Peers
 3:6 4:6
 Freitag  Kontinen/Peers
 7:6 4:6 4-10
 Klaasen/Ram
 3:6 6:7
 Mahut/Herbert
 6:7 6:4 10-4
 Lopez/Lopez
 6:3 7:6
 Siegesbilanz  0:3  1:2  3:0  2:1
 Gruppenrang  4.  3.  1.  2.

Rajeev Ram, Raven KlaasenPierre-Hugues HerbertRajeev Ram, Raven Klaasen
Raven Klaasen/Rajeev Ram (ATP Doppel 15/17) - Nicolas Mahut/Pierre-Hugues Herbert (ATP Doppel 1/2)   7:5 6:4
Etwas schien mir nicht in Ordnung zu sein zwischen Mahut und Herbert während dem Spiel und auch beim Handshake. Entweder war es der Druck, den der Kampf um die Nummer 1 ihnen auferlegt hatte oder sie gehen ab nächstem Jahr getrennte Wege. In Basel zum Beispiel hatte Mahut mit Roger-Vasselin gespielt und Herbert hatte sich im Einzel eines Challengers und in der Qualifikation für das 1000er-Turnier in Paris versucht. Die Priorität auf das heimische 1000er-Turnier ist verständlich bei dem mit 25 Jahren immer noch jungen Herbert. Allerdings geht es für die beiden Franzosen noch um die Position der Nummer 1 zum Jahresende und da hilft jeder Punkt.
Alle vier Akteure spielten vergleichsweise langsame Schläge, obwohl beide Franzosen in den Top 100 der Weltrangliste stehen und sich Ram knapp ausserhalb befindet. Die Aussenseiter schafften die Überraschung. Für Mahut/Herbert war es der Anfang von einem schlechten Ende der Tennissaison 2016. Sie sollten in der Woche von London ohne einen Sieg bleiben und verloren die Weltranglistenspitze an Murray/Soares.

In dieser Gruppe stehen sich Mannschaften gegenüber, deren Doppelpartner sehr weit entfernt oder sehr nah voneinander geboren wurden. Die grösste Distanz liegt zwischen dem Südafrikaner Klaasen und Ram aus dem amerikanischen Denver mit 15'752km. Nur knapp dahinter folgen der Finne Kontinen und der Australier Peers aus Melbourne mit 15'224km. Die kurzen Distanzen liegen bei Mahut/Herbert mit 631km und Lopez/Lopez mit 550km nahe beieinander. Diesen Wettbewerb gewinnen aber eindeutig die Bryans aus der anderen Gruppe mit 0km.

Henri Kontinen, John PeersHenri Kontinen, John PeersMarc Lopez, Feliciano LopezMarc Lopez, Feliciano LopezMarc Lopez, Feliciano Lopez
Henri Kontinen/John Peers (ATP Doppel 10/12) - Marc Lopez/Feliciano Lopez (ATP Doppel 8/9)   6:3 7:6
Kontinen/Peers haben sich in ihrem ersten gemeinsamen Jahr nur als Nummer 6 für London qualifiziert, aber ich bin sehr optimistisch dass sie nächstes Jahr wieder beim Saisonfinale sein werden. Bei den eigenen Aufschlagspielen traten die sehr stark auf. Die Statistik registrierte über 90% gewonnener erster Aufschläge. Normalerweise gehen einem Team mit zwei starken Aufschlägern andere Fähigkeiten ab, aber hier schien das auf den ersten Blick nicht ersichtlich. Auch sie werden schlechtere Quoten beim ersten Aufschlag haben im Verlauf einer Saison, aber die Ausgangslage ist doch schon einmal sehr gut.
Das Spiel war von den Schlägen her viel zügiger als dasjenige vom Nachmittag. Entscheidend war die schwache Leistung von Feliciano Lopez am Netz. Er schaffte es nicht seinem nur 175cm grossen Partner Marc Lopez bei dessen Aufschlag den Rücken frei zu halten, sondern brachte ihn manchmal sogar in noch grössere Bedrängnis. Da ist Kontinen aus einem anderen Holz geschnitzt. Bei seinem Titelgewinn im gemischten Doppel in Wimbledon schwärten die britischen TV-Kommentatoren immerzu davon wie gut er den Service von Heather Watson beschützte.
Den unterhaltsamsten Ballwechsel kann man auf dem Bild 2 Schlag für Schlag erahnen und nachvollziehen: Ein kurzer Volley cross von Kontinen, gefolgt von einem Longlineball am Netzpfosten vorbei von Marc Lopez und danach der Gewinnschlag von Peers cross über das geöffnete Feld.

 

 

ATP World Tour Finals 2016, London

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Doppel Gruppe Edberg/Jarryd - brasilianisch/schottische Nummer 1

 

 Doppel Gruppe Edberg/Jarryd
 Spieltag  Soares/Murray
 (BRA/GBR, 2)
 Bryan/Bryan
 (USA/USA, 3)
 Melo/Dodig
 (BRA/CRO, 6)
 Mirnyi/Huey
 (BLR/PHI, 8)
 Sonntag  Mirnyi/Huey
 6:4 7:5
 Melo/Dodig
 7:6 6:0
 Bryan/Bryan
 6:7 0:6
 Soares/Murray
 4:6 5:7
 Dienstag  Bryan/Bryan
 6:3 6:4
 Soares/Murray
 3:6 4:6
 Mirnyi/Huey
 7:5 6:4
 Melo/Dodig
 5:7 4:6
 Donnerstag  Melo/Dodig
 6:3 3:6 10-6
 Mirnyi/Huey
 6:4 6:4
 Soares/Murray
 3:6 6:3 6-10
 Bryan/Bryan
 4:6 4:6
 Siegesbilanz  3:0  2:1  1:2  0:3
 Gruppenrang  1.  2.  3.  4.

Bob Bryan, Mike BryanIvan Dodig, Marcelo Melo
Bob Bryan/Mike Bryan (ATP Doppel 5/5) - Marcelo Melo/Ivan Dodig (ATP Doppel 7/11)   7:6 6:0
Das Spiel fand zwar am Sonntag statt, aber es erinnerte mich mehr an einen Arbeitsbeginn am Montagmorgen. Die Teams zeigten zwar eine gute Leistung, aber es wirkte alles zu abgeklärt, zu sehr nach Arbeit und zu wenig nach Inbrunst. Das Feuer scheint mir zum Beispiel bei den Bryans mit 38 Jahren nicht mehr uneingeschränkt zu lodern.

Bruno Soares, Jamie MurrayBruno SoaresBruno Soares, Jamie Murray, Max Mirnyi
Bruno Soares/Jamie Murray (ATP Doppel 3/4) - Max Mirnyi/Treat Huey (ATP Doppel 21/22)   6:4 7:5
Alle Spieler zeigten sich sehr aktiv am Netz. Eine viel angewandte klassische Taktik war tief zu retournieren. Daraufhin muss der ans Netz vorstossende Gegner den ersten Volley tief nehmen und versucht diesen auch tief zu halten. Dennoch hat nun der Netzspieler des retournierenden Teams die Möglichkeit den Ball abzuvollieren, da der Ball zuvor vom Gegner hatte angehoben werden müssen. Mirnyi/Huey trugen dies sehr gut vor.

Die Geburtsorte der Doppelpartner in dieser Gruppe lassen ebenfalls ein Ratespiel zu. Hier die Lösung: Der Brasilianer Soares und der Schotte Murray sind 9'264km voneinander entfernt geboren worden. Damit sind sie weiter entfernt als der Weissrusse Mirnyi und der Philippiner Huey mit 7'450km, der allerdings in Washington D.C. geboren wurde. Aber selbst mit Geburtsort Manila wären beide "nur" auf 8'932km gekommen. Die Gruppe gewinnen aber der wie Soares ebenfalls im brasilianischen Belo Horizonte geborene Melo zusammen mit dem in Bosnien-Herzegowina geborenen Kroaten Dodig mit 9'426km Luftdistanz.

 

 

ATP World Tour Finals 2016, London

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Doppel Halbfinal & Final - erneute Überraschungssieger

 

 Einzel Halbfinal & Final
 Vorrunde  Halbfinale   Finale
 Gruppensieger F/M:
 Kontinen/Peers (5)
 Kontinen/Peers (5) -
 Bryan/Bryan (3)
 7:6 6:4
 Kontinen/Peers (5) -
 Klaasen/Ram (7)
 2:6 6:1 10-8
 Gruppenzweiter E/J:
 Bryan/Bryan (3)
 Gruppenzweiter F/M:
 Klaasen/Ram (7)
 Klaasen/Ram (7) -
 Soares/Murray (2)
 6:1 6:4
 Gruppensieger E/J:
 Soares/Murray (2)

Oft erlebten wir in den vergangenen Jahren in der Doppelkonkurrenz in London Überraschungen. Überraschender als der Sieg von Kontinen/Peers empfand ich aber die Halbfinalqualifikation und vor allem der Halbfinalsieg von Klaasen/Ram über Soares/Murray, das beste Team des Jahres. Soares/Murray schaffen es in ihrer ersten gemeinsamen Saison die Teamwertung zu gewinnen. Mahut bleibt aber Weltranglistenerster in der individuellen Doppelweltrangliste vor Herbert, Soares und Murray.
Mit ihrem Vollerfolg in dieser Woche untermauerten Kontinen/Peers den sehr guten Eindruck, welche ich in der ersten Runde der Gruppenspiele von ihnen gewinnen konnte. Keiner der Finalisten hat im Herren Doppel je einen Grand Slam-Titel gewonnen. Kontinen/Peers gewann vor zwei Wochen erstmals einen 1000er-Titel in Paris. Klaasen hat einen 1000er-Sieg in Shanghai im letzten Jahr mit Melo errungen. Ram noch keinen. In einem Grand Slam-Finalspiel standen bislang nur Peers (Wimbledon und US Open 2015 mit Murray) und Klaasen (Australian Open 2014 mit Butorac). Für fast alle vier Spieler stellen die ATP World Tour Finals 2016 somit den grössten Erfolg ihrer Karriere dar.

 

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