Davis Cup Schweiz - Italien

zurück zur Hauptseite         Last updated: 10.01.2016

Davis Cup 2008 - Europa/Afrika-Zone I 1. Runde - Schweiz-Polen,

Davis Cup 2012 - Weltgruppe 1. Runde - Schweiz-USA, Davis Cup 2013 - Weltgruppe 1. Runde - Schweiz-Tschechien

Davis Cup 2014 - Weltgruppe Viertelfinal - Schweiz-Kasachstan

   
12.-14. September 2014

Halbfinal der Weltgruppe im Davis Cup vom 12.-14. September 2014 in Genf (SUI)

Vieles erinnert im Vorfeld an die bisher einzige Schweizer Davis Cup-Finalqualifikation, welche vor einer Rekordkulisse von damals 15'000 Zuschauern in der Palexpo-Halle in Genf auf einer schnellen Teppichunterlage gegen die Sandplatzspezialisten aus Brasilien bewerkstelligt werden konnte. Wie im Jahr 1992 mit Jakob Hlasek und Marc Rosset tritt die favorisierte Schweiz vor einer nochmaligen Rekordkulisse von 18'400 Zuschauern erneut in der Genfer Palexpo-Halle an. Auf einem Teppichbelag darf mittlerweile nicht mehr gespielt werden. Ein schneller Hartbeleg sollte es gegen die Italiener aber auch tun, die sich auf dem langsameren Sand deutlich wohler fühlen würden.

Eine weitere Parallele zu 1992 wäre bei einer erfolgreichen Finalqualifikation ein schweres Auswärtsspiel beim Streben nach dem erstmaligen helvetischen Gewinn der Davis Cup-Schüssel. Eine grössere Herausforderung als damals in den USA kann es zwar nicht werden, aber ein Auswärtsspiel beim zweimaligen amtierenden Titelverteidiger Tschechien oder in der Tennisnation Frankreich würde selbst für Federer und Wawrinka eine hohe Hürde darstellen. Erst muss allerdings der Halbfinal gegen Italien gewonnen werden. Dass jede Begegnung schwierig ist, hat der knappe Sieg über Kasachstan im Viertelfinal gezeigt.

 Davis Cup 2014
 1. Runde (2.-4. Februar)  Viertelfinal (4.-6. April)  Halbfinal (12.-14. September)  Final (21.-23. November)
 Tschechien (1) - Niederlande   3:2  Japan - Tschechien (1)   0:5  Frankreich (5) - Tschechien (1)   4:1  Frankreich (5) - Schweiz   1:3
 Japan - Kanada (7)   4:1
 Deutschland - Spanien (3)   4:1  Frankreich (5) - Deutschland   3:2
 Frankreich (5) - Australien   5:0
 USA (6) - Grossbritannien   1:3  Italien - Grossbritannien   3:2  Schweiz - Italien   3:2
 Argentinien (4) - Italien   1:3
 Kasachstan (8) - Belgien   3:2  Schweiz - Kasachstan (8)   3:2
 Serbien (2) - Schweiz   2:3

 

Ich persönlich würde in der Palexpo-Halle eine Unterlage mit identischen Bedingungen wie an den US Open auslegen lassen.

  • Im Gegensatz zum April hat Federer nun auch von der Klassierung her wieder die Rolle der Nummer 1 im Team inne. Das dürfte sich positiv auf die Lastverteilung auswirken.
  • Mit Federers Halbfinal und Wawrinkas Viertelfinal an den US Open haben beide in der vergangenen Woche ihre starke Form unter Beweis gestellt. Trotz oder gerade dank den ärgerlichen Niederlagen in Flushing Meadows stand genügend Zeit für die Davis Cup-Vorbereitung zur Verfügung.
  • Die Nominationen von Chiudinelli und Lammer stärken das Teamgefüge. Es ist nicht an der Zeit um junge aufstrebende Spieler wie einen Laaksonen aufzubieten. Die langjährigen Davis Cup-Weggefährten und guten Freunde der beiden Schweizer Aushängeschilder stellen die beste Wahl dar.

 

Schweiz:
Roger Federer
Stanislas Wawrinka
Marco Chiudinelli
Michael Lammer
Einzel
3
4
161
497
Doppel
107
133
216
551
Severin Lüthi, Michael Lammer, Marco Chiudinelli, Stanislas Wawrinka, Roger Federer

 

Dem italienischen Captain Corrado Barazzutti bieten sich mehrere Optionen zur Aufstellung am Wochenende.

  • Fognini ist der Teamleader der Azzurri. Der launische und teilweise geniale Italiener kann je nach Tagesform auftrumpfen oder in Schönheit untergehen.
  • Seppi und Bolelli fühlen sich auf schnelleren Belägen durchaus wohl. Zwischen diesen beiden Spielern bestehen die Wahlmöglichkeiten für die Einsätze in den Einzeln auf der Position zwei sowie im Doppel.
  • Den Sandplatzwühler Lorenzi, der seine Punkte vornehmlich an kleinen Turnieren sammelt, hätte ich persönlich für diese Partie nicht aufgeboten. Er wird am Wochenende kaum zum Einsatz kommen. Meine Wahl wäre auf Doppelspezialist Bracciali (ATP Doppel 58) gefallen.

 

Italien:
Fabio Fognini
Andreas Seppi
Simone Bolelli
Paolo Lorenzi
Einzel
17
48
76
78
Doppel
55
81
173
517
Fabio Fognini, Andreas Seppi, Paolo Lorenzi, Simone Bolelli, Corrado Barazzutti
 Davis Cup Schweiz - Italien
 Spieltag  Spielstand  Spiel 1  Spiel 2
 Freitag
 .
 2:0
 .
 Federer - Bolelli
 7:6 6:4 6:4
 Wawrinka - Fognini
 6:2 6:3 6:2
 Samstag
 .
 2:1
 .
 Wawrinka/Chiudinelli - Fognini/Bolelli
 5:7 6:3 7:5 3:6 2:6
 
 Sonntag
 .
 3:2
 .
 Federer - Fognini
 6:2 6:3 7:6
 Lammer - Seppi
 4:6 6:1 4:6

Fabio Fognini, Andreas Seppi, Paolo Lorenzi, Simone Bolelli, Corrado Barazzutti
Palexpo Halle 6, Genf
Für die historischen Auftritte im Schweizer Davis Cup-Tennis wird die Palexpo-Halle aus logistischen und emotionalen Gründen jeweils zum Tennisnationalstadion umfunktioniert.

Roger Federer
1
:0  
Roger Federer
(ATP 3) - Simone Bolelli (ATP 76)   7:6 6:4 6:4
Trotz schlechterer Weltranglistenklassierung wurde Bolelli aufgrund der Leistungen der vergangenen Monate seinem Teamkollegen Seppi vorgezogen. Federer ergänzte in einem Interview bei der Auslosung am Donnerstag, dass Seppi gegen ihn kaum je einen Satz gewinnen konnte und er daher die Aufstellung der Italiener von diesem Blickwinkel her nachzuvollziehen könne. In den Direktduellen gegen Seppi steht es 10:1 nach Matches und 21:1 nach Sätzen für Federer. Gegen Bolleli ist es "nur" ein 2:0 nach Matches und 5:0 nach Sätzen und die letzte Partie fand bereits vor fünf Jahren statt, beim Davis Cup-Relegationsspiel in Genua.
Bolelli wurde seiner Nomination gerecht und war für mich der stärkste Italiener an diesem Wochenende. Denn er zeigte konstant starke Leistungen mit druckvollen Aufschlagspielen. Damit offerierte er Federer keine Möglichkeit um einfach zu einem Break zu kommen. Das Spiel verlief somit in relativ engen Bahnen und liess die sehr gute Stimmung noch nicht explodieren.
Der erfahrene Federer zeigte kein Zeichen von Nervosität und gab den Schweizern im Gegensatz zur Partie gegen Kasachstan einen richtungsweisenden Start. Die beiden Einzelpartien des ersten Tages, wo jeweils die Nummer 1 und Nummer 2 der fürs Einzel nominierten Spieler aufeinandertreffen, werden ausgelost. Für die Schweiz war die Auslosung mit Federer im Eröffnungsspiel eine Gute.

Fabio Fognini
2
:0   Stanislas Wawrinka
(ATP 4) - Fabio Fognini (ATP 17)   6:2 6:3 6:2
Am Ende des zweiten Satzes hätte Fognini ein Snickers gebrauchen können, um die Diva in sich loszuwerden (Bild 5). Mit seinen eigentlich harmlosen Gesten wie die Hände zu verwerfen, einen Ball wegzuspielen oder den Schläger fallen lassen handelte er sich die Buhrufe des Heimpublikums ein. Damit machte er es den Schweizern leichter um aus sich herauszukommen und gar etwas über die Anständigkeitsgrenzen hinaus Partei für die eigene Equipe zu ergreifen. Dies gipfelte zum Ende von Durchgang zwei darin, dass sich Fognini mit seinen Unkonzentriertheiten selbst aus dem Spiel nahm. Er war natürlich genervt, da er gegen Wawrinka keinen Ansatzpunkt fand.
Die Schweiz hatte sich für einen langsameren Belag als an den US Open entschieden. Die Gründe dafür waren in dieser Partie ersichtlich. Denn Wawrinka ist auch auf einem langsamen Belag in der Lage Gewinnschläge aus fast allen Lagen abzufeuern. Er überzeugte zudem mit 16 Assen bei nur einem Doppelfehler. Fognini hingegen verfügt im Gegensatz dazu nur über relativ langsame Schläge und konnte somit keinen Schaden anrichten. Seinem zweiten Aufschlag fehlt es speziell an Tempo. Wawrinkas aggressive Returns liessen den Italiener insgesamt acht Doppelfehler einstreuen. Asse erzielte er kein einziges.
In einem attraktiven Spiel besiegte die Nummer 2 der Schweiz die Nummer 1 Italiens zum fast schon vorentscheidenden 2:0 Zwischenstand. Für Wawrinka war es sicherlich ein Vorteil gewesen erst nach dem 1:0 von Federer antreten zu können. So hatte er während dessen Sieg drei Stunden Zeit, um sich an die laute Stimmung in der Halle zu gewöhnen.


Genf
Stefan und ich nutzten die Gelegenheit am Samstagmorgen zu einer Joggingtour, die uns an die Rhone führte.

Severin Lüthi, Michael Lammer, Marco Chiudinelli, Stanislas Wawrinka, Roger FedererFabio Fognini, Andreas Seppi, Paolo Lorenzi, Simone Bolelli, Corrado BarazzuttiStanislas Wawrinka, Marco Chiudinelli, Fabio Fognini, Simone Bolelli
2:1   Stanislas Wawrinka/Marco Chiudinelli (ATP Doppel 133/216) - Fabio Fognini/Simone Bolelli (ATP Doppel 55/173)   5:7 6:3 7:5 3:6 2:6
In Serbien hatten Chiudinelli/Lammer triumphiert. Gegen Kasachstan waren Federer/Wawrinka unterlegen. Als Gold-Doppel von Peking 2008 würden wir diese Kombination weiterhin als die stärkte Aufstellung bezeichnen, auch wenn die Übung fehlt. Die Aufstellung von Wawrinka und Chiudinelli hatte vor allem den Zweck um Federer einen freien Tag zu ermöglichen. Da wird Davis Cup-Coach und Federer-Coach Lüthi in Personalunion nicht widersprechen. Mit den 33 Lenzen von Federer mag es sein, dass im Davis Cup-Format mit Best of Five Matches über drei Tage hinweg die stärkste Aufstellung der Helvetier die aktuelle in Genf gewählte Variante ist. Zum Schluss geht es darum drei aus fünf Partien zu gewinnen und nicht um bereits am Samstag alles im Trockenen zu haben.
Bei der Rekordpartie gegen Tschechien, dem längsten Doppel der Tennisgeschichte, waren ebenfalls Wawrinka und Chiudinelli auf dem Platz gestanden.
In dieser Zusammenstellung hängt der Erfolg im Doppel von Wawrinka ab, der eine Führungsrolle übernehmen muss. Chiudinelli zeigte wie immer eine konstante und starke Leistung. Die Akzente muss aber Wawrinka setzen. Das gelang dem Lausanner nicht. Vor allem in der Variante mit ihm am Netz und dem Basler Chiudinelli beim Aufschlag waren die Schweizer angreifbar. Chiudinellis Aufschlag war zwar gewohnt stark, aber war der Ball im Spiel dann ging der eine oder andere Punkt zu viel verloren. Bei den Azzurri war wie bereits im Einzel ersichtlich der nur durchschnittliche Aufschlag von Fognini problematisch. Generell ist anzumerken, dass alle vier Akteure das Doppel nur im Nebenberuf ausüben. In der sehr spannenden und stimmungsvollen Partie konnten die Italiener ihrem ersten Sieg einfahren. Im fünften Satz fehlte bei den Schweizern vielleicht etwas die Kraft und Konzentration. Chiudinelli streute zwei Doppelfehler und Wawrinka zwei Volleyfehler ein, die den Italienern das Break zum 3:1 ermöglichten.


Genf
Als wir am Samstagabend mit dem ÖV ins Stadtzentrum gefahren waren und auf einer Brücke nach Norden blickten (Bild 5), merkten wir erst, dass wir am Morgen bis auf eine Brücke ebenfalls bereits bis ins Stadtzentrum gerannt waren. Das hatten wir dort allerdings gar nicht so wahrgenommen.

Roger Federer, Fabio FogniniMarco Chiudinelli, Roger Federer, Severin Lüthi, Michael Lammer, Stanislas WawrinkaStanislas Wawrinka, Michael Lammer, Ivo Werner, Marco Chiudinelli, Severin Lüthi, Roger Federer
3:1   Roger Federer (ATP 3) - Fabio Fognini (ATP 17)   6:2 6:3 7:6
Mit dem Verzicht im Doppel lud sich Federer zusätzlich Verantwortung für sein Einzel auf. Die Partie verlief aber wie erhofft und so konnte Federer den kalkulierten dritten Punkt sichern. Fognini erreichte erneut lange Zeit nicht sein gewünschtes Niveau. Erst in seinem zehnten und letzten Satz an diesem Wochenende liess der Italiener durchblicken, dass er ein Top 20-Spieler ist und sich der stimmungsvollen und sportlich übermächtig scheinenden Herausforderung in Genf stellen wollte. Im Vergleich mit dieser Partie mit Wawrinka-Fognini vom Freitag war zu erkennen, dass Wawrinka über die härtesten Schläge verfügt. Federer agierte gegen Fognini hingegen oft mit dem Rückhandslice auf den sein Gegner ratlos war.


Final in Frankreich
Die Tennisschweiz durfte den zweiten Davis Cup-Finaleinzug der Geschichte gebührend feiern! Wiederum wurde Genf zum Ort des helvetischen Tennisgrosserfolgs. Finalgegner Frankreich gewann seinen Halbfinal gegen Titelverteidiger Tschechien in Roland Garros überzeugend. Nach diesem Wochenende würde ich aus Frankreichs Blickwinkel den Heimvorteil für eine Partie auf Sand nutzen. Abgesehen von Tsonga fühlen sich alle anderen Franzosen wie Gasquet, Monfils oder Simon pudelwohl auf der roten Asche. Das Saisonende mit Basel, Paris Bercy und den ATP World Tour Finals in London bringt für die Schweizer jeweils die letzte grosse Anstrengung des Jahres mit sich. Nun folgt in der Woche nach London noch der Davis Cup-Final. Während sich die in London wohl absenten Franzosen bereits an die Finalunterlage gewöhnen könnten, müssten Federer und Wawrinka dies innert Wochenfrist tun. Ausserdem ist da das Doppel, wo Federer in Genf eine Auszeit nahm. Wird auf Sand gespielt, werden die Partien zeitlich länger und körperlich fordernder.

Nachtrag November 2014: Die Schweiz gewinnt zum ersten Mal den Davis Cup!! Sobald Wawrinka aus dem Schatten von Federer treten kann, zeigt er herausragende Leistungen. Federer war trotz seiner Finalabsage in London wie gewohnt auf der Höhe seiner Aufgabe, um seiner Sammlung den letzten noch fehlenden Titel nach allen Grand Slam-Titeln, Olympiagold und den World Tour Finals hinzuzufügen. Da es sich um einen Mannschaftssieg handelt, freut mich der Punktgewinn von Chiudinelli und Lammer im Februar in Serbien immer noch.
Mit einer Kapazität für 27'000 Zuschauer hat der französische Tennisverband in Lille eine grandiose Kulisse geschaffen, welche einen Rekord für ein offizielles Tennisspiel bedeutet. Ich selbst war beim Ticketkampf leer ausgegangen. Doch es war ein langes und intensives Jahr gewesen und so begnügte ich mich damit, den historischen Schweizer Tennistriumph am TV mitzuerleben.
Die Schweiz ist erst die 14. Nation, welche den Davis Cup gewinnen konnte. Die 103 Titel seit der Erstaustragung im Jahr 1900 gingen an die Schweiz (2014, 1 Sieg), die
Tschechische Republik (letztmals 2013, 3 Siege), Spanien (letztmals 2011, 5 Siege), Serbien (2010, 1 Sieg), die USA (letztmals 2007, 32 Siege), Russland (letztmals 2006, 2 Siege), Kroatien (2005, 1 Sieg), Frankreich (letztmals 2001, 9 Siege), Australien (letztmals 1999, 28 Siege), Schweden (letztmals 1998, 7 Siege), Deutschland (letztmals 1993, 3 Siege), Italien (1976, 1 Sieg), Südafrika (1974, 1 Sieg) und Grossbritannien (letztmals 1936, 9 Siege). Am häufigsten und knappsten gescheitert sind bislang Argentinien (4 Finalteilnahmen, letztmals 2011), Indien (3 Finalteilnahmen, letztmals 1987) und Rumänien (3 Finalteilnahmen, letztmals 1972).

Nachtrag Dezember 2014: Einen sehr ausgeprägten Geschäftssinn stellte ich in einem interessanten Interview mit Swiss Tennis-Präsident René Stammbach auf bluewin.ch fest. Beim Halbfinal gegen Italien wurde ein Gewinn von 2.4 Mio. CHF erzielt! Das deckt die Fed Cup-Heimspiele und Davis Cup-Heimspiele ohne Federer auf Jahre hinaus, bei denen bis zu 200'000 CHF Verlust anfallen kann. Bei 2.4 Mio. CHF Gewinn frage ich mich aber doch, ob die Ticketpreise für den Dreitagespass auf 295 CHF angesetzt werden mussten. Qualitativ wurde einiges geboten und als Tennisfan bin ich da selbstverständlich mit dabei. Eine vierköpfige Familie hätte das aber 1180 CHF gekostet. Ohne Verpflegung und Anreise. Tickets für einzelne Tage gab es nicht zu kaufen. Stammbach träumt von einem Heimspiel in einem allfälligen Viertelfinal im Juli 2015 in einem Fussballstadion mit bis zu 32'000 Zuschauern. Das ergäbe neben dem Rekordeintrag sogar einen Gewinn von 4 Mio. CHF. Die Hälfte der Gewinne geht jeweils an die Spieler.

Nachtrag März 2015: So sehr Stammbach auch mit Zahlen jonglierte und die Energie aufrechtzuerhalten versuchte (siehe oben), die Aushängeschilder Federer und Wawrinka traten nicht zur ersten Runde in Belgien an. Der Titelverteidiger Schweiz kassierte somit eine unrühmliche Niederlage in Lüttich. Mit dabei war Michael Lammer, dessen Abschiedsvorstellung es sein würde. Kurz vor seinem 33. Geburtstag war die Zeit für den Zürcher gekommen, um als langjähriges Mitglieder des Schweizer Team des Jahres 2014 seine Tenniskarriere zu beenden. Der Davis Cup-Sieger spielte in der Woche nach dem Davis Cup in Indian Wells an der Seite seines Freundes und Weggefährten Federer im Doppel die allerletzte Partie seiner Karriere. Eine sehr schöne Geste von Federer, denn Lammer hätte mit seiner Klassierung nie die Aufnahme in das Tableau eines 1000er-Turniers geschafft. An der Seite von Federer erhielt er wie bereits beim Davis Cup-Sieg eine grosse Bühne für seinen Abgang, auch wenn die beiden Schweizer bereits in der ersten Runde in der kalifornischen Wüste ausschieden.

 

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