Davis Cup Schweiz - USA

zurück zur Hauptseite         Last updated: 09.09.2014

Davis Cup 2006 - Weltgruppe Halbfinale - Russland-USA

Davis Cup 2008 - Europa/Afrika-Zone I 1. Runde - Schweiz-Polen

Davis Cup, Weltgruppe 1. Runde 2012 vom 10.-12. Februar 2012 in Fribourg (SUI)

Für die kleine Schweiz ist immer ein spezielles Ereignis gegen die Vereinigten Staaten von Amerika antreten zu können. Vor elf Jahren hatte man mit drei Siegen des 19-jährigen Federers in Basel einen Heimsieg feiern können. Im direkten Duell lag man nur mit 1:2 hinten und es bot sich die grosse Gelegenheit vor den tennisbegeisterten Fans in Fribourg gleichzuziehen und einen grossen Sieg zu feiern.

Zu Beginn des zweiten Satzes im zweiten Spiel - nämlich demjenigen von Federer gegen Isner - schoss es mir plötzlich in den Kopf, dass es doch sehr überheblich gewesen war, einen Sieg der USA nicht einmal ins Auge zu fassen. Das war mir genau so passiert wie den Schweizer Medien.

Nehmen wir es vorne weg: Die grossen Erwartungen der Schweizer zerplatzen wie eine Luftblase. Als Hauptgrund wurde von den Medien umgehend der Sandplatz ausgemacht. Das trifft durchaus zu. Die Tatsache dass in der Halle bei recht stickiger Luft und 25 Grad gespielt wurde, neutralisierte die Eigenschaften des Sandplatzes aber zusätzlich. Als Hauptgrund ist meiner Meinung nach das inspirierte Auftreten der US-Amerikaner anzuführen. Die Schweiz hat keinen Jim Courier und man kann darüber diskutieren, ob man wirklich im Anzug auf die Spielerbank sitzen soll. Aber der amerikanische Captain verlieh dem Team den nötigen Status. Da stehen wir mit Severin Lüthi schwach auf der Brust da. Mit dem 26-jährigen Wawrinka als "Teamjunior" und den beiden "Ersatzspielern" im Alter von 29 und 30 Jahren fehlt es dem Team an neuen Impulsen. Aber auch taktisch hatte Lüthi während den Begegnungen keine Lösungen parat. Das erwarte ich von einem Team Captain. Die Teamaufstellung ist bei der Schweiz ohnehin leicht gemacht und auch wenn man immer vom guten Teamspirit spricht, so ist das Leistungsgefälle einfach zu gross und die Rollen zu klar verteilt, als dass sich die Spieler gegenseitig wirklich tragen können. Selbst der Team Captain ist nicht der Chef.

 

In stärkster Besetzung vor Heimpublikum und auf Sand geht die Schweiz als Favorit in die Partie.

  • Zum ersten Mal seit acht Jahren tritt Federer wieder zu einer Erstrundenpartie in der Weltgruppe an. Den prestigeträchtigen Sieg über die USA feiern und damit bereits alle Abstiegssorgen los sein. Das wäre meine Taktik. Die weiteren Davis Cup-Partien 2012 könnte er realistischerweise auslassen.
  • Das Spiel auf Sand bevorteilt von allen Akteuren vor allem Wawrinka. Damit wird die Nummer zwei der Schweiz sogar zu einem leichten Favoriten in seinen Partien. Bei ihm denkt man an einen Top 20-Spieler, auch wenn seine aktuelle Klassierung etwas tiefer ist.

 

Schweiz:
Roger Federer
Stanislas Wawrinka
Marco Chiudinelli
Michael Lammer
Einzel
3
28
190
251
Doppel
129
92
655
619

 

Wenn man sich die Klassierungen von Fish und Isner und dann diejenige von Wawrinka ansieht, dann ist man überrascht von den durchaus vielversprechenden Rangierungen der USA.

  • Roddick (ATP 19) hat verletzungsbedingt abgesagt, was auf Sand keine allzu grosse Schwächung für die USA darstellen sollte. Mit Fish und Isner ist das Team immer noch gut aufgestellt.
  • Bob Bryan ist zehn Tage vor der Begegnung Vater geworden und blieb deshalb zu Hause in Florida. Ich mag aber den Gedanken, dass sich die USA nicht immer mit zwei Einzelspielern und den zwei Doppelspielern Bryan/Bryan aufstellungsmässig selber limitieren. Aber ich respektiere natürlich die grosse Bekenntnis der Bryans zum Davis Cup und ihre beeindruckende Siegesbilanz vollkommen. In Fribourg wird Mike zusammen mit einem temporären Doppelpartner aber auch interessant zu beobachten sein.

 

USA:
Mardy Fish
John Isner
Ryan Harrison
Mike Bryan
Einzel
8
17
95
-
Doppel
118
35
171
1
Jim Courier, Mike Bryan, Ryan Harrison, John Isner, Mardy Fish, Roger Federer, Stanislas Wawrinka, Marco Chiudinelli, Michael Lammer, Severin Lüthi
Davis Cup Schweiz - USA
 Spieltag  Spielstand  Spiel 1  Spiel 2
 Freitag
 .
 0:2
 .
 Wawrinka - Fish
 2:6 6:4 6:4 1:6 7:9
 Federer - Isner
 6:4 3:6 6:7 2:6
 Samstag
 .
 0:3
 .
 Wawrinka/Federer - M. Bryan/Fish
 6:4 3:6 3:6 3:6
 
 Sonntag
 .
 0:5
 .
 Lammer - Harrison
 
6:7 6:7
 Chiudinelli - Isner
 3:6 4:6


Traumlos USA
Abgesehen von einem Doppelmatch der Kontinentalzone hatte ich noch keine Davis Cup-Partie der Schweiz gesehen. Ich konnte mich nicht voll dafür begeistern, da sich auch Federer nicht voll dafür begeisterte. An diesem Wochenende war er sogar der einzige aus den Top 5 der Weltrangliste, der zum Davis Cup antrat. Djokovic, Nadal, Murray und Ferrer konnten sich das allerdings erlauben, da ihre Teams trotz ihres Fehlens siegreich waren. Gegen die USA was jetzt also alles anders. So eine Affiche will ich nicht verpassen. Vor dem Spiel wurde das Schweizer Davis Cup-Team von 1992 präsentiert. Angeführt von Rosset und Hlasek, den Nummern 35 und 36 der Weltrangliste, spielte die Schweiz damals in ihrem bisher einzigen Davis Cup-Finale und trat in Fort Worth (Texas) gegen die Nummern 1, 3, 9 und 20 der Weltrangliste, nämlich Courier, Sampras, Agassi und McEnroe an. Mit Chang und Lendl hatten die USA zu diesen Zeitpunkt noch zwei weitere Spieler in den Top 10. Die USA siegten nach harter Gegenwehr mit 3:1. Die Nationalhymnen wurden ohne Gesang mit einem Alphorn und einer elektrischen Gitarre inszeniert. Eine durchaus riskante, aber gelungene Darbietung. Zusammen mit den Fahnenschwingern wurde so die Marke Schweiz medienwirksam in die Welt hinausgetragen.

Stanislas Wawrinka
0:1   Stanislas Wawrinka (ATP 28) - Mardy Fish (ATP 8)
Beim Davis Cup mit Schweizer Fans hat man oft das Gefühl man komme zu spät zu einer Party auf der alle schon angeheitert sind. Angeheitert sind sie zwar nicht, aber mit dem ersten eigenen Punktgewinn oder bereits dem ersten Fehler des Gegner ist die Stimmung voll da. Heben wir das als positiv heraus. Denn auch Fish lobte das Publikum nach seinem Match. Er habe noch nie so ein faires Davis Cup-Publikum erlebt. Ob das nun ein Vor- oder Nachteil ist, sei dahingestellt. Aber ich bin eigentlich schon froh, dass es so ist und nicht anders herum.
Die Spiel war eher abwartend. Den 30-jährigen Amerikaner hätte ich mehr am Netz erwartet. Diese taktische Variante liess er wohl auch im Wissen um Wawrinkas Passierbälle ungenutzt. Immerhin retournierte Fish aggressiver. Beim ersten Aufschlag stand er an der Grundlinie, beim zweiten Aufschlag etwas im Feld. Wawrinka war diesbezüglich sehr defensiv eingestellt. Beim ersten Aufschlag von Fish stand er fünf Meter hinter der Grundlinie, beim zweiten Aufschlag drei Meter dahinter. In der fast viereinhalb Stunden dauernden Partie wurden unzählige Rückhandduelle ausgetragen. Letztendlich kann aber doch festgestellt werden, dass immer derjenige Spieler den Satz gewann, der mehr wagte. Die knappe Entscheidung von 9:7 im fünften Satz für die USA war zwar ein kleiner Ausrutscher für die Schweiz, aber noch nicht mehr.

Roger FedererJohn Isner
0:2   Roger Federer (ATP 3) - John Isner (ATP 17)
Im Gegensatz zur vorangegangenen Partie suchten hier beide Spieler die Punktgewinne und das Match war sehr interessant mitzuverfolgen. Am unglaublichsten fand ich ja Federers Nadal-Vorhand! Ganz genau. Wenn er Zeit hat, dann macht er über seinem Kopf den Helikopter beim Ausschwung, um in seiner Bewegung mehr Top Spin in den Schlag zu kriegen. Während der kommenden Sandplatzsaison wird er diesen Schlag noch weiter verbessern und wohl häufig einsetzen. Auch mit 30 Jahren muss man noch nach neuen Impulsen suchen.
Die US-Fans zählten die Asse (Bild 6). Das hatten sie bereits vor fünf Jahren in Moskau getan. In ähnlicher Besetzung mit den gleichen "Megafonen". Jeden Tag sind sie in einem neuen einheitlichen Shirt unterwegs. 15 Asse zählten sie bei Fish und deren 14 bei Isner. Für fünf respektive vier Sätze nicht übermässig viel. Aber dennoch war der Aufschlag eine gute Waffe der Amerikaner, da sie die konstanten Hallenbedingungen nutzen konnte. Ausser Wawrinka sind von ihrer Spielanlage her alles starke Hallenspieler. Die Bälle nahmen auf dem Sandplatz unangenehmen Spin an, was ein Vorteil für die Schweizer war. Allerdings sprangen die Bälle beim Aufschlag auch hoch weg, was für den 2.06m-Mann Isner mit seinen Aufschlaghebeln ein regelrechter Segen war. Sein bester Aufschlag in diesem Match ging von der Vorteilseite nach aussen und sprang oft so hoch ab, dass Federer den Ball mit seiner Rückhand nicht mehr anständig retournieren konnte. Wenn der Ball zurückkam, dann konnte Isner mit seinem zweiten Ball auf für ihn idealer Schulterhöhe die Initiative ergreifen.
Als Aussenseiter gegen den grossen Federer konnte Isner furchtlos in die Partie gehen. Er suchte seine Chance und steigerte seine Form mit jedem Satz. Dank viel Selbstvertrauen suchte er immer schneller den Gewinnschlag und dieser gelang ihm vielfach. Aber Isner hat mehr zu bieten als nur einen guten Aufschlag. Vor allem gegen Schluss hin sassen auch die Returns des 26-jährigen aus North Carolina einwandfrei. So besiegelte er die Niederlage Federers relativ trocken ohne eine Schwäche einzustreuen. Wenn er eine gezeigt hätte, dann wäre Federer umgehend zurück gewesen. Aber der Nimbus der Unbesiegbarkeit ist etwas verstrichen. Die Gegner Federers freuen sich darauf, die mehr oder weniger grosse Chance auf einen prestigeträchtigen Sieg zu besitzen. Isner, der Sieger des längsten Matches aller Zeiten, bezeichnete seinen Sieg über Federer als den grössten seines Lebens. Weiter sagte er auch, dass Sandbelag für ihn gar kein so ein schlechter Belag sei. Denn als grosser Spieler möge er langsame Beläge, da sie ihm mehr Zeit zugestehen.

Roger Federer, Stanislas Wawrinka, Mardy Fish, Mike BryanMarco Chiudinelli, Michael Lammer, Roger FedererRyan Harrison, John IsnerRyan Harrison, Mike Bryan, John Isner, Mardy FishJim Courier, Ryan Harrison, Mike Bryan, John Isner, Mardy FishJim Courier, Ryan Harrison, Mike Bryan, John Isner, Mardy Fish, Jonathan Vegosen
0:3   Stanislas Wawrinka/Roger Federer (ATP 92/129) - Mike Bryan/Mardy Fish (ATP 1/118)
Die unerwartete Niederlage von Federer und der damit verbundene 0:2-Rückstand war ein harter Dämpfer für die Schweizer Hoffnungen gewesen. Noch nie zuvor hatte ein Schweizer Davis Cup-Team einen solchen Rückstand drehen können. Aber es war ihnen durchaus noch zuzutrauen. Dafür brauchten Federer und Wawrinka aber die nötige Angriffslust wie der Drache von Fribourg-Gottéron (Bild 1), der sich bei der Eishalle unweit vom Forum Fribourg befand, in dem das Tennis ausgetragen wurde.
Die Schweizer starteten in einem langen Aufschlagspiel Fishs mit dem sofortigen Break zum 1:0 in das Match. Der 30-jährige aus Minnesota hatte aber mit Doppelfehlern und Volleyfehlern auch mitgeholfen. Er hatte den Vorzug gegenüber Isner erhalten. Für ihn sprach die Erfahrung und dass Isner mit einem Tag Pause hundertprozentig fit in ein allfälliges fünftes und entscheidendes Match am Sonntag gegen Wawrinka steigen könnte. Auf Fish würde am Sonntag ohnehin die schwere Aufgabe gegen Federer warten. Für einen Doppeleinsatz von Isner hätte gesprochen, dass er am Freitag so stark auftrat, dass man ihn im Doppel gleich wieder hätte laufen lassen können. Ausserdem hatte Fish am Freitag einen längeren Einsatz zu absolvieren. Fish betonte aber, dass sein langes Match nur wenig Kräfte gekostet habe.
Das frühe Break reichte den Olympiasiegern Wawrinka/Federer zum Gewinn des ersten Satzes. Doch schon zu Beginn des zweiten Satzes konnte man erahnen, dass die USA die Fäden etwas mehr in der Hand hielten. Den Schweizern sollte nach dem früheren Break im ersten Game des Tages kein einziger Servicedurchbruch mehr gelingen. In dieser zunehmend schwierigen Phase hätte der taktische Input von der Schweizer Bank kommen müssen. Ab dem dritten Satz spielten Bryan/Fish vermehrt auf Wawrinka, wenn sie die Wahl hatten. Das verunsicherte den Romand zusehends, da er nicht die passenden Antworten parat hatte. Aber auch Federer war nicht frei von Fehlern. Genau so wie im Einzel am Freitag ging es am Schluss ganz schnell. Für meine Begriffe war das letzte Game das Schlechteste, das ich je von ihm gesehen habe. Er setzte einen Volley in die Mitte des Netzes. Danach folgte ein kurzer Ball, den er als Passierball kurz cross legen wollte. Diesen spielte er aber ganz unten ins eigene Netz. Dann wartete er an der T-Linie bei einem langsamen Ball so lange zu, bis er mit seiner Rückhand tatsächlich über den Ball schlug. Das brachte den USA den Matchball ein, den sie sogleich verwerteten. Ein sinnbildliches Game für ein verkorkstes Wochenende.
Die Vereinigten Staaten von Amerika sind mit 32 Titelgewinnen Rekordsieger im Davis Cup. Ihr letzter Titel aus dem Jahr 2007 liegt noch nicht so weit zurück. Der zweitletzte datiert aber bereits auf das Jahr 1995. Das ist eine durchaus delikate Situation, die den Leistungsrückgang der letzten Jahre dokumentiert. Interessant ist, dass die USA seit 2008 sieben Mal auswärts antreten mussten und dabei von allen sieben Gegnern Sand als Unterlage gewählt wurde. Von diesen Begegnungen hat man in Spanien, Kroatien und Serbien verloren. Gewonnen wurde in Österreich, Kolumbien, Chile und der Schweiz.


Swiss Tennis unter Stammbach
2006 wurde René Stammbach in einer Kampfwahl gegen Heinz Günthardt bereits im ersten Wahlgang klar zum neuen Präsidenten von Swiss Tennis gewählt. Damit zeigten die Delegierten ein gutes Gespür, denn vor allem wirtschaftlich gefallen mir viele Entscheidungen von Swiss Tennis in den letzten Jahren. Wenn eine gesunde wirtschaftliche Basis da ist, dann ist auch der sportliche Erfolg nicht weit.
Das sportlich nicht sehr aufregende Kontinentalzonenmatch gegen Portugal wurde im letzten Juli in der Berner PostFinance-Arena dank dem Antreten von Federer zu einem Tennisfest und einem Goldesel für Swiss Tennis. Um das möglich zu machen hatte es zuvor auch etwas Nachdruck von Stammbach gebraucht. Er hatte Federer nach der kurzfristigen Absage der Kasachstan-Partie im Vorjahr und dem damit verbundenen unrühmlichen Abstieg der Schweiz aus der Weltgruppe nicht in Schutz genommen. Sein Anliegen war vor allem eine Planungssicherheit zu haben. Mit oder ohne Federer. Ein Wawrinka wurde mittlerweile dank einem Vertrag (er ist jetzt "Tennisbotschafter" der Schweiz) zur Teilnahme an Davis Cup sowie den Schweizer ATP-Turnieren in Gstaad und Basel verpflichtet. Gleiches gilt für Bacsinszky. Erst vor kurzem wurde sogar Oprandi wieder von Italien zurück in die Schweiz geholt. Aber einen Federer kann man natürlich nicht mit Geld ködern. Ähnliche Verträge wie die noch nicht so lange vereinbarten Abkommen mit Wawrinka und Bacsinszky haben mittlerweile auch alle Nachwuchsspieler, die von Swiss Tennis-Leistungen profitieren. Dadurch sollten die meisten Spieler in Zukunft genügend an den Verband gebunden sein. Für ihre Weiterentwicklung profitieren die eigenen Spieler aber auch von der seit kurzem bestehenden Swiss Tennis Academy, die auch ausländische Spieler nach Biel bringen soll und so die Leistungsdichte und Intensität erheblich erhöhen kann.
Wenn es kein Geld zu verdienen gibt, dann werden auch ganz klar kleinere Brötchen gebacken. Ist Federer im Davis Cup nicht dabei, wird der Betreuerstab heruntergefahren. Auch im Fed Cup ist kein Geld zu verdienen. Im letzten April war die Austragung der Heimpartie auf der Aussenanlage des TC Lido Lugano eine kostengünstige und adäquate Lösung. In diesem Jahr war der Fed Cup-Termin nur eine Woche vor dem Davis Cup und somit liess man die Frauen schlichtweg in der für den Davis Cup bereits hergerichteten Halle in Fribourg antreten.
Der Samstag ist beim Davis Cup mit nur einer Doppelpartie immer ein kurzer Tag. Dank der Liveband, die nach dem Match spielte, konnten die Fans aber weiter unterhalten werden und die Kassen zum Klingeln gebracht werden. Im Forum Fribourg gab es aber auch zwei negative Punkte. Mit der Verkehrssituation in Granges-Paccot kam man sowohl was den individuellen als auch den öffentlichen Verkehr betraf in Bedrängnis. Ausserdem hatte man es verpasst, den Kiosk im Forum Fribourg in das Konzept einzubeziehen. Dort konnte man sich während allen drei Tagen zu deutlichen tieferen Preisen verpflegen.
Die Tourismusregion Fribourg konnte sich dank den grossen Landschaftsbildern in der Halle und der Eröffnungszeremonie auch vorteilhaft präsentieren. Wobei man den USA mit dem 5:0-Sieg mehr Gastfreundlichkeit entgegenbrachte, als man angedacht hatte... Vor allem im zweiten Match am Freitag hatte nicht nur Federer sondern auch der DJ einen schlechten Auftritt. Während jedem Seitenwechsel spielte er Musik aus den US-Charts ein. Das war für mich doch zu viel des Guten.
Der Herr zu vorderst auf Bild 4 ist Francesco Ricci Bitti. Er ist Präsident der ITF, der internationalen Tennisföderation. In diesem Amt ist er an Davis Cup-Wochenenden natürlich immer bei einer Begegnung anzutreffen. Dass seine Wahl auf Schweiz-USA fiel zeigt, dass dies die Begegnung des Wochenendes gewesen war.


Fribourg
Eiskalt war es in Fribourg.


Avenches
Eiskalt war es auch in Avenches. Der Ort erlangte in den Geschichtsbüchern unter dem Namen Aventicum als Hauptstadt der Römer in Helvetien grossen Ruhm.

Michael LammerJim Courier, Ryan Harrison
0:4   Michael Lammer (ATP 251) - Ryan Harrison (ATP 95)
Die Schweiz war bereits
ausgeschieden und meiner Meinung nach war klar vorherzusehen, dass weder Federer noch Wawrinka am Sonntag mehr antreten würden. Trotzdem strömten nochmals mindestens zwei Drittel der Fans am Sonntag ins Stadion und unterstützen auch Lammer vom ersten Punkt weg lautstark. Er traf auf den 19-jährigen Harrison aus Louisiana. Der ist hinter Fish, Isner, Roddick, Young, Blake, Sweeting und Querrey zwar nur der achtbeste US-Amerikaner, nach dem Australier Tomic aber der zweitjüngste Spieler in den aktuellen Top 100. Lammer wehrte sich stark, kassierte in beiden Tie-Breaks aber eine Klatsche. Der Erste ging mit 0:7 verloren. Im Zweiten lag er 0:5 zurück, verkürzte auf 4:7 und unterlag danach mit 4:7. Wir waren nicht die einzigen, die sich nach diesem Match auf den Heimweg machen. Im letzten Match manifestierte Isner gegen Chiudinelli den zu Null-Sieg für die USA beim Auswärtsauftritt in der Schweiz.

 

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