Rabble-GrandSlam-Reise nach Paris 2006

zurück zur Übersicht         Last updated: 28.04.2008

alle Berichte aus der Rabble-Tennisdatenbank zu: Anna-Lena Grönefeld, Maria Kirilenko, Jamea Jackson, Leander Paes, Meghann Shaughnessy, Mike Bryan, Martina Navratilova, Bob Bryan, Sania Mirza, Paul Hanley
Anna-Lena Grönefeld - US Open 2005
Maria Kirilenko - Dubai 2006
Nur volle Pulle - Anna-Lena Grönefeld

 

2. Runde:   Anna-Lena Grönefeld (13) - Jamea Jackson   6:7 6:2 6:1

Gegen Jamea Jackson musste Anna-Lena Grönefeld im April eine bittere Niederlage einstecken. Vor heimischen Publikum unterlag sie in der Fed Cup-Partie in Ettenheim als Teamleaderin. Und das auf Sand, welcher dem Spiel der Deutschen eigentlich mehr entgegen kommt. Die Rumpfmannschaft der USA mit Craybas und Jackson siegte daraufhin mit 3:2.

In dieser hart umkämpften Partie erkannte man eine gewisse Ratlosigkeit bei der 20-jährigen Deutschen. Top Spin-Schläge und harte, flache Schläge beherrscht sie zwar, allerdings fehlen Slice und Stoppbälle in ihrem Repertoire. Deshalb fiel es ihr schwer, gegen Jacksons Powertennis zu Punkten zu kommen. Grönefeld unterliefen viele Fehler bei Longline-Schlägen. Aber irgendwann musste sie versuchen, die Seite zu wechseln, da das Spiel praktisch nur aus Crosscourt-Rallies bestand.

Den knappen ersten Satz holte sich die 19-jährige Jamea Jackson mit 10:8 im Tie-Break. Der zweite Satz ging dann relativ klar an die Nordhornerin, ehe die Partie wegen Dunkelheit unterbrochen wurde.

Auch in der Fortsetzung konnte Grönefeld das Spiel weiter bestimmen. Es schien, als ob sie den Schlüssel zum Erfolg gefunden hatte.

 

 

3. Runde:   Anna-Lena Grönefeld (13) - Maria Kirilenko (20)   6:2 7:6

Anna-Lena Grönefeld hat die härteren Schläge, Maria Kirilenko das bessere All Court-Game und somit variantenreichere Spiel. Und die Russin hat auch den Trick auf Lager, ihre Gegnerin zu Beginn des Matches etwas warten zu lassen. Genau das tat sie bereits in Dubai gegen Lucie Safarova. Nein, nein, liebe Maria, das ist eine Unsitte und sollte nicht sein.

Das harte Spiel der Deutschen überzeugte und sie liess ihre Gegnerin nicht ins Spiel kommen. Grönefeld gelangen besonders viele Returnwinner, was allerdings auch auf den relativ schwachen zweiten Aufschlag Kirilenkos zurückzuführen war.

Es war ein unattraktives Spiel, da Grönefeld mit ihrem Powertennis das Spiel zur Eintönigkeit schoss. Ich hatte viele Deutsche neben mir. Eine Dame meinte: "Nur volle Pulle. Und ihr Trainer sagt ihr sicherlich noch, sie solle so spielen..." Weiter sagte sie dann auch noch "Und wie sie aussieht: Eingepellt wie eine Wurst. Und die sagen ihr sicherlich noch, das sehe gut aus. Da sieht die Andere richtig schnuckelig aus dagegen." Zugegeben, das sind vielleicht nicht gerade die fachmännischsten Tenniskommentare, aber ich fand's noch ziemlich interessant und witzig.

6 Doppelfehler auf beiden Seiten und insgesamt 10 Breaks in 21 Aufschlagspielen zeugen auch nicht gerade von einem zwingendem Match.

Einen Tag vor ihrem 21. Geburtstag zog Anna-Lena Grönefeld erstmals in die vierte Runde eines Grand Slam-Turniers ein. Dies bei ihrem Lieblingsturnier, wie sie jeweils betont. Hier hatte sie 2003 den Juniorentitel gewonnen.

Ich muss sagen, ich war etwas enttäuscht von Grönefelds Spiel. Von einer Nummer 15 der Welt, die auch in der Doppelweltrangliste in den Top 10 steht, dürfte man etwas mehr Raffinesse erwarten. Es wäre ein schlechtes Zeugnis für das Damentennis, wenn sie sich mit einem so eintönigem Powertennis bis unter die Top 10 in der Einzelweltrangliste spielen kann.

 

 

1. Runde:   Anna-Lena Grönefeld (13) - Camille Pin   6:1 6:1
4. Runde:   Anna-Lena Grönefeld (13) - Gisela Dulko (32)   6:3 6:4
Viertelfinale:   Anna-Lena Grönefeld (13) - Justine Henin-Hardenne   5:7 2:6

Dieses Bild habe ich bei Anna-Lena Grönefelds Training zusammen mit ihrer Doppelpartnerin Meghann Shaughnessy aufgenommen. Die Beiden scheiterten als Nummer 3 des Turniers allerdings bereits in der zweiten Runde an Mirza/Husarova.

Anna-Lena Groenefeld

 

Mixed Doppel 1. Runde:   Maria Kirilenko/Leander Paes - Meghann Shaughnessy/Mike Bryan (3)   6:3 1:6 6:2

Maria Kirilenko als 33. und Leander Paes als 13. der jeweiligen Doppelweltrangliste waren gemäss ihren Rangierungen die Aussenseiter in der Partie gegen Meghann Shaughnessy (8.) und Mike Bryan (1.). Wobei im Mixed Doppel sehr viel passieren kann und das Match im Verlauf der Partie sehr schnell auf die eine oder andere Seite kippen kann. Denn gemischte Doppel werden nur vier Mal im Jahr, nämlich bei den Grand Slam-Turnieren, ausgetragen.

Ich stiess im zweiten Satz zu der Partie und sah die beiden Serviceverluste von Kirilenko, welche zum klaren Satzausgleich für die US-Amerikaner führten.

Es war sehr schön zu beobachten, wie die beiden Doppelspezialisten nach ihren Aufschlägen ans Netz vorrückten, während die beiden Damen mit den schwächeren Aufschlägen hinten blieben. Wobei man Shaughnessy für ihre Sprungkraft beim Aufschlag ein Kompliment machen muss. Auf den Bildern 5 und 6 ist zu sehen, wie die 180cm grosse Spielerin alles aus ihrem Service herausholt.

Entscheidend in diesem Match war der Serviceverlust von Mike Bryan zu Beginn des dritten Satzes. Ihm unterliefen viele Fehler bei den tiefen ersten Volleys, um ans Netz aufzurücken. War er dann einmal am Netz, klappten auch seine Flugbälle.

Maria Kirilenko überraschte in diesem Match mit einem Kunstschlag: Die 19-jährige Russin erlief einen Stoppball und spielte diesen mit der linken Hand kurz cross über das Netz. Ein lupenreiner Winner!
Bereits in ihrem Einzel gegen Grönefeld hatte Kirilenko einen Ball von der Grundlinie aus, den sie gerade noch so erreicht hatte, mit der linken Hand zurückgespielt. Maria Sharapova ist also nicht die Einzige, welche dieses Kabinettstückchen beherrscht.

 

Leander Paes, Maria Kirilenko

Mixed Doppel 2. Runde:   Maria Kirilenko/Leander Paes - Severine Bremond/Marc Gicquel (W)   7:5 7:6
Mixed Doppel Viertelfinale:   Maria Kirilenko/Leander Paes - Martina Navratilova/Bob Bryan (6)   3:6 3:6

 

Mixed Doppel 1. Runde:   Martina Navratilova/Bob Bryan (6) - Sania Mirza/Paul Hanley   0:6 4:6

Besser als sein Zwillingsbruder machte es Bob Bryan. Während Linkshänder Mike zusammen mit der Rechtshänderin Shaughnessy spielte, tat sich der Rechtshänder Bob mit der Linkshänderin Navratilova zusammen. Die beiden spielten sich zusammen bis ins Halbfinale durch, wo sie an den späteren Siegern Likhovtseva/Nestor scheiterten.

Bei Martina Navratilova frage ich mich, ob es sehr vorteilhaft ist, als 49-jährige angebracht ist, ein eng anliegendes Oberteil à la Nadal zu tragen...
Die 18-fache Grand Slam-Siegerin im Einzel möchte Ende 2006 übrigens ihre Karriere beenden. Diesmal soll es definitiv sein.

Bryan/Bryan schafften es im Herren Doppel übrigens bis ins Finale, wo sie Bjorkman/Mirnyi knapp unterlagen.

 

Mixed Doppel 2. Runde:   Martina Navratilova/Bob Bryan (6) - Martina Hingis/Mahesh Bhupathi   w.o.
Mixed Doppel Viertelfinale:   Martina Navratilova/Bob Bryan (6) - Maria Kirilenko/Leander Paes   6:3 6:3
Mixed Doppel Halbfinale:   Martina Navratilova/Bob Bryan (6) - Elena Likhovtseva/Daniel Nestor (7)   6:3 3:6 2:6

 

zurück zur Übersicht