Wimbledon 2017, London

zurück zur Übersicht         Last updated: 10.08.2017

Samstag via Queue - Rybarikova-Tsurenko, Martic-Diyas


All England Lawn Tennis and Croquet Club
Je spärlicher die Besuche in Wimbledon sind, desto mehr verspüre ich das Bedürfnis Touristenfotos von der Anlage zu machen und das Drumherum mehr zu geniessen. Am Freitag schoss ich diese Bilder, da ich mir noch nicht sicher war ob ich am Samstag überhaupt anstehen würde. Erst am Abend prüfte ich den Spielplan vom Samstag, der das Kriterium war ob ich in die Queue gehen würde oder nicht. Ich durchsuchte diesen nach Begegnungen auf den Aussenplätzen welche mich interessierten, aber andere nicht. Ich fand solche Partien und diese fanden erst noch auf Aussenplätzen mit relativ grosser Zuschauerkapazität statt. Denn wenn ich sehr früh morgens beziehungsweise noch halb in der Nacht nach Wimbledon gehen würde, dann möchte ich auf der Anlage sicher gehen dass ich einen Sitzplatz finden werde und den Tag nicht stehend bei Partien verbringen muss.


The Queue
Um einen der 1'500 Plätze für die Showcourts (Centre Court, Court 1 und Court 2) zu erhalten, müsste man am späten Freitagnachmittag bereits in der Queue sein. Somit war klar für mich klar, dass ich mich um einen der etwa 7'500 Eintrittskarten für die Aussenplätze bemühen würde. Wenn man mit dem ersten Zug des Tages ankommt, dann müsste es dafür reichen. Ich nahm für die wenigen Minuten von Michaels Wohnung aus bis nach Wimbledon ein Taxi und schlug somit den ersten Zug um eine knappe halbe Stunde. So war ich um 4:40 Uhr in der Queue und mit Nummer 3'714 hatte ich mich im sicheren Mittelfeld eingereiht. Es ist auch eine Frage wann man letztendlich auf das Gelände von Wimbledon kommt. Die Nummer 1 aus der Queue darf Wimbledon um 9:30 Uhr betreten und um 10:30 Uhr gehen die Tore für alle Besucher auf, auch diejenigen die bereits im Vorfeld über Eintrittskarten verfügen. Um 11:30 Uhr beginnen die Spiele auf den Aussenplätzen. Das heisst ab 10:30 Uhr füllen sich die Sitze auf den Aussenplätzen. Mit meiner Nummer 3'714 konnte ich nach Überwindung der Schlange die Anlage um 11:15 Uhr betreten und ging zügig und bestimmt zu Court 18, wo glücklicherweise noch viele Plätze verfügbar waren, sogar jene an meiner Lieblingsposition an der Seite der Platzes im Schatten.
Letztendlich wurde es ein gleich langer Tennistag wie sonst auch in Wimbledon. Wir gehen normalerweise um 9:30 Uhr aus dem Haus und verlassen die Anlage um 21:15 Uhr. Heute ging ich schon um 4:30 Uhr aus dem Haus und verliess die Anlage bereits wieder um 16:15 Uhr. Der Tag ist dann halt schon anstrengend und wenn man gute Spiele gesehen hat und einen gerade keine andere Partie mehr anspricht, dann packt man seine Sachen lieber. Ich habe den Tag in der Queue und in Wimbledon genossen und bin froh, dass ich mich dafür entschieden hatte.
Viele Leute in der Queue wenden diese vielen Stunden übrigens auf ohne sich gross für Tennis zu interessieren. Bei den Besuchern die etwa 1'000 Nummern vor mir in der Queue waren hörte ich jemanden fragen wie das jetzt mit den Games und Sätzen so läuft und wie viele man von welchen braucht um zu gewinnen. Einige Leute setzen sich von der Queue direkt auf den Murray Hill und verbringen den Tag dort mehr oder weniger beim Picknick. Ich bin überzeugt dass es viele Personen gibt, die auf die Anlage von Wimbledon kommen und die während des ganzen Tages keinen einzigen Ball live Tennis miterleben. Wimbledon ist Kult und weit mehr als nur Tennis!

Magdalena RybarikovaMagdalena RybarikovaMagdalena RybarikovaLesia TsurenkoLesia TsurenkoLesia TsurenkoLesia TsurenkoMagdalena RybarikovaMagdalena RybarikovaMagdalena RybarikovaMagdalena RybarikovaMagdalena RybarikovaMagdalena RybarikovaMagdalena RybarikovaMagdalena Rybarikova
Magdalena Rybarikova (WTA 87) - Lesia Tsurenko (WTA 35)   6:2 6:1
Mein erstes Spiel am Samstag war somit Rybarikova-Tsurenko. Rybarikova zeigte eine fantastische Rasensaison. Sie gewann das 100'000$ ITF-Turnier in Surbiton (5 Siege), unterlag erst im Halbfinal des WTA-Turniers von Nottingham gegen Konta (3 Siege) und siegte anschliessend beim 100'000$ ITF-Turnier in Ilkley (5 Siege). In Wimbledon war es gegen Tsurenko der dritte von 5 Siegen, da die 28-jährige Slowakin letztendlich erst im Halbfinal gegen die spätere Siegerin Muguruza unterlag. In der vorhergehenden Runde hatte Rybarikova gegen die an Nummer 3 gesetzte Pliskova gewonnen.
Tsurenko ist die bessere Hitterin, aber Rybarikova war eindeutig die bessere Spielerin auf dem Grün. Sie nagelte Tsurenko auf der Rückhand fest und speziell gegen den Slice von Rybarikova kam Tsurenko nicht mehr aus dieser Ecke heraus. Die Ukrainerin ging in einem Game im ersten Satz hart über die Vorhand von Rybarikova, was ihr den Spielgewinn brachte. Das hätte sie in der Folge öfter versuchen sollen. Doch das wäre auch nur ein Plan B gewesen und wohl eher zur Schadensbegrenzung als ein echtes Siegrezept.

Petra MarticPetra MarticPetra MarticPetra MarticPetra MarticZarina DiyasZarina DiyasZarina DiyasZarina DiyasPetra MarticPetra MarticPetra MarticPetra Martic
Petra Martic (WTA 135) - Zarina Diyas (WTA 130)   7:6 6:1
Das Märchen aus Paris fand in London seine Fortsetzung. Denn in der dritten Runde der Qualifikation hatte Martic gegen Krunic sechs Matchbälle gegen sich. Sie setzte sich durch. Den Sieg in der ersten Runde im Hauptfeld erkämpfte sie sich mit einem 10:8 im dritten Satz über die an 20 gesetzte Gavrilova. Die 26-jährige Kroatin spielte sich wie in Paris bis in die 4. Runde des Hauptfeldes, obwohl erneut genau so gut bereits vor dem Hauptturnier hätte Schluss sein können.
Martic zog ihr Sandplatztennis auf mit der Topspin-Vorhand, der Slice-Backhand und sie verfügt über ein gutes Netzspiel. Ausserdem schlug sie mit 195 km/h den schnellsten Aufschlag im Verlauf des diesjährigen Damenturniers.
Diyas hat ein ideales Timing auf Rasen mit harten Grundlinienschlägen, aber sie ist ohne Fähigkeiten am Netz. Die alljährlich wiederkehrenden starken Resultate auf Rasen sind der Hauptbaustein der Weltranglistenklassierung von Diyas. Sie war in den letzten beiden Jahren in der 4. Runde gestanden und hat in diesem Jahr eine Wild Card erhalten. Hier zeigt sich dass Wimbledon die Wild Cards zum Wohle des Tennissports verteilt und nicht nur aus der reinen Sicht der Heimnation.
Beide waren im ersten Satz zeitweise sehr angespannt und ambitioniert, denn beide Spielerinnen sahen die grosse Chance sich mit ihrem Spielstil durchzusetzen. Die vierte Runde in Wimbledon winkte und speziell durch die erst seit kurzem überwundenen Verletzungen (Martic Rücken, Diyas Hand) ist diese umso bedeutender, da Beide ausserhalb der ersten 100 Spielerinnen der Weltrangliste klassiert sind.
Der erste Satz war der unterhaltsamste und hochklassigste Satz, den ich in den zwei Tagen in Wimbledon miterleben durfte! Ich hoffte auf drei Sätze solchen Tennis'. Doch im zweiten Satz wurde die Begegnung einseitiger. Martic hatte im Tie-Break des ersten Satzes bei 4:6 zwei Satzbälle abgewehrt und sich mit 8:6 durchgesetzt. Danach marschierte die Kroatin durch.

Raluca Olaru, Fabrice MartinFabrice MartinRaluca Olaru, Fabrice MartinGabriela DabrowskiGabriela Dabrowski, Rohan Bopanna
Gabriela Dabrowski/Rohan Bopanna (WTA Doppel/ATP Doppel 23/21) - Raluca Olaru/Fabrice Martin (WTA Doppel/ATP Doppel 44/41)   7:6 7:5
Die gemischten Doppel sind in Wimbledon eher langweilig beim Aufschlag des Mannes. Dieser ist einfach zu effektiv auf Rasen im Aufeinandertreffen der Geschlechter. Der Spielstil von Martin ausgehend von seinem Aufschlag ist für ein gemischtes Doppel nicht unterhaltsam. Letztendlich setzen sich die aktuellen French Open-Sieger Dabrowksi/Bopanna auf Court 18 durch. Ich beendete meinen Tag nach diesem Doppel trotz der Aussicht auf zwei weitere vielversprechende gemischte Doppel, die ich mir gemäss Spielplan zurecht gelegt hatte.

Yifan Xu, Leander PaesYifan Xu, Leander PaesRaluca OlaruRaluca OlaruFabrice Martin, Raluca OlaruLeander Paes
Raluca Olaru/Fabrice Martin (WTA Doppel/ATP Doppel 44/41) - Yifan Xu/Leander Paes (WTA Doppel/ATP Doppel 24/62)   5:7 6:3 6:2
Die Partie auf Court 17 am Freitag war bereits beendet als ich dort ankam. Paes ist mit nun 44 Jahren immer noch aktiv. Seinen letzten Grand Slam-Titel hat er mit Martina Hingis an den French Open 2016 gefeiert. Die Schweizerin hat innert Jahresfrist aber die Zusammenarbeit mit beiden indischen Doppelpartnern beendet, mit Mirza im Damen Doppel und Paes im gemischten Doppel.
In Wimbledon muss mehr geleistet werden als an anderen Grand Slam-Turnieren. In der Qualifikation im Einzel der Herren wird die letzte Runde über drei statt zwei Gewinnsätze ausgetragen. Das Herren Doppel in Wimbledon wird ebenfalls über drei statt zwei Gewinnsätze gespielt. Im gemischten Doppel wird in einem 96er- statt einem 64er-Feld gespielt, der dritte Satz wird ausgespielt und die Vorteilregel innerhalb der Games wird voll ausgespielt.

Simona WaltertSimona WaltertSimona WaltertSimona WaltertSimona WaltertYuki NaitoYuki NaitoYuki Naito
Simona Waltert (U18 21) - Yuki Naito (U18 20)   6:2 6:2
Ich hatte vor zwei Wochen die überraschenden Resultate der Churerin beim mit 25'000$ dotierten ITF-Turnier in der Lenzerheide mitverfolgt. Sie schlug Teichmann und verlor das Finalspiel gegen Brescia hauchdünn im Tie-Break des dritten Satz. Ich hätte mir gerne eine Partie angesehen, aber das lag wirklich nicht drin.
Von daher hatte ich Glück, dass mir am Samstag eine Partie mit der 16-jährigen auf Platz 11 im Juniorentableau von Wimbledon vorgesetzt wurde. Waltert überzeugt mit einem sehr guten Aufschlag. Die Zuschauerinnen hinter mir fanden ihre Schläge elegant. Ich fand zwar dass sie mit einem sehr guten Hebel schlägt, aber irgendwie wirkten die Bewegungen zum Ende hin abgehackt. Das Match war nicht sehr ansehnlich, weil sobald eine Spielerin richtig Tempo machte, da ging es der Gegnerin bereits zu schnell und dieser unterlief meist der unmittelbare Fehler. Nach dem 4:1 im ersten Satz zog es mich bereits wieder weiter. Waltert konnte sich am Turnier bis ins Halbfinal vorspielen.

 

 Damen Einzel
 1. Runde  2. Runde  3. Runde  4. Runde  Viertelfinal  Halbfinal
 Magdalena Rybarikova -
 Monica Niculescu
 6:4 6:1
 Magdalena Rybarikova -
 Karolina Pliskova (3)
 3:6 7:5 6:2
 Magdalena Rybarikova -
 Lesia Tsurenko
 6:2 6:1
 Magdalena Rybarikova -
 Petra Martic (Q)
 6:4 2:6 6:3
 Magdalena Rybarikova -
 Coco Vandeweghe (24)
 6:3 6:3
 Garbine Muguruza (14) -
 Magdalena Rybarikova
 6:1 6:1
 Lesia Tsurenko -
 Julia Görges
 6:7 7:6 6:4
 Lesia Tsurenko -
 Viktorija Golubic
 6:1 2:6 6:3
 Petra Martic (Q) -
 Daria Gavrilova (20)
 6:4 2:6 10:8
 Petra Martic (Q) -
 Denisa Allertova
 6:1 6:4
 Petra Martic (Q) -
 Zarina Diyas (W)
 7:6 6:1
 Zarina Diyas (W) -
 Xinyun Han
 6:3 6:4
 Zarina Diyas (W) -
 Arina Rodionova (Q)
 6:4 7:6

 

 Gemischtes Doppel
 1. Runde  2. Runde  3. Runde  Viertelfinal
 Olaru/Martin -
 Xu/Paes
 5:7 6:3 6:2
 Dabrowski/Bopanna (10) -
 Olaru/Martin
 7:6 7:5
 Dabrowski/Bopanna (10) -
 Konjuh/Mektic
 7:6 6:2
 Watson/Kontinen -
 Dabrowski/Bopanna (10)
 6:7 6:4 7:5
 Dabrowski/Bopanna (10) -
 bye
 .

 

 Juniorinnen Einzel
 1. Runde  2. Runde  3. Runde  Viertelfinal  Halbfinal
 Simona Waltert -
 Yuki Naito
 6:2 6:2
 Simona Waltert -
 Amina Anshba
 4:6 6:1 6:2
 Simona Waltert -
 Xin Yu Wang (10)
 6:2 6:4
 Simona Waltert -
 Sofia Sewing (14)
 6:2 3:6 6:3
 Ann Li (3) -
 Simona Waltert
 7:6 6:1

 

zurück zur Übersicht