XXXI Olympische Spiele 2016, Rio de Janeiro

zurück zur Übersicht         Last updated: 22.03.2017

Olympic Park

Andy Murray
Verregnter Mittwoch im Olympic Tennis Centre
Mein erster Tag an den Olympischen Spielen war gleich ein komplett verregneter. "Mein" Sport wird draussen gespielt und bei Regen geht halt nichts. Insofern hat mich der Totalausfall beim Tennis nicht aus der Ruhe gebracht. An diesem Tag habe ich eine Minute lang Murray und Edmund einspielen sehen bis erneut der Regen einsetzte. Sie vollierten nur, denn der Boden war nass und so blieben die Bälle trocken und spielfähig (Bilder 3-4). Edmund ist im Turnier bereits ausgeschieden, ist als Sparringpartner im Team GB für Murray aber anscheinend in Rio de Janeiro geblieben.
Verlässt man die Tennisanlage, so ist kein Wiedereintritt möglich. So verbrachte ich einige Stunden im Nieselregen auf der Tennisanlage und wurde per Sms über die Goldmedaille von Fabian Cancellara im Radzeitfahren informiert. Wenn man bei Olympischen Spielen vor Ort ist, dann erlebt man die besuchte Veranstaltung vor Ort intensiv und gewinnt einen guten Eindruck von der Stimmung in der ganzen Stadt. Was die Resultate und Übertragungen von anderen Sportarten betrifft geht aber vieles an einem vorbei und man hat keine umfassende Berichterstattung wie wenn man zu Hause in der Schweiz SRF einschaltet.
Nach der Absage der Day Session vertrat ich mir die Beine im Olympic Park und kehrte für die Evening Session auf die Tennisanlage zurück. Diese wurde aufgrund des erneut einsetzenden Regens kurz darauf abgesagt. Als ich einige Zuschauer auf dem Court 2 stehen sah, ergriff ich meine Chance für einige nette Erinnerungsfotos (Bilder 5-10). Im Wissen, dass das bestimmt nicht erlaubt sei, beeilte ich mich. Drei Minuten später kam dann auch eine Offizielle und schickte die Leute wieder vom Platz.


Olympic Tennis Centre
Das Tennisstadion ist das markantestes Gebäude gleich am Eingang des Olympic Park. Viele Stadien im Park sind multifunktional und teilweise nur temporär erbaut, was mir gerade im Hinblick auf die viel gestellte Kostenfrage und Nachhaltigkeit als durchaus sinnvoll erscheint.
Die BBC hat für gewisse Veranstaltungen ihr Aussenteam gleich in den Olympic Park gesendet. Am Mittwoch und Freitag kam ich auf meinem Rückweg an der Direktübertragung mit Claire Balding vorbei (Bild 7). Am Freitag mit den erneuten britischen Bahnraderfolgen war auch der sechsmalige Olympiasieger und nun TV-Experte Sir Chris Hoy mit dabei (Bild 8).


Olympic Park
Tennis ist die einzige im Olympic Park ausgetragene Sportart, welche draussen stattfindet und bei Regen nicht durchgeführt werden kann. Alle anderen Veranstaltungen am Mittwoch im Olympic Park fanden somit statt und das Aussenareal war im Nieselregen entsprechend leer. Nur Svetlana Kuznetsova schlenderte an mir vorbei und ich schoss ein Foto aus der Rückansicht (Bild 5).


Kauf von Eintrittskarten vor Ort möglich
Undenkbar in London vor vier Jahren, wo sämtliche Tickets bereits im Vorverkauf mehrfach überzeichnet waren: In Rio de Janeiro gab es mehrere Tageskassen für Resttickets!
Ich verbrachte den ersten Abend beim Grossbildschirm der Live Site am südlichsten Ende des Olympic Park und verfolgte den Mehrkampf der Kunstturner, wo der Ukrainer Verniaev fünf Disziplinen lang vor Uchimura lag und am letzten Gerät durch den Japaner und das Kampfgericht abgefangen wurde.
Neben den Tennisspielern hatten auch die Ruderer in der Lagoa Rodrigo de Freitas ihre Wettkämpfe am Mittwoch nicht austragen können. Wegen der Verschiebungen passte ich mein Programm für den Donnerstag an. Denn das Tennis würde eine Stunde früher beginnen und die Ruderer eine Stunde später starten. Da ich am Mittwoch noch keine Minute Wettkampftennis gesehen hatte, legte ich meinen Fokus auf das Tennis. Somit verpasste ich den Finallauf des Leichtgewichtsvierers, wo die Schweizer Mario Gyr, Simon Niepmann, Simon Schürch und Lucas Tramèr die Goldmedaille gewannen.


Transport
Mit zwei in hohen Taktfrequenzen bedienten Bushaltestellen gelangten die Zuschauer zum Olympic Park. Von dort aus ist gewollt eine Distanz von einigen hundert Metern zum Eingangsbereich eingebaut. So verteilen sich die Personen besser auf die vielen Eingänge. Volunteers sassen mit einem Megafon ausgerüstet auf "Tennisschiedsrichterstühlen" und informierten die Zuschauer und wiesen einem den Weg. Viele dieser organisatorischen Punkte waren genau wie in London geregelt. Es macht schliesslich auch Sinn die positiven Punkte zu übernehmen und von Spielen zu Spielen voneinander zu lernen. Es geht schliesslich unter anderem auch um die Sicherheit bei einer solchen Grösstveranstaltung. In Brasilien war die Zahl der Volunteers geschätzt zwanzig mal kleiner als in London. Die Wartezeit betrug für mich aber wie bereits in London nirgends länger als fünf Minuten, was unglaublich gut ist. Auf den Bildern 3 und 4 ist übrigens die Rio Olympic Arena zu sehen, in der die Wettkämpfe im Kunstturnen ausgetragen wurden.


Carioca Arena 1-3
Die drei Carioca Arenen können auch nach den Spielen als Messe- und Veranstaltungshallen genutzt werden. Carioca ist übrigens der Name für die Einwohner von Rio de Janeiro. Rio de Janeiro heisst wörtlich übersetzt Januarfluss. Es ist Winter in Rio und am Montag der zweiten Woche war es sehr windig als ich zum Ringen ging. Tennis spielen hätte man unter diesen Bedingungen nicht gekonnt. Die letzten Finalspiele hatten glücklicherweise tags zuvor stattgefunden.

 

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