Miami 2016

zurück zur Übersicht         Last updated: 24.09.2016

Lebensfreude in Miami - Watson, Puig, Gibbs, Wickmayer, Butorac, Robson

Die Marke New Balance scheint sich die sympathischen und bodenständigen Profis unter Vertrag zu nehmen wie Watson, Gibbs und Butorac. Ihr Aushängeschild ist momentan Raonic.

Monica PuigHeather WatsonMargarita GasparyanMonica Niculescu
Monica Niculescu/Margarita Gasparyan (WTA Doppel 32/52) - Heather Watson/Monica Puig (WTA Doppel 155/384)   6:1 2:6 10-5
Catherine Bellis
(WTA 219)
Puig ist Miami und Miami ist Puig! Eine in San Juan geborene Puerto Ricanerin, die in Miami lebt. Das ist Miami! Im Einzel war sie zweimal in der Night Session im Stadion angesetzt worden. Ihr erstes Match gegen Bellis (Bild 12) wurde in der Pizzeria um die Ecke auf der Grossleinwand übertragen (Bild 11). Das nächste Match fiel dem WM-Qualifikationsspiel Brasilien-Uruguay zum Opfer, da König Fussball in Miami Priorität hat auf der Leinwand.
Court 9 bebte beim Spiel von Pica zusammen mit ihrer guten Freundin Heather, die ebenfalls in Florida lebt. Die mit einer Wild Card gestarteten Publikumslieblinge mussten sich im Match-Tie-Break dem guten Auge und den Fähigkeiten der starken Doppelspielerin Niculescu geschlagen geben. In der zweiten Runde schlugen die Rumänin und ihre russische Doppelpartnerin Hingis/Mirza und schafften es bis ins Halbfinal.

Yanina WickmayerYanina WickmayerHeather WatsonHeather WatsonHeather WatsonHeather WatsonHeather Watson
Heather Watson (WTA 69) - Yanina Wickmayer (WTA 47)   3:6 7:5 6:3
Zurecht hat Heather nach ihrem Turniersieg in Monterrey eine Wild Card für Miami erhalten. Nach dem Sieg über Stephens in der zweiten Runde war das Aufeinandertreffen mit Wickmayer in der dritten Runde eine Begegnung mit vielen herausgespielten Punkten. Die Matches am Samstag hatten wirklich an Qualität gewonnen gegenüber denjenigen der bisherigen Woche. Die Briten auf Court 7 unterstützten die liebenswürdige Heather lautstark, so wie sie es auch verdient. Am Donnerstag hatte sie eine Autogrammstunde abgehalten und war dabei wirklich sehr herzlich gewesen zu den Kindern und Fans (Bilder 13-14). Sie ist eine harte Arbeiterin, denn mit 170cm Körpergrösse weiss sie dass ihr nichts geschenkt wird. Unter den Augen ihrer aus Papua Neuguinea stammenden Mutter (Bild 2) hatte sie in ihren Aufschlagspielen oft zu kämpfen, während Wickmayer ihre Aufschläge vergleichsweise leicht durchbrachte. Doch bei ihrer einzigen Chance bei 4:3 im dritten Satz packte Heather sogleich zu. Respekt zollen möchte ich auch Yanina für ihren anschliessenden Twitter-Eintrag: "Tough fight out there today! Contrags @HeatherWatson92 on a great battle.. #Progress #TeamWicky". Und auch Heather tat dies mit ihrer Antwort: "#Respect @wickytennis ! What a battle". So lieben wir es!

Nicole GibbsNicole GibbsNicole GibbsYulia PutintsevaYulia PutintsevaYulia PutintsevaNicole GibbsNicole GibbsNicole GibbsNicole Gibbs
Nicole Gibbs (WTA 74) - Yulia Putintseva (WTA 58)   6:4 6:2
Ein sehr unterhaltsames Spiel fanden wir am Dienstag in Gibbs gegen Putintseva. Die 21-jährige Russin hat ein sehr variantenreiches, aber auch aufwändiges Spiel. Ihre 23-jährige amerikanische Gegnerin ist knapp am Cut für die direkte Aufnahme ins Hauptfeld gescheitert, hat von den Organisatoren aber ein Wild Card erhalten. Ihren Auftritt bei der Autogrammstunde meisterte auch das in Kalifornien lebende Surfergirl sehr gut, aber an Heather heranzukommen im direkten Vergleich scheint mir ein Ding der Unmöglichkeit.

Eric Butorac, Scott LipskyTreat Huey, Max Mirnyi
Max Mirnyi/Treat Huey (ATP Doppel 28/30) - Scott Lipsky/Eric Butorac (ATP Doppel 43/46)   7:5 6:3
Nach dem Match sagte ich Eric kurz Hallo und dass ich ihn in Wimbledon wohl zum nächsten Mal sehen werde. Er meinte aber, dass er dieses Jahr nicht dort sein wird. Seine Frau erwartet das zweite Kind und der Geburtstermin fällt auf Wimbledon. Da setzt er zurecht Prioritäten.

Nachtrag September 2016: Eric Butorac hat seine Karriere bei den US Open 2016 beendet. Mit 35 Jahren wird er nun im amerikanischen Tennisverband USTA tätig sein als Director of Professional Tennis Operations and Players Relations.

Yanina WickmayerLucie Safarova
Yanina Wickmayer (WTA 47) - Lucie Safarova (WTA 15)   6:2 6:3
Von einer Virusinfektion geplagt hat Safarova im letzten halben Jahr im Einzel inklusive Miami nur neun Matches gespielt und acht davon verloren. Körperlich ist wieder da, doch die resultatmässige Rückkehr ist ihr noch nicht gelungen. Sie wird auch nicht am Fed Cup-Halbfinal vom 16./17. April in der Schweiz teilnehmen. Eine Erleichterung und ein grosser Lichtblick für die 28-jährige Tschechin ist der Turniersieg in Miami im Doppel zusammen mit Mattek-Sands, mit der sie im vergangenen Jahr die Australian Open und Roland Garros gewinnen konnte. Die zwei Jahre ältere US-Amerikanerin hat in ihrer Karriere viele körperlich bedingte Rückschläge hinnehmen müssen. Da kann Safarova sicherlich auch von der Erfahrung ihrer Doppelpartnerin profitieren, wie sie so eine Situation angehen soll. Überraschend sind die vielen Indian Wells- und Miami-Double in diesem Jahr: Djokovic im Herren Einzel, Azarenka im Damen Einzel, Mahut/Herbert im Herren Doppel und Mattek-Sands im Damen Doppel. In Indian Wells mit Vandeweghe, in Miami mit Safarova.

Kirsten FlipkensLaura Robson, Kirsten FlipkensLaura RobsonLaura RobsonKatie Swan
Kirsten Flipkens (WTA 65) - Laura Robson (WTA 504)   7:6 6:2
Die Zeichen stehen trotz der im letzten Sommer zu Ende gegangenen eineinhalb jährigen Verletzungspause auf Sturm. Im Anschluss an Wimbledon spielte Laura vornehmlich auf der ITF-Tour, um Spielpraxis zu sammeln. Inklusive Miami hat sie in 19 Begegnungen aber nur 5 Siege feiern können. Noch schlimmer: Sie musste erneut kleine Pausen einlegen wegen ihrer linken Hand. Langfristig stellt nur die Hand das Problem dar. Wenn die Britin unter diesen Belastungen schmerzfrei spielen kann, dann kommt sie auch auf WTA-Niveau zurück. Denn wie sie in ihren Returngames über Flipkens hinweg fegte, war einfach nur weltklassig! Die 22-jährige stürmte zum 3:0 im ersten Satz mit Doppelbreak und schlug dabei so harte Returngewinnschläge wie ich sie im Frauentennis wenn überhaupt nur äusserst selten gesehen habe.
Doch bei ihrem eigenen Aufschlag fehlte ihr noch der Rhythmus. Fehlen die Aufschläge, steht man sofort unter Druck und fühlt diesen auch. So war es dann auch bei 5:5, als Laura bei eigenem Aufschlag mit 0:30 in Rückstand geriet. Auf dem Grandstand war es mucksmäuschenstill trotz einigen Sympathisanten für Laura. Sie war nur zwei Meter vor uns und ich dachte sie braucht jetzt Hilfe und stimmte zu einem lauten "Let's go Laura let's go, klatsch klatsch, let's go Laura let's go!" ein. Es machte tatsächlich niemand mit. Nicht einmal Roland neben mir. Ich drehte mich also vom Platz weg zu der Dame links neben mir und sagte "nobody joins in". Worauf sie meinte, "she just gave you a face". Was ich dann wiederum als negativ interpretierte. Nachdem Laura aber den nächsten Punkt gewonnen hatte, meinte die Dame zu mir "she seems to like you". Ich fragte danach Roland was genau abgegangen war. Laura hatte anscheinend mit einem herzhaften Lachen zu mir geschaut, bevor sie bei 0:30 weiter servierte. Und jetzt kommt es: Sie gewann nach dieser Aktion sechs Punkte in Folge. Vier Punkte zum 6:5 und danach auf der anderen Seite nochmals zwei zum 0:30 auf dem Return von Flipkens. Da scheint das Exponieren also doch als Eisbrecher geholfen zu haben, um den Druck verfliegen zu lassen. Es ist bekannt, dass Laura selbst auch ein grosser Sportfan ist und ihre Favoriten wie beispielsweise die Florida Panthers in der NFL hingebungsvoll unterstützt. Leider verlor sie in der Folge trotzdem den ersten Satz und anschliessend das Match.
Wie auch bei Watson-Wickmayer handelte es sich bei Robson-Flipkens um ein Aufeinandertreffen Grossbritannien-Belgien, dass die Herren im November im Davis Cup-Final für sich entscheiden konnten, bei dem die Damen hingegen im Aufstiegspiel der Fed Cup-EA-Zone I im Februar unterlegen waren. Auch Fed Cup-Debütantin Swan war auf der Tribüne zugegen, allerdings ohne Interesse am Match.

Nick Bollettieri, Eugenie BouchardEugenie Bouchard
Madison Keys (WTA 24), Eugenie Bouchard (WTA 45)
Die Trainerfrage sorgte bei Robson, Keys und Bouchard immer wieder für Aufsehen. Unter anderem an der von beiden beanspruchten exklusiven Zusammenarbeit mit Nick Saviano zerbrach die Freundschaft von Robson und Bouchard vor zwei Jahren. In Miami sah ihr Nick Bollettieri beim Training zu (Bild 3). Dafür versteht sich Robson mit Keys sehr gut, die mit ihr letztes Jahr in Wimbledon beim Comeback in der Doppelkonkurrenz beistand. Keys arbeitete im letzten Jahr mit Lindsay Davenport zusammen. Davenport ist aber eine vierfache Mutter und kann daher nicht als Vollzeitcoach amten. So wird Keys in diesem Jahr vom früheren Tennisspieler Jesse Levine betreut. In Miami wurde Keys' Zusammenarbeit mit Mats Wilander bekanntgegeben. Unter ihm gewann sie die erste bis vierte Runde in Miami, bevor nach nur acht Tagen das Ende der Zusammenarbeit veröffentlicht wurde. Da Keys erst das nächste Spiel gegen Kerber verlor, kann sich Wilander in seiner Coachingzeit mit ihr als ungeschlagen bezeichnen.

 

 Damen Einzel
 1. Runde  2. Runde  3. Runde  4. Runde  Viertelfinal
 Lucie Safarova (11) -
 bye

 .
 Yanina Wickmayer -
 Lucie Safarova (11)
 6:2 6:3
 Heather Watson (W) -
 Yanina Wickmayer
 3:6 7:5 6:3
 Simona Halep (5) -
 Heather Watson (W)
 6:3 6:4
 
 Yanina Wickmayer -
 Karin Knapp
 6:2 6:1
 Heather Watson (W) -
 Petra Cetkovska
 6:1 6:0
 Heather Watson (W) -
 Sloane Stephens (20)
 6:3 6:0
 Monica Puig -
 Catherine Bellis (W)
 4:6 6:3 6:2
 Victoria Azarenka (13) -
 Monica Puig
 6:2 6:4
 
 Nicole Gibbs (W) -
 Yulia Putintseva
 6:4 6:2
 Nicole Gibbs (W) -
 Kristina Mladenovic (27)
 6:2 6:4
 Garbine Muguruza (4) -
 Nicole Gibbs (W)
 6:1 6:0
 
 Madison Keys (22) -
 bye

 .
 Madison Keys (22) -
 Kirsten Flipkens
 6:4 6:2
 Madison Keys (22) -
 Roberta Vinci (9)
 6:4 6:4
 Madison Keys (22) -
 Irina-Camelia Begu
 6:3 6:1
 Angelique Kerber (2) -
 Madison Keys (22)
 6:3 6:2
 Kirsten Flipkens -
 Laura Robson (W)
 7:6 6:2
 Lucie Hradecka -
 Eugenie Bouchard
 6:4 3:6 6:2
 Roberta Vinci (9) -
 Lucie Hradecka
 1:6 6:4 7:6

 

 Herren Doppel
 1. Runde  2. Runde  Viertelfinal  Halbfinal
 Mirnyi/Huey -
 Butorac/Lipsky (W)
 7:5 6:3
 Mirnyi/Huey -
 Melo/Dodig (2)
 7:6 6:4
 Mirnyi/Huey -
 Monroe/Isner
 6:1 7:5
 Mirnyi/Huey -
 Klaasen/Ram
 4:6 2:6

 

 Damen Doppel
 1. Runde  2. Runde  Viertelfinal  Halbfinal  Final
 Niculescu/Gasparyan -
 Watson/Puig (W)
 6:1 2:6 10-5
 Niculescu/Gasparyan -
 Hingis/Mirza (1)
 6:4 6:2
 Niculescu/Gasparyan -
 Kudryavtseva/King
 6:3 7:6
 Shvedova/Babos (4) -
 Niculescu/Gasparyan
 7:5 4:6 10-8
 Mattek-Sands/Safarova (3) -
 Shvedova/Babos (4)
 6:3 6:4
 Mattek-Sands/Safarova (3) -
 Keys/Stephens (W)
 6:4 6:2
 Mattek-Sands/Safarova (3) -
 Vesnina/Kasatkina
 6:2 6:3
 Mattek-Sands/Safarova (3) -
 Hradecka/Hlavackova (5)
 7:5 6:3
 Mattek-Sands/Safarova (3) -
 S. Zheng/Y. Xu (8)
 6:2 6:1

 

zurück zur Übersicht