Miami 2016

zurück zur Übersicht         Last updated: 14.08.2017

Ultra Music Festival - Bayfront Park, Miami Downtown
Ultra Music Festival, Miami 2013
18. - 20. März 2016

Die Vorfreude war seit einem Jahr ungebrochen, seit ich die Reise und die Tickets gebucht hatte.


Flug Zürich - London - Miami
Der elektronische Pass tritt seinen Siegeszug auch in den USA an und hat die durchschnittlich Wartezeit zur Einreise von etwa einer Stunde auf nun wenige Minuten reduziert. Dafür kamen neu einige Minuten Wartezeit am Gepäckband hinzu, weil die Passkontrolle so schnell verlief. Der Flughafen Zürich bleibt in Punkto Gepäckauslieferung das Mass aller Dinge.


Kygo, Sick Individuals, Bass Jackers
Positiv überrascht von der raschen Einreisekontrolle in die USA, hinterliess dafür die Warteschlange beim Ultra Music Festival einen schwachen Eindruck. Erst zahlst Du fast 400$ und danach musst Du auch noch eine Stunde anstehen. Wir verpassten die Hälfte des tollen Auftritts des Norwegers Kygo. Der Grund für die Wartezeit lag wohl daran, dass die Veranstaltung am Freitag erst um 16 Uhr begann und wir knapp zwei Stunden später im grössten Andrang mit noch ungeübtem Personal landeten. Die nächsten beiden Tage mit Start zur Mittagszeit war den Einlass überhaupt kein Problem mehr. Mit Jet Lag und keinem mehr dick im Spielplan angestrichenen DJ für den Rest des Abends, strömte auf der sechstgrössten Bühne "UMF Radio" unverhofft Energie in uns zurück, als wir bei Sick Individuals waren. Die beiden Niederländer waren unsere Entdeckung des Tages. Sogar ihr Landsmann Hardwell (Bild 5, Mitte) stimmte mit ein. Auch der darauffolgende Bass Jackers konnte die Stimmung für uns aufrecht erhalten, bevor wir den Tag verfrüht beendeten.


Miami Beach
Logistisch sinnvoll habe ich mich erneut im Fortune House Hotel in Brickell im Süden Miamis einquartiert. Es liegt an der südlichsten Station (Financial District), von der man mit dem MetroMover nördlich nach Downtown gelangen kann. Ausserdem liegt es nahe an der nördlichsten Station (Brickell Bus Station), von der man mit der Buslinie B nach Key Biscayne in den Süden zum Crandon Tennis Park gelangen kann. Die Reise nach Miami Beach benötigt zuerst die Fahrt mit dem kostenlosen MetroMover in den Norden von Downtown Miami zur Onmi Station. Danach braucht es etwas Glück um mit nicht allzu langer Wartezeit einen Bus der Linien C, M, S oder 150 ostwärts zu erwischen. Bis in den frühen Nachmittag machten wir am Samstag einen Abstecher nach Miami Beach für das Mittagessen.


Icona Pop, Adam Trigger
Mein heimlicher Favorit am Ultra ist die Live Stage. Somit markierte der Auftritt der Schwedinnen von Icona Pop um halb vier Uhr unseren Start am Samstag. Ohne einen Gehörschaden davonzutragen überstanden wir die energiegeladene Stunde. Neben uns in Aktion war das Filmteam der Organisatoren (Bild 4-5), die eine auserwählte Zuschauerin ausgiebig filmten, die es in Superslowmotion in den offiziellen Aftermovie schaffen dürfte.


Thomas Jack
Als Mischung aus Klängen von Kygo, Stimmen à la Simon & Garfunkel und einer Show die mich an Drum Along Disco erinnerte, erfreute uns DJ Thomas Jack mit seinen verkleideten Musikern auf der Live Stage.


Steve Angello
Für mich der beste Auftritt! Vielleicht nur noch von Felix Jaehn am Sonntag konkurrenziert. In der goldenen Abendsonne Miamis präsentiert ex-Swedish House Mafia-Mitglied Steve Angello seine eigenen Songs, aus welchen stark der SHM-Einfluss zu hören ist. Er spielte auch die SHM-Klassiker an, mixte diese aber auf eine starke Weise anders ab und drückte damit dem neuen Zeitgeist seine eigene Note auf.


Ultra Music Festival
Die Palmen, die Skyline, die Menschen, die Lichter, die Stimmung: Das UMF brennt sich in die Gedanken ein!
Kommerziell muss das Ultra Music Festival eine Goldgrube sein. Sponsoren wie 7 Up oder Heineken bekamen grösstmögliche Exklusivität. Es gab zum Beispiel nur an ganz wenigen Stellen ein anderes Softgetränk zu kaufen als 7 Up. Das Cola zum Beispiel war kein Pepsi und kein Coca Cola. Mit Tickets und Konsumation der Gäste ohne VIP dürften an den drei Veranstaltungstagen etwa 20 bis 30 Mio. USD Umsatz generiert werden. Kein Wunder gibt es das Ultra mittlerweile weltweit ausgehend vom Original in Miami.
Die Hitze des Feuers auf der Main Stage war bei jedem Abfeuern zu spüren. Ich war erstaunt, dass selbst in 50 bis 100 Metern Entfernung die Hitzewelle noch wahrzunehmen war. Da möchte ich mir die Effektivität eines Flammenwerfers im Kriegsfall gar nicht erst vor Augen führen.
Ironischer Weise fand am Samstagabend die Earth Hour statt, wo Städte auf der ganzen Welt für eine Stunde die Lichter löschen, um ein Zeichen für die Umwelt und Nachhaltigkeit zu setzen. Miami hat hier antizyklisch gehandelt und die frei gewordene Kapazität an Strom wohl lückenlos verbraucht...


Vicetone, Tiesto, Afrojack


Avicii, Hardwell
Vor drei Jahren hatte mich David Guetta enttäuscht, diesmal war es Avicii, der in 2013 noch unglaublich abgeliefert hatte. Starke zehn Minuten zu Beginn und am Ende reichen nicht aus. Nach Avicii kam Hardwell, der mit dem Publikum spielte und es zum Mitsingen, Schreien und Tanzen brachte. Wobei die Musik von Tiesto, Afrojack oder Hardwell eben nicht so viel Hitpotential mitbringt wie die von Avicii. Daher klinkten wir uns bei deren Auftritten jeweils nach der Hälfte aus beziehungsweise erst ein.
Nur eine Woche nach dem Ultra Music Festival verkündete Avicii, dass er nach dem Jahr 2016 keine Live-Auftritte mehr geben werde, um sich dem Leben ausserhalb der Musik zu widmen. Meiner Meinung nach wäre ein möglicher Weg für den 26-jährigen auch gewesen, dass er die Welt nicht mehr mit Hits am Fliessband überschwemmt, sondern sich so einfach viele Pausen nimmt wie er will. Denn mit 26 Jahren einen Rücktritt zu verkünden wirkt doch wie eine Überreaktion. Er hat sich wohl mit der gleichen Konsequenz, mit der er in den vergangenen Jahren Hit an Hit und Auftritt an Auftritt gereiht hat, entschieden sich neu zu orientieren.

Michael Calfan
Michael Calfan, Andrew Rayel, Felix Jaehn
So ein Festival baut sich von Tag zu Tag auf und am dritten Tag fühlte ich dann doch die Glückseeligkeit und war voll angekommen. Zwar waren Michael Calfan auf der Main Stage um 14 Uhr, Andrew Rayel in der Mega Structure um 15 Uhr und Felix Jaehn im Ultra Worldwide um 16 Uhr früh angesetzt, doch zeigten sie absolute Glanzleistungen und drückten mit ihrer Musik für uns genau das richtige Gefühl aus. Hört man sich die Auftritte im Nachhinein auf Youtube an, dann hat vor allem auch Kygo am Freitag zum Auftakt absolut abgeliefert.


Galantis, Eric Prydz
Galantis waren zu hart für mich und als sie dann noch ihren Überhit "Runaway (U & I)" vermixten, verliessen wir die Main Stage. Gelernt aus Avicii, Galantis und positiv beeinflusst durch Felix Jaehn, entschieden wir uns für den restlichen Abend gegen Zedd und David Guetta auf der Main Stage und hingegen für Robin Schultz im Ultra Worldwide. Eine gute Entscheidung! Auch Eric Prydz konnte mich erneut nicht mitreissen, obwohl sein schwedischer Name halt einfach cool klingt und sein Hit "Pjanoo" für mich immer noch Emotion pur ist.


Duke Dumont, Robin Schultz
Somit schlossen wir das Festival im Ultra Worldwide ab, wo erst der Londoner Duke Dumont einige gute Scheiben auflegte, über lange Zeit allerdings viel House. Ich liebe die Electronic Dance Music, aber mit House selber kann ich sehr wenig anfangen.
Robin Schultz brachte mit Francesco Yates für seinen aktuellen Knaller "Sugar" dann endlich einen Sänger auf die Bühne. Etwas, dass ich mir mehr erhofft hätte. Denn viele Hits der aktuellen Electronic Dance Music bestehen darin, dass ein Remix von einem bestehenden unbekannten Song gemacht wird. Somit gäbe es auch genügend (unbekannte) Sänger, die ein DJ für ein solches Festival aufbieten könnte und die noch keine Wahnsinnsgagen verlangen würden.


Der Abend danach
Am Montagabend konnte der Fortschritt der Aufräumarbeiten beobachtet werden. Doch die Erinnerungen (Bild 1) an den wahren Bayfront Park bleiben.

 

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