French Open 2014, Paris

zurück zur Übersicht         Last updated: 18.10.2015

Überraschungen im Stadion - Bagnis-Benneteau, Muguruza-Williams, Townsend-Cornet, Klizan-Nishikori, Monfils, Federer, Nadal, Kerber, Ivanovic, Ausbaupläne 2018

An Überraschungen mangelte es auch in diesem Jahr nicht:

Facundo BagnisJulien BenneteauFacundo BagnisFacundo Bagnis
Facundo Bagnis (ATP 143) - Julien Benneteau (ATP 45)   6:1 6:2 1:6 3:6 18:16
Der erste Grand Slam-Auftritt und dabei gleich der erste Fünfsätzer, der gar bis weit in die Verlängerung ging. Das war natürlich ein Wagnis für Bagnis. Zu verlieren hatte der 24-jährige argentinische Qualifikant allerdings Nichts. Aber gegen den 32-jährigen Fuchs Benneteau war es von der Affiche her eine schwierige Ausgangslage. Denn der erfahrene Franzose wusste genau wie und wann er das in Roland Garros immer sehr enthusiastische Publikum hinter sich bringen konnte.

Vom Spielverlauf her war es in den ersten vier Sätzen nie eine Partie auf Augenhöhe gewesen. Die ersten zwei Sätze hatte Bagnis klar gewonnen. Die Durchgänge drei und vier gingen deutlich an Benneteau. Wir stiessen zur Begegnung als der Argentinier bei 4:3 im dritten Satz seinen Breakvorsprung abgeben musste. Daraufhin hielten die Spieler ihre Aufschläge lange Zeit relativ klar und ein Ende war noch nicht herbeizusehen. Erst bei 16:15 als Benneteau am entscheidenden Break schnupperte und dieses nicht realisieren konnte, zeichnete sich das 18:16 für seinen Gegner ab. Benneteau hatte sein Visier geöffnet, seine schwindenden Kräfte in den Breakversuch gelegt und wurde danach bei eigenem Aufschlag erwischt. Bagnis ist der verdiente Sieger dieses Auswärtsspiels.
Julien Benneteau (auf Bild 4 mit Bruder Antoine oben) gewann im Doppel an der Seite von Edouard Roger-Vasselin die Konkurrenz im Herren Doppel von Roland Garros 2014.


Garbine Muguruza (WTA 35) - Serena Williams (WTA 1)   6:2 6:2
In der dritten Runde hätte es zum Aufeinandertreffen zwischen Serena und Venus Williams kommen können. Doch Serena erwischte es überraschend gegen Muguruza und Venus verlor gegen Schmiedlova. Serena wirkt sowohl im Sieg als auch in der Niederlage unantastbar. Das 6:2 6:2 war so ein klares Resultat, dass die Partie nie richtig zu Leben begann. Muguruza trat an diesem Tag sehr stark auf und hatte die Klasse um Williams zu bezwingen. Wenn man die 17-fache Grand Slam-Siegerin schlagen will, dann sollte man das in den frühen Runden eines Grand Slam-Turniers tun. Seit über sechs Jahren hat die 32-jährige US-Amerikanerin an einem Grand Slam-Turnier gegen keine Top 5-Spielerin mehr verloren. Seit den US Open 2011 gegen keine Top 10-Spielerin mehr. Seit 2012 wurde sie nur von folgenden Spielerinnen bezwungen: 2. Runde Roland Garros 2014 Muguruza, 4. Runde Australian Open 2014 Ivanovic, 4. Runde Wimbledon 2013 Lisicki, Viertelfinal Australian Open 2013 Stephens, 1. Runde Roland Garros 2012 Razzano und 4. Runde Australian Open 2012 Makarova. Vier Turniere gewann sie in diesem Zeitraum.

Taylor Townsend
Taylor Townsend (WTA 205) - Alize Cornet (WTA 21)   6:4 4:6 6:4
Ich hatte verstanden, dass bei der Statur von Townsend die Kraftvorteile die Beweglichkeitsnachteile in den Juniorinnenkonkurrenzen noch aufwiegen konnten. So siegte sie an den Australian Open 2012 und unterlag im Wimbledonfinal 2013 gegen Bencic. Im Doppel lief es noch besser. Dort siegte sie 2012 gleich an drei Grand Slam-Turnieren. Roland Garros ist das einzige Turnier, dass in ihrem Palmares fehlt. Nun hat die 18-jährige die Wild Card der USTA für das Dameneinzel in Roland Garros erhalten und in einem unwirklichen Spiel die einheimische gesetzte Cornet bezwungen. Dass es dazu reichen kann, ist mit normalen Sportzuschauerverstand schwer begreifbar. So war denn auch die Stimmung auf dem Court Suzanne Lenglen bei Nieselregen emotional und schockiert.

Martin KlizanKei Nishikori
Martin Klizan (ATP 59) - Kei Nishikori (ATP 10)   7:6 6:1 6:2
Nishikori kann seine Top 10-Pferdestärken an Grand Slam-Turnieren noch nicht auf den Boden bringen. Erst einmal erreichte er das Viertelfinal bei einem Major. Das war in Australien 2012. Wie an den vergangenen US Open verlor der 24-jährige Japaner bereits wieder in der ersten Runde. Demgegenüber hat Klizan nach dem Erfolg über Isner an den Australian Open bereits wieder die dritte Runde erreicht und besser abgeschnitten als es seine Weltranglistenposition erwarten liesse. Der 24-jährige Slowake hat vor acht Jahren übrigens den Juniorentitel am Bois-de-Boulogne gewonnen.

Gael Monfils
Gael Monfils (ATP 28)
In Paris liefert Wundertüte Monfils seine besten Resultate ab. So auch in diesem Jahr mit einer weiteren Viertelfinalqualifikation.

Roger FedererDiego Sebastian Schwartzman
Roger Federer (ATP 4) - Diego Sebastian Schwartzman (ATP 109)   6:3 6:4 6:4
Wer hat Angst vor dem schwarzen Mann? Federer musste an diesem Tag keine haben. Denn der 21-jährige aus Buenos Aires konnte ihn in der zweiten Runde nicht gefährden.


Rafael Nadal (ATP 5) - Dominic Thiem (ATP 67)   7:5 2:6 6:4
Thiem könnte dereinst eine Grand Slam-Trophäe in die Höhe stemmen. In Paris stand er vor drei Jahren im Juniorenfinal. Seine Klassierung ist im kontinuierlichen Steigflug. Ende 2012 war der Österreicher auf Rang 309 klassiert. Ende 2013 bereits auf Position 139. In Paris trat der 20-jährige nun schon als Weltranglisten-67. an. Nadal aber spielte druckvoll und sicher. Mit genügender Marge bestritt er seine Ballwechsel und beging nur wenige Fehler. Der spanische Weltranglistenerste baute in Roland Garros mit Titel Nummer 9 innert zehn Jahren seinen Titelrekord weiter aus.

Angelique KerberAngelique Kerber
Angelique Kerber (WTA 9)
Vor einer längeren Regenpause empfehle ich den zügigen Gang die
Entertainment Zone - das sogenannte RG Lab neben dem Court 7 - um sich ins Trockene zu retten bevor aus Platzgründen kein Einlass mehr gewährt wird. Während der Regenpause am Montag war Kerber bei einer Autogrammstunde anzutreffen.


Ausbaupläne für 2018
So allgegenwärtig wie die Ausbaupläne in Roland Garros in diesem Jahr angepriesen wurden, scheinen sie nach Jahren des Stillstands nun endlich realisierbar zu sein. Unter anderem im RG Lab wurde die Stadionerweiterung präsentiert, welche bis 2018 umgesetzt sein wird:
- der Court Philippe Chatrier erhält ein Dach
- im Osten des Chatriers werden Court No 1 sowie Court 2 und 3 verschwinden
- in der etwas entfernten und neu zu erschliessenden Parkanlage im Osten wird ein neuer Court No 1 gebaut
- im Südwesten des Chatriers werden Court 2 und 3 neu erstellt und kommen so gleich neben Court 4 und 5 zu liegen
- die sechs Courts 6-11 zwischen Chatrier im Osten und Lenglen im Westen werden neu auf vier Courts reduziert
- im Westen von Lenglen werden die sieben Courts 12-18 auf neu fünf Courts reduziert
- der grösste Court ganz im Westen wird über 2'200 Sitzplätze verfügen und damit den bisherigen Court 17 ablösen und deutlich vergrössern


Ana Ivanovic (WTA 12) - Elina Svitolina (WTA 33)   7:5 6:2
Ivanovic hielt sich in den ersten beiden Runden gegen die 20-jährige Garcia und die 19-jährige Svitolina schadlos, musste sich danach aber überraschend der 27-jährigen Safarova geschlagen geben.
Die vier Stadionseiten des Court Philippe Chatrier sind nach den französischen Tennis-Musketieren benannt, welche auch auf dem Place des Mousquetaires (Bilder 5 und 6) verewigt sind. In der Mitte des Platzes befindet sich ein Abbild des Davis Cups. Frankreich hatte im Jahr 1927 in Philadelphia in der dritten aufeinanderfolgenden Finalteilnahme zum ersten Mal den Davis Cup erobert. Von 1928 bis 1932 gelang fünfmal die Titelverteidigung im Stade Roland Garros dank vier Siegen über die USA und einem über Grossbritannien. Die Briten waren es dann auch, welche die Trophäe mit einem Sieg im Jahr 1933 aus dem Stade Roland Garros entführten. Bis zum nächsten Titelgewinn mussten die Franzosen bis in Jahr 1991 warten. 1996 und 2001 folgten die restlichen der bisher neun Titelgewinne der Tennisnation Frankreich. Henri Cochet (8 Grand Slam-Titel im Einzel, 4 im Doppel), René Lacoste (7x Einzel, 4x Doppel), Jean Borotra (5x Einzel, 10x Doppel) und Jacques Brugnon (0 Einzel, 10x Doppel) erzielten die legendären Erfolge der Grande Nation und werden daher als die vier Musketiere betitelt. Der Court No 1 wird bis ins Jahr 2018 verschwinden, was mehr Raum für den neuen Places des Mousquetaires schaffen wird.

 

 Herren Einzel
 1. Runde  2. Runde  3. Runde  4. Runde  Viertelfinal  Halbfinal  Final
 Rafael Nadal (1) -
 Robby Ginepri (W)
 6:0 6:3 6:0
 Rafael Nadal (1) -
 Dominic Thiem
 6:4 7:6 6:2
 Rafael Nadal (1) -
 Leonardo Mayer
 6:2 7:5 6:2
 Rafael Nadal (1) -
 Dusan Lajovic
 6:1 6:2 6:1
 Rafael Nadal (1) -
 David Ferrer (5)
 4:6 6:4 6:0 6:1
 Rafael Nadal (1) -
 Andy Murray (7)
 6:3 6:2 6:1
 Rafael Nadal (1) -
 Novak Djokovic (2)
 3:6 7:5 6:2 6:4
 Dominic Thiem -
 Paul-Henri Mathieu (W)
 6:4 7:6 6:2
 Gael Monfils (23) -
 Victor Hanescu
 6:2 4:6 6:4 6:2
 Gael Monfils (23) -
 Jan-Lennard Struff
 7:6 6:4 6:1
 Gael Monfils (23) -
 Fabio Fognini (14)
 5:7 6:2 6:4 0:6 6:2
 Gael Monfils (23) -
 Guillermo Garcia-Lopez
 6:0 6:2 7:5
 
 Facundo Bagnis (Q) -
 Julien Benneteau
 6:1 6:2 1:6 3:6 18:16
 Ernests Gulbis (18) -
 Facundo Bagnis (Q)
 6:2 7:5 6:0
 Ernests Gulbis (18) -
 Radek Stepanek
 6:3 6:2 7:5
 Ernests Gulbis (18) -
 Roger Federer (4)
 6:7 7:6 6:2 4:6 6:3
 
 Roger Federer (4) -
 Lukas Lacko
 6:2 6:4 6:2
 Roger Federer (4) -
 Diego Sebastian Schwartzman (Q)
 6:3 6:4 6:4
 Roger Federer (4) -
 Dmitry Tursunov (31)
 7:5 6:7 6:2 6:4
 Diego Sebastian Schwartzman (Q) -
 Gastao Elias (Q)
 6:4 6:2 7:5
 Martin Klizan -
 Kei Nishikori (9)
 7:6 6:1 6:2
 Martin Klizan -
 Robin Haase
 6:1 3:6 6:1 1:6 7:5
 Marcel Granollers -
 Martin Klizan
 6:7 6:2 7:6 7:5
 

 

 Damen Einzel
 1. Runde  2. Runde  3. Runde  4. Runde  Viertelfinal
 Serena Williams (1) -
 Alize Lim (W)
 6:2 6:1
 Garbine Muguruza -
 Serena Williams (1)
 6:2 6:2
 Garbine Muguruza -
 Anna Schmiedlova
 6:2 6:4
 Garbine Muguruza -
 Pauline Parmentier (W)
 6:4 6:2
 Maria Sharapova (7) -
 Garbine Muguruza
 1:6 7:5 6:1
 Garbine Muguruza -
 Grace Min (Q)
 7:5 7:6
 Alize Cornet (20) -
 Ashleigh Barty (W)
 6:2 6:1
 Taylor Townsend (W) -
 Alize Cornet (20)
 6:4 4:6 6:4
 Carla Suarez Navarro (14) -
 Taylor Townsend (W)
 6:2 6:2
 
 Taylor Townsend (W) -
 Vania King
 7:5 6:1
 Angelique Kerber (8) -
 Katarzyna Piter
 6:3 6:1
 Angelique Kerber (8) -
 Varvara Lepchenko
 6:2 7:5
 Angelique Kerber (8) -
 Daniela Hantuchova (31)
 7:5 6:3
 Eugenie Bouchard (18) -
 Angelique Kerber (8)
 6:1 6:2
 
 Elina Svitolina -
 Petra Martic
 5:0 ret.
 Ana Ivanovic (11) -
 Elina Svitolina
 7:5 6:2
 Lucie Safarova (23) -
 Ana Ivanovic (11)
 6:3 6:3
 
 Ana Ivanovic (11) -
 Caroline Garcia
 6:1 6:3

 

zurück zur Übersicht