Wimbledon 2014, London

zurück zur Übersicht         Last updated: 15.07.2017

Damen - Kvitova-V. Williams, Sharapova, Lisicki, Jovanovski-Azarenka, Flipkens-Paszek

Wie im Vorjahr Bartoli musste auch Kvitova in diesem Jahr auf ihrem Weg zum Titelgewinn keine einzige Top 10-Spielerin schlagen. Die grosse Nagelprobe war für sie die Drittrundenpartie gegen die fünffache Wimbledonsiegerin Venus Williams. Es können einige Parallelen zum Endspiel der Herren zwischen Djokovic und Federer gezogen werden, was ich in dem eben angeführten Link auch getan habe. Insgesamt zeigte die Tschechin bei ihrem zweiten Triumph im All England Lawn Tennis Club nach 2011 eine überzeugende Leistung.


Petra Kvitova (WTA 6) - Venus Williams (WTA 31)   5:7 7:6 7:5
Breakchancen waren eine Rarität im Spiel zwischen den beiden ehemaligen Wimbledonsiegerinnen. Kvitova kam im ersten Satz zu einer einzigen Breakchance, die sie nicht verwerten konnte. Beim Stand von 5:6 geriet die tschechische Siegerin von 2011 bei eigenem Aufschlag gleich mit 0:40 in Rückstand und Williams packte sofort zu. Im zweiten Satz steuerten die Aufschlägerinnen ohne jegliche Breakchancen direkt in den Tie-Break, den Kvitova mit dem Rücken zur Wand deutlich mit 7:2 für sich entscheiden konnte. Die nächste Breakchance im Spiel bot sich erst bei 6:5 im dritten Satz. Kvitova konnte diese zum Sieg verwandeln. Mit 48 Gewinnschlägen bei 34 unerzwungenen Fehlern für die 24-jährige Kvitova und 25 Gewinnschlägen bei 19 unerzwungenen Fehlern für die fünffache Siegerin und zehn Jahre ältere Williams wurde die Partie auf hohem Niveau bestritten. Beim Blick auf das Tableau stand für die Siegerin dieser Drittrundenpartie der Weg bis ins Halbfinale relativ offen, was die Brisanz der Partie um so mehr erhöhte. Ein Erfolg wie dieser bedeutet oft auch einen positiven mentalen Schub für die kommenden Aufgaben. Kvitova ist in Wimbledon so erfolgreich, weil ihr der schnelle Rasenbelag entgegenkommt. Neben den kürzeren Ballwechseln aufgrund der Unterlage profitiert sie aber auch vom milderen Klima im britischen Sommer. Selbst bei einem Dreisatzmatch gerät sie von der Physis her nicht in Bedrängnis, wie das in der Hitze von Melbourne oder New York oder dem kräftezehrenden Spiel auf dem Sand von Paris der Fall wäre.


Maria Sharapova (WTA 5) - Alison Riske (WTA 44)   6:3 6:0
Nach dem 1:3-Rückstand übernahm die French Open-Siegerin Sharapova mit elf Spielgewinnen in Folge das Zepter.

Alla Kudryavtseva, Anastasia RodionovaAnastasia Rodionova, Alla KudryavtsevaMadison Keys, Alison Riske
Alla Kudryavtseva/Anastasia Rodionova (WTA Doppel 21/21) - Alison Riske/Madison Keys (WTA Doppel 110/142)   6:2 6:2
Im Damen Einzel hat Keys mit 198 km/h den schnellsten Aufschlag des Turniers geschlagen. Die 19-jährige hat letzte Woche in Eastbourne ihren ersten WTA-Titelgewinn feiern können.

Sabine LisickiSabine LisickiSabine LisickiSabine LisickiSabine LisickiSabine LisickiKarolina PliskovaSabine LisickiSabine Lisicki
Sabine Lisicki (WTA 19) - Karolina Pliskova (WTA 50)   6:3 7:5
Die verletzungs- und fehleranfällige Lisicki geht oft mit sehr schwachen Saisonresultaten in das Turnier von Wimbledon und dort bügelt sie ihre ganze Saison aus. In der laufenden Saison konnte sie erst acht Siege feiern, hat sieben "volle" Niederlagen kassiert, einmal während der Partie aufgeben müssen und dreimal konnte sie gar nicht erst zu einer Begegnung antreten. Als Vorjahresfinalistin durfte die 24-jährige Deutsche aufgrund des Rücktritts der Titelhalterin Bartoli traditionsgemäss am Dienstag den Tag auf dem Centre Court eröffnen.
Jedesmal wenn ich Karolina Pliskova spielen sehe, bewerte ich sie als die Spielerin mit der schlechtesten Beinarbeit auf der WTA Tour.

Bojana JovanovskiBojana JovanovskiVictoria Azarenka
Bojana Jovanovski (WTA 45) - Victoria Azarenka (WTA 9)   6:3 3:6 7:5
Von ihrer Fussverletzung meldete sich Azarenka nach knapp fünfmonatiger Pause erst in der Woche vor Wimbledon in Eastbourne zurück, wo sie in der ersten Runde scheiterte. Das hat die Aufgabe für Jovanovski sicherlich erleichtert. Mit ihrer Position nahe an der Grundlinie nutzte die Serbin aber auch die Möglichkeiten der Rasenunterlage gut aus. In engen Situationen stimmte auch Jovanovski zum fortwährenden Stöhnen von Azarenka mit ein. Während die Weissrussin ihr bekanntes "üuhh" bei jedem Schlag von sich gibt, klang der Laut der Belgraderin eher nach einem "ahscha". In der Kombination beider Spielerinnen waren diese Ausrufe doch sehr prägend.

Victoria AzarenkaVictoria AzarenkaVictoria AzarenkaMirjana Lucic-BaroniMirjana Lucic-BaroniMirjana Lucic-BaroniMirjana Lucic-Baroni
Victoria Azarenka (WTA 9) - Mirjana Lucic-Baroni (WTA 108)   6:3 7:6
Zweimal hat Azarenka die Australian Open gewonnen. Zweimal stand sie im Final der US Open. Zweimal stand sie im Halbfinal von Wimbledon. Zweimal stand sie im Viertelfinal der French Open. Diese Bestresultate spiegeln die Leistungsstärke der Weissrussin an den vier Grand Slam-Turnieren sehr gut. Einen kleinen Fehler hat die Aufzählung allerdings, da sie in Roland Garros im letzten Jahr ebenfalls einmal das Halbfinal erreicht hat.
Anders sieht es bei Lucic-Baroni aus: Ihre Siegesbilanz lautet in Wimbledon 10:7, an den US Open 7:9, an den French Open 3:8 und an den Australian Open 1:6. Der herausragendste Erfolg ist dabei sicherlich die Halbfinalteilnahme im Jahr 1999 in Wimbledon. Einen einzigen Exploit erreichte sich auch im Doppel, wo sie an der Seite von Hingis im Jahr 1998 die Australian Open gewann.
In der umkämpften Begegnung am Eröffnungstag dürfte Azarenka froh gewesen sein, dass sie die Partie im engen zweiten Satz für sich entscheiden und beenden konnte.

Bojana JovanovskiBojana JovanovskiBojana JovanovskiJohanna Larsson
Bojana Jovanovski (WTA 45) - Johanna Larsson (WTA 80)   7:6 6:0
Es war die vierte Larsson-Niederlage im vierten Anlauf in Wimbledon. Kommen noch drei Niederlagen im Hauptfeld der Doppelkonkurrenz hinzu, in das sie es in diesem Jahr wegen der Niederlage in der Qualifikation an der Seite von Bacsinszky gar nicht erst schaffte. Wobei Larsson im Einzel diesmal nach dem 0:3-Fehlerstart im ersten Satz so gut gespielt hat wie noch nie in Wimbledon. Denn Jovanovski stand auf der Grundlinie und verteilte die Bälle. Aber in dieser Phase schaffte es die Schwedin dagegenzuhalten, die Serbin zu bewegen und in Bedrängnis zu bringen. Sie konnte ein 2:5 aufholen und erreichte das Tie-Break. Mit der sKurzentscheidung lenkte Jovanovski die Begegnung wieder in ihre Richtung.

Mate Pavic, Bojana JovanovskiMate Pavic, Bojana JovanovskiMate Pavic, Bojana JovanovskiJürgen MelzerJürgen Melzer
Bojana Jovanovski/Mate Pavic (WTA Doppel/ATP Doppel 780/48) - Anabel Medina Garrigues/Jürgen Melzer (WTA Doppel/ATP Doppel 23/46)   7:6 7:6
Anfangs des zweiten Satzes spielte sich eine nette Szene ab. Melzer fragte den Schiedsrichter etwas. Es sah so aus, als ob er kurz vom Platz müsse. Schlussendlich ging es aber darum, dass er um Erlaubnis fragte, ob er seiner Gattin am Spielfeldrand seine Trainerjacke geben lassen könne. Letztendlich durfte er sie ihr sogar bringen. Der Österreicher sicherte sich da zu recht zuerst beim Offiziellen ab, da jegliches Coaching verboten ist und er nicht mit seinem Umfeld sprechen darf beziehungsweise umgekehrt. Da war Ehemann Melzer sehr aufmerksam gewesen als er seine Gattin Iveta, mit der er 2011 die Mixed Doppel-Konkurrenz in Wimbledon gewonnen hat, am Spielfeldrand frösteln sah.

Kirsten FlipkensKirsten FlipkensTamira Paszek
Kirsten Flipkens (WTA 26) - Tamira Paszek (WTA 121)   6:4 6:7 6:2
Als zweimalige Wimbledonviertelfinalistin musste sich Paszek in diesem Jahr durch die Qualifikation spielen, da sie von keiner Wild Card profitieren durfte. Dadurch konnte sie beim Vorbereitungsturnier in Eastbourne keine Punkte sammeln, wo sie vor zwei Jahren den Turniersieg davongetragen hatte. In der ersten Runde in Wimbledon ging es nach überstandener Qualifikation gleich gegen die letztjährige Halbfinalistin Flipkens, wobei deren Resultate abseits dieses Coups nicht unbedingt furchteinflössend sind. Die beiden Spielerinnen trafen auf dem Belag und an dem Turnier aufeinander, wo sie am meisten Schaden anrichten können. Für Paszek steht und fällt die Saison schon beinahe mit dem Abschneiden in Wimbledon beziehungsweise es ist meistens ein Abbild ihrer restlichen Saison.
Die Aufschlagleistung von Flipkens war beeindruckend. Neben ihren 11 Assen kamen viele direkte Punktegewinne hinzu, so dass sie das Match mit einer starken Bilanz von 44 Gewinnschlägen gegenüber nur 23 unerzwungenen Fehlern abschloss. Paszek war ebenfalls ungeahnt stark in ihren eigenen Aufschlagspielen und konnte sich einige einfachere Punkte erspielen. Generell war es mit ihrem Paradeschlag, der Rückhand, gegen Flipkens aber schwer, da diese mit ihrem bissigen Rückhandslice antwortete. So war Paszek kaum in der Lage auf diesen Ball zu einem Rückhandlongline anzusetzen. Glushko wählte als Ausweg dazu in Roland Garros den Weg ans Netz auf diesen Ball. Paszek versuchte es von der Grundlinie zu richten und hatte durchaus ihre Möglichkeiten. In den entscheidenden Situation war das Selbstvertrauen bei Flipkens aber grösser und so übernahm sie das Zepter in denjenigen Ballwechseln, in denen Paszek passiv agierte und den Ball erst mal zurückspielte. In der Defensive gerät die Österreicherin dann natürlich in Bedrängnis, wobei das auf Rasen auch schneller geschieht als auf anderen Unterlagen. Gegen Spielende wurde es auf Court 12 zu einer sehr windigen Angelegenheit (Bild 9).

Heather WatsonHeather WatsonAjla TomljanovicAjla TomljanovicAjla TomljanovicHeather Watson
Heather Watson (WTA 60) - Ajla Tomljanovic (WTA 53)   6:3 6:2
Watson hat nach dem Pfeifferschen Drüsenfieber im letzten Frühjahr und der anschliessenden Negativsträhne von 5 Siegen bei 14 Niederlagen bis in den Oktober 2013 hinein richtiggehend zum Sturmlauf auf die Weltrangliste angesetzt. Vom Zwischentief mit Weltranglistenposition 161 im Februar 2014 ging es mit den beiden Turniersiegen an ITF 100'000$-Turnieren in Midland und Prag, der überstanden Qualifikation und 2. Runde in Roland Garros sowie dem Halbfinal in Eastbourne stetig bergauf.


Na Li (WTA 2)
Die amtierende Australian Open-Siegerin hat sich in Roland Garros gleich mit einer Erstrundenniederlage verabschiedet. In Wimbledon wurde die 32-jährige Chinesin den Ansprüchen mit der Drittenrundenniederlage ebenfalls nicht gerecht.

Nachtrag August 2014: Wimbledon war das letzte Spiel in der Karriere von Na Li. Wegen Problemen in ihrem rechten Knie beendete die 32-jährige Chinesin per sofort ihre Karriere. Damit verpasste sie die Erstaustragung des Turniers in ihrer Heimatstadt Wuhan. Gleich als Premier Event in einem neu erbauten Stadion für 15'000 Zuschauer angesetzt, haben sich die Wuhan Open Ende September einen prominenten Platz im WTA-Turnierkalender gesichert.

 

 Damen Einzel
 1. Runde  2. Runde  3. Runde  4. Runde  Viertelfinal  Halbfinal  Final
 Heather Watson -
 Ajla Tomljanovic
 6:3 6:2
 Angelique Kerber (9) -
 Heather Watson
 6:2 5:7 6:1
 Angelique Kerber (9) -
 Kirsten Flipkens (24)
 3:6 6:3 6:2
 Angelique Kerber (9) -
 Maria Sharapova (5)
 7:6 4:6 6:4
 Eugenie Bouchard (13) -
 Angelique Kerber (9)
 6:3 6:4
 Eugenie Bouchard (13) -
 Simona Halep (3)
 7:6 6:2
 Petra Kvitova (6) -
 Eugenie Bouchard (13)
 6:3 6:0
 Kirsten Flipkens (24) -
 Tamira Paszek (Q)
 6:4 6:7 6:2
 Kirsten Flipkens (24) -
 Lourdes Dominguez Lino
 6:2 6:1
 Alison Riske -
 Anastasia Pavlyuchenkova (26)
 4:6 7:5 6:1
 Alison Riske -
 Camila Giorgi
 7:5 6:2
 Maria Sharapova (5) -
 Alison Riske
 6:3 6:0
 Maria Sharapova (5) -
 Samantha Murray (W)
 6:1 6:0
 Maria Sharapova (5) -
 Timea Bacsinszky (Q)
 6:2 6:1
 Karolina Pliskova -
 Karin Knapp
 6:7 6:4 10:8
 Sabine Lisicki (19) -
 Karolina Pliskova
 6:3 7:5
 Sabine Lisicki (19) -
 Ana Ivanovic (11)
 6:4 3:6 6:1
 Sabine Lisicki (19) -
 Yaroslava Shvedova
 6:3 3:6 6:4
 Simona Halep (3) -
 Sabine Lisicki (19)
 6:4 6:0
 Sabine Lisicki (19) -
 Julia Glushko
 6:2 6:1
 Victoria Azarenka (8) -
 Mirjana Lucic-Baroni
 6:3 7:5
 Bojana Jovanovski -
 Victoria Azarenka (8)
 6:3 3:6 7:5
 Tereza Smitkova (Q) -
 Bojana Jovanovski
 4:6 7:6 10:8
 Lucie Safarova (23) -
 Tereza Smitkova (Q)
 6:0 6:2
 Lucie Safarova (23) -
 Ekaterina Makarova (22)
 6:3 6:1
 Petra Kvitova (6) -
 Lucie Safarova (23)
 7:6 6:1
 Bojana Jovanovski -
 Johanna Larsson
 7:6 6:0
 Petra Kvitova (6) -
 Andrea Hlavackova
 6:3 6:0
 Petra Kvitova (6) -
 Mona Barthel
 6:2 6:0
 Petra Kvitova (6) -
 Venus Williams (30)
 5:7 7:6 7:5
 Petra Kvitova (6) -
 Shuai Peng (30)
 6:3 6:2
 Petra Kvitova (6) -
 Barbora Zahlavova Strycova
 6:1 7:5
 Venus Williams (30) -
 Maria-Teresa Torro-Flor
 6:4 4:6 6:2
 Venus Williams (30) -
 Kurumi Nara
 7:6 6:1
 Na Li (2) -
 Paula Kania (Q)
 7:5 6:2
 Na Li (2) -
 Yvonne Meusburger
 6:2 6:2
 Barbora Zahlavova Strycova -
 Na Li (2)
 7:6 7:6
 Barbora Zahlavova Strycova -
 Caroline Wozniacki (16)
 6:2 7:5

 

 Damen Doppel
 1. Runde  2. Runde  3. Runde  Viertelfinal
 Kudryavtseva/An. Rodionova (11) -
 Zhang/Wickmayer
 6:1 6:3
 Kudryavtseva/An. Rodionova (11) -
 Riske/Keys
 6:2 6:2
 Kudryavtseva/An. Rodionova (11) -
 Kops-Jones/Spears (7)
 7:5 6:4
 Mladenovic/Babos (14) -
 Kudryavtseva/An. Rodionova (11)
 6:3 3:6 6:4
 Riske/Keys -
 King/Cetkovska
 7:6 6:2

 

 Mixed Doppel
 1. Runde  2. Runde
 Jovanovski/Pavic -
 Medina Garrigues/Melzer
 7:6 7:6
 Mirza/Tecau (6) -
 Jovanovski/Pavic
 6:3 6:3

 

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