ITF Kreuzlingen 2013

zurück zur Hauptseite         Last updated: 17.12.2013

23. Februar 2013


ITF Women's Circuit UBS Thurgau
Nach dem U18-Turnier des ITF Junior Circuits im letzten September auf den Sandplätzen des TC Seeburg Kreuzlingen bildet das erstmalig ausgetragene und mit 10'000$ dotierte ITF-Turnier in der Tennishalle am See die nächste Stufe für ein umfassendes Angebot an internationalen Turnieren für die seit zehn Jahren in Kreuzlingen tätige NET, die Nationale Elitesportschule Thurgau. Das Ambiente und der Zuschauerandrang am Finaltag war meiner Meinung nach für ein Turnier dieser untersten ITF-Kategorie vorbildlich. Es ist ja schon etwas komisch, wenn man normal im Winter beinahe jede Woche selber in dieser Halle spielt und dann für eine Woche plötzlich Profitennis stattfindet.

Damen Einzel
 1. Runde  2. Runde  Viertelfinal  Halbfinal  Final
 Timea Bacsinszky (1) -
 Paula Götz (Q)
 4:6 6:2 6:4
 Timea Bacsinszky (1) -
 Jil Belen Teichmann (W)
 6:1 6:1
 Timea Bacsinszky (1) -
 Xenia Knoll (7)
 6:3 7:5
 Timea Bacsinszky (1) -
 Tayisiya Morderger (Q)
 3:6 6:3 7:6
 Ekaterina Alexandrova -
 Timea Bacsinszky (1)
 6:4 6:3
 Ekaterina Alexandrova -
 Sara Sussarello
 6:4 6:1
 Ekaterina Alexandrova -
 Carolin Daniels (3)
 6:3 6:4
 Ekaterina Alexandrova -
 Karin Kennel
 6:3 6:4
 Ekaterina Alexandrova -
 Kathinka Von Deichmann (8)
 6:3 7:6

 


Ekaterina Alexandrova (WTA 703) - Timea Bacsinszky (WTA 186)
Mit der an Weltranglistenposition 186 klassierten Bacsinszky und der am zweibesten klassierten Spielerin des Turniers auf WTA-Rang 506 war das Gefälle vom prominenten Aushängeschild des Turniers zu den restlichen Teilnehmerinnen auf dem Papier sehr gross. Doch die 23-jährige Lausannerin würde nicht am ITF in Kreuzlingen teilnehmen, wenn sie die Form hätte um auf der WTA-Tour aufzutrumpfen. Mit Beginn ihrer Verletzungsserie im April 2011 fiel Bacsinszky von einem Platz innerhalb der besten 50 der Welt in Regionen hinab, wo der Platz in der Weltrangliste für eine Spielerin mit ihrer Reputation nebensächlich wird. Seit März 2012 hat sie keine Top 100-Spielerin mehr besiegt und seit April 2012 keinen Matchgewinn auf der WTA-Tour mehr feiern können.
Zweimal hatte Bacsinszky im Turnierverlauf bereits über drei Sätze gehen müssen während Alexandrova ohne Satzverlust ins Finale eingezogen war. Nichts desto trotz ging die Schweizerin als Favoritin in die Partie, wo sie allerdings schnell mit 0:2 zurücklag. Ihre Schläge hatten noch nicht die nötige Länge und die 18-jährige Russin profitierte davon mit sauberen Gewinnschlägen. Die folgenden drei Spielverluste Alexandrovas zum 2:3-Rückstand aufgrund von Eigenfehlern liessen mich zum Schluss kommen, dass Alexandrova selbst über Sieg ohne Niederlage entscheiden würde. Dem war dann aber nicht so, da die defensiver spielende Bacsinszky mit guter Länge in ihren Schlägen das Spiel ihrer Gegnerin durchaus auch auf dem schnellen Teppichbelag neutralisieren konnte. Doch die Vorhand ist seit eh und je die spielerische Achillesferse von Bacsinszky. Ihr Aufschlag ist oft auch zu harmlos, obwohl sie heute mit dem Aufschlag auf den Körper ihr Gegnerin teilweise aus brenzligen Situationen entkommen konnte. Brenzlige Situationen gab es heute aus Sicht von Bacsinszky vor allem bei eigenem Aufschlag zuhauf, was sie letztendlich auch den Turniersieg kostete. Wenn bei Timea nur alles so stark wäre wie ihre Rückhand, dann wäre sie zu grossen fähig.

Ekaterina Alexandrova, Timea BacsinszkyEkaterina Alexandrova, Timea Bacsinszky
Einblicke in Timea
Die 18-jährige Siegerin Alexandrova verlor während der Siegerehrung nur wenige ungeübte Worte. Dagegen plauderte Timea in deutsch über ihren Gemütszustand. Ihre Finalgegnerin erinnere sie an sich selbst als sie noch jünger war. Sie habe seit neun Jahren kein so tief dotiertes Turnier mehr gespielt. Kurz gerechnet: Damals war sie 14 Jahre alt. Sie sei gekommen um einige Antworten für sich selber zu finden. Sie habe die Woche genossen und bedankte sich bei den Organisatoren. Sie sprach auch wirklich reizend zu den Ballkindern, dankte Ihnen und sie machte ihnen Mut und hoffe, dass aus ihnen einmal gute Tennisspieler werden. Für sie selbst sei es eine positive Woche gewesen und sie nehme daraus viel Energie mit.
Ich persönlich hatte Timea zum ersten Mal an den Australian Open 2005 an einem Juniorenmatch spielen gesehen, wo sie mich nach dem Match abgefangen hatte und sich für die Unterstützung bedankt hatte. Als aktiver Beobachter der Szenerie kann ich sagen, dass sie eine sehr emotionale Person ist und ein gutes Gefühl für sie das wichtigste ist. Im Tennis und noch mehr im Privatleben. Heute und auch vor zwei Wochen beim Fed Cup konnte man das gute Gefühl erkennen, auch wenn spielerisch noch einige Lücken zu schliessen sind, um auf die Sandplatzsaison hin wieder voll durchzustarten.

 

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