Rabble-GrandSlam-Reise nach Melbourne 2005 |
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Timea Bacsinszky SUI
Die 15-jährige Lausannerin ist die grösste Schweizer Hoffnung. Im letzten Jahr stand sie bei den Australian Open und den French Open jeweils im Halbfinale der Juniorenturniere. Auf einen Titel wartet sie aber noch.
Ich habe mir die Partie der 2. Runde gegen die ein Jahr jüngere Tyra Calderwood angesehen. 6:0 6:1, nach 39 Minuten war es bereits vorbei. Timea war als Nummer 2 gesetzt, die Australierin bekam an ihrem Heimturnier als Nummer 346 der Juniorinnen die Gelegenheit, erste Erfahrungen zu sammeln. 5 Asse, 18 Winner zu 13 unerzwungenen Fehlern, eine klare Sache bei windigen Verhältnissen für die Schweizerin, die auf Show Court 2 spielen durfte. Allerdings war dieser sehr schlecht besetzt.
Deshalb hatte sich mich wohl einige Minuten später draussen auch erkannt. Mit dem Suisse-Shirt war das auch nicht so schwer. Sie ging in die Garderobe zurück und hat mich eingeholt und sich bei mir kurz für die Unterstützung bedankt. Auf französisch natürlich, da habe ich zwar nicht so viel verstanden... Das fand ich jedenfalls ordentlich cool und habe mir deshalb noch Ausschnitte aus zwei ihrer weiteren Partien angesehen. Ein Doppel und ein Einzel.
Im Spiel der 3. Runde gegen Valerie Tetreault aus Kanada lief es gar nicht rund. 23 unforced Errors für Timi im ersten Satz, 22 im zweiten. Mit 4:6 7:6 6:1 reichte es doch noch zum Sieg. Das ist viel zu unkonstant. Auch an schlechten Tagen muss sie ein gewisses Niveau spielen können, sonst steht sie auf verlorenem Posten.
Kommen wir zu den negativen Punkten. Klares Aus
für das topgesetzte Duo Bacsinszky/Kerber im Viertelfinale gegen Frankova/Szavay
(6). Im Halbfinal war ebenfalls gegen die Ungarin Agnes Szavay (12) Schluss.
Beim Aufschlag liegt für die Schweizerin noch Verbesserungspotential drin. 150
und etwas km/h beim ersten Aufschlag, nur 120 km/h beim zweiten. Da müssen
nochmals 10-15 km/h draufgelegt werden.
Die gleichaltrigen Vaidisova, Karatantcheva und Krajicek sind mittlerweile
davongezogen und haben bereits auf der Profitour Fuss gefasst. Aber der
89er-Jahrgang ist auch ein ungemein starker, um das an dieser Stelle zu
relativieren.
Dieser 15-jährige Linkshänder hat an den Australian Open-Geschichte geschrieben. An Nummer 2 gesetzt holte er sich als jüngster Spieler einen Grand Slam-Titel bei den Junioren. Gleichzeitig kletterte er dank diesem Sieg an die Spitze des Juniorenrankings, ebenfalls als jüngster Spieler der Geschichte.
Da war schon ordentlich stark, was ich während wenigen Games in der 3. Runde beim 6:2 6:4-Sieg gegen Michael Shabaz USA gesehen habe. Allerdings muss man die Relationen zwischen dem Männer- und dem Frauentennis sehen. Während eine Timea Bacsinszky beispielweise bei den Profis bereits auf Rang 250 klassiert ist, belegt Donald Young Platz 1268 der ATP-Weltrangliste. Aber aufgepasst auf den farbigen US-Amerikaner. Immerhin hat er noch ganze drei Jahre Zeit, um so weit zu kommen wie beispielsweise ein Rafael Nadal heute ist.
Bei den Juniorinnen hingegen gelingt der Sprung
zu den Profis meistens ohne grosse Übergangsfrist. Oft sind sie die besten
Spielerinnen bereits in den Top 200 schaffen mit einem kleinen Effort dann den
Sprung ins Hauptfeld der Damen-Grand Slams.
Die topgesetzte Victoria Azarenka, ebenfalls 15-jährig, dominierte die
Konkurrenz nach belieben. Ich habe mir einige Bälle des Matches der 3. Runde
gegen die an 13 gesetzte Alisa Kleybanova aus Russland angesehen. Leider habe
ich das Foto von Azarenka versehentlich gelöscht, deshalb gibt es hier
keines... Aber das war schon stark, was die Weissrussin da gezeigt hat. Mit
diesem Level hätte ich sie jetzt auch ins Haupttableau gestellt, da fehlte
nicht viel.
Aber es ist schon gut, wenn die jungen Spielerinnen zuerst einige Erfolge bei
den Juniorinnen sammeln und noch nicht zu früh auf die WTA-Tour wechseln.
Azarenka gewann die Einzelkonkurrenz, ohne in einem Match mehr als vier Games
abzugeben. Zusammen mit der Neuseeländerin Marina Erakovic war sie auch im
Doppel erfolgreich.
In der WTA-Rangliste belegt sie zwar nur Platz 452, aber da wird es steil nach
oben gehen, sobald sie sich bei den Profis versucht.
Und es wäre ja nur halb so lustig, würde man sich nicht seine Lieblinge aussuchen im Tableau. Ich wollte mir das Doppel Wozniak/Wozniacki ansehen. Die Namen klingen lustig, ich dachte das sind wohl zwei Polinnen. Denkste! Vielleicht ursprünglich einmal. Aber das Doppel Nummer 3 der Setzliste setzte sich zusammen aus der 17-jährigen Aleksandra Wozniak aus Kanada und der 14-jährigen Caroline Wozniacki aus Dänemark (Bild 1 und 2).
Die beiden spielten gegen die beiden Australierinnen Daniella Dominikovic (Bild 3, links) und Olivia Lukaszewicz. Bei ihrem Heimturnier erhalten die jeweils auch Wild Cards für Einzel oder Doppel im Haupttableau, haben also bereits einige Erfahrung vorzuweisen. Die Australierinnen setzten sich knapp mit 7:6 7:5 durch.
In der 3. Runde im Einzel von Caroline Wozniacki habe ich mir die Endphase des zweiten Satzes angesehen. An 11 gesetzt spielte die Dänin gegen ihre drei Jahre ältere Doppelpartnerin Aleksandra Wozniak. 6:1 hatte Caroline den ersten Satz für sich entschieden und besass gar einen Matchball. Dann drehte die Partie aber leider. Der Tie-Break ging 7:9 verloren und der anschliessende Satz endete 1:6. Aber ich bin gespannt, ob wir von Caroline Wozniacki in Zukunft noch mehr hören werden.
Sergei Bubka? - Jawohl, das ist der Sohn des
legendären, 100'000-fachen (oder so...) Stabhochsprungweltrekordhalters aus der
Ukraine.
Wohnhaft in Monte Carlo, sein Hobby ist unter anderem Golf, seine Trainer sind
Thomas Bischof und Bob Brett. Nur das Beste vom Besten, wenn man einen
berühmten Vater hat...
Aber auch der Sohnemann stellt sich sportlich ziemlich gut an. Der bald 18-jährige ist die Nummer 6 des Juniorenrankings und musste sich erst im Halbfinale dem späteren Turniersieger Young geschlagen geben.
Sie sass auf dem Rückflug nach Wien eine Reihe
vor mir zusammen mit dem Trainer. Das Englisch der jungen Osteuropäerinnen ist
noch nicht wirklich gut, deshalb habe ich mich kurz mit dem Trainer unterhalten.
Ich wusste noch nicht, wer sie war. Er hat mir erklärt, dass sie nicht antreten
konnte, weil sie Probleme mit dem Rücken hatte. Ich fragte ihn woher er sei. Er
sagte Kroatien. Auf einmal machte es Klick und ich fragte ihn, ob das Sanja
Ancic sei. Ich wollte nämlich ihr Erstrundenspiel anschauen gehen, aber da
stand auf einmal eine andere Spielerin auf dem Court. Sie wäre etwa an 8
gesetzt gewesen. Volltreffer, das war sie.
Sie hatte dann dank meiner Info, die ich per Sms erhalten hatte, auch das
Privileg, ihren Spielerkolleginnen bei der Zwischenlandung in Singapur als Erste
die Kunde vom überraschenden 9:7-Sieg Safin's über Roger Federer zu
überbringen. Das ging durch die Boing 777 hindurch wie ein Lauffeuer.