French Open 2009, Paris

zurück zur Übersicht         Last updated: 10.07.2009

alle Berichte aus der Rabble-Tennisdatenbank zu: Fernando Gonzalez, Andy Murray, Marin Cilic, Radek Stepanek, Mathieu Montcourt
Immer ein Besserer - Fernando Gonzalez   (Murray, Cilic, Stepanek)

 

Das zweite Tableauviertel war dasjenige ohne Nadal, Federer und Djokovic. Mit einem Murray auf Sand, der gute Anlagen hat, auf diesem Belag aber noch an Erfahrung gewinnen muss. Nach dem Nadal-Aus winkte sogar die Verlockung eines Finaleinzug. Doch die Sieger derjenigen Matches, die ich mir ansah, verloren jeweils immer in der nächsten Runde gegen einen noch "Besseren".

Herren Einzel
 1. Runde  2. Runde  3. Runde  4. Runde  Viertelfinale  Halbfinale
 Andy Murray (3) -
 Juan Ignacio Chela
 6:2 6:2 6:1
 Andy Murray (3) -
 Potito Starace
 6:3 2:6 7:5 6:4
 Andy Murray (3) -
 Janko Tipsarevic
 7:6 6:3 ret.
 Andy Murray (3) -
 Marin Cilic (13)
 7:5 7:6 6:1
 Fernando Gonzalez (12) -
 Andy Murray (3)
 6:3 3:6 6:0 6:4
 Robin Söderling (23) -
 Fernando Gonzalez (12)
 6:3 7:5 5:7 4:6 6:4
 Radek Stepanek (18) -
 Gaston Gaudio (W)
 6:3 6:4 6:1
 Radek Stepanek (18) -
 Mathieu Montcourt (L)
 6:4 4:6 6:4 6:4
 Marin Cilic (13) -
 Radek Stepanek (18)
 6:1 7:6 6:3
 Mathieu Montcourt (L) -
 Yen-Hsun Lu
 6:2 ret.
 Marin Cilic (13) -
 Jan Hernych
 6:0 6:4 6:3
 Marin Cilic (13) -
 Dudi Sela
 6:0 6:3 6:1
 Fernando Gonzalez (12) -
 Jiri Vanek (Q)
 6:3 6:2 6:3
 Fernando Gonzalez (12) -
 Rui Machado (Q)
 6:3 6:2 6:3
 Fernando Gonzalez (12) -
 Josselin Ouanna (W)
 7:5 6:3 7:5
 Fernando Gonzalez (12) -
 Victor Hanescu (30)
 6:2 6:4 6:2


Fernando Gonzalez - Andy Murray   (Bilder 1-4)
Gonzalez war nach der Auslosung sicherlich noch motivierter. Es bot sich die Chance nach einem weiteren Coup nach dem Australian Open-Finale 2007 oder seinem kompletten Olympia-Medaillensatz (Gold Doppel Athen, Silber Einzel Peking, Bronze Einzel Athen). Aber Murray ist ebenfalls ein Kämpfer mit grossem Willen und Zielen. Allerdings wurde der Schotte in diesem Match durchwegs in die Rolle des Reagierenden gedrängt. Irgendwie nahm ihm das zum Ende des Matches den Willen. Im vierten Satz schaffte Murray umgehend nach dem kassierten Break zum 3:5 das Re-Break zum 4:5. Anstatt aber voll durchzustarten, gab er seinen Service gleich wieder relativ einfach zum Matchverlust ab. Gonzalez scheiterte anschliessend im Halbfinale trotz 4:1-Führung im fünften Satz an Nadal-Bezwinger Söderling.
Ernüchternd waren unsere Sitzplätze. Bild 1 ist die erste Reihe in der zweiten von drei Kategorien auf dem Court Philippe Chatrier. So ziemlich dem besten, was man als "Normalsterbliche" kriegen kann. Dafür hatte ich zusätzlich vier Tage am ATP-Turnier in Paris Bercy verbracht, um über ein Spezialangebot an diese Tickets zu kommen. Leider befindet sich die erste Reihe hinter einer Glasscheibe, die bei Sonneneinstrahlung stark reflektiert und die somit die Sicht stark beeinträchtigt. Heiss wurde es auch wie in der Sauna. Unglücklicherweise war es zwar die erste Reihe, aber so weit links aussen, wie es nur links aussen geht... Nein, die French Open schaffen es nicht mehr, mein Lieblings-Grand Slam zu werden. Sie belegen Rang 4. Das nicht nur alleine wegen dieses Vorfalls. Über die ersten drei Ränge bin ich mir noch unschlüssig. Ich denke aber, Wimbledon hat bei mir die Nase vorn.

Andy Murray - Marin Cilic   (Bilder 5-8)
Cilic lag im gesamten Match nie mit einem Break vorne, obwohl er in jedem Satz eines realisieren konnte. Das macht es dann natürlich auch mental sehr schwer, da man immer hinterher rennt.

Radek Stepanek
Marin Cilic - Radek Stepanek   (Bilder 1-6)
Gegen den starken Aufschläger Cilic kam Stepanek beim Returnieren verhältnismässig gut zurecht. Trotzdem lief es dem Tschechen an diesem Tag aber nicht. Er traf die Bälle schlichtweg nicht so, wie es sein sollte. Die Feinabstimmung fehlte.

Radek Stepanek - Mathieu Montcourt   (Bilder 7-9)
Das war eine richtige Stoppballorgie, die Stepanek in dieser Partie erfolgreich auf Montcourt niederprasseln liess. Selbst kam er allerdings kaum ans Netz. Das ist man sich von ihm durchaus auch anders gewohnt. Dass er gegen einen Franzosen und damit auch das Publikum antreten musste, störte ihn nicht. Vielmehr ist er sogar der Typ, den es anstachelt, wenn das Publikum gegen ihn ist.

Nachtrag Juli 2009: Völlig überraschend wurde Mathieu Montcourt am 6. Juli 2009 tot in seiner Wohnung in Boulogne-Billancourt aufgefunden. Er starb an einem Herzinfarkt.

 

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