Wimbledon 2007

zurück zur Übersicht         Last updated: 23.02.2008

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Regen in Wimbledon - Ein Blick über die Anlage

 

Centre Court

Das war etwa unser Standardplatz während den vier Tagen in Wimbledon gewesen. Der Plan war eigentlich, für Montag und Mittwoch über Nacht anzustehen, um dann die freie Stadionwahl und gute Plätze zu haben. Beziehungsweise überhaupt Plätze zu kriegen. Denn in der Ticketverlosung zu Beginn des Jahres waren wir leer ausgegangen.

Dann bemerkte ich aber, dass dieses Jahr erstmals Tickets online im Verkauf waren. Aufgrund des vom Centre Court entfernten Dachs gab zu oberst einige Sitzreihen mehr, welche jeweils am Vorabend zu kaufen waren. Punkt 20:30 Uhr versorgten wir uns im Internet also jeweils mit Tickets für den nächsten Tag. Dementsprechend sah ich vier Tage Tennis anstelle von nur zwei geplanten.

Das war auch nötig, da sich das Wetter nicht von seiner Sonnenseite ;-) zeigte. Für den Samstag gab es wenigstens einen Ticket Refund, was bedeutet, dass ich mein Geld zurückbekommen habe. Es hatte praktisch den ganzen Tag durchgeregnet. Es war trotzdem guter Tag, hatte ich doch völlig überraschend John und Freddy wiedergetroffen, welche ich 2004 im einwöchigen Tenniscamp in Oxford (auf Rasen!) kennengelernt hatte.

 


John, Michael, Urs, Fred

 

Regenunterbrechungen

Der Anschauungsunterricht auf Court 18 zeigt uns, wie die Plätze bei einer Regenunterbrechung abgedeckt werden. Bei starkem Regen und längerer Pause wird die Abdeckblache zu einem Ballon aufgeblasen (Bild 1), damit der Rasen darunter nicht zu sehr in Mitleidenschaft gezogen wird. Die Durchsagen der Organisatoren aus dem "Referee Office" über die Wetterlage, die Unterbrechungen und die Spielwiederaufnahme waren zeitnah und informativ, was ich als Zuschauer sehr schätzte.

Das Auf- und Abrollen der Blache funktioniert nach einem einfachen System. Vor dem Ausrolllen werden blaue Seile auf den Boden gelegt. Vor dem Aufrollen werden orange Seile über die Blache gelegt. Somit kann ganz einfach an den jeweiligen Seilen gezogen werden und das Ganze geht wie von alleine. Wie von alleine, wenn man genügend Kraft hat! ;-) (Bild 3)

Court 18 ist einer der grössten Aussenplätze. Mit der grossen Tribüne hinter der Grundlinie und vor allem dem Fussweg oben, um auf die Spieler herunterzublicken, ist er ein sehr schön angelegter Spielort.

 

 

Die Anlage

Wimbledon pflegt ein sehr exklusives Image. Damit erhält man sich den Status als traditionsreichstes Turnier der Welt. Ich war überraschend, wie modern die Anlage ausgebaut war. Die Stadien, die Verpflegungsangebote, die Platzverhältnisse auf der Anlage, alles war sehr durchdacht angelegt und ausgebaut. Einzig für die dicht gedrängten Aussenplätze mit teilweise nur sehr wenigen Zuschauerplätzen gibt es einen Minuspunkt.

Bild 1 zeigt ein Blick über die Aussenplätze 3-5 mit dem dicht mit Zuschauer besetzten Court 3, dem neben dem Court 18 grössten Aussenplatz. Rechts ist der Centre Court zu sehen.
Auf Bild 2 ist von Court 18 aus links der Court 1 und rechts der Centre Court zu sehen. Neben dem Centre Court findet man auch auf den Courts 1 und 2 nur mit separaten Tickets Einlass. Alles andere sind Aussenplätze, für die ein beliebiges Ticket ausreicht.
Von der Treppe des Centre Courts aus fotografiert zeigt Bild 3 vorne die Courts 14 und 15, links hinten Court 18, rechts Court 1 und in der Mitte hinter dem Court 19 den Henman Hill. Dort sind viele Tische für ein Picknick vorhanden und auf einer grossen Leinwand werden die Spiele aus den grossen Stadien übertragen.

Ihr exklusives Image bewahren sich die All England Championships unter anderem auch durch das hohe Preisniveau. Das Grand Slam-Turnier in London ist wohl das Teuerste von allen. Auch London selbst ist eine teure Stadt. Einzig beim Flug nach London kann man auf Schnäppchenjagd gehen. Glücklicherweise konnte in Michaels Wohnung im nahegelegenen Bezirk Battersea übernachten und brauchte somit nicht auch noch ein Einzelzimmer zu buchen.

 

 

"If you move your bottom, you can feel how wet it is", sagte eine Tussi (bitte verzeiht mir den Ausdruck) neben mir zu ihrer Kollegin. Aber sie hatte recht...

Michael hatte mir sogar bestätigt, dass diese verregneten Wimbledon-Tage selbst für englische Verhältnisse eine harte Angelegenheit waren. Vor allem am dritten Tag, dem Dienstag der zweiten Woche, schwand meine Geduld zusehends. Zuvor hatte es wenigstens richtig geregnet. Nun tröpfelte es jeweils nur für einige Minuten, was aber bereits ausreichte, um das ganze Regenprozedere von Neuem zu starten. Am Samstag, Montag und Dienstag sah ich in 3 Tagen Tennis nur 8 mickrige Sätze. Das was ich gesehen hatte, war aber grosse Klasse.

Am Dienstagabend zeigte sich ironischerweise auch noch ein farbenfroher Regenbogen. Den habe ich aus dem Fenster aus Michaels Wohnung heraus festgehalten.

Fazit: Schlimmer war es bisher nur in Dubai gewesen! ;-)

 

 

Juniorinnen 2. Runde:   Oxana Kalashnikova - Naomi Cavaday (9)   6:3 6:4

Die Auswirkungen der vielen Regenunterbrechungen zeigten sich unter anderem in der Juniorinnenpartie am Mittwochabend. Die Spielerinnen monierten bereits Mitte des ersten Satzes, es sei zu dunkel um vernünftig Tennis zu spielen. Die Antwort des Schiedsrichters lautete "It's important to play as many matches as we can". Weiter fügte er an, dass der Supervisior entscheidet ab wann es zu dunkel ist, um zu spielen, und nicht er.

Im Duell der beiden Linkshänderinnen zeigte sich die Georgierin Kalashnikova (was für ein Name!) als die bessere Spielerin. Sie servierte unter anderem 4 Asse.
Die von Nigel Sears betreute Naomi Cavaday blieb blass. Die 18-jährige Britin hatte in der ersten Runde des Damentableaus, für welches sie eine Wild Card erhalten hatte, für Furore gesorgt. Dort besass sie gegen Martina Hingis zwei Matchbälle, welche die Schweizerin allerdings abwehren und sich doch noch durchsetzen konnte.

 

1. Runde:   Naomi Cavaday (9) - Jasmina Tinjic   6:2 6:1
1. Runde:   Oxana Kalashnikova - Arina Rodionova   6:1 6:4
3. Runde:   Oxana Kalashnikova - Urszula Radwanska (6)   5:7 1:6

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