Rabble-GrandSlam-Reise nach Paris 2004

zurück zur Übersicht         Last updated: 02.08.2005

Maria Sharapova - vor dem grossen Durchbruch?

 

Beeindruckend, was wir da sahen, als wir auf Court No 7 kamen. Da steht Maria Sharapova, die eben erst ihren 17. Geburtstag gefeiert hat und schiesst ihre Gegnerin Rita Grande regelrecht vom Platz. 6:2 6:0.
Mit ihren harten Grundlinienschlägen dominiert sie ihre Gegnerin. Dazu gibt sie bei jedem Schlag ein lautes Stöhnen beziehungsweise Schreien von sich.

Die Russin Maria Sharapova, geboren in Nyagan in Sibirien lebt seit Jahren in den USA und trainiert dort in der Tennisakademie von Nick Bolletieri, der schon viele Stars hervorgebracht hat. Man merkt ihr die Bolletieri-Schule an. Harte, schnörkellose Grundlinienschläge und wenn sie zum Beispiel ans Netz vorrückt, spielt sie keinen eigentlich Volley sondern zieht den Schlag voll durch, wie das im immer kraftvoller werdenden Damentennis in den letzten Jahren so üblich geworden ist.

Star oder Sternchen?
Seit ihrem kometenhaften Aufstieg in der WTA-Tour anfangs 2003 wird sie als legitime Nachfolgerin von Anna Kournikova gehandelt. Sie hat bereits hochdotierte Werbeverträge und sogar einen Modelvertrag unter Dach und Fach. Und wenn es zur Zeit eine "meist angeklickte Spielerin" auf den Homepages der Grand Slams oder der WTA gibt, dann ist dies wohl Maria Sharapova. Das kann ein schlechtes Omen sein, wie wir mittlerweile wissen...

Aber Maria Sharapova hat bereits zwei Turniersiege errungen. Im Herbst 2003 siegte sie in Tokio und Quebec. Ein Einzeltitel blieb Anna Kournikova in ihren Karriere zum Beispiel verwehrt.

Unglaublich auch das Selbstbewusstsein, das Sharapova an den Tag legt. Da gibt es im Frauentennis genügend Beispiele von nervenschwachen Spielerinnen. Zum Bespiel wenn es darum geht, denn Satz nach Hause zu servieren. Da beginnen die Damen jeweils damit, Doppelfehler zu produzieren, ziehen die Schläge nicht mehr voll durch und lassen die Gegnerinnen so nochmals herankommen. Anders Maria Sharapova, sie macht mental einen sehr starken Eindruck.

 

Aber natürlich ist es einfacher, selbstbewusst zu sein, wenn es in der Karriere bislang nur nach oben gegangen ist und noch nie grosse Rückschläge zu verkraften waren. Jung und unbeschwert tritt sie auf den Court. Zur Zeit steht sie auf Position 19 des WTA-Rankings.

Maria Sharapova hat das Publikum hinter sich. Das kann ein wichtiger Faktor sein. Wie beliebt das Teenie-Sternchen ist, sehen wir anhand der Bilder. Seht Euch an, wie viele Fans nach ihrem Sieg über Rita Grande ein Autogramm von ihr ergattern wollten.

 

In der dritten Runde kam es zum russischen Duell gegen Vera Zvonareva, die im letzten Jahr hier in Roland Garros im Achtelfinale Venus Williams aus dem Turnier geworfen hatte. Zvonareva liegt in der Weltrangliste auf Rang 11, acht Plätze vor Sharapova. In diesem Jahr hat sie aber noch keine herausragenden Erfolge erzielen können.

Maria Sharapova von Beginn weg wieder mit einem beherzten und selbstbewussten Auftritt, war über das gesamte Spiel gesehen immer eine Nasenlänge vorne. 6:3 7:6 in einem Spiel bei dem es darum ging, welche der beiden Spielerinnen mehr Power hat und die Gegnerin wegschiessen kann.

In diesem Jahr in Roland Garros reichte es Maria Sharapova dank dem anschliessenden Sieg über Marlene Weingärtner bis ins Viertelfinale.

Dort zeigte dann aber auch die junge Russin zum ersten Mal Nerven. In ihrem ersten Grand Slam-Viertelfinale traf sie gegen die erfahrene argentinische Doppelspezialistin Paola Suarez praktisch keinen Ball. Mit 1:6 3:6 vergab sie die Chance, ins Halbfinale eines der vier wichtigsten Turniere der Welt einzuziehen.

 

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