US Open 2017, New York City

zurück zur Übersicht         Last updated: 01.04.2018

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Thai-Son KwiatkowskiThai-Son KwiatkowskiMischa ZverevMischa ZverevThai-Son KwiatkowskiThai-Son KwiatkowskiMischa ZverevThai-Son KwiatkowskiThai-Son KwiatkowskiMischa ZverevThai-Son Kwiatkowski
Mischa Zverev (ATP 27) - Thai-Son Kwiatkowski (ATP 710)   7:6 4:6 4:6 7:5 6:3
Bereits während dem Spiel von Tomljanovic und Larsson auf Court 11 hörte ich, dass auf Court 12 hinter mir eine super Stimmung herrschte beim Spiel des mit einer Wild Card angetretenen 22-jährigen Kwiatkowski. Da der Aussenseiter die Begegnung sogar resultatmässig ausgeglichen gestalten konnte, ging ich nach dem Ende des Spiels auf Court 11 hinüber zu Court 12 und sah mir diese Begegnung ab dem vierten Satz an. Zverev war im vierten Satz bei seinen Volleys nicht überzeugend. Genau dies ist ja seine Stärke. Kwiatkowski realisierte ein Break, kassierte danach aber zu Null das Rebreak. Dies war wohl einer der Knackpunkte der Partie. Die Zuschauer links von mir diskutierten die ständigen Anfeuerungen und die Emotionalität von Kwiatkowski. Es waren klar der Meinung es sei zu viel, ich für mich sah das etwas entspannter. Es war das allererste Grand Slam-Match in seiner Karriere und irgendwie musste er mit der jugendlichen Energie und Anspannung umgehen. Da ist es manchmal besser diese raus zu lassen und das Heimpublikum zu involvieren und sich von dort neue Energie zu holen. Manchmal ist es mit dem Spielstil erkennen und den Tennisidolen nicht ganz so offensichtlich wie wenn diese Federer (bei Dimitrov), Williams (bei Stephens oder Osaka) oder Sharapova (bei Kontaveit) heissen. Plötzlich machte es Klick bei mir und der Spielstil und das Verhalten von Kwiatkowski erinnerte stark an Tsonga. Aufschlagbewegung, Vorhand, Rückhand, gewisser Drang ans Netz, aufbauschen nach gewonnenen Punkten und Brust raus wie ein Boxer. In diesem Fall wäre es dann nicht wie bei Tsonga der Muhammed Ali, sondern bei "Thai-Son" Kwiatkowski müsste es dann ja der Mike "Ty-son" sein... In seiner Biografie auf der ATP Homepage steht bei Kwiatkowski als Tennisidol allerdings Somdev Devvarman. Kwiatkowski wehrte ich glaube es waren vier Matchbälle ab und nach einem abgewehrten Matchball liess er es sich nicht nehmen, noch ein paar Liegestützen auf den Platz zu legen. Verrückter Typ. :-)

Monica PuigMonica PuigMirjana Lucic-BaroniMirjana Lucic-Baroni
Mirjana Lucic-Baroni (WTA 31) - Monica Puig (WTA 70)   6:4 6:7 7:6
Von Görges-Beck auf 12 über Schwartzman-Berlocq und Tomljanovic-Larsson auf 11 und Zverev-Kwiatkowski auf 12 zu Lucic-Baroni und Puig auf 11 tingelte ich zwischen den beiden Plätzen hin und her. Es handelt sich um relativ grosse Zuschauertribünen und somit werden auch relativ gute Matches dort angesetzt. Da sie zueinander liegen, sind sie jederzeit gegenseitig einsehbar. So sah ich während dem Zverev-Match, dass Puig mit 2:6 1:5 zurücklag und sich tatsächlich noch in einen dritten Satz retten konnte. Diesen schaute ich mir nach dem Ende des Herrenmatch auf Platz 12 an.
Es war erneut angerichtet puerto-ricanische Stimmung auf den Zuschauerplätzen. Teilweise zu emotional und Lucic-Baroni stand vor einer grossen Herausforderung, da die Unterstützung für sie verschwindend war. Ausserdem kann Puig die Begeisterung wecken, wenn sie ihre brachialen Schläge den trifft. Nur ist das bei ihr oft genug nicht der Fall und die einzige Woche in der sie das bis jetzt je konstant hingekriegt hat war die goldene Woche von Rio de Janeiro. Ansonsten - es bleibt dabei - habe ich Puig noch nie ein Match gewinnen sehen! Im Falle von New York war es das déjà-vu der Partie von 2014 gegen Petkovic ebenfalls auf Court 11, welche Puig ebenfalls mit 6:7 im dritten Satz verlor.
Für Lucic-Baroni war es ein Tanz auf Messers Schneide. Im zweiten Satz besass sie bei 5:4 und eigenem Aufschlag zwei Matchbälle. Im dritten Satz hatte sie bei 6:5 und 0:40 drei weitere Matchbälle. Sämtliche konnte Puig abwehren das löst bei der Gegnerin schon einen wahnsinnigen Druck aus. Denn auch die 35-jährige Kroatin verfügt über ein dominantes Spiel à la Puig. Doch musste sie ihrer Gegnerin das Feld überlassen, wenn diese alles traf. Die Herausforderung ist es natürlich für beide, dieses hammerharte und fehleranfällige Spiel mit genügender Sicherheit durchziehen zu können.
Lucic-Baroni deutete und wies nach dem 5:4 im dritten Satz ihrem Trainer an, dass er auf die andere Seite gehen sollte. Ihre beiden Trainer teilten sich auf. Einer ging auf die andere Seite hinüber. Sie wollte auch auf der Seite, auf der sie nun spielen musste, einen Verbündeten an der Seitenlinie haben bei so viel gegnerischer Unterstützung im Publikum.

Tomas BerdychRyan HarrisonRyan HarrisonTomas BerdychTomas Berdych
Tomas Berdych (ATP 18) - Ryan Harrison (ATP 45)   6:4 6:2 7:6
In den sechs Jahren zwischen 2010 und 2015 hat Berdych das Jahr jeweils als Nummer 6 oder Nummer 7 der Welt beendet. Ende letztes Jahr war es Platz 10 und mit 31 Jahren ist er momentan auf Rang 18 in der Weltrangliste abgerutscht. Im Gegensatz dazu schraubte Harrison seine Karrierebestklassierung im Juli auf ein neues Hoch. Das Match auf Court 5 versprach also durchaus eine Überraschung mit amerikanischer Beteiligung. Der 25-jährige legte denn auch gut los mit einer Breakführung und 3:0. Doch Berdych konnte die ungewohnt hohe Fehlerquote zu Beginn senken und hatte mit seinen langen flachen Schlägen seinen Gegner im Griff. Dem Tschechen gelang gleich das Doppelbreak zum 4:3. Harrison konnte dem nichts mehr entgegnen und brachte sein Spiel nicht mehr auf die Reihe. Nach einem frühen Break im zweiten Satz zu Gunsten Berdychs zog ich weiter, da diese Partie nicht die gewünschte Intensität hervorrufen konnte.
Da hatte ich die US Open am Sonntag für Ihre Bestrebungen zur Verbesserung der Anlage und den neuen Sinn fürs Auge gelobt. Die Bande auf Court 5, das kann nicht der Standard für ein Multimillionenturnier sein (Bild folgt). Es ist schon unglaublich wie man die Grand Slam-Turniere voneinander unterscheiden kann. Im All England Lawn Tennis and Croquet Club wäre so etwas bei deren Liebe zum Detail unmöglich.

Alexandr DolgopolovAlexandr DolgopolovJan-Lennard StruffJan-Lennard StruffJan-Lennard StruffAlexandr DolgopolovAlexandr DolgopolovAlexandr DolgopolovAlexandr DolgopolovAlexandr DolgopolovAlexandr Dolgopolov
Alexandr Dolgopolov (ATP 64) - Jan-Lennard Struff (ATP 49)   3:6 6:3 6:2 1:6 6:3
Bei diesem Match sass ein Zuschauer neben mir, der den Tag ebenfalls beim Berdych-Harrison Match begonnen hatte und enttäuscht hierhin wechselte. Wir beide waren bestens unterhalten mit dem was wir auf Court 16 ab dem vierten Satz zu sehen bekamen. Dolgopolov ist ein Shotmaker und neben vielen Höhepunkten gab es zugegebenermassen noch mehr Fehler und Aussetzer. Fünf Doppelfehler im vierten Satz und drei Doppelfehler im fünften Satz, zum Teil in wichtigen Situationen, das darf einem 27-jährigen wie Struff nicht passieren. Der ein Jahr ältere Dolgopolov hingegen schmiss nach Rückstand den vierten Satz weg, wobei das bei ihm durchaus zu Taktik gehört. Seine Resultate zeigen oft klare Sätze, die mal auf die eine und dann wieder auf die andere Seite gehen. So hält er auch die Spieldauer tief: Fünf Sätze in genau 2 Stunden 30 Minuten muss man erst einmal hinkriegen! So aufregend gut (und fehlerhaft) das Match war, der Gewinner dieser Partie kann jederzeit gegen einen konstanten Top 100-Spieler verlieren.
Die Aussage vom letzten Satz lasse ich stehen, füge aber gerne an dass es aber auch genau anders herum weitergehen kann. In der Retroperspektive lag ich richtig in der Aussage, dass das Dolgopolov-Match besser war als das Berdych-Match. Denn in der zweiten Runde warf Dolgopolov nach verlorenem ersten Satz Berdych in vier Sätzen aus der Einzelkonkurrenz.

Beatriz Haddad Maia, Ana KonjuhAna KonjuhAnastasia PavlyuchenkovaKristina MladenovicKristina MladenovicKristina MladenovicBeatriz Haddad Maia, Ana KonjuhBeatriz Haddad Maia, Ana KonjuhKristina Mladenovic, Anastasia PavlyuchenkovaBeatriz Haddad Maia, Ana Konjuh
Kristina Mladenovic/Anastasia Pavlyuchenkova (WTA Doppel 8/55) - Beatriz Haddad Maia/Ana Konjuh (WTA Doppel 124/186)   5:7 6:3 6:0
Somit endete das Doppel auf Court 5 mit einem Sieg für Gibbs/Boserup schneller und ich widmete mich voll und ganz dem Doppel auf Court 4, wo sich Haddad Maia und Konjuh überraschenderweise den ersten Satz hatten schnappen können. Doch die Favoritinnen aus Frankreich und Russland drückten dem Spiel in der Folge ihren Stempel auf.
Von den vier Temperamenten die ein Mensch hat, scheint mir das Phlegmatische bei Konjuh zumindest für eine professionelle Tennisspielerin relativ stark ausgeprägt zu sein.
An den US Open werden die Bälle nicht gerollt, sondern geworfen. An den US Open gibt es auch keine Altersbeschränkung für die Ballkinder. So sieht man dann schon mal eine "Ballperson" mit Problemen an den Kniegelenken (Bilder 16 und 17).

Christina McHaleChristina McHaleChristina McHale
Christina McHale (WTA 63) - Anastasia Pavlyuchenkova (WTA 21)   3:6 6:3 6:2
Diese Partie hatte ich nun wahrlich nicht auf meiner Liste gehabt. Denn in der letzten Woche war sie bereits in New Haven aufeinander getroffen und dort konnte McHale die Partie trotz eines veritablen Hitzeschlags bei Pavlyuchenkova nicht zu ihren Gunsten entscheiden. Dass sich die Russin dort hatte durchsetzen können, würde bei den in dieser Woche kühleren Temperaturen nun zu einem Durchmarsch werden für die 26-jährige Russin. Doch siehe da: Anfangs drittem Satz gesellte ich mich ungläubig auf Court 11 wo Christina McHale aus New Jersey die Dämonen der Vorwoche nun doch noch besiegen konnte!

Daria KasatkinaChristina McHaleChristina McHaleDaria KasatkinaDaria KasatkinaDaria KasatkinaDaria Kasatkina
Daria Kasatkina (WTA 38) - Christina McHale (WTA 63)   7:5 6:3
Da wollte ich mal nachschauen wie sich McHale nach ihrem gestrigen Erfolg weiter schlägt. Ausserdem hatte ich Kasatkina noch nie in einem Match auf Profiebene spielen sehen. Ich war überrascht dass sie relativ schmal dasteht und ihre Schläger- bzw. Armbewegung relativ eng wirkt. Ich hatte mir mehr Ausholbewegung vorgestellt für den Topspin. Das Match entwickelte sich verhalten und bei 4:3 im ersten Satz "musste" ich leider los, da im Arthur Ashe Stadium nach Spannung klang.

Jelena OstapenkoCarla Suarez Navarro
Jelena Ostapenko (WTA 12), Carla Suarez Navarro (WTA 35), Garbine Muguruza (WTA 3)
Auf der gegenüberliegenden Seite der Plätze 4 bis 6 können die Trainingsplätze P1 bis P5 überschaut werden.
Ich fragte mich warum Ostapenko im Damen Doppel mit Bouchard antritt. Ich hoffte dass es der Lettin hierbei nicht auch etwa um ihre "Marke" geht wie es in Bouchards Äusserungen vielfach der Fall ist, wenn sie über sich selbst als "Marke" spricht. Es kam zum Erstrundenaus im Doppel, obwohl die 20-jährige Lettin in diesem Jahr mit ihren ersten Turniersiegen in St. Petersburg mit Doppelspezialistin Rosolska und in Stuttgart mit Doppelspezialistin Atawo bewiesen hätte, dass sie auch Doppel spielen kann. Bei ihrer Niederlage im Einzel gegen Kasatkina sah ich allerdings was Ostapenko mit Bouchard gemeinsam hatte: Sie verhielt sich beim Handshake am Netz unsportlich und hielt Kasatkina nur ganz kurz die Hand hin und drehte sich bereits weg. Da muss die junge French Open-Siegerin noch viel lernen!
Anabel Medina Garrigues.

 

 Herren Einzel
 1. Runde  2. Runde  3. Runde  4. Runde
 Alexandr Dolgopolov -
 Jan-Lennard Struff
 3:6 6:3 6:2 1:6 6:3
 Alexandr Dolgopolov -
 Tomas Berdych (15)
 3:6 6:1 7:6 6:2
 Alexandr Dolgopolov -
 Viktor Troicki
 6:1 6:0 6:4
 Rafael Nadal (1) -
 Alexandr Dolgopolov
 6:2 6:4 6:1
 Tomas Berdych (15) -
 Ryan Harrison
 6:4 6:2 7:6
 Mischa Zverev (23) -
 Thai-Son Kwiatkowski (W)
 7:6 4:6 4:6 7:5 6:3
 Mischa Zverev (23) -
 Benoit Paire
 6:3 6:2 3:6 6:7 7:5
 Mischa Zverev (23) -
 John Isner (10)
 6:4 6:3 7:6
 Sam Querrey (17) -
 Mischa Zverev (23)
 6:2 6:2 6:1

 

 Damen Einzel
 1. Runde  2. Runde  3. Runde  4. Runde
 Jelena Ostapenko (12) -
 Lara Arruabarrena
 6:2 1:6 6:1
 Jelena Ostapenko (12) -
 Sorana Cirstea
 6:4 6:4
 Daria Kasatkina -
 Jelena Ostapenko (12)
 6:3 6:2
 Kaia Kanepi (Q) -
 Daria Kasatkina
 6:4 6:4
 Daria Kasatkina -
 Qiang Wang
 6:7 6:2 6:3
 Daria Kasatkina -
 Christina McHale
 7:5 6:3
 Christina McHale -
 Anastasia Pavlyuchenkova (19)
 3:6 6:3 6:2
 Carla Suarez Navarro -
 Ipek Soylu (Q)
 6:4 6:2
 Carla Suarez Navarro -
 Mirjana Lucic-Baroni (29)
 4:6 7:6 6:2
 Carla Suarez Navarro -
 Ekaterina Makarova
 6:1 3:6 6:3
 Venus Williams (9) -
 Carla Suarez Navarro
 6:3 3:6 6:1
 Mirjana Lucic-Baroni (29) -
 Monica Puig
 6:4 6:7 7:6
 Garbine Muguruza (3) -
 Varvara Lepchenko
 6:0 6:3
 Garbine Muguruza (3) -
 Ying-Ying Duan
 6:4 6:0
 Garbine Muguruza (3) -
 Magdalena Rybarikova (31)
 6:1 6:1
 Petra Kvitova (13) -
 Garbine Muguruza (3)
 7:6 6:3

 

 Damen Doppel
 1. Runde  2. Runde  3. Runde
 Mladenovic/Pavlyuchenkova (13) -
 Haddad Maia/Konjuh
 5:7 6:3 6:0
 Mladenovic/Pavlyuchenkova (13) -
 Q. Wang/Y. Wang
 3:6 6:4 6:0
 Hingis/Y.J. Chan (2) -
 Mladenovic/Pavlyuchenkova (13)
 6:4 7:5

 

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