ATP World Tour Finals 2014, London

zurück zur Übersicht         Last updated: 19.11.2016
Einzel Vorschau - ATP Race 2014

Seit dem Australian Open-Sieg 2005 von Safin hatten sich lediglich Del Potro (US Open 2009) und Murray (US Open 2012 und Wimbledon 2013) Grand Slam-Titel schnappen können, die nicht an die Dauersieger Federer (13 Titel seit 2005, Total 17), Nadal (14 Titel) und Djokovic (7 Titel) gingen. In diesem Jahr wurde diese schon fast zementierte Tennisordnung durch Wawrinka (Australian Open 2014) und Cilic (US Open 2014) durchbrochen.

Analysiert man die Anzahl der gespielten Turniere in dieser Saison, so liegt die erste Zäsur zwischen den Top 5 und Andy Murray. Der Brite spielte im Tennisherbst bis zum letzten Turnier in Paris innert sechs Wochen an sechs Turnieren, wovon er deren drei gewann. Es waren seine einzigen drei Turniersiege des Jahres. Das Mammutprogramm wurde nötig, weil der Brite sonst die Qualifikation für das Saisonfinale in London nicht geschafft hätte. Nach der spannenden Qualifikation für London liegen die Ränge vier bis zehn der Weltrangliste nahe beisammen, so dass durch die je 200 ATP-Punkte, die für einen Sieg in einem Gruppenspiel in London zu gewinnen sind, noch Verschiebungen möglich für die Jahresendrangliste.

 ATP Einzel Race 2014
  Novak Djokovic (SRB) Roger Federer (SUI) Rafael Nadal (ESP)
-> Blinddarm
Stanislas Wawrinka (SUI) Kei Nishikori (JPN) Andy Murray (GBR) Tomas Berdych (CZE) Milos Raonic (CAN) Marin Cilic (CRO) David Ferrer (ESP)
-> Ersatzspieler
GRAND SLAM
2000
Sieg: Wimbledon
Final: French Open
Halbfinal: US Open
Final: Wimbledon
Halbfinal: AusOpen, US Open
Sieg: French Open
Final: AusOpen
Sieg: AusOpen Final: US Open Halbfinal: French Open Halbfinal: AusOpen Halbfinal: Wimbledon Sieg: US Open  
Anz. Turniere
(beste 4 zählen)
4 4 3 4 4 4 4 4 4 4
Punktemaximum:
8000
4280 2820 3380 2730 1570 1800 1530 1350 2495 855
MASTERS SERIES
1000
Sieg: Indian Wells, Miami, Rom, Paris Sieg: Cincinnati, Schanghai
Final: Indian Wells, Monte Carlo, Toronto
Sieg: Madrid
Final: Miami, Rom
Sieg: Monte Carlo Final: Madrid     Final: Paris   Final: Cincinnati
Anz. Turniere
(beste 8 zählen)
8 8 6 9 5 9 9 9 8 8
Punktemaximum:
8000
4900 4170 2435 1650 1375 1170 1280 2140 425 2130
ATP 500 Sieg: Peking Sieg: Dubai, Basel Sieg: Rio de Janeiro   Sieg: Barcelona, Tokio Sieg: Valencia Sieg: Rotterdam Sieg: Washington    
Anz. Turniere
(beste 3-5 zählen)
2 2 4 2 2 4 5 3 3 6
Punktemaximum:
1500
830 1310 770 175 1000 1005 1255 905 390 660
ATP 250   Sieg: Halle Sieg: Doha Sieg: Chennai Sieg: Memphis, Kuala Lumpur Sieg: Shenzhen, Wien Sieg: Stockholm   Sieg: Zagreb, Delray Beach, Moskau Sieg: Buenos Aires
Anz. Turniere
(beste 0-2 zählen)
0 2 2 2 5 4 4 3 7 6
Punktemaximum:
500
0 400 250 340 680 500 400 45 840 400
Anz. Turniere
Total
14 16 15 17 16 21 22 18 22 24
Anz. Turniersiege
Total
6 5 4 3 4 3 2 4 4 1
Punkte Total 10010 8700 6835 4895 4625 4475 4465 4440 4150 4045
Anz. Teilnahmen
"Finals"
7
2007-2013
12
2002-2013
6
06-07, 09-11, 13
1
2013
0
-
5
2008-2012
4
2010-2013
0
-
0
-
4
2007, 2010-2013
Alter 27 33 28 29 24 27 29 23 26 32

Philippa Middleton, Jose Mourinho
O2 Arena
Durch den kurzen Aufenthalt in London beschränkte sich mein Sightseeing auf eine Durchfahrt in Hounslow (Bild 8) sowie ein nicht ganz royales Foto (Bild 6). Wichtiger war natürlich das Treffen mit meinen guten Tennisfreunden Michael und Bob (Bild 7).

 

 

ATP World Tour Finals 2014, London

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Einzel Gruppe A - Weltrangliste setzt sich durch

 

 Einzel Gruppe A
 Spieltag  Novak Djokovic
 (SRB, 1)
 Stanislas Wawrinka
 (SUI, 3)
 Tomas Berdych
 (CZE, 6) 
 Marin Cilic
 (CRO, 8)
 Montag  Cilic
 6:1 6:1
 Berdych
 6:1 6:1
 Wawrinka
 1:6 1:6
 Djokovic
 1:6 1:6
 Mittwoch  Wawrinka
 6:3 6:0

 Djokovic
 3:6 0:6

  Cilic
 6:3 6:1
 Berdych
 3:6 1:6

 Freitag  Berdych
 6:2 6:2
 Cilic
 6:3 4:6 6:3
 Djokovic
 2:6 2:6
 Wawrinka
 3:6 6:4 3:6
 Siegesbilanz  3:0  2:1  1:2  0:3
 Gruppenrang  1.  2.  3.  4.


Tomas Berdych (ATP 7) - Marin Cilic (ATP 9)   6:3 6:1
Bei Cilic ist zu erkennen, was er "anrichten" kann, wenn bei ihm alles zusammenpasst. Dazu muss aber sehr Vieles zusammenpassen wie bei seinem überraschenden US Open-Triumph. Von den Bewegungen her ähnelt der Kroate Del Potro, der im nächsten Jahr nach einer verpassten Saison wegen Handgelenksproblemen wieder zurückkehren wird. Bereits im Jahr 2010 hatte der Argentinier wegen seinem Handgelenk fast die komplette Saison pausieren müssen.
Der Spielzug, der sowohl bei Berdych als auch bei Cilic am erfolgreichsten funktioniert, ist der Aufschlag gefolgt von einem Vorhandgewinnschlag auf den zu kurz geratenen Return des Gegners. Es ist aber nicht sehr aufregend, wenn sich das Spiel in schlechten Phasen wie hier zu Beginn der Begegnung auf diese monotone eins-zwei-Kombination reduziert.


Novak Djokovic (ATP 1) - Stan Wawrinka (ATP 4)   6:3 6:0
Die ATP World Tour Finals bieten die Gelegenheit zur Wiederauflage der grossen Matches des Jahres. Ein solches grosses Match war der Fünfsatzsieg Wawrinkas mit 9:7 über Titelverteidiger Djokovic im Viertelfinal der Australian Open, nachdem er im Vorjahr in der vierten Runde noch hauchdünn mit 10:12 unterlegen war.
Die Partie startete verheissungsvoll. Im ersten Aufschlagspiel lag Djokovic mit 15:0 vorne und griff danach auf Wawrinkas Vorhand an. Dieser roch den Braten, war schnell genug zur Stelle und hämmerte einen Longlinepassierball ins Eck. Ab diesem Zeitpunkt antizipierte der Schweizer das Spiel seines Gegners und Djokovic hatte keine Waffen zum Punktgewinn. Der Lausanner kam zur 2:0-Führung. Doch plötzlich war der Zauber vorbei beziehungsweise er wechselte die Seite. Der 27-jährige Belgrader rollte in der Folge über das Spiel und überliess Wawrinka nur noch ein einziges Game.

 

 

ATP World Tour Finals 2014, London

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Einzel Gruppe B - Big Four waren und sind nur Big Three

 

 Einzel Gruppe B
 Spieltag  Roger Federer
 (SUI, 2)
 Kei Nishikori
 (JPN, 4)
 Andy Murray
 (GBR, 5)
 Milos Raonic
 (CAN, 7)
 David Ferrer
 (ESP, 9)
 Sonntag  Raonic
 6:1 7:6
 Murray
 
6:4 6:4
 Nishikori
 
4:6 4:6
 Federer
 
1:6 6:7
 -
 Dienstag  Nishikori
 6:3 6:2
 Federer
 
3:6 2:6
 Raonic
 
6:3 7:5
 Murray
 
3:6 5:7
 -
 Donnerstag  Murray
 6:0 6:1
 Ferrer
 4:6 6:4 6:1
 Federer
 0:6 1:6
 -  Nishikori
 6:4 4:6 1:6 
 Siegesbilanz  3:0  2:1  1:2  0:2  0:1
 Gruppenrang  1.  2.  3.  -  4.


Kei Nishikori (ATP 5) - David Ferrer (ATP 10)   4:6 6:4 6:1
Nach zwei Niederlagen hatte sich Raonic vor seinem dritten Gruppenspiel verletzt und musste durch Ferrer ersetzt werden. Nishikori und der Spanier spielten in diesem Match als einzigem der zwölf Spiele beider Gruppen einen dritten Satz. Die aufregendsten Partien der diesjährigen Austragung waren sicherlich die beiden Halbfinalspiele über drei Sätze.
Dass Nishikori und Ferrer sich über drei Sätze bekämpfen würden, war aufgrund der bisherigen Direktbegegnungen zu erwarten. 2008 sorgte der damals 18-jährige Japaner mit dem Fünfsatzsieg an den US Open für Aufsehen. Nur in Tokio 2011, an den Australian Open 2013 und in Miami 2014 gewann Ferrer klar und ohne Satzverlust. Dazwischen konnte sich Nishikori an den Olympischen Spielen in London 2012 in drei Sätzen durchsetzen. Bei jedem seiner Siege musste der Japaner jeweils über die volle Distanz gehen. Vor dem Aufeinandertreffen in der O2 Arena hatte Nishikori im laufenden Jahr bereits in Miami, Madrid und Paris gesiegt. Miami 2014 war mit 7:6 (7:5), 2:6 und 7:6 (9:7) sicherlich sein knappster Sieg gewesen. In Madrid hatte er den Spanier sogar auf Sandplatz besiegen können.

Philippa Middleton, Jose Mourinho
Roger Federer (ATP 2) - Andy Murray (ATP 6)   6:0 6:1
Gegen Djokovic verfügte Wawrinka immerhin über eine 2:0-Führung, bevor er eingestampft wurde. Bei Murray war es gerade mal ein 0:0 0:30 bei Aufschlag Federer, bevor der Brite mit 0:6 0:5 niedergetreten wurde. Er musste wohl der ausgiebigen Punktejagd in den Wochen vor London Tribut zollen, die ihn erst zur Teilnahme in der O2 Arena berechtigte. Bei seinen sehr tiefen Geschwindigkeiten beim zweiten Aufschlag befürchte ich, dass sein Rücken eine Mitschuld trägt. An selbigem hatte er sich Ende 2013 operieren lassen. So möchte niemand eine Saison beenden und in die sieben Wochen andauernde matchfreie Zeit gehen. Beim kurzfristig angesetzten Schaukampf gegen Djokovic am Finalsonntag gewann er immerhin fünf Games beim 5:8 gegen den Sieger der Barclay ATP World Tour Finals, der aufgrund der Verletzung Federers den Finalsieg per Forfait gewann. Murray wird anfangs Dezember auch bei der International Premier Tennis League in Asien antreten, was allerdings auch nur ein Schaukampf ist. Es bleibt festzuhalten, dass die lange gepriesenen Big Four bei genauerem Hinsehen nur eine Big Three bestehend aus Federer, Nadal und Djokovic sind. Denn Murray befindet sich auch von den Erfolgen her nicht auf diesem Niveau.
Federer trat mit vollstem Selbstvertrauen und Sicherheit auf. Dem Davis Cup sei Dank. Die im Davis Cup erfolgreichen Spieler überzeugen im gleichen Jahr durch die Extramotivation oft auch auf der Herrentour.
Das durch die Abfertigung Murrays geschockte Publikum lieferte für britische Verhältnisse auch einen Schocker: Es buhte Chelsea-Trainer Jose Mourinho (Bild 4) bei beiden Einblendungen auf dem Grossbildschirm knallhart aus. Bei der zweiten Einblendung war es bereits ein kleiner Running Gag und selbst die nur drei Plätze neben ihm sitzende Pippa Middleton konnte sich das Lachen darüber nicht verkneifen.

 

 

ATP World Tour Finals 2014, London

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Einzel Halbfinal & Final - Halbfinal Federer-Wawrinka von der ATP zum Match des Jahres gekürt

 

 Einzel Halbfinal & Final
 Vorrunde  Halbfinale   Finale
 Gruppensieger A:
 Novak Djokovic (1)
 Novak Djokovic (1) -
 Kei Nishikori (4)
 6:1 3:6 6:0
 Novak Djokovic (1) -
 Roger Federer (2)
 w.o.
 Gruppenzweiter B:
 Kei Nishikori (4)
 Gruppenzweiter A:
 Stanislas Wawrinka (3)
 Roger Federer (2) -
 Stanislas Wawrinka (3)
 4:6 7:5 7:6
 Gruppensieger B:
 Roger Federer (2)

Das Halbfinalduell zwischen Federer und Wawrinka, bei dem der Romand vier Matchbälle nicht nutzen konnte, wurde von der ATP zum Match des Jahres gekürt. Auf Grand Slam Ebene fiel die Wahl auf den Wimbledonfinal, den Djokovic gegen Federer gewann. Auf Platz zwei landete der Viertelfinalsieg von Wawrinka über Djokovic an den Australian Open. Durch den samstagabendlichen Grosskampf der beiden Schweizer fühlte sich Federer am späteren Sonntagnachmittag nicht in der Lage, um im Endspiel gegen Djokovic antreten zu können. Der Rücken und das bevorstehende Davis Cup Endspiel in fünf Tagen waren das Problem. So gewann der 27-jährige Serbe seinen vierten Titel an den ATP World Tour Finals und den Dritten in Folge. Aufgrund der klaren Resultate in den Gruppenspielen hatten sich alle auf das Finalspiel zwischen der Nummer 1 und 2 der Welt gefreut, da sich Djokovic und Federer als beste Spieler herauskristallisiert hatten.

 

 

ATP World Tour Finals 2014, London

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Tennisvorhersage 2015 - So wird das nächste Jahr

 


Vorhersage des Tennisjahres 2015
2014 brachte im fünften Anlauf den ersten Sieg für Michael (Bild 1). Bei den Top 10 und Cups waren er und ich gleichauf. Die gegenüber den letzten Jahren stärkere Entwicklung vieler junger Spieler/-innen brachte ihm aber einen deutlichen Sieg ein und somit den Gewinn eines Abendessens. Unsere Einschätzungen für 2015 sind auf den Bildern 2 und 3 einzusehen. Im Bewertungssystem (Bild 4) habe ich den Einfluss der jungen Spieler/-innen reduziert. Auch mit dem für 2015 angepassten Punktesystem hätte Michael in 2014 deutlich gewonnen.

 

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