Great North City Games 2013, Newcastle
Great North Run 2013, Newcastle-South Shields

zurück zur Hauptseite         Last updated: 17.09.2016

Olympische Spiele 2012
13.-15. September 2013

Dank etwas BBC schauen habe ich einerseits dazugelernt und mich andererseits inspirieren lassen. Es war ein Sonntagmorgen im September 2009, als ich zum ersten Mal auf den Great North Run stiess. Ein Halbmarathon mit Athleten von Weltklasse, aber auch ein Volkslauf. Als Starter fungierte Sting, einer meiner absoluten Lieblingsmusiker. Fortan verfolgte ich die Veranstaltung jedes Jahr wenn es ging und plante auf dieses Jahr eine eigene Teilnahme. In England läuft so etwas oft über eine Ballot, also eine Verlosung. Ausser man rennt für eine Charity und generiert Hunderte oder Tausende von Pfund. Bei der Ballot war ich erfolgreich und sicherte mir so meinen Startplatz. Bei der Ballot für den London Marathon im nächsten April hingegen war ich leider nicht erfolgreich. Aber man kann nicht alles haben. Bei der Recherche nach einer Teilnahme am Great North Run in Newcastle stiess ich auf die Great North City Games. Ein Mini-Leichtathletikmeeting mit freiem Eintritt für jedermann am Vortag des Halbmarathon. Ausserdem wurde mir bewusst, dass es sich beim Great North Run mit 56'000 Teilnehmern und gemäss Resultatübersicht knapp 41'000 Finishern um den von der Teilnehmerzahl her zweigrössten Halbmarathon der Welt (nach Göteborg) handelt.


Newcastle upon Tyne
Von Newcastle werden mir wohl die Brücken über die Tyne am meisten in Erinnerung bleiben.

Dawn Harper-NelsonDawn Harper-NelsonReina-Flor OkoriTiffany PorterReina-Flor Okori, Sally Pearson, Tiffany Porter, Dawn Harper-NelsonTiffany PorterDawn Harper-Nelson

Damen 100m Hürden

 Rang

 Athletin

 Nation

 Zeit

 1.

 Sally Pearson

 AUS

 12.67s
 2.  Tiffany Porter  GBR  12.85s
 3.  Dawn Harper-Nelson  USA  12.98s
 4.  Reina-Flor Okori  FRA  13.49s

Mehr als eine Stunde vor Beginn stellte ich mich beinahe als Erster an die Bahn. Diese Wartezeit fand ich sehr verhältnismässig im Hinblick auf das zu Erwartende. Mit den 100m Hürden der Damen stand ein erstes Highlight auf dem Programm und es war interessant den Athletinnen bei ihren Vorbereitungen zuzusehen. Mit persönlichen Jahresbestzeiten zwischen 12.48s bis 12.55s belegen Harper (Rang 3), Pearson (Rang 5) und Porter (Rang 8) Spitzenplätze im ausgeglichenen Feld des Jahres 2013. Überfliegerin in diesem Jahr war die 22 Jahre junge Brianna Rollins aus den USA in ihrer Debütsaison auf der Weltbühne.
Pearson - die Olympiasiegerin von London 2012 und Silbermedaillengewinnerin von Peking 2008 - setzte sich nach einem anfänglichen Kopf an Kopf Rennen gegen Harper-Nelson - die Olympiasiegerin von Peking 2008 und Silbermedaillengewinnerin von London 2012 - deutlich durch, da die US-Amerikanerin an einer Hürde strauchelte. Ihr Zeitverlust von Bild 8 auf Bild 9 ist deutlich zu erkennen, da sie an der Hürde auf Bild 8 mit dem hinteren Bein anhängte.

Charlene Thomas, Milcah Chemos, Hellen ObiriMorgan Uceny

Damen 1 Meile

 Rang

 Athletin

 Nation

 Zeit

 1.

 Morgan Uceny

 USA

 4m 33.97s
 2.  Laura Weightman  GBR  4m 34.63s
 3.  Hannah England  GBR  4m 35.12s
 4.  Emma Jackson  GBR  4m 35.34s
 5.  Susan Kuijken  NED  4m 35.81s
 6.  Hellen Obiri  KEN  4m 35.86s
 7.  Milcah Chemos  KEN  4m 36.66s
 8.  Laura Crowe  IRL  4m 38.36s
 9.  Charlene Thomas  GBR  4m 42.32s
 10.  Eilish McColgan  GBR  4m 43.02s
 11.  Zoe Buckman  AUS  4m 49.05s
 12.  Sarah McDonald  GBR  4m 50.90s
 13.  Jenny Meadows  GBR  4m 56.17s

Um die Zuschauermassen etwas zu verteilen, wurden der Stabhochsprung und der Weitsprung am gegenüberliegenden Ufer der Tyne ausgetragen. Am Samstag wurden in der Stadt auch Breitensportveranstaltungen des Great North Runs ausgetragen mit den Kinderläufen, den 5km- und den 10km-Läufen. "Nur" der Halbmarathon findet als Hauptveranstaltung des Wochenendes am Sonntag statt. Die 1 Meilen-Läufe der Great North City Games starteten in Newcastle/Gateshead und endeten auf der selben Zielgeraden wie die Sprintdisziplinen. Die am meisten dekorierten Läuferinnen im Feld waren die Kenianerinnen Obiri als Dritte über 1500m an der WM in Moskau 2013 und Chemos, die Weltmeisterin über 3000m Hindernislauf von Moskau 2013.

Chris Clarke, Kim Collins, Michael RodgersChris Clarke, James EllingtonKim Collins, Michael RodgersKim Collins, Michael Rodgers

Herren 150m

 Rang

 Athlet

 Nation

 Zeit

 1.

 Michael Rodgers

 USA

 14.90s
 2.  Kim Collins  SKN  15.03s
 3.  James Ellington  GBR  15.32s
 4.  Chris Clarke  GBR  29.89s

Mit 37 Jahren lief Collins in diesem Jahr in Lausanne mit 9.97s die schnellste 100m-Zeit seiner Karriere. Er war eine Hundertstelsekunde schneller als im Jahr 2002, als er dreimal 9.98s gelaufen war. Der Weltmeister von 2003 aus Saint Kitts and Nevis unterlag in Newcastle Rodgers, dessen persönliche 100m-Bestzeit bei 9.85s aus dem Jahr 2011 liegt und der in diesem Jahr bereits 9.90 gelaufen war.

Margaret Adeoye, Bianca WilliamsMargaret Adeoye, Bianca WilliamsAshleigh Nelson

Damen 100m

 Rang

 Athletin

 Nation

 Zeit

 1.

 Ashleigh Nelson

 GBR

 11.50s
 2.  Aleen Bailey  JAM  11.56s
 3.  Margaret Adeoye  GBR  11.68s
 4.  Bianca Williams  GBR  11.76s

Nominell war dies das am Schwächsten besetzte Rennen. Bei Nelson ist interessant, dass sie als 17-jährige im Jahr 2008 bereits eine 11.37s gelaufen ist. In dem Jahr wurde sie auch Zweite der Juniorenweltmeisterschaften über 100m. Wir schreiben nun das Jahr 2013 und als 22-jährige hat die Britin ihre Bestleistung erst auf 11.33s senken können.

Bethwell Birgen, Asbel KipropBethwell Birgen, Asbel KipropLeonel ManzanoGarrett Heath

Herren 1 Meile

 Rang

 Athlet

 Nation

 Zeit

 1.

 Garrett Heath

 USA

 4m 01.56s
 2.  Leonel Manzano  USA  4m 01.79s
 3.  Collis Birmingham  AUS  4m 02.28s
 4.  Bethwell Birgen  KEN  4m 06.45s
 5.  Asbel Kiprop  KEN  4m 07.12s
 6.  Richard Weir  GBR  4m 07.25s
 7.  Ryan Gregson  AUS   4m 08.52s
 8.  Mukhtar Mohammed  GBR  4m 08.96s
 9.  Michael Rimmer  GBR  4m 09.11s
 10.  Kyle Langford  GBR  4m 21.73s
 11.  Andrew Osagie  GBR  4m 26.03s

Heath schnappte sich den Sieg vor Manzano - Silbermedaillengewinner über 1500m an den Olympischen Spielen in London 2012 - und dem mit Rückstand eintreffenden Weltjahresbesten Kiprop, dem Olympiasieger in Peking 2008 und Weltmeister in Daegu 2011 und Moskau 2013 über 1500m.

Richard Browne

Herren IPC T44 100m

 Rang

 Athlet

 Nation

 Zeit

 1.

 Jonnie Peacock

 GBR

 11.08s
 2.  Richard Browne  USA  11.14s
 3.  Roland Hertog  NED   11.90s
 4.  David Prince  USA  12.27s

Der einheimische Paralympicsieger von London 2012 Peacock setzte sich nach dem Gewinn der Weltmeisterschaften in Lyon 2013 auch bei den Great North City Games in Newcastle durch. Bereits in London und in Lyon hatte der Weltrekordhalter den US-Amerikaner Browne jeweils auf den zweiten Platz verwiesen. Hertog hatte in London 2012 die Bronzemedaille im Speerwurf gewonnen und hat nun auf die Disziplin Sprint umgesattelt. Prince hatte in London 2012 die Bronzemedaille über 400m gewonnen.

David OliverDavid Oliver, Ryan Wilson, Aries MerrittRyan Wilson, Aries Merritt, William Sharman

Herren 110m Hürden

 Rang

 Athlet

 Nation

 Zeit

 1.

 David Oliver

 USA

 13.37s
 2.  Ryan Wilson  USA  13.43s
 3.  Aries Merritt  USA  13.56s
 4.  William Sharman  GBR  13.57s

Wie bereits die Damenkonkurrenz war auch diejenige der Herren über 110m Hürden mit der Nummer 1 (Oliver), der Nummer 3 (Wilson) und der Nummer 5 (Merritt) der Weltjahresbestenliste exzellent besetzt. In dieser Reihenfolge liefen die drei Hürdensprinter angeführt vom Weltmeister von Moskau 2013 Oliver vor dem zweiten der WM in Moskau 2013 Wilson und dem Weltrekordhalter und Olympiasieger von London 2012 Merritt über die Ziellinie.

Dwain Chambers, James DasaoluHarry Aikines-Aryeetey, Dwain ChambersHarry Aikines-Aryeetey, Ryan Bailey, Dwain ChambersHarry Aikines-Aryeetey, Ryan Bailey, Dwain Chambers

Herren 100m

 Rang

 Athlet

 Nation

 Zeit

 1.

 James Dasaolu

 GBR

 10.17s
 2.  Dwain Chambers  GBR  10.28s
 3.  Ryan Bailey  USA  10.38s
 4.  Harry Aikines-Aryeetey  GBR  10.48s

16 Sprinter sind in diesem Jahr unter 10.00s geblieben. Negativ in Erinnerung bleiben die Dopingfälle angeführt vom US-Amerikaner Gay und vom Jamaikaner Powell. Von den 14 weiteren Athleten kommen vier aus Jamaika und sechs aus den USA. Die restlichen Nationen werden vom Briten Dasaolu angeführt vor dem Franzosen Vicaut, Collins aus Saint Kitts and Nevis und Mvumvure aus Zimbabwe. Chambers war von 2003-2006 wegen Dopingmissbrauchs gesperrt.

Sally PearsonChristine OhuruoguChristine Ohuruogu

Damen 150m

 Rang

 Athletin

 Nation

 Zeit

 1.

 Sally Pearson

 AUS

 17.20s
 2.  Natasha Hastings  USA  17.21s
 3.  Christine Ohuruogu  GBR  17.60s
 4.  Shana Cox  GBR  17.70s

100m Hürden-Spezialistin Pearson sprang als Ersatz ein und trat gegen die 400m-Spezialistinnen Hastings, Ohuruogu und Cox an. Die Britin Ohuruogu - über 400m Olympiasiegerin in Peking 2008, Olympiazweite in London 2012 und Weltmeisterin in Osaka 2007 und Moskau 2013 - packt jeweils erst auf der Schlussgeraden ihren Turbo aus. Deshalb kam sie über 150m in Newcastle nicht in Fahrt. Für Pearson war es das zweite Rennen an diesem Tag und das Längste der ganzen Saison wie sie im anschliessenden Interview entkräftet erklärte. Die in wenigen Tagen 27 Jahre alt werdende Australierin war für mich mit ihren beiden Siegen die Athletin des Tages.


Zum Abschluss des Meetings präsentierten sich alle Teilnehmer nochmals dem Publikum. Trotz der grauen Wolken blieb es den ganzen Samstag über trocken.


Junior, 5km, 10km
Am Samstag fanden sowohl die Great North City Games als auch die Breitensportbewerbe des Great North Runs für die Junioren sowie über die kürzeren Distanzen statt. In Grossbritannien ist der Charity-Gedanke bei diesen Laufbewerben sehr verankert. Viele Läufer sammeln im Sinne eines Sponsorenlaufs Geld für einen guten Zweck und verkleiden sich dazu auch oft. Wer für eine Charity läuft, bekommt einen garantieren Startplatz und muss sich nicht anhand seines Leistungsausweises qualifizieren oder via der Verlosung ausgewählt werden.


Das Abendessen im Luigi Khan's (indische Küche, Bild 5) kann ich nur jedem bestens empfehlen.

Mo Farah

Herren Halbmarathon

 Rang

 Athlet

 Nation

 5km  10km  15km  21.1km

 1.

 Kenenisa Bekele

 ETH

 14m 24s  28m 59s  43m 01s  1h 00m 09s
 2.  Mo Farah  GBR  14m 23s  28m 58s  43m 01s  1h 00m 10s
 3.  Haile Gebrselassie  ETH  14m 23s  28m 57s  43m 00s  1h 00m 41s
 4.  Arata Fujiwara  JPN  14m 38s  29m 59s  44m 41s  1h 02m 44s
 5.  Tomohiro Tanigawa  JPN  14m 45s  29m 59s  44m 40s  1h 02m 48s
 6.  Ryuji Fujiwara  JPN  14m 49s  29m 58s  44m 40s  1h 02m 58s
 7.  Mark Kenneally  IRL  14m 51s  30m 22s  45m 33s  1h 04m 06s
 8.  Yuki Kawauchi  JPN  14m 52s  30m 32s  45m 34s  1h 04m 08s
 9.  Yared Hagos  GBR  14m 52s  30m 32s  45m 34s  1h 04m 14s
 10.  Collis Birmingham  AUS  14m 37s  29m 59s  44m 59s  1h 04m 28s
 2185.  Urs Stutz  SUI  22m 58s  46m 46s  1h 09m 01s  1h 36m 30s

Mit dem Teilnehmerfeld der Herren im Halbmarathon präsentierte der Great North Run in Newcastle mit den 10000m-Siegern der vergangenen fünf Olympischen Spiele einen vielbeachteten Dreikampf:
- Mo Farah (30 Jahre, 5000m und 10000m Olympiasieger in London 2012, 5000m Weltmeister 2011+2013 und 10000m Weltmeister 2013)
- Kenenisa Bekele (31 Jahre, 10000m Olympiasieger in Athen 2004 und Peking 2008, 5000m Olympiasieger in Peking 2008, 10000m Weltmeister 2003+2005+2007+2009 und 5000m Weltmeister 2009)
- Haile Gebrselassie (40 Jahre, 10000m Olympiasieger in Atlanta 1996 und Sydney 2000, 10000m Weltmeister 1993+1995+1997+1999, Marathon Weltrekordhalter 2007-2011)

Gebreselassie's Sportlerkarriere hat den Zenith leicht überschritten. Der Halbmarathon ist wohl noch seine beste Disziplin. Hier lassen sich auch mehr Veranstaltungen absolvieren als im Marathon, wo Spitzenathleten oft nur zweimal pro Jahr antreten. Als beliebtes Sportidol hat Gebrselassie so eine gute Nische gefunden. Farah hingegen könnte sich wie auch Bekele mit steigendem Alter auf die längeren Distanzen konzentrieren und damit zum Marathon wechseln. Diesen April hat Farah beim London Marathon den Halbmarathon gelaufen. Newcastle ist sein zweiter Halbmarathon. Im nächsten Jahr soll er sein Debüt beim London Marathon über die volle Distanz geben. Die Sponsoren in Grossbritannien reissen sich natürlich um einheimische Auftritte des Leichtathletikstars. Für Bekele stellte der Great North Run das Halbmarathondebüt dar. Wobei der Äthiopier als 11-facher Crossweltmeister (von 2002 bis 2006 blieb er jeweils 5x über die Kurz- und Langdistanz ungeschlagen) durchaus auch andere Beläge als die Tartanbahn kennt.

Gebrselassie diktierte das Tempo in diesem Dreikampf von Beginn weg, da er sich die längeren Distanzen gewohnt ist und in einem Endspurt gegen die beiden jüngeren Kontrahenten, deren Hauptdisziplin immer noch die 10000m sind, kaum bestehen würde. Bei der stark abfallenden Passage zum Meer kurz nach 19km setzte Bekele zum Endspurt an. Die daraufhin folgende leicht abfallende Schlussgerade in South Shields ist noch über 1,5km lang. Bekele hielt Farah auf der langen Geraden mit bis zu zwanzig Metern Abstand im Schach. Doch auf den letzten 300m spurtete sich Farah in einem Herzschlagfinale noch bis auf einen Meter an Bekele heran! Der Äthiopier verteidigte seine Spitzenposition und gewann verdient. Gebrselassie konnte im Schlussfeuerwerk nicht mehr mithalten.


Great North Run
Es gibt viele Breitensportlaufveranstaltungen bei uns in der Schweiz, welche vom eigenen Erfolg überrollt wurden. Die Kapazitätsgrenzen sind erreicht. In Newcastle hatte ich trotz der 56'000 Teilnehmer das Gefühl, dass sogar noch mehr Läufer starten könnten. Die Organisation sämtlicher Veranstaltungen am Wochenende war vorbildlich. Natürlich muss man einiges an Zeit einplanen und Vorgaben einhalten, damit die Abläufe gewährleistet sind. Anderthalb Stunden vorher sollte man sicherlich beim Startgelände sein. Ich war bei meiner Premiere sogar etwas früher da. Mindestens eine Stunde vor dem Lauf muss man das Gepäck abgegeben haben. Eine halbe Stunde vor dem Lauf muss man im Startblock sein. Das ginge bei einem kleinen Wald- und Wiesenlauf natürlich viel unkomplizierter zu und her. Selbst bei einem angenehmen Tag verliert man im nordenglischen Septemberwetter an Energie und kühlt etwas aus. Seine letzte Toilettenpause muss man lange Zeit vor dem Start ansetzen. Da es sich aber "nur" um einen Halbmarathon und nicht um einen Marathon handelte und ich ja als Tourist unterwegs war, störte mich das nicht. Vielmehr genoss ich die freudige Stimmung.


Damen Halbmarathon

 Rang

 Athletin

 Nation

 5km  10km  15km  21.1km

 1.

 Priscah Jeptoo

 KEN

 16m 22s  32m 25s  47m 28s  1h 05m 45s
 2.  Meseret Defar  ETH  16m 21s  32m 25s  47m 28s  1h 06m 09s
 3.  Tirunesh Dibaba  ETH  16m 22s  32m 25s  47m 33s  1h 06m 56s
 4.  Christelle Daunay  FRA  16m 24s  33m 15s  49m 39s  1h 09m 49s
 5.  Jelena Prokopcuka  LAT  16m 24s  33m 22s  49m 56s  1h 10m 14s
 6.  Misaki Kato  JPN  16m 43s  33m 39s  50m 15s  1h 10m 44s
 7.  Lisa Stublic  CRO  16m 43s  33m 58s  51m 26s  1h 13m 00s
 8.  Ayaka Hitomi  JPN  17m 04s  34m 32s  51m 41s  1h 13m 09s
 9.  Jessica Augusto  POR  17m 00s  34m 44s  52m 16s  1h 13m 51s
 10.  Jilly Woodthorpe  GBR  17m 23s  35m 18s  52m 44s  1h 14m 31s

Auch bei den Damen lief es auf einen prestigeträchtigen Dreikampf heraus:
- Priscah Jeptoo (29 Jahre, Marathon Olympiazweite in London 2012, Weltmeisterschaftszweite 2011 und Siegerin London Marathon 2013)
- Meseret Defar (29 Jahre, 5000m Olympiasiegerin in Athen 2004 und London 2012, 5000m Weltmeisterin 2007+2013)
- Tirunesh Dibaba (27 Jahre, 10000m Olympiasiegerin in Peking 2008 und London 2012, 5000m Olympiasiegerin in Peking 2008, 10000m Weltmeisterin 2005+2007+2013 und 5000m Weltmeisterin 2003+2005)

Wie bei den Herren war es auch hier der Kampf zwischen einer Marathonläuferin und zwei Langstreckenläuferinnen von der Bahn, die sich auf der mittleren Distanz treffen. Dibaba hätte in diesem April beim London Marathon ihr Marathondebüt geben wollen. Wegen einer Verletzung verschob sie dieses aber auf den London Marathon 2014. Im letzten Jahr gab Dibaba ihr Halbmarathondebüt beim Great North Run und siegte.
Zwischen den Äthiopierinnen Defar und Dibaba herrscht eine grosse Rivalität. 2006 stellte Defar den Weltrekord über 5000m auf. Seit 2008 hat Dibaba diesen Weltrekord inne. Sie gehen sich zumeist aus dem Weg und treffen nur an internationalen Meisterschaften aufeinander. Aber selbst dies wurde an den Weltmeisterschaften in Moskau 2013 (vom äthiopischen Verband) umgangen. Defar startete nur über 5000m und wurde Weltmeisterin. Dibaba startete nur über 10000m und wurde ebenfalls Weltmeisterin. Bei Leichtathletikmeeting Weltklasse Zürich kurz nach der WM starteten sie aber beide über 5000m als Defar im ersten Vergleich des Jahres siegte.

Wie in diversen Sportarten (z.B. auch im Langlauf) zu beobachten ist, laufen die Damen früh ihr eigenes Rennen, während die Herren über längere Zeit in einer Gruppe zusammenbleiben. Ein Alleinflüchtiger würde sich der Meute aussetzen, was ein zu grosses Risiko darstellt. Bei den Damen scheint dies aber zu funktionieren. Kurz vor 15km hängte Jeptoo Titelverteidigerin Dibaba ab. Nur wenig später auch Defar. Die Kenianerin verpasste den Streckenrekord von Marathonweltrekordhalterin Paula Radcliffe aus dem Jahr 2003 um winzige fünf Sekunden. Die Zeiten des Great North Runs finden allerdings keine Aufnahme in die Rekordbücher des internationalen Leichtathletikverbands IAAF, da das Ziel in South Shields tiefer liegt als der Start in Newcastle.

 

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