Miami 2013

zurück zur Übersicht         Last updated: 08.08.2017
Herren, Herren, Herren - Haas, Djokovic, Murray, Bellucci, Tomic, Janowicz, Melzer, Granollers, Kamke, Kohlschrieber, Goffin, Nalbandian

 

Im Herrenturnier fehlten nach der frühzeitigen Absage von Federer und der kurzfristigen Absage von Indian Wells-Sieger Nadal zwei der vier Superstars. Speziell bitter wirkte sich das auf das Tagesprogramm am Freitag der ersten Turnierwoche aus. Das erste Match zwischen der an zwei gesetzten Azarenka und Keys wurde zu Davis-Keys, da die Weissrussin verletzungsbedingt zurückzog. Das zweite Match zwischen dem an drei gesetzten Ferrer und Tursunov wurde durch Benneteau-Blake ersetzt, da Tursunov verletzungsbedingt nicht antrat. Später am Tag waren dann doch noch Del Potro, Sharapova und Djokovic im Einsatz.
Mit den Südamerikanern auf und neben den Plätzen fanden in Miami aber stimmungsvolle Begegnungen statt.

Herren Einzel Hauptfeld
 1. Runde  2. Runde  3. Runde  4. Runde  Viertelfinal  Halbfinal  Final
 Novak Djokovic (1) -
 bye
 .
 Novak Djokovic (1) -
 Lukas Rosol
 6:1 6:0
 Novak Djokovic (1) -
 Somdev Devvarman
 6:2 6:4
 Tommy Haas (15) -
 Novak Djokovic (1)
 6:2 6:4
 Tommy Haas (15) -
 Gilles Simon (11)
 6:3 6:1
 David Ferrer (3) -
 Tommy Haas (15)
 4:6 6:2 6:3
 Andy Murray (2) -
 David Ferrer (3)
 2:6 6:4 7:6
 Alexandr Dolgopolov (19) -
 bye
 .
 Alexandr Dolgopolov (19) -
 Nikolay Davydenko
 6:2 6:3
 Tommy Haas (15) -
 Alexandr Dolgopolov (19)
 6:3 6:2
 Tommy Haas (15) -
 bye
 .
 Tommy Haas (15) -
 Igor Sijsling
 6:0 5:7 6:3
 Horacio Zeballos -
 Thiemo De Bakker (Q)
 6:1 3:6 6:3
 Kevin Anderson (26) -
 Horacio Zeballos
 6:3 7:6
 
 Marcel Granollers (31) -
 bye
 .
 Jürgen Melzer -
 Marcel Granollers (31)
 6:3 6:4
 Jürgen Melzer -
 Tobias Kamke
 6:7 6:3 6:4
 Jürgen Melzer -
 Albert Ramos
 2:6 6:3 6:3
 David Ferrer (3) -
 Jürgen Melzer
 4:6 6:3 6:0
 Jürgen Melzer -
 Ricardas Berankis
 3:6 6:3 7:6
 Tobias Kamke -
 Blaz Kavcic
 7:6 6:3
 Tobias Kamke -
 Juan Martin Del Potro (5)
 7:6 6:1
 Philipp Kohlschreiber (18) -
 bye
 .
 David Goffin -
 Philipp Kohlschreiber (18)
 7:6 4:6 6:2
 Nicolas Almagro (10) -
 David Goffin
 6:3 6:4
 Richard Gasquet (8) -
 Nicolas Almagro (10)
 6:7 7:5 7:6
 Richard Gasquet (8) -
 Tomas Berdych (4)
 6:3 6:3
 Andy Murray (2) -
 Richard Gasquet (8)
 6:7 6:1 6:2
 David Goffin -
 Robin Haase
 7:6 3:6 6:1
 Viktor Troicki -
 Pablo Andujar
 6:2 6:3
 Jo-Wilfried Tsonga (6) -
 Viktor Troicki
 7:6 6:3
 Jo-Wilfried Tsonga (6) -
 Jarkko Nieminen
 6:3 6:3
 Marin Cilic (9) -
 Jo-Wilfried Tsonga (6)
 7:5 7:6
 Andy Murray (2) -
 Marin Cilic (9)
 6:4 6:3
 Jarkko Nieminen -
 David Nalbandian
 2:6 6:4 6:3
 Jarkko Nieminen -
 Martin Klizan (27)
 6:2 6:2
 Thomaz Bellucci -
 Daniel Brands (L)
 2:6 6:4 6:2
 Thomaz Bellucci -
 Jerzy Janowicz (21)
 7:6 3:6 6:3
 Andreas Seppi (16) -
 Thomaz Bellucci
 7:5 4:6 6:2
 Andy Murray (2) -
 Andreas Seppi (16)
 6:2 6:4
 Jerzy Janowicz (21) -
 bye
 .
 Bernard Tomic -
 Marc Gicquel
 7:5 7:6
 Andy Murray (2) -
 Bernard Tomic
 6:3 6:1
 Andy Murray (2) -
 Grigor Dimitrov (29)
 7:6 6:3
 Andy Murray (2) -
 bye
 .


Tommy Haas (ATP 18), Novak Djokovic (ATP 1)
Es war der grosse Moment von Tommy Haas. Der 34-jährige Hamburger hat in seiner Karriere zusammengezählt mehrere Jahre wegen langwierigen Verletzungen verpasst. Vor allem seine Schulter stellte ihn vor grosse Geduldsproben. Der Hamburger ist ein Zögling von Nick Bollettieri. Er war mit 11 Jahren erstmals in dessen Akademie und lebt daher seit seinem 13. Lebensjahr in Bradenton in Florida. Sein zweiter Wohnsitz ist Los Angeles in Kalifornien, wo er wegen seiner Lebenspartnerin und Hollywood-Schauspielerin Sara Foster und der gemeinsamen zweijährigen Tochter Valentina lebt. Vor drei Jahren hat Haas die Staatsbürgerschaft der Vereinigten Staaten von Amerika erhalten. Quasi vor der Haustüre in Miami und unter den Augen von Bollettieri feierte der ehemalige Weltranglistenzweite seinen allerersten Sieg über eine Nummer 1 der Welt. Auf den Bildern ist er beim gemeinsamen Training mit Djokovic zu sehen. In der vierten Runde besiegte er später den Serben deutlich in zwei Sätzen.


Andy Murray (ATP 3) - Bernard Tomic (ATP 45)
Ein weiteres Mal wurde der ambitionierte Tomic von einem der absoluten Topspieler klar in die Schranken verwiesen. Bereits mit 20 Jahren gibt der Australier Interviews wie "Ich wäre ein besserer Tennisspieler, wenn ich den Fokus mehr auf das Training legen würde." Zu Beginn des Jahres hatte er in Brisbane seinen ersten ATP-Turniersieg gefeiert. Vorausschauend auf seine Karriere ist er wohl ein Spieler für einzelne grosse Ausrufezeichen als für konstant gute Leistungen.
Im Porsche Panamera sass Andy Murray auf dem Beifahrersitz, auch wenn das auf dem Bild 1 leider nicht zu erkennen ist.

Thomaz BellucciJerzy JanowiczJerzy JanowiczThomaz Bellucci
Thomaz Bellucci (ATP 40) - Jerzy Janowicz (ATP 24)
Bei südamerikanischer Beteiligung war die Stimmung auf Court 1 am Kochen. Da Belluccis polnischer Gegner Janowicz zumindest auf dem Tennisplatz nicht gerade der unkomplizierteste Zeitgenosse ist, heizte dieser die Stimmung mit dem Kritisieren von Schiedsrichterentscheidungen umso mehr an. Der 22-jährige aus Lodz hatte sich mit der Finalqualifikation am Masters Series-Turnier in Paris im letzten November ins Rampenlicht und die vorderen Positionen der Weltrangliste gespielt. Dabei profitierte der damals als Qualifikant gestartete Janowicz vom sehr schwach besetzten Turnier, weil sich alle Stars mehr oder minder für die ATP World Tour Finals in der Folgewoche in London schonten. Aber von dieser guten Ausgangslage hätten auch etwa vierzig andere Spieler profitieren können, die das im Gegensatz zum Polen nicht hatten umsetzen können.
Der gefeierte und belagerte Sieger der hartumkämpften Partie ist im Bild 9 irgendwo weit vorne zu erkennen. Bellucci ist derjenige mit dem gelben Leibchen in der Nähe des blauen Sonnenschirms.

 

Marcel GranollersMarcel GranollersJürgen MelzerJürgen Melzer
Jürgen Melzer (ATP 42) - Marcel Granollers (ATP 35)
Wenn Melzer mit Selbstvertrauen spielt, dann hat er eine gewisse unausstehliche Art an sich. Dank dem Sieg am Challengerturnier in Dallas in der Vorwoche kam der 31-jährige Wiener mit dem nötigen Selbstvertrauen nach Miami.
Wobei er bei einer Schiedsrichterentscheidung wohl schon im Recht war mit seinem Einwand. Sein Ball wurde an der gegnerischen Grundlinie relativ spät Aus gegeben und keiner der Beteiligten wirkte sehr überzeugt davon. Darauf ging Melzer zum Stuhlschiedsrichter und sagte nacheinander über den Linienrichter, den Gegner und den Stuhlschiedsrichter: "His reaction, his reaction and your reaction: you have no idea what you're talking about". Das war zwar unhöflich, aber er traf es wohl ziemlich genau auf den Punkt.

Jürgen MelzerTobias Kamke
Jürgen Melzer (ATP 42) - Tobias Kamke (ATP 89)
Am meisten regte mich auf, dass sich Melzer-Coach Alexander Waske (Bild 2) wie bereits in der ersten Runde ins Publikum setzte und den leeren Platz vor sich verteidigte und sämtliche ankommenden Zuschauer mit bösen Blicken verjagte, damit sein Schützling und er direkten Blickkontakt aufbauen konnten. Es gibt eine offizielle Coachingzone, in der sich Waske hätte aufhalten müssen. Rechts hinter ihm sitzt übrigens Melzers Ehefrau Iveta Benesova (Bild 2).
In der Partie gegen Granollers hatte es zumeist Crossduelle mit der Vorhand des Linkshänders Melzer gegen die Rückhand des Rechtshänders Granollers gegeben. Im Spiel gegen den Rechtshänder Kamke waren die Ballwechsel etwas vielseitiger. Anfangs des zweiten Satzes war Melzers Blick völlig leer (Bild 3). Das achte Match innert zwei Wochen hinterliess seine Spuren. Der 26-jährige Deutsche Kamke gewann nach seinem überraschenden Erfolg in der zweiten Runde gegen Del Potro auch in diesem Match die Oberhand. In dieser Phase war für Melzer die Unterstützung seines Teams wichtig. Irgendwie schaffte er es diese fast aussichtslose Phase schadlos zu überstehen. Später war er körperlich und mental wieder da und konnte das Match drehen. Im Tennis kann das Auf und Ab sehr schnell wechseln und deshalb ist es sehr wichtig, die Tiefs möglichst gut zu überstehen und die Hochs auch resultatmässig gleich umzusetzen.


Jarkko Nieminen (ATP 49) - David Nalbandian (ATP 124)
Um das grosse Stadion in der ersten Runde, wo die Gesetzten noch nicht im Einsatz stehen zumindest etwas zu füllen, setzten die Organisatoren mit Nalbandian einen Südamerikaner und bekannten Namen auf den Spielplan. Kaum zu glauben dass der 31-jährige aus Cordoba seine Satzführung und den Vorsprung mit Doppelbreak im zweiten Satz (Bild 5) tatsächlich noch vergab. In nun zwölf Teilnahmen in Miami kam der Argentinier einmal ins Halbfinale und ansonsten nie über die dritte Runde hinaus.

Nachtrag Oktober 2013: Mit 31 Jahren beendet Nalbandian seine Karriere.

Philipp KohlschreiberPhilipp KohlschreiberDavid Goffin
David Goffin (ATP 47) - Philipp Kohlschreiber (ATP 21)
Der 22-jährige Goffin hat mittlerweile den Status, dass sein Potential auf der ATP-Tour erkannt wurde, aber dass er sich auf dieser noch etablieren muss. Mit seinem Satzgewinn vor knapp einem Jahr in der vierten Runde der French Open als Qualifikant gegen Federer hatte der Belgier erstmals auf sich aufmerksam gemacht. Mit dem sieben Jahre älteren Kohlschreiber traf er auf einen Gegner, der die Phase des Etablierens lange hinter sich hat. Der vierfache ATP-Turniersieger zeigte im ersten Satz allerdings ungewohnte Schwächen. Er scheiterte an der Aufgabe, als er den ersten Satz hätte ausservieren sollen.

Horacio Zeballos
Alexandr Dolgopolov (ATP 22), Viktor Troicki (ATP 44), Horacio Zeballos (ATP 39)
Dolgopolovs Spiel ist so unberechenbar, dass man sich immer fragen muss ob der Ukrainer heute einen guten oder schlechten Tag einziehen wird. Diese Voraussetzungen werden dem 24-jährigen aus Kiev in seiner Karriere wohl den Sprung in die Top 10 vermiesen.

 

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