French Open 2012, Paris

zurück zur Übersicht         Last updated: 16.03.2014

Herrenmatches - Dimitrov-Young, Stakhovsky-Dolgopolov, Seppi-Davydenko, Wawrinka, Del Potro, Tsonga, Murray

 

Herrenmatches an Grand Slam-Turnieren zu verfolgen benötigt einiges an Ausdauer. Einerseits weil Best of Five gespielt wird. Andererseits weil man schon anstehen und kämpfen muss, um es überhaupt in die Zuschauerränge zu schaffen. Deshalb muss man selektiv vorgehen. Vor allem in Paris, wo man auf den Aussenplätzen nur über geringe Kapazitäten verfügt. Vor diesem Hintergrund bin ich mit der Wahl und der Qualität der erlebten Spiele sehr zufrieden.

Herren Einzel
 1. Runde  2. Runde  3. Runde  4. Runde  Viertelfinale
 Andreas Seppi (22) -
 Nikolay Davydenko
 6:3 7:6 7:5
 Andreas Seppi (22) -
 Mikhail Kukushkin
 6:7 6:2 2:6 6:1 6:2
 Andreas Seppi (22) -
 Fernando Verdasco (14)
 7:5 3:6 6:3 4:6 6:2
 Novak Djokovic (1) -
 Andreas Seppi (22)
 4:6 6:7 6:3 7:5 6:3
 Novak Djokovic (1) -
 Jo-Wilfried Tsonga (5)
 6:1 5:7 5:7 7:6 6:1
 Stanislas Wawrinka (18) -
 Flavio Cipolla
 6:3 6:3 4:6 3:6 6:2
 Stanislas Wawrinka (18) -
 Pablo Andujar
 7:6 6:7 6:2 6:1
 Stanislas Wawrinka (18) -
 Gilles Simon (11)
 7:5 6:7 6:7 6:3 6:2
 Jo-Wilfried Tsonga (5) -
 Stanislas Wawrinka (18)
 6:4 7:6 3:6 3:6 6:4
 Jo-Wilfried Tsonga (5) -
 Andrey Kuznetsov (Q)
 1:6 6:3 6:2 6:4
 Jo-Wilfried Tsonga (5) -
 Cedrik-Marcel Stebe
 6:2 4:6 6:2 6:1
 Jo-Wilfried Tsonga (5) -
 Fabio Fognini
 7:5 6:4 6:4
 Juan Martin Del Potro (9) -
 Albert Montanes
 6:2 6:7 6:2 6:1
 Juan Martin Del Potro (9) -
 Edouard Roger-Vasselin
 6:7 7:6 6:4 6:4
 Juan Martin Del Potro (9) -
 Marin Cilic (21)
 6:3 7:6 6:1
 Juan Martin Del Potro (9) -
 Tomas Berdych (7)
 7:6 1:6 6:3 7:5
 Roger Federer (3) -
 Juan Martin Del Potro (9)
 3:6 6:7 6:2 6:0 6:3
 Sergiy Stakhovsky -
 Alexandr Dolgopolov (16)
 6:7 6:4 7:6 3:6 6:3
 Tommy Haas (Q) -
 Sergiy Stakhovsky
 6:2 6:3 6:2
 Richard Gasquet (17) -
 Tommy Haas (Q)
 6:7 6:3 6:0 6:0
 Andy Murray (4) -
 Richard Gasquet (17)
 1:6 6:4 6:1 6:2
 David Ferrer (6) -
 Andy Murray (4)
 6:4 6:7 6:3 6:2
 Grigor Dimitrov -
 Donald Young
 7:6 6:1 6:1
 Richard Gasquet (17) -
 Grigor Dimitrov
 5:7 7:5 6:2 6:3
 Andy Murray (4) -
 Tatsuma Ito
 6:1 7:5 6:0
 Andy Murray (4) -
 Jarkko Nieminen
 1:6 6:4 6:1 6:2
 Andy Murray (4) -
 Santiago Giraldo
 6:3 6:4 6:4

Grigor DimitrovGrigor DimitrovDonald Young
Grigor Dimitrov (ATP 87) - Donald Young (ATP 51)
Zwei Junioren-Grand Slam-Sieger trafen auf Court 6 aufeinander. Der 21-jährige Bulgare Dimitrov, der 2008 Wimbledon und die US Open gewonnen hatte sowie der 22-jährige Young aus den USA, der seinen Erfolg bereits 2005 an den Australian Open gefeiert hatte. Bei Dimitrov wird wohl noch oft der Ausdruck vom "nächsten Federer" fallen, da er in seinen Bewegungen wie auf Bild 3 zu sehen ist sehr an den 16-fachen Grand Slam-Sieger erinnert. Wenn ich dem Linkshänder Young ins Gesicht schaute, fragte ich mich jedesmal an wen er mich erinnert und ich kam auf diverse Antworten. Es muss wohl eine Kombination aus Andre Agassi, Mike Wilbon und George Michael sein. Liegt wohl am Bart.
Das violette Klebeband am Hals sah nicht nur einschränkend aus, sondern war es wohl auch. Da handelte es sich um einen schmalen Grad zwischen medizinischem Hilfsmittel und mentaler Blockade. Bei 4:5 hatte sich das Band aber ohnehin bereits etwas gelöst (Bild 6) und in der Pause bei 5:6 entfernte Dimitrov das Band. Danach spielte er befreit auf. Er gewann den Tie-Break und gab in den nächsten beiden Sätzen nur noch jeweils ein Game ab.

Sergiy StakhovskySergiy StakhovskyJack ReaderAlexandr Dolgopolov
Sergiy Stakhovsky (ATP 84) - Alexandr Dolgopolov (ATP 19)
Als Zuseher empfindet man Dolgopolov als einen unheimlich talentierten und unterhaltsamen Spieler, der aber zu unkonzentriert wirkt. Jeder Satzverlust wirkt unnötig. Stakhovsky konnte als Landsmann in die empfindliche Stelle Dolgopolovs stechen, in dem er dessen Spiel gut las. So brachte er ihn zum Nachdenken, was Gift für dessen Spiel ist. Stakhovsky seinerseits zog sein Spiel durch und griff nach jedem ersten Aufschlag an und stiess konsequent ans Netz vor. Auf Bild 2 sieht der Ukrainer übrigens etwas wie seine Arbeitskollegin Victoria Azarenka aus. Eine Liason gibt es aber keine zwischen den beiden. Die Weltranglistenerste ist mit einem anderen Ukrainer zusammen: Mit Sergei Bubka Junior.
Nachdem der 23-jährige Dolgopolov im vierten Satz aufgedreht und diesen zu seinen Gunsten entschieden hatte, wurde die Partie auf dem engen Court 14 wegen Dunkelheit unterbrochen. Dolgopolov schien nun klar die Oberhand inne zu haben. Doch tags darauf bei der Wiederaufnahme sicherte sich der 26-jährige Stakhovsky den Sieg.

Andreas SeppiAndreas SeppiNikolay Davydenko
Andreas Seppi (ATP 25) - Nikolay Davydenko (ATP 47)
Seppi erinnert mich vom Aussehen her etwas an Dirk Nowitzki. So wie der NBA-Star sein Team im letzten Jahr zum ersten Titelgewinn führte, so reitet auch der 28-jährige Italiener auf einer persönlichen Erfolgswelle. Zu Beginn der French Open ist er mit Rang 25 so gut klassiert wie nie zuvor. Demgegenüber blieben die grossen Erfolge für den ungesetzten Davydenko in den letzten Monaten aus. Der Wille ist beim 31-jährigen zwar immer erkennbar, doch in dieser Partie fehlte mir das letzte Feuer. Das Selbstvertrauen fehlte und er begann mit etwas sich zu hadern. Das war natürlich auch ein Verdienst des Italieners, der auf dem Court 17 eine starke Partie zeigte. So wie auch im weiteren Verlauf des Turniers, als er Verdasco besiegte und den topgesetzten Djokovic mit einer 2:0-Satzführung in Verlegenheit brachte. Die ganz grosse Sensation blieb ihm aber verwehrt.

Stanislas WawrinkaStanislas WawrinkaFlavio CipollaFlavio Cipolla
Stanislas Wawrinka (ATP 21) - Flavio Cipolla (ATP 75)
Der direkte Vergleich ist augenscheinlich. Nach dem Damenmatch von Larsson sahen wir uns vom gleichen Sitzplatz aus Wawrinka an. Gleiches taten wir nach dem Match von Watson, als wir für Dimitrov blieben. Die unterschiedliche Athletik, Schlaghärte, Technik und Taktik zwischen Damen und Herren ist beeindruckend.
Unter den Augen von Davis Cup-Captain Severin Lüthi machte sich Wawrinka an Werk. Cipolla bewegte sich gut und verteidigte sich mit meist gebeugten Knien stark. Der bessere Spieler war aber der Schweizer und so verliessen wir das Match auf Court 7 im zweiten Satz. Als ob wir es gewusst hätten, wurde Wawrinka seinem Ruf aber gerecht und gab unnötig die Sätze drei und vier ab, um den Italiener schliesslich erst über die volle Distanz zu besiegen. In seinen vier Partien in Roland Garros spielte der Romand in diesem Jahr neunzehn von zwanzig möglichen Sätzen. Der look-alike Contest geht weiter: Cipolla gleicht Adriano Celentano.

Juan Martin Del Potro
Juan Martin Del Potro (ATP 9) - Albert Montanes (ATP 65)
Beim Argentinier ist es schwer zu interpretieren, ob und wie stark ihn sein Knie beeinflusst. Wenn ein Verband festgezurrt ist, dann bewegt man sich zwischen den Punkten automatisch etwas eingeschränkter. Und der Argentinier nimmt selbst wenn er gesund ist immer vorsichtige Schritte und bewegt sich eher behäbig. Er selbst wollte während des gesamten Turnierverlaufs nie eine Verletzung als Begründung anführen und lehnte dies sogar vehement ab. Gegen Montanes sahen wir ein attraktives Match.


Jo-Wilfried Tsonga (ATP 5) - Andrey Kuznetsov (ATP 160)
Mit einem absoluten Fehlstart eröffnete Tsonga seine French Open-Kampagne auf dem Court Philippe Chatrier. Nach dem fehlerhaften 1:6 im ersten Satz konnte der Franzose aber das Zepter übernehmen. Kuznetsov konnte ihn ab diesem Zeitpunkt nicht mehr in Bedrängnis bringen.

Tatsuma Ito
Andy Murray (ATP 4) - Tatsuma Ito (ATP 68)
Auf dem Court Suzanne Lenglen trat der 24-jährige Ito erst zu seinem dritten Grand Slam-Turnier an. Das Spiel des Japaners ist insofern attraktiv, als sein Körper nahezu bei jedem Schlag vom Boden abhebt. Den schottischen Weltranglistenvierten konnte dies aber nicht beunruhigen und er hatte seine Auftaktpartie im Griff.

 

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