WTA Championships 2012, Istanbul

zurück zur Übersicht         Last updated: 18.08.2013
Sight Seeing - Istanbul

 

Ich war gespannt auf das aufstrebende Istanbul. Den Brückenkopf zwischen der Islamischen und der Westlichen Welt. Der neben Tokio und Madrid dritten Kandidatenstadt für die Olympischen Sommerspiele im Jahr 2020. Doch Istanbul befindet sich für mich noch lange nicht auf der Höhe, auf welche es hochgejubelt wird.


Flug Zürich - Istanbul
Turkish Airlines führt den Werbefeldzug des Landes an. Die zu 49% vom Staat gehaltene Fluggesellschaft sponsert den FC Barcelona, Manchester United und ist Namensgeberin für die Turkish Airlines Euroleague Basketball. Wir flogen mit Turkish Airlines nach Istanbul, um das Angebot etwas zu testen. Der Höhepunkt war eine kleine Menükarte, in der die beiden Menüs des Fluges aufgeführt waren. Die Negativpunkt war die Anflugroute auf den Flughafen Istanbul, die über das Schwarze Meer weit in den Osten über Istanbul hinaus führte. Das ist alles andere als effizient, liegt aber wohl eher am Flughafen als an der Airline.


Aksaray, Laleli Üniversite, Beyazit
Unser Hotel lag in Aksaray. Dieser Stadtteil liegt einerseits an der Endstation der Metro und bot so den Anschluss zu dem am Westende der Stadt gelegenen Sinan Erdem Spor Salonu, wo ab dem späteren Nachmittag jeweils die WTA Championships ausgetragen wurden. Andererseits gibt es dort auch einen Tramanschluss, der in Richtung Osten in das Stadtzentrum führte.
Fünf Minuten nachdem wir in Aksaray angekommen waren und auf dem Fussmarsch zum Hotel waren, wies mich mein Bruder auf die Männergesellschaft in Istanbul hin. Mir war das noch nicht aufgefallen, aber er hatte recht. Vier von fünf Personen auf den Strassen waren Männer. Am Flughafen oder im Hotel wurden viele Aufgaben von Männern erledigt, die bei uns durch Frauen besetzt wären. Die Restaurants und Bars hinter dem Hotel gefüllt mit russischen und sonstigen Prostituierten zeigten dann das unausgewogene Gesellschaftsbild schonungslos auf.


Goldenes Horn, Galataturm
Am späteren Nachmittag und gegen Abend taucht die Sonne den Anblick vom Südufer des Goldenen Horns aus über die Galatatbrücke zum Galataturm im Norden in ein wunderbares Licht.


Eminönü, Galataturm
Auf den Bildern sehe ich zwar keine Menschenmassen, aber mir kam es besonders in der Region Eminönü bei der Endstation des Trams so vor. Dazu kommt die lautstarke Beschallung durch die Minarette. Eine Stadt mit 13 Millionen Einwohnern, die über ein unzureichendes Transportsystem verfügt. Die Bucht des Goldenen Horns und die Meerenge des Bosporus verschärfen dieses Problem zusätzlich.


Galatabrücke
Über die Fischqualität in der Metropole Istanbul möchte ich hier nicht spekulieren. Die Angler auf der Galatabrücke geben jedenfalls ein eindrückliches Bild ab.


Galataturm
Mit Bild 2 in Richtung Südosten gestartet, blicken wir bis Bild 11 im Uhrzeigersinn von der Blauen Moschee über das Goldene Horn zu den neuen Hochhäusern im Norden und weiter über den Bosporus in den weiter entfernt gelegenen asiatischen Teil der Stadt.


Hagia Sophia
Im Jahr 660 vor Christus gründeten die Griechen die Stadt Byzanz. Nachdem die Römer die Stadt eingenommen hatten, benannten sie diese im Jahr 330 nach Christus in Konstantinopel um. Die Stadt wurde zur Hauptstadt des Oströmischen Reiches. Zwei Jahrhunderte später wurde die Kirche Hagia Sophia gebaut. Im Jahr 1453 eroberten die Osmanen die Stadt, die daraufhin ihren heutigen Namen Istanbul erhielt. Die Hagia Sophia wurde in eine Moschee umfunktioniert. Seit dem Jahr 1931 ist die Hagia Sophia ein Museum.


Hagia Sophia
Auf der linken Seite wurde die Hagia Sophia renoviert. Auf der rechten Seite blieb der Glanz abgeblättert.


Blaue Moschee
Die Sultan-Ahmet-Moschee haben wir uns nur von aussen betrachtet. Das Prozedere mit Schuhe ausziehen und hineingehen haben wir uns erspart. Ins Auge gestochen sind mir die Postkarten auf Bild 8: Wie schnell es doch möglich ist einen wolkenlosen Himmel in einen mit Schäfchenwolken übersäten Himmel zu verwandeln.


Kabatas, Besiktas
Wir erkundeten etwas den Norden Istanbuls bevor es mit der Fähre auf den asiatischen Teil gehen sollte.


Taksim-Platz
Ich musste meinem Bruder recht geben, dass es in der Region um Besiktas und Kabatas nicht viel zu sehen gab. Dennoch wollte ich den Hügel hinauf, denn da waren auf meinem Stadtplan Grünflächen, Parks und ein Platz eingezeichnet. Die Parks waren sehr unspektakulär und vornehmlich einfach grün, aber keine richtigen Parks. Den Taksim-Platz fand ich dann doch noch eine lohnende Errungenschaft nach einem so langem Fussmarsch.

Nachtrag Mai 2013: Wer konnte denn schon ahnen, dass nur ein halbes Jahr danach durch grosse Proteste gegen Bauvorhaben rund um diesen Taksim-Platz eine türkische Staatskrise ausgelöst würde und der Taksim-Platz in keiner Nachrichtensendung fehlen würde.


Kabatas, Bosporus (Europa)
Mit dem regulären Fährverkehr kann man für wenig Geld die Überquerung auf den anderen Kontinent vornehmen.


Üsküdar, Bosporus (Asien)
Die Bosporus-Brücke (Bilder 4 und 5 sowie im oberen Abschnitt Bild 6) ist eine von nur zwei Brücken, die den westlichen und den östlichen Teil Istanbuls miteinander verbindet. Neben diesen beiden Brücken für den Strassenverkehr sind die einzigen Alternativen Passagierfähren oder Frachtschiffe. Dem Verkehrsproblem soll der Bosporus-Tunnel "Marmaray" Abhilfe schaffen. Es handelt sich dabei um einen Eisenbahntunnel, der tagsüber Passagiere mit der S-Bahn und nachts die Fracht in Fernverkehrszügen durch die Meeresenge zwischen den Kontinenten schleusen soll. Mit dem Bau wurde im Jahr 2004 begonnen. Die Fertigstellung soll nach dem ursprünglich für das Jahr 2008 angedachten Termin nun in 2013 stattfinden.


Üsküdar, Bosporus, Eminönü
Das reizvolle am asiatischen Teil ist aus touristischer Sicht die Tatsache, dass man gerade von Europa nach Asien überschifft hat. Abgesehen vom Leanderturm (Bild 5), den Blicken auf die europäische Seite und der netten Schiffsfahrt gibt es an der Promenade von Üsküdar nicht so viel zu erkunden.


Topkapi-Palast
Am tennisfreien Montag nahmen wir uns Zeit für die Besichtigung des Wohn- und Regierungssitzes der ehemaligen Sultane. Ich würde es nett nennen, aber Wörter wie atemberaubend kommen mir nicht über die Lippen.


Transportsysteme, Infrastruktur
Da stehen Handkarren an den Strassen herum und junge Männer warten darauf, bis sie von der Baustelle oder einem Geschäft einen Auftrag erhalten, um etwas zu transportieren. Eine aufstrebende Wirtschaftsmetropole stelle ich mir anders vor.


Flug Istanbul - Zürich
Beim Anflug auf den Flughafen Zürich sind die Wasserdampfsäulen von zwei Kernkraftwerken über der mit leichtem Schnee bedeckten Schweiz zu erkennen.

 

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