Wimbledon 2011, London

zurück zur Übersicht         Last updated: 03.07.2011

Die Favoriten - Nadal, Federer, Djokovic, Murray

 

Das Halbfinale in Roland Garros war ein Treffen der Top 4 gewesen. Bei den Australian Open war es nur durch Nadals Verletzung im Viertelfinale verhindert worden. Die Top 4 sind auch die Favoriten für Wimbledon. Wer von ihnen die Nase vorn hat, ist sehr schwer zu beurteilen. Es bleibt nichts anderes übrig, als die Halbfinals und das Finale abzuwarten.

Herren Einzel
 1. Runde  2. Runde  3. Runde  4. Runde  Viertelfinal  Halbfinal  Final
 Rafael Nadal (1) -
 Michael Russell
 6:4 6:2 6:2
 Rafael Nadal (1) -
 Ryan Sweeting
 6:3 6:2 6:4
 Rafael Nadal (1) -
 Gilles Muller (W)
 7:6 7:6 6:0
 Rafael Nadal (1) -
 Juan Martin Del Potro (24)
 7:6 3:6 7:6 6:4
 Rafael Nadal (1) -
 Mardy Fish (10)
 6:3 6:3 5:7 6:4
 Rafael Nadal (1) -
 Andy Murray (4)
 5:7 6:2 6:2 6:4
 Novak Djokovic (2) -
 Rafael Nadal (1)
 6:4 6:1 1:6 6:3
 Andy Murray (4) -
 Daniel Gimeno-Traver
 4:6 6:3 6:0 6:0
 Andy Murray (4) -
 Tobias Kamke
 6:3 6:3 7:5
 Andy Murray (4) -
 Ivan Ljubicic
 6:4 4:6 6:1 7:6
 Andy Murray (4) -
 Richard Gasquet (17)
 7:6 6:3 6:2
 Andy Murray (4) -
 Feliciano Lopez
 6:3 6:4 6:4
 Ivan Ljubicic -
 Marin Cilic (27)
 7:6 3:6 6:3 6:4
 Ivan Ljubicic -
 Sergiy Stakhovsky
 6:4 6:4 6:2
 David Nalbandian (28) -
 Julian Reister
 7:5 6:2 6:3
 David Nalbandian (28) -
 Andreas Haider-Maurer
 6:3 3:6 6:4 6:4
 Roger Federer (3) -
 David Nalbandian (28)
 6:4 6:2 6:4
 Roger Federer (3) -
 Mikhail Youzhny (18)
 6:7 6:3 6:3 6:3
 Jo-Wilfried Tsonga (12) -
 Roger Federer (3)
 3:6 6:7 6:4 6:4 6:4
 Novak Djokovic (2) -
 Jo-Wilfried Tsonga (12)
 7:6 6:2 6:7 6:3
 Roger Federer (3) -
 Mikhail Kukushkin
 7:6 6:4 6:2
 Roger Federer (3) -
 Adrian Mannarino
 6:2 6:3 6:2
 Marcos Baghdatis (32) -
 James Blake
 6:4 6:2 6:7 4:6 6:4
 Marcos Baghdatis (32) -
 Andreas Seppi
 6:4 7:6 7:5
 Novak Djokovic (2) -
 Marcos Baghdatis (32)
 6:4 4:6 6:3 6:4
 Novak Djokovic (2) -
 Michael Llodra (19)
 6:3 6:3 6:3
 Novak Djokovic (2) -
 Bernard Tomic (Q)
 6:2 3:6 6:3 7:5
 Novak Djokovic (2) -
 Jeremy Chardy
 6:4 6:1 6:1
 Novak Djokovic (2) -
 Kevin Anderson
 6:3 6:4 6:2


Rafael Nadal - Michael Russell
Der Titelverteidiger darf das Turnier am Montag auf dem Centre Court eröffnen. In 2009 konnte dies Nadal nicht tun, weil er an einer Knieverletzung litt. Damit hatte Federer das Turnier seit 2004 immer eröffnet. In diesem Jahr war es aber am spanischen Titelverteidiger, als Erster auf dem jungfräulichen Rasen anzutreten. Er tat dies souverän. Sein Gegner streute ab und zu Flugeinlagen ein und gestaltete die Angelegenheit unterhaltsam. Nadal ist in Wimbledon seit der Finalniederlage 2007 gegen Federer unbesiegt.


Roger Federer - Mikhail Kukushkin
Kukushkin war mit seinem Sieg über Wawrinka im letzten September mitverantwortlich gewesen für den Davis Cup-Abstieg der Schweiz ohne Federer in Kasachstan. Federer selbst zeigte gegen Kukushkin in Wimbledon keine Blösse und bot eine unterhaltsame Vorstellung. Auch der Kasache machte seine Sache gut.


Roger Federer - David Nalbandian
Auf der ATP-Tour stand es vor dem Match 10:8 für Federer gegen Nalbandian im Duell der beiden 29-jährigen. Der Argentinier hatte die ersten fünf Matches zwischen den Beiden in den Jahren 2002 und 2003 gewonnen und war oder ist ein Angstgegner Federers. Doch während Nalbandian nicht immer den fittesten Eindruck macht und oft verletzt war, hat Federer während seiner Karriere viele Glanzpunkte setzen können. Erfolgreich war der Schweizer bereits als Junior gewesen. 1998 gewann er in Wimbledon im Einzel und auch im Doppel an der Seite von Olivier Rochus. Bei den US Open 1998 unterlag er im Final der Junioren allerdings gegen Nalbandian. Der letzte Schweizer Juniorensieger in Wimbledon ist übrigens nicht Federer, sondern das war Roman Valent im Jahr 2001 (Bild 3).
Federer spielte druckvoll und überlegen. Ich hatte ein engeres Match erwartet. Das einzige, was einen bei Federer für die kommenden wichtigen Matches beunruhigen könnte, waren die vielen Rahmenbälle, die ihm unterliefen.


Novak Djokovic - Jeremy Chardy
Nach seinem Traumjahr und der bisher erst einen Niederlage im French Open-Halbfinale gegen Federer wird Djokovic in Kürze die Nummer 1 der Weltrangliste von Nadal übernehmen. Vermutlich sogar bereits nach Wimbledon. Auf Rasen sprechen nun aber doch wieder alle vom zweimaligen Sieger Nadal und dem sechsfachen Champion Federer. Djokovic wird trotz seiner fast perfekten Saison nicht als Hauptfavorit genannt. Vielleicht auch, weil er dieses Jahr kein Vorbereitungsturnier auf Rasen bestritten hat. Gegen Chardy war er überlegen. Auch der 24-jährige Franzose befindet sich übrigens auf der Wimbledon-Siegerliste der Junioren (Bild 5).


Novak Djokovic - Marcos Baghdatis
Djokovics Auftritt gegen Baghdatis hat mich nicht überzeugt. Der 24-jährige Serbe spielte kein echtes Rasentennis. Er konzentrierte sich auf Grundlinienduelle und spielte diese erst noch zu defensiv. Denn Baghdatis ist ein Spieler für die grossen Matches. Der 26-jährige talentierte Zyprer ist kein harter Arbeiter, der Woche für Woche gute Resultate erzielt. Aber bei entsprechender Gelegenheit vor grossem Publikum ruft er jeweils seine Bestform ab.


Andy Murray - Daniel Gimeno-Traver
Murray gibt seinem Rückhandslice immer einen Drall nach links mit. Das ist zwar nicht gemäss Lehrbuch, aber kann sehr effektiv sein. Gimeno-Traver verfügt trotz seinem spanischen Pass über ein gutes Spiel auf den Rasenbelag. Bis Murray ihn zum ersten Mal breaken konnte, stellte er mehr und mehr eine Gefahr dar. Danach war es aber um Gimeno-Traver geschehen und er verlor die letzten 15 Games der Partie. Zum Ende hin versuchte er die Punkte abzukürzen. Als es für den Schotten lief, stiess dieser jeweils unerwartet und schnell ans Netz vor und schloss die Punkte dort erfolgreich ab.
Am nächsten Morgen war bei der BBC ein Interview mit Nick Bollettieri zu sehen. Über den zweifachen Halbfinalisten Murray sagte er: “He has great animal instincts. He’s ready like a tiger to jump.” Als Ratschlag fügte er an, dass "er es einfach rauslassen soll".


Andy Murray - Ivan Ljubicic
Das Spiel von Ljubicic funktioniert trotz starkem Aufschlag einfach nicht richtig auf Rasen. In zehn Turnierteilnahmen kam er in Wimbledon nie über die dritte Runde hinaus und hat insgesamt erst sechs Matchgewinne feiern können. Bei seiner elften Teilnahme in diesem Jahr lief es mit dem Erreichen der dritten Runde, dem Sieg über Cilic und der guten Vorstellung auf dem Centre Court gegen Murray aber verhältnismässig gut.
Murray spielte gut, ist für mich in der ganzen Diskussion um die Top 4 aber nur der vierte Mann. Selbst auf Rasen. Bei 5:4 im vierten Satz schaffte er es völlig überraschend nicht das Match ausservieren.

 

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