Swiss Indoors 2011, Basel

zurück zur Hauptseite         Last updated: 21.12.2013

Basel 2009
Basel 2010
5. November 2011

 

Mit dem Wechsel auf den selben Belag wie er beim Saisonfinale in London gespielt wird, hat Basel einen weiteren Schritt zur erfolgreichen Zukunftssicherung gemacht. Sogar der Weltranglistendritte Murray hatte kurzfristig noch eine Wild Card erhalten, die er dann aber verletzungsbedingt doch nicht nutzen konnte. Fünf Top 10-Spieler (Djokovic, Murray, Federer, Berdych, Fish) meldeten für das Turnier der Kategorie 500.
Schon wieder darf ich schreiben, dass es das beste Basler Feld in aller Zeiten ist. Der Cut lag bei Rang 52, wobei später noch zwei Lucky Looser nachrückten. Im Vorjahr war es Rang 61 gewesen bei drei Lucky Looser. Neun Plätze sind ein gewaltiger Unterschied. Wobei das gleichzeitig stattfindende Turnier in Valencia mit dem Cut von 43 noch besser dasteht. Aber weil die Topstars Djokovic und Federer in Basel spielen, geht ihnen die grosse Masse lieber aus dem Weg und nach Valencia.

 

Einzel: Der Weg der Halbfinalisten
 1. Runde  2. Runde  Viertelfinale  Halbfinale  Finale
 Novak Djokovic (1) -
 Xavier Malisse
 6:2 4:6 7:5
 Novak Djokovic (1) -
 Lukasz Kubot (Q)
 6:1 6:2
 Novak Djokovic (1) -
 Marcos Baghdatis
 2:6 6:2 6:3
 Kei Nishikori (W) -
 Novak Djokovic (1)
 2:6 7:6 6:0
 Roger Federer (3) -
 Kei Nishikori (W)
 6:1 6:3
 Kei Nishikori (W) -
 Tomas Berdych (4)
 3:6 6:3 6:2
 Kei Nishikori (W) -
 Andreas Seppi
 6:3 7:6
 Kei Nishikori (W) -
 Mikhail Kukushkin (L)
 6:4 5:7 6:4
 Roger Federer (3) -
 Potito Starace
 7:6 6:4
 Roger Federer (3) -
 Jarkko Nieminen
 6:1 4:6 6:3
 Roger Federer (3) -
 Andy Roddick (7)
 6:3 6:2
 Roger Federer (3) -
 Stanislas Wawrinka
 7:6 6:2
 Stanislas Wawrinka -
 Ivan Dodig
 6:4 6:4
 Stanislas Wawrinka -
 Robin Haase (Q)
 4:6 6:1 6:2
 Stanislas Wawrinka -
 Florian Mayer
 6:2 6:2

Stanislas Wawrinka
Roger Federer - Stanislas Wawrinka
Ich musste feststellen, dass Wawrinka bei meinen "normal" Tennis interessierten Freunden das Bad Boy-Image hat. Dies seit seinem Alleingang gegenüber Frau und Kind und dazugehörigen Blick-Schlagzeilen zu Beginn des Jahres. Auch findet man gemeinhin, dass Trainer Lundgren Schuld daran gewesen sei. Mittlerweile zurück bei seiner Familie und ohne Trainer konnte er die Rolle des Bösewichts noch nicht ganz abschütteln. Für die Beobachter in Basel blieben die Meinungen wohl entzweit. Da rief der 26-jährige Romand doch tatsächlich lautstark ins Publikum hinaus, als eine Frau zu früh vom Sitz aufstand und zum Ausgang lief. Recht hatte er zwar, aber das war schon recht forsch. Die Sache mit dem mehrfach zertrümmerten Racket (Bild 4) war auch ziemlich gewalttätig und keinesfalls vorbildlich. Ein Game später hätte er es aber ohnehin gewechselt. Das tut er jedesmal, wenn es neue Bälle gibt.
Es war Federers zehnter Sieg im elften Duell mit Wawrinka. Seine Waffe gegen Wawrinka ist der Slice. Damit neutralisiert er das Spiel seines Landsmanns. Wawrinka spielte diesmal gut und Beging keine taktischen Fehler wie beispielsweise noch im Januar an den Australian Open. Dort hatte er versucht, Federer mit Zauberbällen zu überlisten. Das schlug damals mächtig fehl.


Kei Nishikori - Novak Djokovic
Es ist etwas paradox, denn trotz seines Sieges über den dominierenden Spieler des Jahres hat mich Nishikori enttäuscht. Er spielt zu oft zwei Meter hinter Grundlinie. Das ist Gift für sein Spiel, da seine Schläge nicht hart genug sind, um von so weit hinten genügend Druck ausüben zu können. Wenn er den zweiten Aufschlag von einem Meter innerhalb des Feldes retournierte, dann war er am gefährlichsten. Das tat er aber nur selten. Ausserdem war mir seine Vorhand zu langsam. Er versetzt sie mit so viel Spin, dass sie recht viel an Tempo verliert. Die Rückhand schlägt er so flach wie erwartet. Der Japaner spielte sehr präzis an die Linien. Hätte er noch etwas mehr Power, könnte er beim Platzieren etwas Marge einbauen.
Im ersten Satz traf Nishikori nichts. Bei 2:5 erhielt er dann einen neu bespannten Schläger. Gegen Ende des zweiten Satzes war Nishikori nahe am Break und konnte sich dann im Tie-Break durchsetzen. Djokovic hatte etwas nachgelassen und Nishikori sich gleichzeitig gesteigert. Djokovic hatte sich bereits zuvor am der Schulter des Schlagarms behandeln lassen. Was im dritten Satz passierte, war wohl aber mehr Kopfsache als in der Verletzung begründet. Es war eine lange und äusserst erfolgreiche Saison für Djokovic mit 67 Siegen bei nur 3 Niederlagen. Nach sechs Wochen Pause war das Halbfinale in dieser Woche aber bereits das dritte Match, in dem der Weltranglistenerste über drei Sätzen gehen musste. Nishikori spielte nun mit viel Selbstvertrauen und Djokovic ohne Geduld. Er hielt voll drauf, traf aber nicht mehr ins Feld. Mit einer kaputten Schulter würde ich nicht noch extra hart auf die Bälle dreschen... Sehen wir es realistisch: Das 500er-Turnier in Basel gehört in Djokovics Turnierplan neben dem 500er in Dubai und dem 250er in Belgrad zu den drei unbedeutendsten Turnieren seines Tennisjahres 2012. Da ging es nun halt mal nicht auf und er hat seine vierte Saisonniederlage kassiert.

 

Doppel: Der Weg der Halbfinalisten
 1. Runde  Viertelfinale  Halbfinale  Finale
 Zimonjic/Llodra (1) -
 Lammer/Sadecky (W)
 6:3 7:6
 Zimonjic/Llodra (1) -
 Roddick/Fish
 w.o.
 Zimonjic/Llodra (1) -
 Troicki/Dodig
 6:2 7:6
 Zimonjic/Llodra (1) -
 Mirnyi/Nestor (2)
 6:4 7:5
 Troicki/Dodig -
 Bellucci/Giraldo
 6:3 3:6 10-5
 Troicki/Dodig -
 Peya/Kas (3)
 4:6 6:4 10-5
 Malisse/Norman -
 Bhupathi/Mertinak (4)
 5:7 6:3 11-9
 Malisse/Norman -
 Fleming/Hutchins
 6:3 2:6 10-4
 Mirnyi/Nestor (2) -
 Malisse/Norman
 6:2 6:2
 Mirnyi/Nestor (2) -
 Murray/Murray
 w.o.
 Mirnyi/Nestor (2) -
 F. Mayer/Haase
 6:3 7:5


Nenad Zimonjic/Michael Llodra - Viktor Troicki/Ivan Dodig
Für die ATP-Tour etwas ungewöhnlich spielt der Rechtshänder Zimonjic auf der rechten Seite und der Linkshänder Llodra auf der linken Seite. Das serbisch-franzöische Doppel war spielbestimmend, benötigte im zweiten Satz aber viele Anläufe zum Matchgewinn. Bei 5:4 und Aufschlag Troicki liessen sie drei Matchbälle ungenutzt. Bei 6:5 und Aufschlag Dodig gar deren Vier. Im Tie-Break vergaben sie nochmals einen Matchball, bevor sie den insgesamt Neunten - den ersten bei eigenem Aufschlag - verwerten konnten.

Max MirnyiXavier Malisse
Max Mirnyi/Daniel Nestor - Xavier Malisse/Dick Norman
Es war das Turnier der Premieren: Malisse und Norman spielten erstmals in dieser Saison zusammen. Mirnyi kam in seinem 16. Jahr als Tennisprofi zum ersten Mal nach Basel!
Dass die seit diesem Jahr zusammen antretenden Mirnyi/Nestor ein gut eingespieltes Team sind, ist bereits zwischen den Ballwechseln zu sehen. Dort bewegen sich beide ähnlich auf dem Platz parallel hin und her. Der Rhythmus stimmt. Der 34-jährige Weissrusse und der 39-jährige Kanadier liessen im Halbfinale nichts anbrennen.

 

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