Biberach Open 2010

zurück zur Hauptseite         Last updated: 21.12.2013

alle Berichte aus der Rabble-Tennisdatenbank zu: Johanna Larsson, Romina Oprandi, Simona Halep, Ana Vrljic, Viktoriya Kutuzova, Stephanie Cohen-Aloro, Kristina Barrois, Zuzana Ondraskova, Yvonne Meusburger, Annika Beck, Carmen Klaschka, Maria Elena Camerin, Selima Sfar, Mona Barthel, Severine Bremond, Eva Hrdinova, Maret Ani, Oksana Kalashnikova, Margalita Chakhnashvili
25. / 27.-28. Februar 2010


Biberach Open
Dank der Aufwertung vom 50'000$ zum 50'000$+ ist Biberach nun definitiv das zweitgrösste Damenturnier Deutschlands. Das "+" steht übrigens für Hospitality. Das heisst den Spielerinnen wird die Unterkunft bezahlt. Was bei einem Preisgeld von beispielsweise 760$ für das Erreichen der zweiten Runde für viele Spielerinnen ein nützlicher Zustupf sein kann.
2009 nahmen zwei Top 100-Spielerinnen teil und die achte der Setzliste war auf Rang 128 klassiert. Dieses Jahr waren es drei Top 100-Spielerinnen und die letzte Gesetzte war auf 136 klassiert.
Hätte ich wählen können, dann hätte ich die vier Halbfinalistinnen genau so ausgewählt, wie es schliesslich auch eingetroffen ist. Ein seltener Zufall. Deshalb schaute ich mir nach dem Donnerstag mit Roland auch noch den Samstag und Sonntag an. Leider kamen noch Sonderausgaben auf uns zu. Roland beglich die 120 Euro für das fehlende Pickerl an den Österreichischen Staat. Was der Kanton Thurgau von mir für die ca. 95 km/h ausserorts erhalten wird, ist im Moment noch offen. Ich war auf dem Rückweg noch etwas im deutschen Modus, wo man auf den Überlandstrassen 100 km/h fahren darf... Keines der Bilder ist übrigens von Biberach selbst, aber irgendwie muss man ja von A nach B kommen.

Haupttableau Einzel
 1. Runde  2. Runde  Viertelfinale  Halbfinale  Finale
 Kristina Barrois (1) -
 Naomi Cavaday
 6:2 6:4
 Kristina Barrois (1) -
 Zuzana Ondraskova
 7:6 7:5
 Romina Oprandi -
 Kristina Barrois (1)
 7:6 6:2
 Romina Oprandi -
 Viktoriya Kutuzova (3)
 2:6 6:1 6:1
 Johanna Larsson -
 Romina Oprandi
 4:6 6:2 6:2
 Zuzana Ondraskova -
 Tanja Ostertag (W)
 3:6 6:1 6:2
 Romina Oprandi -
 Aniko Kapros
 7:6 6:3
 Romina Oprandi -
 Nika Ozegovic (Q)
 6:3 6:0
 Viktoriya Kutuzova (3) -
 Margalita Chakhnashvili
 6:4 6:0
 Viktoriya Kutuzova (3) -
 Eva Hrdinova
 6:4 7:6
 Viktoriya Kutuzova (3) -
 Vesna Manasieva (7)
 6:1 6:3
 Maria Elena Camerin (5) -
 Mona Barthel (W)
 7:5 6:4
 Carmen Klaschka (W) -
 Maria Elena Camerin (5)
 7:6 7:6
 Johanna Larsson -
 Carmen Klaschka (W)
 6:4 6:1
 Johanna Larsson -
 Simona Halep
 6:7 6:4 7:6
 Carmen Klaschka (W) -
 Lina Stanciute (Q)
 4:6 6:0 6:3
 Ana Vrljic (Q) -
 Yulia Fedossova
 6:2 6:3
 Johanna Larsson -
 Ana Vrljic (Q)
 6:2 6:1
 Johanna Larsson -
 Evgeniya Rodina (4)
 6:1 6:3
 Stephanie Cohen-Aloro (8) -
 Anastasiya Vasylyeva (Q)
 6:2 6:1
 Simona Halep -
 Stephanie Cohen-Aloro (8)
 6:2 6:7 6:3
 Simona Halep -
 Yvonne Meusburger (2)
 4:6 6:4 6:4
 Simona Halep -
 Eleni Daniilidou
 6:2 6:2
 Annika Beck (W) -
 Maret Ani
 6:1 4:6 6:1
 Yvonne Meusburger (2) -
 Annika Beck (W)
 6:1 6:0
 Yvonne Meusburger (2) -
 Severine Beltrame
 7:6 6:2

Haupttableau Doppel
 1. Runde  Viertelfinale  Halbfinale  Finale
 Sfar/Cohen-Aloro -
 Wöhr/Daniilidou (1)
 6:3 7:5
 Sfar/Cohen-Aloro -
 Foretz/Feuerstein
 3:6 6:3 10-7
 Sfar/Cohen-Aloro -
 Beltrame/Hrdinova
 3:6 7:5 10-3
 Sfar/Cohen-Aloro -
 Klaschka/Barthel (W)
 5:7 6:1 10-5
 Ani/Camerin (3) -
 Birnerova/Birnerova (W)
 7:5 6:4
 Beltrame/Hrdinova -
 Ani/Camerin (3)
 6:2 6:4
 Beltrame/Hrdinova -
 Kapros/Vasylyeva
 6:2 6:2
 Brozda/Kiszczynska -
 Savinykh/Pavlovic
 5:7 6:4 10-8
 Brozda/Kiszczynska -
 Kalashnikova/Chakhnashvili (4)
 3:6 6:4 10-6
 Klaschka/Barthel (W) -
 Brozda/Kiszczynska
 6:3 6:2
 Kalashnikova/Chakhnashvili (4) -
 Manasieva/Rodina
 2:6 7:5 11-9
 Klaschka/Barthel (W) -
 Klemenschits/Oprandi
 6:2 6:4
 Klaschka/Barthel (W) -
 Barrois/Meusburger (2)
 6:4 6:3

 

Johanna LarssonJohanna LarssonJohanna Larsson
Romina Oprandi
Johanna Larsson - Romina Oprandi
Das schwedische Tennis reitet auf einer Erfolgswelle, obwohl man nach den Rücktritten von Johansson und Björkman Gegenteiliges hatte befürchten müssen. Seit seinem geschichtsträchtigen French Open-Erfolg über Nadal mit anschliessender Finalqualifikation ist Robin Söderling ein Gast in den Top 10 der Weltrangliste. Sofia Arvidsson hat sich von Platz 171 im September 2009 bis zum Fed Cup anfangs Februar wieder auf Rang 105 hochgearbeitet. Dank dem Finale von Memphis wird sie aktuell bereits an Nummer 79 geführt. Gleiches gilt für Johanna Larsson: Lediglich auf Rang 265 stand sie im September 2009. Bis anfangs Februar hatte sie sich auf 149 verbessert. Dank dem Sieg in Biberach steht sie nun drei Wochen später auf ihrer neuen Bestmarke von Position 132. In Barnstaple konnte sie im letzten Oktober ihren ersten Turniersieg bei einem 50'000$-Turnier feiern. Biberach ist ihr zweiter Turniersieg in dieser Kategorie. Insgesamt ist es bereits der 9. ITF-Turniersieg im Einzel für die 21-jährige aus Boden. Im Doppel hat sie bereits 12 ITF-Turniere gewonnen.
Im Halbfinale hatte Larsson mit den Stoppbällen ihrer Gegnerin Halep wenig Mühe bekundet. Die Schwedin steht jeweils relativ weit hinter der Grundlinie, was natürlich zu Stoppversuchen einlädt. Sie erlief aber alle Bälle und konnte diese zumeist versenken. Anders gegen Oprandi, welche schon in ihrem Halbfinale Kutuzova mit Stoppbällen vorgeführt hatte. Auch Larsson wusste mit den Bällen nichts anzufangen. Sie erlief sie zwar, kassierte danach aber meist den Lob ihrer Gegnerin. Ein zweites Problem für Johanna war, dass ihr Oprandi wenig Rhythmus gab. Sie musste selbst Druck machen, was immer eine schwerere Aufgabe darstellt. Larsson versuchte im ersten Satz zu sehr, ihr Spiel an die neue Situation anzupassen. Dabei ist es zumeist das Richtige, einfach sein eigenes Spiel durchzuziehen. Das brachte ihr ab dem zweiten Satz auch den nötigen Erfolg. Die Sicherheit stieg und das Selbstvertrauen und die ersten Aufschläge kehrten zurück ins Spiel der Schwedin. Stark war ihre Ruhe bei 0:40-Rückständen, sowohl bei Aufschlag wie auch Return. Da ging sie etwas in sich, blieb aber fokussiert. Das Game wurde auch bei diesem Spielstand nicht verloren geben. Und läuferisch konnte ihr an diesem Turnier sowieso niemand etwas vormachen.
Oprandi spielt sehr sec und kann aus dem Nichts Winner schlagen. Stoppbälle mit dem Return auf den zweiten Aufschlag sind schon sehr frech, sie spielt diese aber wirklich effektiv. Die 23-jährige Bernerin startet als Doppelbürgerin für Italien, weil ihr dieser Verband bessere Möglichkeiten bietet. Das grosse Potential sieht man ihr an, welches sie im September 2006 bis auf Rang 43 der Weltrangliste gebracht hatte. Schulteroperationen waren ihr Problem. Fast etwas zu unterhaltsam, da oft etwas am Anstand vorbei, waren ihre Bemerkungen während dem Spiel. Ich muss an dieser Stelle anfügen, dass die Leistungen von Schieds- und Linienrichter sowie langsamen Ballkindern und sogar Fotografen, welche während den Ballwechseln umherliefen, teilweise wirklich sehr schwach waren. Trotzdem bleibt Biberach für mich ein tolles Turnier. Aber irgendwie braucht Oprandi das wohl, neben den Platz zu schauen und über alles und jeden zu fluchen. Vom witzigen "Linie gehört zum Spiel"-Hinweis für den Linienrichter hätte es für die restlichen Aussprüche aber Verwarnungen absetzen sollen. Glücklicherweise habe ich hier ja meine private Homepage und darf alles schreiben und zitieren wie ich will. Von x-fachen "Arschlöcher" und "Wichser" ging das bis zum "beweg mal din Arsch"-Fluch über ein Ballkind, dem "immer wege dir" zu einem Linienrichter bis hin zu "so äs Drecksvolk". Ist aber natürlich alles nur halb so wild gemeint.


Johanna Larsson - Simona Halep
Halep bringt technisch alles mit, was es zur Weltklassespielerin braucht. Nicht umsonst hat sie die Juniorenkonkurrenz von Roland Garros 2008 gewonnen. Ihr Können spielte sie im ersten Satz gegen Larsson aus, den sie im Tie-Break gewann. Danach begann Larsson sehr stark zu servieren und dominierte mit ihren ersten Aufschlägen, mit denen sie einige Asse schlug. Der Aufschlag von der Vorteilseite durch die Mitte ist ihr Paradeservice. Halep setzte nun ab und zu eine Vorhand zuviel ins Netz. Insgesamt war ich aber überrascht, wie fehlerfrei Larsson auf diesem hohem Niveau spielen konnte. Die Schwedin steht normalerweise immer zwei bis drei Meter hinter der Grundlinie. Gegen Halep reagierte sie aber und rückte näher an die Grundlinie. In ihrer starken Form kann sie die Bälle durchaus früher nehmen. Das Timing stimmt. So kann sie mehr Druck machen und der Gegnerin bleibt weniger Zeit, um sich auf der anderen Seite für den nächsten Schlag vorzubereiten.
Im dritten Satz war Larsson sehr präsent. Sie war überall auf dem Feld und Halep gelangen keine Winner mehr. Die 18-jährige Rumänin hatte am Vorabend gegen Meusburger über drei lange Sätze gehen müssen. Man sah ihr zwar keine offensichtlichen Ermüdungserscheinungen an, doch die Partie hatte sich mit dem 3:0 im dritten Satz doch klar zugunsten Larssons gewendet. Grundlos wackelte Larsson nun etwas und Halep kam zurück ins Spiel. Die Rumänin packte nun alle Tricks aus. Sie begann vor Larssons Service mit den Füssen und zu traben und auf dem Hartplatz unnatürlich laute Quietschgeräusche zu machen. Im Tie-Break des dritten Satzes behielt nun aber Larsson verdient die Oberhand.


Johanna Larsson - Ana Vrljic
Unangefochten spielte sich Larsson zum Sieg. Dem einen oder anderen Ball hätte sie ans Netz nachgehen müssen. Da zeigte sie Defizite. Im Finalspiel gegen Oprandi hingegen machte sie dies dann sehr gut. Ausserdem wollte die 21-jährige etwas zu viel. Im Moment läuft es ihr so gut, da muss sie nicht noch mehr erzwingen wollen. Dem Druck der Schwedin konnte Vrljic nicht viel entgegensetzen. Sie agiert mit flachen, harten Grundlinienschlägen. Das reichte aber nach überstandener Qualifikation im fünften Spiel am fünften Tag gegen eine übermächtige Gegnerin nicht aus. Die Kroatin trainiert in der neu lancierten SwissTennis-Academy in Biel.

Viktoriya KutuzovaRomina OprandiViktoriya Kutuzova
Romina Oprandi - Viktoriya Kutuzova
Typischen russischen WTA-Flair brachte die Ukrainerin Kutuzova in die württembergische Provinz. Da wurde gestöhnt und sie liess sich vor jedem Aufschlag jeweils mindestens drei Bälle geben, die sie aussortierte. Neben diesen Unsitten ist die 21-jährige aus Odessa auch in ihrem Powertennis zu limitiert. An den US Open 2005 war ich so begeistert gewesen während den wenigen Minuten, in denen ich ihr aufblitzendes Talent miterlebte. Das ist nun aber viereinhalb Jahre her und Kutuzova konnte meine Erwartungen seither nie erfüllen. Seit einem Jahr steht sie immerhin knapp unter den Top 100. Ihr zweiter Aufschlag war zu schwach, so dass Oprandi sogar Stoppbälle als Antwort einstreute. Allgemein wusste Kutuzova nie eine Antwort auf die vielen Stoppbälle der Italienerin. Trotz einer 5:0-Führung im ersten Satz wurde bald klar, dass Kutuzova nur die Rolle der Verliererin bleiben würde. Alle diese negativen Einschätzungen hielten mich aber trotzdem nicht davon ab, ein Autogramm zu holen.
Oprandi bewegte sich zu Beginn kaum. Ein Zuckerloch war es eventuell. Eine Zuschauerin neben mir erzählte nur von Magenverstimmung bei der 23-jährigen. Jedenfalls kaute Oprandi während dem Einspielen und den ersten Seitenwechseln immer an Fitmachern herum. Noch während dem Einspielen forderte sie via Schiedsrichter Bananen an, welche sie zu sich nahm. Nach dem 0:5-Rückstand im ersten Satz gewann die schweizerisch-italienische Doppelbürgerin dann endlich an Vitalität. Und nun war ihr Potential zu erkennen. Das lag weit über demjenigen ihrer Gegnerin. Unkonventionell ihr Spiel, genauso wie ihre Klamotten. Unter dem Trainingsanzug trug sie Oberteil und Hosen von Sergio Tacchini, aber Schuhe und Mütze von Lacoste. Sieht also ziemlich nach einem kleidungssponsorenlosen Dasein aus für Oprandi. Denn Schuhe gäbe es auch von Tacchini. Das wissen wir spätestens seit der Klage von Martina Hingis gegen diesen Bekleidungshersteller infolge ihrer Fussprobleme. Oprandis Probleme liegen bzw. lagen in der Vergangenheit im Schulterbereich. Man sieht ihre Bandagen kaum aufgrund der fleischfarbenen Farbwahl. Bei genauerem Hinsehen ist aber sehr gut zu erkennen, wie ihr rechter Arm abgeklebt ist (Bild 5).


Simona Halep - Stephanie Cohen-Aloro
Sehr solide und technisch einwandfrei spielt Simona Halep. Bis zum Ende des Jahres schafft die aktuelle Nummer 192 der Weltrangliste und die besten 100 Spielerinnen der Welt. In Roland Garros müsste es via Qualifikation für ihr Grand Slam-Debüt reichen. Dies meine Prophezeihungen für die 18-jährige Rumänin. Das Match auf Platz zwei wurde auf hohem Niveau ausgetragen. Eindrucksvoll an Cohen-Aloro ist ihre einhändige Rückhand.


Kristina Barrois - Zuzana Ondraskova
Zum zweiten Mal in diesem Bericht, dass ich froh über meine uneingeschränkte Meinungsfreiheit bin. Roland war schnell einen Kaffee trinken. Als er zurückkam, unterbreitete ich ihm meine fachkundige Analyse der ersten Games. Barrois ist eine dumme Kuh, lautete diese. Wie fachkundig das nun ist, darüber kann man sich natürlich streiten. Aber du kannst doch nicht an ein ITF-Turnier gehen und dich wie ein Star der WTA-Tour benehmen. Am Samstag hörte ich einen deutschen Zuschauer hinter mir über seine Landsfrau Barrois, die am Vortag ausgeschieden war, sagen: "im Kopf wie die Nummer 10, aber auf dem Platz wie die Nummer 700". Was mich in meiner Meinung bestätigte. Es ist ja nicht so, dass Barrois je viel besser gewesen wäre. 28 Jahre alt, fünf Grand Slam-Turniere bestritten und Rang 66 als beste Klassierung der Karriere. Damit ist man schon zu gut, um ein Turnier mit nur zwei Linienrichtern zu spielen? Mein Gott, wie hat sie denn ihre Karriere überstanden ohne durchzudrehen? Das Spiel ist durchaus ansehnlich. Einhändige Rückhand, auch mit einem schönen Slice. Netzangriffe. Nicht das 0815-Tennis. Aber bei den lautstarken Selbstanfeuerungsrufen auch bei gegnerischen Fehlern wird meine Ansicht von Fairness dann doch bereits mit Füssen getreten. 0:4 lag Barrois im ersten Satz hinten, drehte die Partie aber noch zu ihren Gunsten.

Annika BeckYvonne Meusburger
Yvonne Meusburger - Annika Beck

Da scheiterte die gerade 16 Jahre alt gewordene Deutsche an der Abgeklärtheit der 26-jährigen Meusburger. Kontrollierte Defensive nennt man das, was die Österreicherin bietet. Sehr unspektakulär, allerdings hat sich Meusburger damit wieder in die Top 100 gespielt. Vor allem mit hohen Bällen hat sie Beck den Zahn gezogen. Diese hätte Beck im Aufstieg nehmen müssen. Tat sie aber nicht und musste die Bälle deshalb fast an der Hallenwand hinten spielen oder konnte zumindest nie gross Druck auf ihre Gegnerin ausüben. Da geht Meusburger dann auch noch erfolgreich ans Netz und kann die Punkte abschliessen. Bemüht war Beck. Ansätze waren auch da. Sie versuchte auch Druck zu machen. Doch nach dem Gewinn ihres ersten Aufschlagspiels kassierte sie zwölf verlorene Games in Folge. Und auch der Rote-Wangen-Indikator stieg bei ihr an. Doch leider ist dieser Indikator eine negative Korrelation: Je roter die Wangen, desto weniger Punktgewinne.

Carmen KlaschkaMaria Elena Camerin
Carmen Klaschka - Maria Elena Camerin
Ich habe in den letzten Jahren genügend zu wenig trainierte Spielerinnen gesehen. Das verunmöglicht es mir, Klaschka eine gute Zukunft zu prophezeien. 23 Jahre und Weltranglistenposition 255. Bereits für das Viertelfinale am Freitag machte ich mir keine Sorgen, dass ich Larsson nach dem Aufeinandertreffen gegen Klaschka am Samstag nicht wiedersehen würde. Im Donnerstagsmatch gegen Camerin schaffte die Deutsche aber die Überraschung. Die Partie war von vielen kurzen Ballwechseln geprägt. Klaschka spielt sehr flache Bälle, fällt das eine oder andere Mal beim Schlag aber rückwärts.

Selima Sfar, Stephanie Cohen-AloroCarmen Klaschka, Mona Barthel
Selima Sfar/Stephanie Cohen-Aloro - Carmen Klaschka/Mona Barthel
2260$ Siegesprämie für das Turniersiegteam haben mich nun nicht gerade vom Hocker gerissen. Die Finalpaarung auch nicht. Deshalb trat ich nach nach drei gespielten Games die zweistündige Heimreise an. Drei Tage à zwei mal zwei Stunden Autofahrt ziehen sich dann doch ordentlich hin.


Severine Bremond/Eva Hrdinova - Maret Ani/
Maria Elena Camerin
Der Donnerstag war kein guter Tag für Camerin. An Nummer 5 gesetzt verlor sie im Einzel gegen die Wild Card-Spielerin Klaschka. An Nummer 3 gesetzt unterlag sie auch im Doppel. Ihre estnische Doppelpartnerin Ani stand im Einzel Ende März 2009 an 91. Stelle. Nach der Erstrundenniederlage in Biberach gegen Wild Card-Spielerin Beck rutschte sie in der Weltrangliste auf Platz 216 ab.


Olga Brozda/Magdalena Kiszczynska - Oksana Kalashnikova/Margalita Chakhnashvili
Vom Doppel auf Platz drei gab es von der Tribüne aus nicht viel zu sehen. Machen wir also etwas Völkerkunde. Wer ist der berühmteste Georgier? Ich sage Eduard Schewardnadse. Aussenminister der Sowjetunion und späterer Präsident Georgiens. Aktuell ist übrigens Micheil Saakaschwili Präsident. Auch schon gehört. Auch wegen den Kriegen um Abchasien und Südossetien. Wer ist die berühmteste Georgierin? Ich sage Katie Melua. Und wo bleibt nun der Link zum Tennis? Das wären dann die schwarzen Locken von Chakhnashvili. Scheint bei Georgierinnen ein verbreitetes Merkmal zu sein. Kalashnikova ist aufgrund der Namensendung ja russischer Herkunft. Die momentan bestklassierte Georgierin trainiert aktuell in der SwissTennis-Academy in Biel.

 

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