US Open 2013, New York City

zurück zur Übersicht          Last updated: 28.04.2016

Knapp am Grand Slam - Bryan/Bryan, Butorac/Nielsen, Raymond

 

Seit der Goldmedaille an den Olympischen Spielen 2012 haben die Bryan-Zwillinge auch die US Open 2012 sowie die Australian Open, French Open und Wimbledon 2013 gewonnen. Sie hielten also alle Titel gleichzeitig, aber zum Gewinn aller Grand Slam-Titel innerhalb eines Kalenderjahres fehlten noch die US Open 2013.

Eric Butorac, Frederik NielsenRaven Klaasen. Johan Brunström
Frederik Nielsen/Eric Butorac (ATP Doppel 36/50) - Johan Brunström/Raven Klaasen (ATP Doppel 61/62)   7:5 6:7 6:4
Wir hielten den neuen Doppelpartner von Eric für eine vielversprechende Option und sind gespannt, ob dies eine längerfristige Kombination werden könnte. Booty returnierte sehr stark und ich war ziemlich begeistert davon. Mitte des dritten Satzes schoss Butorac seinen Gegner Brunström unabsichtlich ab. "Bruno" kochte innerlich vor Wut und verlor kurz darauf sein Aufschlagspiel und etwas später das Match.

Eric Butorac, Frederik NielsenFrederik Nielsen, Eric Butorac
Bob Bryan/Mike Bryan (ATP Doppel 1/1) - Frederik Nielsen/Eric Butorac (ATP Doppel 36/50)   6:3 6:2
Die Bryans haben den Status erreicht um bei ihrem heimischen Grand Slam-Turnier bereits sehr früh auf den grossen Plätzen angesetzt zu werden. Ihre erste Runde spielten sie auf Court 7, die zweite gegen Nielsen/Butorac auf Louis Armstrong und fortan wurden sie immer auf dem Arthur Ashe angesetzt. Ähnliche Ehre wird in der Doppelkonkurrenz nur Williams/Williams zu teil, die dreimal im Louis Armstrong Stadium und zweimal im Arthur Ashe Stadium spielten. Aber dort spielt auch die Weltranglistenerste im Einzel mit, wo hingegen es sich bei den Bryans um reine Doppelspieler handelt. Sowohl die Gebrüder Bryan als auch die Schwestern Williams scheiterten aber "bereits" im Halbfinal.
Bei den Returnspielen sind Bob und Mike Bryan nicht viel stärker als ihre Gegner. Aber bei den eigenen Aufschlagspielen da sind sie sehr stark. Eine weitere herausragende Qualität sind ihre Volleys, die sie sehr hart und konsequent spielen. In diesen beiden Punkten liegt ihr grösster Vorteil gegenüber der Konkurrenz.
In Wimbledon hatte Nielsen einen sehr starken Auftritt. Nach längerer Beobachtung an den US Open ist festzustellen, dass auch der Däne einige Fehler bei Aufschlag, Return und Volley begeht. Die coolste Aktion in der Partie gegen Bryan/Bryan zeigte der 30-jährige aus Lyngby nach einem Volley am Netz, als er direkt zu seinem Stuhl durchlief und sich schwungvoll drehte und damit sehr zügig den Seitenwechsel einleitete.

Polona Hercog, Lisa RaymondPolona Hercog, Lisa RaymondPolona HercogJulia Görges, Barbora Zahlavova StrycovaPolona Hercog, Lisa RaymondBarbora Zahlavova StrycovaBarbora Zahlavova Strycova
Lisa Raymond/Polona Hercog (WTA Doppel 24/-) - Julia Görges/Barbora Zahlavova Strycova (WTA Doppel 20/31)   5:7 6:4 7:5
Was für eine Aufholjagd: Bei 1:5 im dritten Satz wurde Zahlavova Strycova gebreakt. Danach hielt Raymond ihren Aufschlag, was sie bereits zuvor im Satz getan hatte. Es folgte das Break gegen Görges und dann hielt sogar Hercog ihren Aufschlag zum 5:5, was ihr zweimal zuvor in diesem Satz nicht gelungen war. Nun war die grösste Gefahr gebannt und der Weg geebnet zum erneuten Break gegen die Tschechin und anschliessend servierte die US-Amerikanerin das Match nach Hause.
Die in Miami erfolgreich gestartete Partnerschaft der 40-jährigen Raymond mit der 19-jährigen Robson wurde relativ erfolglos beendet. In den weiteren sechs Turnieren erzielten sie nur zwei Matchgewinne. Der verletzungsbedingte Rückzug von Robson in Roland Garros vermieste sogar Raymonds Bilanz, die seit Roland Garros 1995 nicht mehr in einer Damen Doppel-Konkurrenz eines Grand Slam-Turniers gefehlt hatte. Das waren 71 Grand Slam-Turniere in Folge gewesen! Während der US Open Series hatte die junge Londonerin mit einer Handverletzung zu kämpfen und so beendeten sie ihr Projekt, da Robson nicht den gleichen Fokus auf das Doppel legen kann wie Raymond. An den US Open trat Robson nur im Einzel und nicht in der Doppelkonkurrenz an.
Zahlavova Strycova ist seit April 2013 von einer halbjährigen Dopingsperre zurück. Den Fund von Sibutramin in ihrem Blut stufe ich aber als weniger gravierend ein. Da gibt es immer Tennis wohl schwerwiegendere und korrektere Fälle, die nicht ans Tageslicht kommen.

Eric Butorac, Megan Moulton-Levy
Lisa Raymond/Jean-Julien Rojer (WTA Doppel/ATP Doppel 24/13) - Megan Moulton-Levy/Eric Butorac (WTA Doppel/ATP Doppel 57/50)   6:4 7:5
Sein erfolgreichstes Jahr der Karriere hatte Butorac 2011. Es war das bisher einzige Karrierejahr welches der 32-jährige aus Rochester in Minnesota ausschliesslich an der Seite eines Doppelpartners absolvierte. Zusammen mit Rojer erreichte er damals Weltranglistenposition 17 und beinahe die Teilnahme zu den ATP World Tour Finals nach London. Gleiches gilt für den gleichaltrigen Rojer, der an der Seite von Butorac neue Höhen erklimmte, welche er in den zwei Jahren zuvor mit Brunström nicht erreicht hatte. Für den Niederländer aus Curacao ging es seit 2012 mit Qureshi aber nochmals eine Stufe hinauf. Seine Bestleistung liegt nur bei Weltranglistenposition 6, der Teilnahme an den ATP World Tour Finals und einem Masters Series 1000-Turniersieg in Miami 2013.
Moulton-Levy bestätigte meinen Eindruck aus Bad Gastein 2012, dass sie trotz ihrer Körpergrösse von nur 152cm unter anderem dank ihrer einhändigen Rückhand eine sehr gute Platzabdeckung hat.
Nach dem ersten Satz dieses Aufeinandertreffens am Samstagabends trat ich den direkten Weg zum Flughafen JFK für den Rückflug in die Schweiz an.

Sania Mirza, Horia TecauSania MirzaSania MirzaMarcelo MeloLiezel Huber
Liezel Huber/Marcelo Melo (WTA Doppel/ATP Doppel 25/14) - Sania Mirza/Horia Tecau (WTA Doppel/ATP Doppel 16/28)   4:6 7:6 10-4
Da vergeigte Tecau den sicheren Sieg: Beim Matchball für Mirza/Tecau im Tie-Break des zweiten Satzes servierte Huber und Tecau war am Return. Nach drei Grundlinienbällen spielte der Rumäne einen hohen Ball auf Hubers Rückhand. Dadurch konnte die US-Amerikanerin keinen Druck hinter den Ball bringen und der bereits ans Netz aufgerückte Tecau konnte einen Meter vor dem Netz und einen Meter über den Netz einen Vorhandvolley spielen. In Gedanken waren die Spieler bereits beim Händeschütteln am Netz und die Zuschauer artig am Applaudieren. Doch Tecau setze diesen Volley unerklärlicherweise in Netz. Auch beim Satzball für Huber/Melo zwei Bälle später beging der 28-jährige aus Constanta erneut den Fehler am Netz. Im Champions-Tie-Break danach zogen Huber/Melo schnell davon und sicherten sich den schon verloren geglaubten Sieg. Mirza ärgerte sich sicher auch über diese unnötige Niederlage. Sie hatte im Spiel mit ihrer mit einem sehr schönen Winkel geschlagenen Vorhand kurz cross immer wieder Akzente setzen können. Da ich genau hinter ihrer Mutter sass, blickte die Inderin auf einigen Fotos schön in meine Kamera.
Huber/Melo wirkten auf dem Platz recht uninspiriert. Positiv ausgedrückt könnte man es wohl mit dem Wort "abgeklärt" beschreiben. Melo wirkte teilweise gelangweilt oder sauer. Das ist doch sehr untypisch für ein Mixed Doppel, wo normal immer gelacht wird und versucht wird eine gute Stimmung entstehen zu lassen. In der nächsten Partie gegen Kops-Jones/Huey setzten sich die 37-jährige US-Amerikanerin und der 29-jährige Brasilianer mit dem fast identisch knappen Resultat von 4:6 7:6 10-5 durch.

Lucie Hradecka, Frantisek CermakColin Fleming, Nuria Llagostera VivesFrantisek Cermak
Lucie Hradecka/Frantisek Cermak (WTA Doppel/ATP Doppel 11/40) - Nuria Llagostera Vives/Colin Fleming (WTA Doppel/ATP Doppel 18/21)   6:2 7:5
Bei den US Open wird das
Mixed Doppel nach verkürzter Zählweise gespielt. Das heisst "No Ad(vantage)" und ein Match-Tie-Break statt dem dritten Satz. Bei der "No Ad"-Regel kann das returnierende Team üblicherweise bestimmen, welcher Spieler den Return spielen wird. Im Mixed Doppel allerdings wird der Entscheidungspunkt immer von derjenigen Person mit dem selben Geschlecht wie der Aufschläger returniert.
Für Hradecka war es ein erfolgreiches Grand Slam-Jahr: Zusammen mit Hlavackova gewann sie die US Open im Damen Doppel. Mit Cermak war sie im gemischten Doppel sehr erfolgreich gewesen wie der Titel in Roland Garros und die Finalteilname an den Australian Open zeigen.

Nachtrag Novmeber 2013: Wegen Dopingmissbrauchs (Methamphetamin) wurde Llagostera Vives für zwei Jahre gesperrt. Die 33-jährige Spanierin erklärte einerseits, dass sie keine Ahnung habe wie es zu dem positiven Test habe kommen können und andererseits, dass durch diese lange Sperre ihre Tenniskarriere endet. 

 

Herren Doppel
 1. Runde  2. Runde  3. Runde  Viertelfinal  Halbfinal
 Bryan/Bryan (1) -
 Delbonis/L. Mayer
 7:6 6:2
 Bryan/Bryan (1) -
 Nielsen/Butorac
 6:3 6:2
 Bryan/Bryan (1) -
 Nestor/Pospisil
 6:7 7:5 6:2
 Bryan/Bryan (1) -
 Fleming/Marray (12)
 7:6 6:4
 Stepanek/Paes (4) -
 Bryan/Bryan (1)
 3:6 6:3 6:4
 Nielsen/Butorac -
 Brunström/Klaasen
 7:5 6:7 6:4

 

Mixed Doppel
 1. Runde  2. Runde  Viertelfinal
 Hradecka/Cermak -
 Llagostera Vives/Fleming
 6:2 7:5
 Hradecka/Cermak -
 Barty/Peers
 7:6 7:6
 Medina Garrigues/Soares (5) -
 Hradecka/Cermak
 6:4 6:7 13-11
 Huber/Melo (8) -
 Mirza/Tecau
 4:6 7:6 10-4
 Huber/Melo (8) -
 Kops-Jones/Huey
 4:6 7:6 10-5
 Spears/S. Gonzalez -
 Huber/Melo (8)
 2:6 6:1 11-9
 Raymond/Rojer (6) -
 Moulton-Levy/Butorac (W)
 6:4 7:5
 H.C. Chan/Emmrich -
 Raymond/Rojer (6)
 6:4 7:5
 

 

Damen Doppel
 1. Runde  2. Runde  3. Runde
 Görges/Zahlavova Strycova (12) -
 Govortsova/Minella
 6:2 3:6 6:1
 Raymond/Hercog -
 Görges/Zahlavova Strycova (12)
 5:7 6:4 7:5
 Hlavackova/Hradecka (5) -
 Raymond/Hercog
 6:3 7:6
 Raymond/Hercog -
 Martic/Petkovic
 6:2 3:6 6:4

 

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