Mercedes Cup 2009, Stuttgart

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alle Berichte aus der Rabble-Tennisdatenbank zu: Jeremy Chardy, Victor Hanescu, Fabio Fognini, Nicolas Kiefer, Mischa Zverev, Michal Mertinak, Frantisek Cermak, Mariusz Fyrstenberg, Marcelo Melo

 

Auch wenn das Herrenturnier in Stuttgart 2009 mit dem 250er-Status und dem relativ schwachen Teilnehmerfeld etwas abzurutschen droht, lebt es noch von den Turniersiegen Nadals 2005 und 2007 sowie der grossartigen Geschichte aus dem letzten Jahr. Da gewann Juan Martin Del Potro als Nummer 65 der Welt sein erstes ATP-Turnier. Dies war der Auftakt zu einer famosen Serie. Ohne ein Match zu verlieren siegte er anschliessend in Kitzbühl, Los Angeles und Washington. Seine nächste Niederlage kassierte er erst im Viertelfinale der US Open gegen Andy Murray nach 23 Siegen in Folge. Diese Geschichte kennt natürlich auch Jeremy Chardy, der mit seinem Erfolg in diesem Jahr gerne ähnlich durchstarten würde.


Rheinfall
Der Weg nach Stuttgart diesmal inklusive einem kleinem Sightseeing made in Switzerland.

Einzel: Der Weg der Halbfinalisten
 1. Runde  2. Runde  Viertelfinale  Halbfinale  Finale
 Jeremy Chardy -
 Jose Acasuso (8)
 6:2 7:6
 Jeremy Chardy -
 Martin Vassallo Arguello
 2:6 6:3 6:1
 Jeremy Chardy -
 Mischa Zverev
 7:6 6:1
 Jeremy Chardy -
 Nicolas Kiefer
 6:3 7:5
 Jeremy Chardy -
 Victor Hanescu (4)
 1:6 6:3 6:4
 Mischa Zverev -
 Guillermo Garcia-Lopez
 6:2 6:4
 Mischa Zverev -
 Gilles Simon (1)
 6:4 6:2
 Nicolas Kiefer -
 Tomas Berdych (3)
 6:3 6:3
 Nicolas Kiefer -
 Simon Greul (W)
 6:3 6:4
 Nicolas Kiefer -
 Lukasz Kubot (Q)
 6:2 6:1
 Victor Hanescu (4) -
 Dominik Meffert (Q)
 6:4 7:6
 Victor Hanescu (4) -
 Rainer Schüttler
 6:2 6:1
 Victor Hanescu (4) -
 Alexandre Sidorenko (L)
 7:6 6:4
 Victor Hanescu (4) -
 Fabio Fognini
 6:3 6:7 6:2
 Fabio Fognini -
 Fabrice Santoro (7)
 5:7 7:6 6:1
 Fabio Fognini -
 Paul-Henri Mathieu
 6:4 4:1 ret.
 Fabio Fognini -
 Nikolay Davydenko (2)
 6:1 3:6 7:5

Doppel
 1. Runde  Viertelfinale  Halbfinale  Finale
 Mertinak/Cermak (4) -
 Kas/Zverev
 6:2 6:3
 Mertinak/Cermak (4) -
 Navarro/Simon
 6:2 6:0
 Mertinak/Cermak (4) -
 Fyrstenberg/Melo (2)
 3:6 6:2 10-4
 Mertinak/Cermak (4) -
 Tecau/Hanescu
 7:5 6:4
 Fyrstenberg/Melo (2) -
 Arnold Ker/Cuevas
 6:1 6:4
 Fyrstenberg/Melo (2) -
 Acasuso/Vassallo Arguello
 6:3 7:6


Jeremy Chardy - Mischa Zverev
Da die Spiele am Freitag durch den Regen verzögert worden waren, mussten die beiden Viertelfinalspiele der oberen Tableauhälfte am Samstagmorgen nachgeholt werden. Chardy dominierte dabei die Ballwechsel gegen Zverev dank seinem Aufschlag und seiner Vorhand. Dem Deutschen hingegen fehlten die Mittel, um Gewinnschläge zu erzielen. Mir gefiel seine Technik vor allem auf der Vorhandseite nicht, aber auch nicht auf der Rückhand. Er kann nur wenig Druck ausüben und muss sich daher auf eine Defensivtaktik konzentrieren. Diese Taktik kann zwar durchaus erfolgreich sein, ist es aber langfristig nur in Kombination mit Angriffstennis. Die Partie wurde auf dem als "Grandstand" bezeichneten Aussenplatz ausgetragen.


Victor Hanescu - Fabio Fognini
Hanescu ist der konstantere der beiden Spieler. Fognini versuchte mit seinem ganzen Repertoire von Winkelbällen bis Stoppbällen einen Schlüssel zu finden. Als er sich kurz vor dem vermeintlichen Ende der Partie im zweiten Satz dann endlich mit der vermeintlich einfachsten Taktik versuchte, stellte sich der Erfolg ein. Der Italiener gab den Bällen nun endlich Tempo mit. Nach dem Verlust des zweiten Satzes trotz Breakvorsprung bekam Hanescu die Partie wieder in den Griff. Trotz seiner 198cm (oder vielleicht gerade deshalb) erzielt der Rumäne auf Sand seine besten Resultate. In seiner Karriere erzielte er bislang folgende Sieg/Niederlage-Bilanzen: 72:54 auf Sand, 10:11 auf Rasen, 27:47 auf Hartplatz und 5:11 auf Teppich. Dank seiner Grösse und Technik springen sowohl Aufschläge als auch Grundlinienschläge auf des Gegners Seite hoch ab. Der Sandplatz unterstützt dies zusätzlich.


Michal Mertinak/Frantisek Cermak - Mariusz Fyrstenberg/Marcelo Melo
Das Doppel duellierte sich auf einem weiteren Aussenplatz der Anlage des TC Weissenhof, dem ENBW-Court.


Jeremy Chardy - Nicolas Kiefer
Wie bereits den ganzen Tag über zeigte sich das Wetter auch in dieser Partie von seiner ungemütlichen Seite. Glücklicherweise musste am Samstag aber nie eine Partie unterbrochen werden. Nach einem Aufschlagspiel zu Null zum Auftakt riss bei Kiefer der Faden. Er verlor die nächsten beiden Aufschlagspiele. Entweder fühlte er sich körperlich nicht in der Lage, lange Ballwechsel zu gehen, oder ihm war die nasse Unterlage zu rutschig und gefährlich. Jedenfalls setzte der 32-jährige  ab Ende des ersten Satzes auf Serve and Volley, was mir aussichtslos erschien. Als er die nötige Ausgewogenheit gefunden hatte, konnte er den zweiten Satz lange offen gestalten. Für Kiefer war es der erste Turnierauftritt in Stuttgart seit 12 Jahren gewesen.
Chardy hat für mich nicht die selbe Klasse wie ein Marin Cilic. Die beiden sind durchaus vergleichbar. Der Franzose hat bei den Junioren 2005 in Wimbledon gewonnen, der Kroate im selben Jahr die French Open. Beiden verfügen mit ihrem Aufschlag und der Vorhand über starke Waffen. Während Cilic auf der Rückhand allerdings sowohl Spin als auch Slice spielt, umläuft Chardy seine Rückhand pausenlos. Er scheint geradezu Angst davor zu haben. Ausserdem fehlt bei ihm der nahtlose Übergang ans Netz, was bei Cilic jeweils fliessend stattfindet. Doch auch beim Franzosen sind gute Ansätze vorhanden.


Stuttgart
Es scheint, als ob ich Stuttgart noch nicht komplett erforscht habe. Bei jedem Besuch gelange ich wieder an neue Orte.

 

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