USA Xmas-Sport 2008

zurück zur Übersicht         Last updated: 04.01.2009

NHL Buffalo Sabres @ Washington Capitals   Verizon Center, Washington D.C.   26. Dezember 2008

 

Buffalo Sabres (16-13-5) at Washington Capitals (21-11-3)
Ein Spitzenspiel mit dem Heimteam als Favoriten.

Im Gegensatz zur NFL, wo es pro Conference nur 6 aus 16 Teams in die Play Offs schaffen, qualifizieren sich in der NHL aus jeder der beiden Conferences je 8 aus 15 Teams. Die Regular Season umfasst 82 Matches. Darunter leidet die Spannung, wie ich finde. Ein Überfluss an Eishockeyspielen, wie dies auch leider in der Schweiz der Fall ist. Weniger wäre mehr.
Als Dritte der Eastern Conference und führende der Southeast Division müssen sich die Washington Capitals kaum Sorgen um ihre Play Off-Qualifikation machen. Star der Capitals ist Alexander Ovechkin. An der vergangenen Weltmeisterschaft war er einer der Eckpfeiler, der den Russen unter Trainer Slava Bykov den ersten Weltmeistertitel seit 15 Jahren bescherte.
Buffalo liegt auf Rang acht und damit genau über dem "Strich". Dahinter lauern das punktgleiche Carolina sowie Florida mit einem und Toronto mit drei Punkten Rückstand. Für die Sabres zählt also jeder einzelne Punkt im Kampf um die Play Offs.
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Capitals gewinnen 3:2
Video der Matchhighlights auf NHL.com


Eine 18'000 Zuschauer fassende Arena mitten in der Grossstadt ist doch sehr beeindruckend. Beim hin- und weggehen machte es den Eindruck, als ob die vielen Leute problemlos aneinander vorbeikommen. Wie vor jeder Sportveranstaltung wurde die amerikanische Nationalhymne gesungen (Bild 2).
Während den werbebedingt längeren Spielunterbrüchen werden die Zuschauer über den Grossbildschirm und mit Fanaktionen der Sponsoren unterhalten. Die berühmte Orgel kommt übrigens nicht vom Tonband, sondern wird live gespielt. Einen speziellen Fanclub konnte ich keinen ausmachen. Irgendwie sind alle Fans. Beim einzigen Anfeuerungsruf "Let's go Caps" machten das Spiel hindurch dann auch allesamt schön mit. Cheerleader sind beim Eishockey etwas für die Katz', weil man auf dem Eis nicht tanzen kann. Sie stellten sich deshalb auf die Treppen der Zuschauerränge.
Die Russen Alex Ovechkin (kurz "Ove" genannt) und Viktor Kozlov, die einzigen Spieler, die ich vom Namen her kannte, waren für die ersten Tore zuständig. Beide Teams hatten zwar sehr offensiv begonnen, doch bis zum ersten Tor musste ich bis in die 38. Minute warten, als Kozlov mit einem satten Schuss erfolgreich war. Keine Minute später setzte Ovechkin vermeintlich einen drauf, doch sein Treffer wurde annulliert. Die Szene ist auf Bild 3 festgehalten. Die Caps hatten zu Beginn des Powerplays das Bully verloren, doch Ove mit der Nummer 8 fing den Befreiungsschlag der Sabres mit der rechten Hand ab und zog danach von der blauen Linie ab. Allerdings zählte der Treffer nicht, weil ein Spieler der Caps im Gerangel vor dem Tor eine Strafe kassierte.


Nach dem aberkannten Tor war Ovechkin erst richtig aufgestachelt. Er geht ohnehin sehr hart in die Zweikämpfe, ist ein Aggressivleader. Für meinen Geschmack sogar etwas zu sehr. Da kassiert er schon mal die eine oder andere Strafe, mit der er dem Team schadet. Er ist auch einer dieser Kerle, die sich zwischen Genie und Wahnsinn bewegen. Überragende Antritte werden durch teils einfachste Stockfehler relativiert. So einen überragenden Antritt zeigte der erst 23-jährige Russe aber bei seinem Tor zum 3:1 (Bilder 1-3). Aus der eigenen Hälfte heraus überspielte er den letzten gegnerischen Feldspieler mit seiner Rückhand. Den Puck nun auf der Vorhandseite, aber bereits mit den Knien auf das Eis gedrängt, schob er die Scheibe longline ein. Ein sensationelles Goal!
Zweimal hatten die Buffalo Sabres auf ein Tor verkürzen können, was der Spannung gut tat. Für mich also ein gutes Spiel, welches ab dem ersten Tor kurz vor Ende des zweiten Drittel so richtig Feuer bekam. Nach dem Schlusspfiff machten sich die Zuschauer sehr schnell auf den Heimweg. Nur kurz wurden die besten drei Spieler des eigenen Teams noch aufgerufen, dann war bereits Schluss. Keine Schlachtrufe von Fans. Nichts. Beim Basketball und Football die Tage darauf gab es sogar nicht einmal eine Ehrung der besten Spieler. Vermutlich setzen sich die Leute noch in irgend eine Sportsbar und stossen dort noch gemeinsam auf den Sieg an.

 

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