Russland-Reise 2007

zurück zur Übersicht         Last updated: 18.09.2007

Irkutsk   -   12.-15. August 2007

 

Zentralasien:
Zwar finden sich auch in Irkutsk viele (europäische) Russen, wie wir sie uns vorstellen. Der Stamm der "Rus" war ja ursprünglich in der heutigen Ukraine beheimatet. Mindestens gleich viele Einwohner der Stadt weisen aber mongolische/asiatische Gesichtszüge auf.
Von den Autos sind mehr als die Hälfte mit dem Lenkrad auf der rechten Seite ausgestattet. Diese Wagen sind direkt aus Japan importiert, wo Linksverkehr herrscht. Das TV-Programm in meinem Hotelzimmer beinhaltete drei asiatische Sender. Je einen Chinesischen, Japanischen und Koreanischen, soweit ich das erkennen konnte. Allerdings ist das mit dem Fernsehprogramm so eine Sache. Gegenüber Moskauer Zeit hat man fünf Stunden Vorsprung, was das Nachmittagsprogramm zum Abendprogramm werden lässt.

Mein Hotel Ewropa. Neu erstellt und edel, aber auch teuer und die Freundlichkeit im Restaurant liess zu wünschen übrig. Der Transsib-Obelisk mit dem Zarendenkmal. Im Hintergrund steht das weisse Haus, welches allerdings gelb ist!? Die Angara, der Abfluss des Baikalsees. Der erste stahlblaue Fluss auf meiner Reise. Bahnhof von Irkutsk

Irkutsk:
Seit dem grössten von zahlreichen Bränden Ende des 19. Jahrhunderts gilt in Irkutsk Holzverbot in den wichtigsten Hauptstrassen. Die typischen Holzhäuser in der 1661 gegründeten Stadt finden sich deshalb in den Seitenstrassen und ausserhalb des Zentrums. Leider sind diese aber nicht immer sehr gepflegt. Ich fand da keine Verbindung zum "Paris Sibiriens", wie Irkutsk früher auch genannt wurde. Höchstens am Angara und an der Uliza Karla Marksa (Karl Marx-Strasse) zeigt sich die Stadt teilweise von ihrer prachtvollen Seite.
Unter den ersten Eindrücken fragte ich mich gar, ob in Irkutsk eine Armut herrscht, die ich in den Städten zuvor nicht gesehen hatte. Vielleicht lag es aber auch daran, dass mein Hotel etwas ausserhalb lag. So viele Bettler (zwar nur etwas mehr als ein halbes Dutzend) wie in der 600'000 Einwohner zählenden Stadt hatte ich zuvor nie erlebt.

Kreuzerhöhungskirche

CCCP:
27 Jahre, 3 Wochen in Russland und das Erlernen der kyrillischen Schriftzeichen hatte es gedauert, bis bei mir vor einem Denkmal mit der entsprechenden Aufschrift endlich der Groschen fiel. CCCP heisst natürlich nicht CCCP, sondern ist kyrillisch und heisst SSSR. Um genau zu sein: Sojus Sowjetskich Sozialistitscheskich Respublik.
Wie eigentlich in jeder Stadt gab es auch in Irkutsk eine Uliza Lenina, ein Lenin-Denkmal und eine Uliza Karla Marksa. In Irkustk kam noch der Ploschad Kirova (Kirow-Platz) hinzu. Kirow war Parteichef und neben Stalin im Gespräch um die Nachfolge des verstorbenen Lenin. Stalin liess ihn kurzerhand Umbringen und schob den Mord seinen politischen Feinden in die Schuhe. Um Kirow baute er einen Kult auf, liess Plätze, Strassen und sogar eine Stadt nach ihm benennen.

Wie an so vielen Orten wird auch am Kirow-Platz gebaut, begrünt und verschönert. Gotterscheinungskirche. Das Denkmal mit einer Inschrift CCCP. Im Hintergrund steht die Erlöserkirche.
Dem Platz beim Zirkus spreche ich grosses Potential zu: Warten bis er fertig ist und sich dann ins Kafe nebenan setzen... Lenin-Park Lenin-Strasse Die "autofreie" Fussgängerzone war nicht komplett autofrei...

Abschied:
Entweder sehe ich so russisch, so allwissend oder so hilfsbereit aus. Während meinen letzten zwei Tagen wurde ich fünfmal nach dem Weg oder dem richtigen Tram gefragt. Leider konnte ich auf die Fragen immer noch nicht mit mehr als einem "Ja ne ponimaju" antworten, was soviel heisst wie "ich verstehe nicht".
Entweder lag es an der 7-stündigen Zeitverschiebung oder es hat mir so gut gefallen. Aber so lange wie dieses Mal hatte ich noch nie, um mich wieder an zu Hause zu gewöhnen.

Karl Marx-Strasse Airbus A310 der S7 Airlines

 

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