Rabble-GrandSlam-Reise nach New York 2005

zurück zur Übersicht         Last updated: 13.11.2005

Jessica Kirkland - alle Berichte aus der Rabble-Tennisdatenbank
Jessica Kirkland - ...und ihr stolzer Vater Clem

 

Ich wollte eigentlich nur wissen, wie das Nadal-Jenkins Match am Vorabend ausgegangen ist, als ich den Herrn neben mir fragte. Dieser stellte sich mir dann aber gleich als Clem Kirkland vor und wir kamen ins Gespräch. Denn bis zum Beginn der ersten Matches um elf Uhr war noch eine halbe Stunde Zeit. Er wartete auf das Doppel seiner Tochter Jessica, welches als erstes Match auf Court 13 angesetzt war.

Jessica stand im letzten Jahr bei den Juniorinnen im US Open-Finale und siegte an der Orange Bowl, inoffiziellen Junioren-WM. Bei den Australian Open überstand sie die Qualifikation und verlor dann in der ersten Runde gegen Kuznetsova. Bei den French Open sowie in Wimbledon scheiterte sie früh in der Qualifikation. Zur Zeit steht sie knapp innerhalb der Top 200 des Rankings.
Clem erzählte mir, dass sie ausser den Grand Slams nicht in Europa gespielt hatte. Viele junge amerikanische Spielerinnen würden zu Beginn nur die Turniere im eigenen Kontinent spielen, da die Unterstützung vom Verband seiner Aussage nach nicht ausreichend sei.
Ausserdem wolle er, dass sie die 17-jährige noch ihre Highschool abschliesst neben dem Tennis. Sie sei eines von fünf Kindern und das Tennis bedeute natürlich viel Aufwand. Aber er dürfe und wolle auch seine anderen Kinder nicht vernachlässigen. Aber im nächsten Januar würde er auch mit nach Australien reisen, im Gegensatz zu diesem Jahr.

Dann begann er von seiner Tochter zu schwärmen. Das fand ich süss, denn er war wirklich ein netter Kerl. Er zeigte auf seine Frau und sagte begeistert, dass Jessica die Sommersprossen, die rötlichen Haare sowie die schön braungebrannte Haut von seiner Frau habe.
Clem Kirkland zeigte sich auch beeindruckt davon, wie hart seine Tochter für das Tennis arbeitet. Fünf Stunden pro Tag. Zwei davon auf dem Tennisplatz, den Rest für die Fitness. Und daneben noch die Schule.

 

Damen Doppel 1. Runde:   Jessica Kirkland/Teryn Ashley (W) - Michaela Pastikova/Mervana Jugic-Salkic   4:6 3:6

Auf die Frage, ob Jessica und Teryn ein eingespieltes Doppel seien, entgegnete mir Clem, dass die beiden noch nie zuvor zusammen gespielt hatten!
Jessica hatte wie im Einzel bei der USTA (United States Tennis Association) auch für das Doppel eine Wild Card angefragt. Der Veranstalter kam dieser Bitte nach und stellte ihr die 26-jährige Teryn Ashley zur Seite.

Der Aufschlag und die Grundlinienschläge von Jessica Kirkland waren kraftvoll und solide. Und auch ihre Volleys waren druckvoll, gepaart mit einer guten Reaktion am Netz. Ich denke, dass die 17-jährige aus Cincinnati im Verlauf des nächsten Jahres den Durchbruch bei den Profis auf der WTA-Tour schaffen kann.

Beste Doppelspielerin auf dem Platz war aber ganz klar Michaela Pastikova im roten Shirt. An der Seite der 25-jährigen Tschechin und 44. der Doppelweltrangliste steigerte sich auch Mervana Jugic-Salkic im Verlauf der Partie zu einer guten Leistung.

Das US-amerikanische Doppel hätte seine Chancen gehabt, wenn da nicht die wirklich schlechte Leistung von Teryn Ashley gewesen wäre. Das Hauptproblem war, dass die 26-jährige weder Druck hinter ihren Services, Grundschlägen noch den Volleys legen konnte. Und von den Halbvolleys hat sie sowie keinen Einzigen getroffen.
Das hatte zur Folge, dass ihre Gegnerinnen während den Ballwechseln kaum in Bedrängnis gerieten, da Ashley zu keinen Gewinnschlägen ansetzen konnte, sondern den Ball nur zurückspielte.

 

Damen Einzel 1. Runde:   Jessica Kirkland (W) - Maria Emilia Salerni (Q)   4:6 6:3 6:7

Clem meinte, dass Jessica in der ersten Runde gegen Salerni wirklich nahe am Sieg war. In der entscheidenden Phase sei sie dann aber zu nervös gewesen.
Den entscheidenden Tie-Break verlor sie gegen die argentinische Qualifikantin nämlich glatt mit 0:7. Ich hatte das Spiel ja nicht mitverfolgt, aber ich sah Salerni in der zweiten Runde gegen Hantuchova. Und da ging Salerni nun wirklich sang- und klanglos unter. Folglich hätte sich Kirkland in der ersten Runde eigentlich schon durchsetzen sollen.

 

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