US Open 2017, New York City

zurück zur Übersicht         Last updated: 01.04.2018

Spielstile Damen - ...

Petra MarticAgnieszka RadwanskaAgnieszka RadwanskaAgnieszka Radwanska
Agnieszka Radwanska (WTA 11) - Petra Martic (WTA 85)   6:4 7:6
Es war eine grosse Enttäuschung zu sehen, dass Martic nach den Erfolgen in Paris und London nicht in der Lage war der Neutralisation ihres Spiels durch Radwanska zu entgehen. Normalerweise ist es die Kroatin, die etwas mehr Würze in ihre Spiel bringt als ihre Gegnerin. Doch die frisch verheiratete Radwanska hatte stets die Oberhand. In beiden Sätzen lag sie jeweils vorne, im zweiten Satz sogar mit 5:2. In verliess Court 5 infolge Aussichtslosigkeit des Unterfangens. Martic hat es danach zwar noch in den Tie-Break geschafft, aber bloss aufzuholen und dann doch zu verlieren ist in solch' einer Begegnung dann nur noch mehr Frust.

Petra Martic, Vikotrija GolubicPetra MarticPetra Martic
Petra Martic (WTA 85)
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Yulia PutintsevaYulia PutintsevaYulia PutintsevaAgnieszka RadwanskaAgnieszka RadwanskaYulia PutintsevaYulia PutintsevaAgnieszka Radwanska
Agnieszka Radwanska (WTA 11) - Yulia Putintseva (WTA 50)   7:5 6:2
Ich wollte am Donnerstag nach dem Federer-Match eigentlich zurück zum Hotel, doch da sah ich das Resultat von 3:2 für Putintseva gegen Radwanska. Ich wollte wissen, ob Putintseva mit der Herausforderung Radwanska besser umgehen konnte als Martic tags zuvor. Nachdem ich mir den Rest der Begegnung angesehen habe, kann ich die Frage mit "Ja" beantworten. Es war ein deutlich besseres Spiel als am Mittwoch und Radwanska wurde heute dazu gezwungen ihre beste Leistung abzurufen. Die 28-jährige Polin spielte aus jeder bedrängnisvollen Lage einen Ball zurück bis an die Grundlinie. Selbst ging sie bevorzugterweise mit ihrem Rückhandslice weit an die Grundlinie in die Rückhandecke ihrer Gegnerin in den Angriff und war mit dieser starken Eröffnung in der Folge am Netz kaum zu bezwingen.
Putintseva liegt es lange Ballwechsel zu spielen, doch das Schachspiel gegen Radwanska kann einen zur Verzweiflung treiben. Dafür blieb sie relativ ruhig. Der Spielverlauf war für mich im Gegensatz zum gestrigen Spiel gegen Martic eher logisch. Das Spiel blieb zuerst so lange offen bis Radwanska ihre Gegnerin gebrochen hatte.
Bei 1:3 im zweiten Satz setzten bei der 22-jährigen im linken Bein Krampferscheinungen ein als sie sich bückte um einen neuen Schläger aus der Tasche zu nehmen. Sie setzte sich auf den Boden und hielt sich erst das Bein und fasste sich danach an die Taille respektive den Rücken. Clever gemacht, denn für Krämpfe gibt es keine Verletzungspause. Für einen auftretenden Schmerz im Rückenbereich aber schon. So kam die Physiotherapeutin und Putintseva liess sich an Rücken und Beinen manipulieren. Doch mit diesen zusätzlichen körperlichen Problemen war der Fokus und unbändige Wille auf den Sieg verloren gegangen.

Petra KvitovaAlize Cornet
Petra Kvitova (WTA 14) - Alize Cornet (WTA 46)   6:1 6:2
Die Rückkehr mit dem Turniersieg im Juni in Birmingham beim nur zweiten Turnier nach den Messerschnitten in ihre Hand war eine dieser Märchengeschichten. Der Einbrecher im Dezember des letzten Jahres, die Kämpferin Kvitova, die sich selbst hier zur Wehr setzte und Messerstiche und -schnitte in ihre Schlaghand abbekam und bis zu den Sehnen und Nerven waren alle fünf Finger betroffen. Von mindestens einem halben Jahr Pause bis "lebenslang" war die Rede, doch sie kehrte bereits genau nach einem halben Jahr an den French Open wieder zurück und siegte dort sogar in der ersten Runde. Cornet hatte keine Chance gegen die schnörkellose Kvitova. Die Französin unterlag so klar, dass sie sogar nicht einmal die Gelegenheit hatte um ihr Dramagetue so richtig zur Schau stellen zu können. Kvitova kommt in diesem Jahr sicherlich entgegen, dass es kälter und vor allem nicht schwül ist.

Rebecca PetersonRebecca PetersonRebecca PetersonBarbora KrejcikovaBarbora Krejcikova
Rebecca Peterson (WTA 196), Barbora Krejcikova (WTA 123)
Am Dienstag sass ich auf Court 8 nach dem Ende von Wickmayer-Tsurenko bereit für das Grand Slam-Debüt von Rebecca Peterson. Doch der Regen setzte ein und so war es schliesslich nicht Dienstag auf Court 8, sondern Mittwoch auf Court 16. Beides sind im übrigens diejenigen Plätze mit der geringsten Zuschauerkapazität, da entlang einer Seitenlinie eine Bande verläuft. Eingespielt hat sich Rebecca am Mittwoch auf Platz 5 mit Krejcikova, die ebenfalls Jahrgang 1995 ist. Im Einzel war sie allerdings in der Qualifikation gescheitert. Krejcikova ist wie die bevorstehende Gegnerin Allertova eine Tschechin, wenn auch nicht mit den genau gleichen Spielanlagen.
Den Beobachtern gefiel die Vorhand von Peterson und der eine oder andere fragte, was das für eine Spielerin sei. Es ist klar, dass sie nach über einem halben Jahr Verletzungspause auch bei Tennisinteressierten noch kein Begriff ist. Die erfolgreiche Qualifikation an den US Open kam für mich sehr überraschend und ist ein sehr erfreulicher Wegweiser. Auch beim zweiten Turnier nach ihrer Rückkehr im Juni hatte sie sich beim 25'000$-ITF Turnier von Padova zum Turniersieg gekämpft.

Denisa AllertovaDenisa AllertovaDenisa AllertovaDenisa AllertovaRebecca PetersonRebecca PetersonRebecca PetersonRebecca PetersonRebecca Peterson
Denisa Allertova (WTA 90) - Rebecca Peterson (WTA 196)   6:2 7:6
Mit einem Doppelfehler eröffnete Peterson ihre Grand Slam-Karriere. Nach zwei langen Ballwechseln lag sie mit 0:40 hinten. Es war wichtig, dass sie dieses Aufschlagspiel doch noch zum 1:0 halten konnte. Doch danach punktete sie erst mit dem Break zum 2:2 zum nächsten Mal. Allertova spielte stabil ihre Schläge druckvoll herunter. Umso mehr sie vorne lag, desto besser spielte. Rebecca hatte teilweise zwar eine unglaubliche Länge in ihren Schlägen, doch sie fand keinen Ansatz mehr und dann kommt es wie bei so vielen Spielerinnen jeweils zu diesem sich nicht gut anfühlenden eigenen Spiel mit leicht angezogener Handbremse. Sieben Games gingen weg zum 2:6 0:3.
Bei 1:4 im zweiten Satz löste sich endlich der Knoten und Rebecca konnte Vollgas geben. Sie drückte nun in den Punkten und bei Allertova begann das Nervenflattern. Es ist bezeichnend dass Peterson vier ihrer fünf Doppelfehler im ersten Satz beging und Allertova alle ihre vier Doppelfehler im zweiten Satz machte. Es war eigentlich schon zu spät um noch aufzuholen, aber das Gefühl in einem Grand Slam-Hauptfeld sein Tennis abrufen zu können, das dünkt mich fast noch wichtiger. Unverhofft spielte sich Rebecca in den Tie-Break es fehlt wirklich nicht viel. Bei 4:6 im Tie-Break und zwei Matchbällen gegen sich ein Wink des Schicksals? Allertova servierte durch die Mitte, Becca konnte nur noch den Schläger hinhalten, aber brachte den Ball nicht über das Netz. Doch der Linienrichter hatte "Fault" gerufen und der Stuhlschiedsrichter überstimmte ihn. Der Punkt wurde zum Glück für Peterson wiederholt, denn der Ball war wirklich drin gewesen. Den nächsten Return knallte Becca mit der Vorhand longline auf die Linie zum direkten Winner und es stand nur noch 5:6. Doch ein Ball ins Netz nach einem langen Ballwechsel beendete das Abenteuer US Open 2017 für sie.

Heather WatsonHeather WatsonRohan BopannaRohan BopannaGabriela Dabrowski
Gabriela Dabrowski/Rohan Bopanna (WTA Doppel/ATP Doppel 19/17) - Heather Watson/Henri Kontinen (WTA Doppel/ATP Doppel 101/1)   6:4 4:6 13-11
Dabrowski hat als Doppelspielerin starke Fortschritte gemacht. Sie überzeugt auch in einem gemischten Doppel mit guten Aufschlägen, Returns und Interaktionen am Netz. Einzig bei ihrem Aufschlagspiel im zweiten Satz bei 3:3 und 30:30 wähnte sie sich wohl in einem Damen Doppel und nicht in einem gemischten Doppel. Sie war in einem Vorhand crosscourt Ballwechsel mit Kontinen und entschloss sich anzugreifen. Der Finne passierte sie kurzerhand problemlos eng cross. Beim Breakball war sie in der Rally mit Watson und spielte dann auf den am Netz stehenden Kontinen, der den Ball zum Punktgewinn abvollierte. Beide Bälle hätten gegen Frauen funktionieren können, aber nicht gegen die Nummer 1 der Doppelweltrangliste der Herren.
Watson macht sich gut in der Rolle der Kleinsten auf dem Platz gegen die Grossen. Sie mag diese Herausforderung, da sie damit auch im Einzel in ihrer ganzen Tenniskarriere zu kämpfen hat. Auch wenn am Netz auf sie gespielt wird, dann will sie - trotzdem sie die einzige nicht-Doppelspezialistin ist - diesen Ball unbedingt verwandeln. Der Lohn für diesen Willen war der Wimbledon-Titel im letzten Jahr und das Wimbledon-Endspiel in diesem Jahr zusammen mit Kontinen. Dabrowski und Bopanna ihrerseits sind amtierende Sieger von Roland Garros.

 

 Damen Einzel
 1. Runde  2. Runde  3. Runde  4. Runde  Viertelfinal
 Agnieszka Radwanska (10) -
 Petra Martic
 6:4 7:6
 Agnieszka Radwanska (10) -
 Yulia Putintseva
 7:5 6:2
 Coco Vandeweghe (20) -
 Agnieszka Radwanska (10)
 7:5 4:6 6:4
 
 Yulia Putintseva -
 Sofya Zhuk (Q)
 7:6 6:3
 Denisa Allertova -
 Rebecca Peterson (Q)
 6:2 7:6
 Naomi Osaka -
 Denisa Allertova
 6:3 4:6 7:5
 
 Petra Kvitova (13) -
 Jelena Jankovic
 7:5 7:5
 Petra Kvitova (13) -
 Alize Cornet
 6:1 6:2
 Petra Kvitova (13) -
 Caroline Garcia (18)
 6:0 6:4
 Petra Kvitova (13) -
 Garbine Muguruza (3)
 7:6 6:3
 Venus Williams (9) -
 Petra Kvitova (13)
 6:3 3:6 7:6
 Alize Cornet -
 Heather Watson
 6:4 6:4

 

 Gemischtes Doppel
 1. Runde  2. Runde  Viertelfinal
 Dabrowski/Bopanna (7) -
 Watson/Kontinen
 6:4 4:6 13-11
 Dabrowski/Bopanna (7) -
 Martinez Sanchez/Monroe
 6:3 6:4
 H.C. Chan/Venus (3) -
 Dabrowski/Bopanna (7)
 4:6 6:3 10-8

 

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