Miami 2016

zurück zur Übersicht         Last updated: 11.04.2016

Hot (S)Pot - Diyas, Williams, Tsurenko, Makarova

Zarina tropfte, Lesia litt und Serena wurde überraschend bezwungen.

Daria GavrilovaZarina DiyasZarina DiyasZarina DiyasZarina DiyasZarina DiyasZarina DiyasZarina Diyas
Zarina Diyas (WTA 97) - Daria Gavrilova (WTA 34)   7:5 6:3
Ich bin nicht auf Autogramme aus und selten auf Fotos. Aber Zarina Diyas gehört in den erlesenen Kreis, wo es mir das Wert war und die Gelegenheit für ein Foto war da (Bild 2). Leider steht sie etwas wie bestellt und nicht abgeholt auf dem Foto vor Trainingsbeginn, nachdem sie gerade die Sonnencreme aufgetragen hatte. Sie ist zwar nie eine die gross lächelt, aber sie konnte ja auch nicht wissen, dass dieser Typ sich tatsächlich für sie begeistert und sich noch mit dem einzigen kasachischen Fan auf der Anlage verbünden würde um sie zu unterstützen. Dank Ali aus Kasachstan (Bild 3) - der jetzt in Amerika lebt und unter anderem französisch studiert hat und etwas sogar deutsch sprach - kenne ich nun den Anfeuerungsruf auf kasachisch: "Alga". Während Miami konnte ich mein Repertoire um "Alga Kasachstan", das israelische "Yalla" und das finnische "Noni" und "Tasta" erweitern. So etwas kann man immer gebrauchen auf den Tennisplätzen dieser Welt!
In über zehn Jahren Tennisreisen für mich ein Novum war, dass Gavrilova nach dem Seitenwechsel jeweils ein Ballkind mit einem Handtuch den Boden trocknen lassen musste, weil Diyas zuvor am Ort ihres Aufschlags vor Schweiss so getropft hatte, dass sich eine kleine Lache bildete (Bild 18). Selbst auf Bild 19 tropft sie während dem Schlag.
Die Revanche gleich beim nächsten Turnier nach Miami in Charleston entschied dann Gavrilova gegen Diyas in drei Sätzen für sich. Auf dem grünen Sand konnte die Australierin das Blatt wenden, was für mich nachvollziehbar ist. Ausserdem haben wohl die "Alga"-Rufe gefehlt im Gegensatz zu Miami. ;-) In letzter Zeit hat Diyas ohnehin nicht viel getroffen. Miami war das erste Turnier seit Wimbledon vor fast neun Monaten, bei dem sie erstmals wieder zwei Matches in Folge gewinnen konnte! 17 Turniere lang war ihr das dazwischen nicht mehr gelungen. Nur 5 Siege konnte sie in dieser Zeit einfahren und fiel trotz der vierten Runde von Wimbledon auf ihrem Resultatblatt von Rang 32 auf Rang 97 zurück. Es wurde also höchste Zeit, dass ich wieder mal etwas anfeuern ging. ;-)

Serena Williams, Zarina DiyasSerena WilliamsZarina Diyas
Serena Williams (WTA 1) - Zarina Diyas (WTA 97)   7:5 6:3
Svetlana Kuznetsova (WTA 19), Christina McHale (WTA 56)
Auf Englisch könnte das Spiel zwischen Zarina und Serena dem Namen nach durchaus zu Verwechslungen führen. Die Rollen waren aber natürlich klar verteilt. Diyas spielt immer dann am besten, wenn sie hinten liegt respektive wenn sie nichts zu verlieren hat. Williams muss man zum Laufen bringen und direkt versuchen die Bälle in die Ecken zu platzieren. Über dieses Spiel verfügt Diyas. Daher war sie in der Lage, sich gut aus dieser Affäre zu ziehen. Einzig ihr zweiter Aufschlag ist ein gefundenes Fressen für die Weltranglistenerste. Unser Freund Ali aus Kasachstan hat es in die Box geschafft (Bilder 9-10).
Im Nachhinein gesehen ist Diyas allerdings die einzige Spielerin, welche gegen Williams in Miami keinen Satz gewinnen konnte. McHale (Bild 15) war dies in der zweiten Runde gelungen. In der vierten Runde gelang Kuznetsova (Bild 14, hinten) sogar ein Sieg über Seriensiegerin Willams. Die Russin hatte sich in der Runde zuvor gegen Garcia erst im Tie-Break des dritten Satzes durchsetzen können. Der Turniersieg in Miami ist eine elitäre Angelegenheit: Insgesamt achtmal hat Williams ihr Heimturnier bereits gewonnen, von 2002-2004, 2007-2008 und 2013-2015. Dazwischen war es einmal ihre diesjährige Bezwingerin Kuznetsova, die 2006 gewinnen konnte sowie Radwanska in 2012. Mehrfachsiege gelangen nur Clijsters 2005 und 2010 und Azarenka 2009, 2011 und 2016. Mit dem diesjährigen Triumph schloss die Weissrussin den März nach dem vorangegangenen Finalsieg in Indian Wells über Williams perfekt ab. Überraschend viele Indian Wells- und Miami-Double gab es in diesem Jahr mit Azarenka im Damen Einzel, Djokovic im Herren Einzel, Mahut/Herbert im Herren Doppel und Mattek-Sands im Damen Doppel (in Indian Wells mit Vandeweghe, in Miami mit Safarova).

Alexandra DulgheruAlexandra Dulgheru
Lesia Tsurenko (WTA 46) - Alexandra Dulgheru (WTA 91)   6:7 6:3 6:3
Dies war unser erstes Match, in dem man die typischen Miami-Verschleisserscheinungen erkennen konnte. In Eilat habe ich die austrainierte Tsurenko gepriesen und wenn eine wie sie körperlich in Bedrängnis gerät, dann sind die Bedingungen eben auch bei "nur" 25 Grad an diesem Dienstag bereits schwer zu spielen. Es brauchte einen Sondereffort an Willen und Energie, dass sich die Ukrainerin durchsetzen konnte. Wir halfen mit etwas Unterstützung mit.

Lesia TsurenkoLesia TsurenkoLesia TsurenkoEkaterina Makarova
Ekaterina Makarova (WTA 31) - Lesia Tsurenko (WTA 46)   3:6 6:4 6:3
Tsurenko war gut ins Match gestartet, doch die Gefahr bestand, dass die renommiertere Makarova sie noch abfangen könnte. Bei 4:3 im zweiten Satz hatte Tsurenko Breakbälle, welche sie nicht zu einer Vorentscheidung nutzen konnte. Nach dem verlorenen zweiten Satz beging Tsurenkos Coach einen für mich fatalen Fehler. Makarova nahm sich nach beiden Sätzen jeweils eine unglaublich lange Umkleidepause. Daher rief Tsurenko zwischen dem zweiten und dritten Satz ihren Coach. Dieser sass gleich links neben uns und ich sah ihm schon als er auf den Platz musste an, dass er keine Ahnung hatte was er sagen sollte. Makarova hatte ihr Spiel gesteigert und Tsurenko war mehr und mehr in Bedrängnis geraten. Er war keine Minute bei seiner Spielerin und kehrte danach zu seinem Stuhl zurück. Tsurenko musste die nächsten Minuten alleine warten, bis ihre Gegnerin zurückkehrte. Ihr Coach hätte bei ihr bleiben müssen. Selbst wenn er nichts gesagt hätte oder das Gespräch in Small Talk zerfallen wäre. Du musst die Spielerin vor dem Warten schützen und davor, dass ihr schlechte Gedanken in den Kopf schiessen könnten.

Elina Svitolina
Elina Svitolina (WTA 16)
Mit Tsurenko, Kvitova und Svitolina besiegte Makaraova zwei Ukrainerinnen und eine Tschechin, bevor sie ihrer russischen Landsfrau Kuznetsova unterlag.

 

 Damen Einzel
 1. Runde  2. Runde  3. Runde  4. Runde  Viertelfinal  Halbfinal  Final
 Serena Williams (1) -
 bye
 .
 Serena Williams (1) -
 Christina McHale
 6:3 5:7 6:2
 Serena Williams (1) -
 Zarina Diyas
 7:5 6:3
 Svetlana Kuznetsova (15) -
 Serena Williams (1)
 6:7 6:1 6:2
 Svetlana Kuznetsova (15) -
 Ekaterina Makarova (30)
 6:7 6:4 6:3
 Svetlana Kuznetsova (15) -
 Timea Bacsinszky (19)
 7:5 6:3
 Victoria Azarenka (13) -
 Svetlana Kuznetsova (15)
 6:3 6:2
 Christina McHale -
 Misaki Doi
 6:2 4:6 7:5
 Zarina Diyas -
 Olga Govortsova
 6:0 6:1
 Zarina Diyas -
 Daria Gavrilova (31)
 7:5 6:3
 Daria Gavrilova (31) -
 bye
 .
 Svetlana Kuznetsova (15) -
 bye
 .
 Svetlana Kuznetsova (15) -
 Carina Witthöft
 6:3 4:6 6:4
 Svetlana Kuznetsova (15) -
 Caroline Garcia
 4:6 6:2 7:6
 Elina Svitolina (12) -
 bye

 .
 Elina Svitolina (12) -
 Shuai Zhang

 6:3 6:0
 Elina Svitolina (12) -
 Caroline Wozniacki (23)

 5:7 6:4 7:6
 Ekaterina Makarova (30) -
 Elina Svitolina (12)

 6:1 6:4
 Ekaterina Makarova (30) -
 bye

 .
 Ekaterina Makarova (30) -
 
Lesia Tsurenko
 3:6 6:4 6:3
 Ekaterina Makarova (30) -
 Petra Kvitova (8)

 6:4 6:4
 Lesia Tsurenko -
 Alexandra Dulgheru
 6:7 6:3 6:3

 

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